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Mr. BammBamm

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Mittwoch, 3. Oktober 2018, 11:06

Aus Mr. Bammbamms Tagebuch

An kaum eine andere Tour habe ich so tolle Erinnerungen wie an die Horrorshow-Tour, es mag wohl daran liegen, dass ich zu dieser Zeit noch nicht so viel getrunken habe. Es war meine erste große Sause. Ich war 14 Jahre alt und hatte eine Reise voller Abenteuer und unglaublich tollen Erlebnissen und Begegnungen vor mir. Ich hatte kaum Geld und wenig Eintrittskarten, und dennoch konnte ich auf dieser Tour so viele Konzerte erleben: Osnabrück, Oberhausen, Bielefeld, Düsseldorf, Münster (2x), Dortmund…. Es war für mich die schönste und prägendste Zeit als Hosen-Fan. Nie wieder habe ich die Hosen so intensiv miterlebt. Und seit dieser Zeit weiß ich, dass die Band mein Leben prägen sollte. Und seitdem weiß ich auch, dass ich alle Höhen und Tiefen mitgehen würde. So eine Band wie den Lieblingsverein, den man sich nicht selbst aussucht und man kann gar nicht anders kann, als diesen bedingungslos zu lieben. Gut, mit dem Alter wird man kritischer und beginnt, Sachen zu hinterfragen, aber zu diesem Zeitpunkt stellte ich noch keine Fragen. Das begann viel, viel später.

Gut, es ist jetzt Anfang Oktober 2018 und die Konzerte begannen erst im Winter 1988. Der Grund aber, warum ich es jetzt schon schreibe, ist der, dass ich um diese Zeit herum anfing, Karten für diese Konzerte zu erstehen (und vor allem, dass ich jetzt gerade Bock darauf habe, darüber zu schreiben). Teilweise habe ich es geschafft, teilweise auch nicht. Ich musste immer zu ELPI nach Münster fahren, um Karten zu erstehen. Das kostete Geld, was ich nicht hatte. Ich konnte aber irgendwie doch für einige Konzerte das Geld auftreiben, und wenn ich dabei meinen Eltern Geld aus ihren Geldbörsen klauen musste. In welcher Stadt das Konzert stattfand, das war mir egal. Ich wollte einfach diese Energie erleben, die mir bei meiner ersten Begegnung (München-Alabamahalle) mit den Hosen ins Mark schoss. Es war eine Art Sucht. Und ein paar Eindrücke von damals möchte ich Euch nun schildern.

Ich hatte zu dieser Zeit nicht den besten Draht zu meinen Eltern und erst später wurde mir bewusst, was sie doch bei allen Diskussionen und Unstimmigkeiten für mich taten. Mein Vater hat ohne zu zögern, sich bereit erklärt, meine Kumpels und mich nach Osnabrück und Bielefeld zu fahren. Dort wartete er stundenlang im Auto (im Winter!!!!) und hat uns wieder nach Hause kutschiert. Mein Vater holte mich nachts um 4, ohne mich anzumachen, aus Oberhausen ab, weil ich zu betrunken war und nicht mehr nach Hause kam. Keine Geld, keine Arme, keine Kekse. Nur eine Mark, die mir irgendjemand zugesteckt hatte, die ich dann in der Telefonzelle in ein Telefonat investierte. Bis heute hat er das stets als selbstverständlich angesehen. Nur einmal antwortete er mir auf die Frage, warum er das gemacht habe, und die Antwort lautete, dass er damals das Feuer, diese unendliche Sehnsucht in mir spürte. Mehr hat er nicht gesagt. Und jetzt, wo ich selbst drei Kinder habe, kann ich das erst in seiner Gänze verstehen. Und es werden garantiert die ersten Erinnerungen sein, die mir an einsamen Abenden einfallen werden, wenn mein Vater eines Tages nicht mehr da sein wird.

