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Agent1873

:..Beissreflex..:

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Freitag, 16. August 2013, 22:20

Ich frag mich sowieso seit Wochen, wie man von einer Band VERLETZT werden kann. Und ich frage mich das wirklich. Ich liebe meinen Hund und manchmal geht er mir gehörig auf die Nerven, aber er könnte mich genauso wenig verletzen wie es die Hosen könnten. Ich finde bei den Hosen oft nervig, dass sie live genau die Lieder spielen, die ich nicht so besonders mag, aber dadurch fühle ich mich nicht verletzt.

Ich kann noch nachvollziehen, dass man von einer Platte enttäuscht ist. Ich kann den B-Seiten der neuen Maxi absolut nichts abgewinnen. Kann aber nicht mal behaupten, dass ich enttäuscht bin. Das ist auch vorher schon passiert. Ja und? Trotz allem gab es massenhaft Lieder, die mir eine Menge bedeuten und ich denke, da werden auch noch mehr Lieder kommen, die mir viel bedeuten werden.

Ich glaube, ich bin seit 1987 dabei. Und ja, bei den Konzerten hat sich 'ne Menge geändert. Richtig bewusst wurde mir das schon bei der Unsterblich-Tour. Aber ich kann da inzwischen mit umgehen, weil es nichts Hosen-Spezifisches ist. Die Gesellschaft verändert sich. Ich finde das auch nicht gut, im Gegenteil. Aber letztendlich geht es darum, wie ich selbst mit gewissen Dingen umgehe. Ich selbst ertrage diese Riesenkonzerte nicht. Aber selbst das hab ich schon beim Heimspiel 2005 erkannt. Also gehe ich da nicht hin. Ich habe beschlossen, das einfach auszusitzen. Dieser Hype wird auch wieder weg gehen, denn letztendlich machen die Hosen zum Großteil für mich immer noch Songs mit denen ich mich identifizieren kann. Nicht alle, aber immer noch genug für mich.

Setlisten ändern die Hosen auch schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr besonders viel auf den Touren. Das ist auch nicht neues. Was ich sagen will, ich kann diese Massenhysterie von wegen, die Hosen haben sich ja so verändert echt nicht nachvollziehen. Das war ein schleichender Prozess. Und entweder man entscheidet für sich selbst, man bleibt bei dieser Band oder man sucht sich was neues.

Manchmal finde ich es schade, dass die Hosen aktuell möglicherweise auf so einen dämlichen Song wie "Tage wie diese" von der breiten Masse reduziert werden, aber letztendlich weiß ich, dass sie bedeutend bessere Songs (und Texte) haben und alleine das zählt für mich.

"Na klar kann ich fremde Menschen leiden
solange sie fremde Menschen bleiben
und schweigen." muff potter

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Lippi Punkstrumpf

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Samstag, 17. August 2013, 09:05

Jetzt mal ehrlich. Sucht ihr täglich nach solchen "Skandalen". Ich meine, mir ist zwar der Oktoberfestauftritt auch nicht entgangen (Wobei ich nach 2-3 Mass bestimmt an Campinos Stelle auch den Spaß mitgemacht hätte), aber hey? Helene Fischer oder sonstwer covern DTH, ist mir scheiß egal. Erstmal bekomme ich es, außer hier im Forum, nicht mit und ich als Musiker würde mich freuen wenn jemand mir oder meiner Band einen Tribut bringt. Was ist denn daran verwerflich? Peinlicher würde ich es finden wenn ich hören würde dass die Band dagegen vorgeht.
Das die Jungs wohl vermehrt in den Medien sind ist doch auch logisch. Die sind hauptberuflich Musiker und müssen mit ihrem Einkommen auskommen. Vor allem wenn man einen Lebensstandard halten möchte in der Zeit in der man nicht mehr so viel verdient.
Da heutzutage aber Musik immer mehr illegal aus dem Internet oder sonstwo gezogen wird werden die Hosen bestimmt bei weiten an den Platten (verhältnismäßig) weniger verdienen als früher. Geld gibt es bei großen Konzerten.

btw: Die Toten Hosen sind erfolgreich weil wir sie erfolgreich gemacht haben. Wenn sie viele große Konzerte spielen und im TV und Zeitungen Interviews geben dann tun sie es für den Fan. Ich fände es schade wenn die hingehen würden und sagen würden " Wir wollen nicht berühmt sein und spielen nur noch Konzerte für uns und unsere Freunde. Platten gibt es auch nicht mehr."

Ich bin jetzt schon traurig wenn das Finale Album angekündigt wird, egal wie "__Bewertung___" es sein wird ; )

Während einer Zugfahrt sitzen zwei Punks neben mir, mit punktypischen Dingen beschäftigt: Biertrinken, Rülpsen, Schnorren, die Kulttruppe »Eisenpimmel« hören. Die beiden sprechen sich mit den Namen »Edel« und »Gucci« an und überlegen, ob sie am Abend noch bei Prada vorbeischauen sollen. In meiner Jugend trugen Punks noch Namen wie Kotze, Fistel, Terror, Ratte oder Pimmel.
Irgendwie war früher doch alles besser.

Totenkopfgitarrist

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43

Montag, 23. September 2013, 12:11

Ich antworte mal im richtigen Thread auf das Thema, auch wenns mehr so nen Crossover ist:

.
Frage mich wie es heute wäre, wenn sie sich selber treu geblieben wären, was sie meiner Meinung nach nicht sind.


Vielleicht haben sie sich auch verändert, gerade weil sie sich treu geblieben sind? Man muss sich doch nur all die 68er anschauen, all die Leute, die früher mit Cocktails schmissen und heute auf zu laute Kinder schimpfen. Menschen verändern sich, Bands verändern sich, Geschmäcker verändern sich. Sich treu bleiben, bedeutet die Entwicklung mitzugehen und nicht ab irgendeinem Punkt etwas vorzuspielen, was man nicht mehr ist.

Mir ist es lieber, die Toten Hosen kürzen ein Intro weg (auch wenn ich sie wunderschön finde), als wenn sie es daherdudeln, obwohl es niemand mehr hören kann. Mir wäre es lieber, wenn sie alte Textstellen aus Liedern streichen, anstatt sie zu spielen, obwohl sie nicht mehr dahinter stehen. Ich will keine Spießer sehen, die auf der Bühne die besoffenen Punks spielen und mich damit eigentlich verarschen. Sondern ich will die Toten Hosen sehen und auch merken, wie sie die Lieder spielen, die ihnen auch selbst Spass machen. Wenn ich sehe, wie die alten Herren auf der Bühne Spass haben und sich freuen, ist mir das auch wichtiger, als ein bestimmtes Lied oder eine bestimmte Textzeile.

Wenn die Ramones 20 Jahre lang in ihrer Einstellung gleich geblieben sind, dann ist das zu respektieren und vielleicht auch zu bewundern. Aber genau so ist das zu respektieren, wenn sich Leute ändern und sich entwickeln (ob zum Guten der zum Schlechten sei mal dahingestellt). Und wenn sie auf ihre alten Tage Spass an ausverkauften Stadien oder selbst an der Kohle haben, dann ist das eben so. Ich muss mich hier nicht als Heuchler hinstellen und "Buh" schreien, während ich gleichzeitig studiere, um später auch genügend Geld zu machen.

Die Toten Hosen haben mir viele Lieder und Momente geschenkt, die mich selbst verändert und gestärkt haben. Ich verbinde viele schöne und auch traurige Momente mit dem Hosen und so werden sie ob dieser Zeit für immer einen Teil in meinem Herzen haben. Aber wer bin ich, den Hosen aus dieser Tatsache heraus die Entwicklung zu verbieten? Für wen muss man sich halten, um sich das Recht herauszunehmen, um über die Entwicklung einer Band (und damit der Entwicklung der einzelnen Menschen) so explizit zu urteilen? Wer ist denn bitte was "Besseres" oder sich selbst derart treu, dass er da überhaupt richten kann? Wer hier kennt die Band denn überhaupt so genau, dass man die Veränderung und das "treu sein" wirklich beurteilen kann? Und vorallen... wieso haben wir dann das Recht, den ersten Stein zu werfen?

Heute sitzen die Punks am Alexanderplatz mit ihrem iPhone und schreien gegen den Kommerz. Heute gibts das richtige Punk-Aussehen von der Strange für 89,99 oder 99,99 mit extra individuell zerrissenen Hosen. Und auf der Grundlage richten wir dann über eine Band? Ganz Deutschland heult, wie schlecht es uns doch geht, die AfD kommt aus dem Stand fast in den Bundestag, weil der böse böse Euro uns den Reichtum nimmt... und dann stellen wir uns hin und werfen der Band vor, dass sie sich für Geld verändern? Wir kriechen alle tagtäglich unserem Chef in den Arsch, buckeln wenn es sein muss und zeigen abends dann doch wieder mit dem Zeigefinger auf die Hosen und die schlechte Setlist? Ich schlucke auf Arbeit auch zu Gunsten meines Lohns jede Frechheit meines Chefs runter, um nicht am Ende des Monats ohne Miete darzustehen. Ich bin heute auch weniger aufbrausend, als noch vor 5 Jahren. Und auch ich denke immer mehr über Geld nach und wie ich möglichst viel davon bekomme... zig Menschen fallen in Depressionen und Krisen, weil sie irgendwann merken, dass sie das alles gar nicht wollten oder dass sie eigentlich ganz anders sind. Und auch die Hosen sind da nicht anders. Es reicht doch schon, wenn Campino keine Lust mehr auf irgendwelche Lieder hat, einfach weil er sie heute nicht mehr hören oder hinter dem Text stehen kann...

Wer bin ich also, dass ich den Hosen - wildfremden Menschen - vorwerfen kann, dass sie sich selbst nicht treu geblieben sind?

Unterwegs auf der Strasse, die dich nach morgen führt,
im Rückspiegel siehst du all die Jahre hinter dir.

Keine Chance groß zu bereuen, niemand gibt dir was zurück,
pack deine Sachen und mach dich auf den Weg...

WEIL DU NUR EINMAL LEBST UND WEIL ES UNS NICHT EWIG GIBT!

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