Nun gut, es war so ein fieser typischer westfälischer Wintertag, so klammfeucht-kalt. Ekeliges Mistwetter, ein Wetter, um sich zu erkälten. Nicht kalt und es regnete auch nicht. Einfach nur diese Witterung. Und ich weiß noch, wie ich kurz vor der Abfahrt überlegte, welches Bandshirt ich denn anziehen sollte, um möglichst als cool zu gelten. Meine Gott, wie eitel. Aber ich war damals noch eine 14jährige Göre, naiv und noch nicht mal richtig trocken hinter den Ohren. Ich entschied mich für mein Rock-n-Roll-T-Shirt von Motörhead. Mit Motörhead macht man einfach nichts falsch. Ich stieg ins Auto ein und wir holten die damals üblichen Verdächtigen ab. Keiner von uns hatte eine Karte. Aber wie waren überpünktlich, damit wir auf dem Schwarzmarkt noch Tickets erstanden konnten. Im Nachhinein war das wohl nicht so schlau, erst auf dem Schwarzmarkt zu gucken. Abendkasse hätte gereicht…..Aber wie gesagt, naiv und noch nicht trocken. Alle ergatterten eine Karte (einer, dessen Name mir nicht mehr einfällt, hat 50 Mark bezahlt), nur ich nicht. Zu meinem Glück kamen noch andere Bekannte zu dem Konzert, und Catcher wusste, wie man in die Halle reinkam, ohne zu bezahlen. So schlugen wir das Toilettenfenster ein und stiegen ein, natürlich nicht, ohne dass jemand von uns in eine riesige Kotzlache zu treten.

In der Halle war es stickig und megaheiß. Man drängelte sich durch, bis man ungefähr in der Mitte des anwesenden Pöbels steckt. Es war anders damals. Das gab es kein Gemotze und kein Mimimi. Wenn man durchwollte, ging das immer und keiner war deswegen angepisst. Und wenn ich mioch recht erinnere, waren 80% des Publikums männlich….. Also die Geschichten mit den nicht vorhandenen Groupies , die die Hosen gerne erzählen….Das nehme ich denen zu diesem Zeitpunkt wirklich ab. Die Vorgruppe war genial. Ich weiß nur nicht mehr, wer das war. Ich meine, es waren die Phantastix gewesen, doch meine Kumpels meinen, die waren in Münster und nicht hier in Osnabrück Support. Nun denn, die Vorgruppe spielte schönen geradlinigen Punkrock, und das Publikum feierte sie. Da gab es keine Buhrufe oder Pfiffe, die kamen erst viel später. Als die Vorgruppe die Bühne verlassen hatte, gab es Hosen-Sprechchöre. Es war gnadenlos voll und heiß und ich schwitzte mir nen Wolf und der gesamte Pöbel kippte immer nach vorne und nach hinten-nichts für Leute mit Platzangst. Umfallen konnte man jedoch nicht, es war einfach so voll. Und ich habe es genossen. Für mich war das damals der Inbegriff des Punks. Totale Ekstase. Was zählt ist der jetzige Augenblick, scheiß auf morgen. Als die Hosen die Bühne betraten, brachen alle Dämme. Der Pöbel ging ab. Und ich machte meinem damaligem Spitzname „Pogo“ alle Ehre. Man sprang in die Höhe, stützte sich auf den Vormann auf und schleuderte sich nach oben und schubste wild durch die Gegend. Das war damals so, und keiner hat sich aufgeregt. Nach ein paar Songs hatte man etwas mehr Platz, den ich hervorragend dazu nutzte, Kuddels Soli mit meiner Heavy-Metal-Luftgitarre mitzuspielen. Unfassbar peinlich, so im Nachhinein. Aber damals, als ich noch viel Metal hörte, gehörte das einfach zum guten Ton.
Ich habe keine Ahnung mehr, welche Songs gespielt wurden, noch nicht mal an den Opener erinnere ich mich. Ich kann mich aber an Campinos Stagediving erinnern und daran, dass die Hosen zu einem Zugabenblock als Rote Rosen wiederkamen –in weißen Anzügen mit schwarzen Noten drauf. Und sie spielten Itzybitsy und Halbstark. Bei diesen beiden Songs bin ich mir ziemlich sicher, dass sie kamen. Und es war eine Offenbarung.
Als das Konzert vorbei, standen wir nassgeschwitzt da und wollten eigentlich nur noch nach Hause. Mein Vater hatte es aber auch geschafft, hineinzukommen. Übrigens auch umsonst. Er hat den Türstehern einfach gesagt, dass sein Sohn da drin wäre und er seine Hilfe bräuchte. Sie ließen ihn durch. Ob das stimmt, ich weiß es nicht. Aber eine nette Story ist es. Aber da er nunmal in der Halle war, wollte er doch eben sein Bier auftrinken und das Gespräch mit dem Punk zu Ende führen…..

Leider, leider sind so viele Erinnerungen so stark verblasst. Und ich habe generell das Problem, dass ich wenige Erinnerungen behalte. Aber irgendwann, wenn Zeitreisen möglich sind, und man mich fragen sollte, zu welchem besonderen Konzert ich zurückreisen möchte, dann wäre das der 13.12.1988. Und vielleicht verstehen jetzt einige, warum ich bei den Hosen so ticke, wie ich es tue.

Menschen, die blind in Kollektive sich einordnen, machen sich selber schon zu etwas wie Material, löschen sich als selbstbestimmte Wesen aus. Dazu paßt die Bereitschaft, andere als amorphe Masse zu behandeln. (Adorno)


"As long as the general population is passive, apathetic, diverted to consumerism or hatred of the vulnerable, then the powerful can do as they please, and those who survive will be left to contemplate the outcome." (Chomsky)

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Ewiggestriger

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Mittwoch, 3. Oktober 2018, 20:12

Danke, Bamm! Wunderbar, authentisch, rührend, und für mich zu hundert Prozent nachfühlbar. Dieses Erweckungserlebnis des ersten Hosen-Konzertes, dieses Aufstoßen einer Tür in einen anderen Kosmos, die Erkenntnis, dass andere die gleiche Leidenschaft haben, und vor allem die Einstellung, nur im Moment zu sein, auf morgen und die Folgen des eigenen Handelns zu scheißen und Vollgas zu geben.Ich spüre das noch heute, wenn ich daran denke, und es ist wirklich nur mit dem eigenen Fußballverein zu vergleichen. Auch mein Vater hat mich und meinen Bruder damals regelmäßig zu Konzerten in die Krefelder KUFA gefahren und da gewartet, während wir uns Noise Annoys, UK Subs, die Didjits oder Skeptiker anguckten. Und er war Musiklehrer an einem Gymnasium, muss für ihn ein Kulturschock gewesen zu sein.Etwas später, als ich und mein Bruder sehr viel gesoffen haben und im Totalverweigerungs- /Punkrock-Modus waren, hat er uns einen langen, sorgenvollen Brief geschrieben, vor allem wegen unseres selbstzerstörerischen Konsums und den nihilistischen und destruktiven Texten, die da aus unseren Zimmern kämen. Jetzt als Vater kann ich das alles gut nachvollziehen...Du hast echt gerade ein bittersüßes nostalgisches Kopfkino bei mir ausgelöst.
Das ist glaub ich das tolle an diesem Forum: Das man erstens solche Momente (mit-)teilt und daraus wieder mal die Erkenntnis zieht, dass man nicht der einzige ist, der so tickt(e).


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Mr. BammBamm, RackerJ, ewingoil72

Mr. BammBamm

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Sonntag, 23. Dezember 2018, 10:59

Aus Bammbamms kleinem Tagebuch


Weihnachten steht vor der Tür und da bietet es sich an, sich an glorreiche Weihnachtskonzerte der Toten Hosen zu erinnern. Etwa an den Auftritt im Tor 1988, an dem ich vermutlich das letzte Mal „Im Hafen ist Endstation“ live gehört und gesehen habe. Oder an das Weihnachtskonzert, an dem im Zugabenteil die Hosen auf einer runden Plattform nach unten geschwebt kamen. Es gibt so viele Erlebnisse, aber an ein Konzert erinnere ich mich, das stellte so viel anderes in den Schatten.

Es war an einem Freitagmittag, absolutes geiles Wetter, der Lorenz scheint und alle haben total Bock, und die Wettervorhersage top. Wir trafen uns am Rathausplatz, ein blauer Ford Fiesta und ein roter Golf 1 mit Choke (Für die Jüngeren: den Choke musste man beim Kaltstart des Motors ziehen; Bauteil bei Vergasermotoren, das eine gezielte Begrenzung der in den Vergaser einströmenden Luft ermöglicht. War Standard von Autos, die in den 70ern und 80ern gebaut worden sind), Gepäck, Zeltausrüstungen und Karlsquell-Paletten und alle ab ins Auto und ab auf die Bahn Richtung Süden. Aus den total beschissenen Boxen in dem Golf, in dem ich Platz genommen habe, dröhnen diverse Punkbands, die keine Sau außer Catcher kennt. Und jede Band wird erstmal ausführlich nach folgendem Schema vorgestellt: Band xy aus xy, kurz Bio, kurze Übersicht über die meist sehr überschaubare Diskographie (Meistens nur eine Single), kurze Nennung der Zuschauerzahl bei dem Konzert, abschließend die Betonung, wie geil die Band ist.
So vergeht die Fahrt wie im Fluge. Zumindest war man froh, dass ausreichend Bier vorrätig war, irgendwann hatte man da dann so einen sitzen, dass man seinen Gefallen an den Schilderungen Catchers, diese pluripotente Stammzelle des Wissens über Punkrock, finden konnte.

Mehr gibt es eigentlich über die eigentliche Fahrt nicht zu sagen, Autofahrt halt: viele Autos, viele Kennzeichen und ebenso viele Idioten, die selbstverständlich alle kein Auto fahren können (kleine Frage am Rande: Wenn Ihr auf Bundes- und Landstraßen andere PKWs überholt, müsste Ihr dann auch immer Euch angucken, welches Arschloch da hinterm Steuer sitzt ;-)?) . Nur zwei Sachen sind bei mir im Kopf geblieben: Das Eine, dass wir nach einer Stunde Fahrt wirklich jeden Rastplatz mitnehmen mussten, weil irgendeiner immer pissen musste und komischerweise dann doch alle pissen gegangen sind. Bemerkenswert war auch, dass Männlein und Weiblein in einer Reihe standen bzw. saßen. Kein Scheiß. Da war nix Toilette, selbst wenn es dort eine gab, wurde diese nicht genutzt. Ihr müsste aber wissen, dass im Jahr 1992 die Rastplatztoiletten nicht der Inbegriff eines hygienisch einwandfreien stillen Ortes waren, sondern eher das Paradies für Unrat jeglicher Art samt Fäkalien, wo alle Magen-Darm,-Erreger dieser Welt samt Typhus und Amöben darstellten. Auf so ein Schontebeis zu gehen, erforderte mehr als nur Mut, man brauchte unbedingten Überlebenswillen, den man eigentlich nur in der Grundausbildung bei der Französischen Fremdenlegion erlernen konnte.
Die zweite Randbemerkung, wir mussten unbedingt zum Loreleifelsen. Wenn wir schon einen Ausflug machen, dann muss auch Kultur dabei sein. Also einen Abstecher zur Aussichtsplattform (Den Ort habe ich leider nicht mehr vor Augen.). Wirklich ein atemberaubender Ausblick auf den Rhein. Leider nur ein kurzer Augenblock, denn Chrissie bemerkte nur kurz:“ Wo isse denn, die Olle?“ Darauf zeigten wir nach unten, er entgegnete nur kurz “Toll, Felsen!“ in einem unsagbar abwertenden Tonfall und stieg wieder ins Auto.

Kurze Zeit später erreichten wir den Zeltplatz und ergatterten Plätze in relativer Nähe des Eingangs zur Lorelei. Wir bauten unsere beiden Zelte auf und stellten uns dabei lange nicht so dämlich an wie die Hosen damals in Wackersdorf. Der Vorteil von unserem Platz war, dass in 50 Meter Entfernung ein kleines Wäldchen lag, in dem man pinkeln konnte. Ich habe bis heute keine Ahnung, wo die Sanitäranlagen waren.- Auf jeden Fall nicht dort, wo wir nächtigten. Wir entfachten ein Feuer und saßen in entspannter Runde beim Bier und lachten viel. Entweder in dieser oder in der darauffolgenden Nacht sollen die Hosen auf dem Zeltplatz zugegen gewesen sein. Ich kann das nicht bestätigen, bei uns haben sie sich nicht niedergelassen. Das wirklich schöne an dieser Nacht war, dass wir alle um das Feuer eingepennt sind und morgens von der aufgehenden Sonne geweckt wurden. Nach kurzem Frühstück und dem Frühschoppen ging es auf das Konzertgelände.
Wreckless Eric-999-The Vibrators- UK-Subs, so hießen die Vorgruppen. Wir feierten alle ab. Ich muss zugeben, dass ich den Eric nicht ganz so geil fand wie die anderen.
Das Doofe an diesen Konzerten ist nur, dass die Vorgruppen zuerst spielen, also dann, wenn man noch relativ nüchtern ist, das ändert sich aber bekanntlich ja im Laufe des Tages.

Es dämmerte irgendwann und das Intro ertönte, und ich meine, mich zu erinnern, dass es Blitzkrieg Bob. Das Konzert übertraf meine Erwartungen. Ich dachte, dass die Hosen in so einem großen Areal mit 15.000 (?) Zuschauern nicht funktionieren würden. Aber sie taten es. Wir standen relativ weit oben auf den Rängen. Großartig pogen ging nicht (und zu der Zeit war mir kein Pogo zu hart), da wirklich die Gefahr bestand, zu stürzen oder ähnliches. Ist ja auch kein Wunder, sind ja eigentlich Sitzplätze….Nur gesessen hat bei dem Konzert keiner…die Legende berichtet allerdings von einem Mann, der die ganze Zeit gesessen haben soll, er solle geschimpft und gezetert haben, und er solle sogar die Security informiert und später auch Anzeigen gegen unbekannt wegen „Unerlaubtem Stehen auf Sitzplätzen“ bei der Polizei gestellt haben. Ich glaube aber zu wissen, dass die Staatsanwaltschaft diese Verfahren letztes Jahr eingestellt hat.

Zurück zum Konzert: Musterbeispiel, Glückspiraten, Alles wird gut, 1000 gute Gründe, Wort zum Sonntag, an dem ich mit Tina Arm und Arm alles niedergebrüllt habe, und und und und vor allen Dingen „Fünf vor zwölf“, ein Song, der damals im Repertoire unverzichtbar war, aber leider von der Band mittlerweile total vergessen ist. Was eine Hookline, was ein fantastisches Solo, dazu die schnellen Hihat-Achtel. Einfach nur unfassbar gut.

Und an diesem Abend hörte ich zum ersten Mal (meine ich zumindest, ich habe aber die Hosen auf dieser Tour nur noch in Bielefeld gesehen und an diesen Abend habe ich noch weniger Erinnerungen) „Wünsch Dir was“ und „Hot Clip Video club“. Und ich fand beide Songs überragend.

Es war ein großartiges Konzert.

Wir standen noch lange in der lauen Sommernacht, lachten und tranken Bier. Irgendwann bemerkte Catcher, dass seine Lederjacke geklaut sei. Wir suchten und suchten, fanden sie aber nicht. Abgegeben wurde sie auch nicht. Er tat das dann ab mit den Worten: „Wer klaut denn schon eine alte, zerschlissene Lederjacke. Arschloch.“ Und wir gingen zurück zum Zeltplatz. Erst da fiel Catcher ein, dass in der Jacke sich die Autoschlüssel befanden. Na, tolle Wurst….Wenn ich nicht betrunken gewesen wäre, hätte ich mich wahrscheinlich gefragt, wie wir denn nach Hause kommen sollten….

Am nächsten Morgen mussten wir einen Schlüsseldienst suchen. Telefone gab es ja nicht, also Mobiltelefone. Wir mussten also irgendwie in die Stadt kommen. Rein aus Jux versuchte Chrissie den Golf mit seinem Ford –Schlüssel zu öffnen. Und Leute, es funktionierte. Kein Scheiß. So fuhren Chrissie und Catcher in die Stadt, um einen Schlüssel zu besorgen, so dass wir dann die Rückreise antreten konnten.

Rückreisen sind ja immer scheiße, man ist so voller Energie, man hat so viele geile Eindrücke3 und man muss dann nach Hause, wo einen der Alltag so schnell wieder überrollt.

Nur, worüber wir uns doch sehr aufgeregt haben, waren die ganzen Arschlöcher, die ihren Müll nicht mitgenommen haben. Wäre schön, wenn es nur vereinzelte gewesen wären, aber es war eine Wüste aus Dreck und Plastik.

Eintrag Ende

Menschen, die blind in Kollektive sich einordnen, machen sich selber schon zu etwas wie Material, löschen sich als selbstbestimmte Wesen aus. Dazu paßt die Bereitschaft, andere als amorphe Masse zu behandeln. (Adorno)


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Sonntag, 23. Dezember 2018, 11:28

Schöner Bericht, aber ...

Nur gesessen hat bei dem Konzert keiner…die Legende berichtet allerdings von einem Mann, der die ganze Zeit gesessen haben soll, er solle geschimpft und gezetert haben, und er solle sogar die Security informiert und später auch Anzeigen gegen unbekannt wegen „Unerlaubtem Stehen auf Sitzplätzen“ bei der Polizei gestellt haben. Ich glaube aber zu wissen, dass die Staatsanwaltschaft diese Verfahren letztes Jahr eingestellt hat

.....das glaubt doch kein Schwein!

Wieso standest Du und warst nicht im Pit?
NEIN :!:

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Mr. BammBamm

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Sonntag, 23. Dezember 2018, 11:40

Wir waren ein bißchen spät, da wir solange vor dem Bierstand standen. Und die Zugangswege nach unten, waren total verstopft. Da war zu diesem Zeitpunkt kein Durchkommen.




"...das glaubt doch kein Schwein!" :D:D:D:D:D:D:D

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Sonntag, 23. Dezember 2018, 11:51

Wir waren ein bißchen spät, da wir solange vor dem Bierstand standen.

Wer kennt es nicht, dieses Problem mit dem Bierstand... :D
NEIN :!:

RackerJ

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Mittwoch, 26. Dezember 2018, 06:45

Heute vor 20 Jahren das auf VHS erschienene Weihnachtskonzert in der Philippshalle.
Das Ticket hat 50,- DM auf dem Schwarzmarkt nachmittags gekostet.

Das erste und einzige (?) Mal, dass ich Alles ist eins live gehört habe. :love:

NEIN :!:

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DerPestbeamte

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198

Mittwoch, 26. Dezember 2018, 09:58

Das erste und einzige (?) Mal, dass ich Alles ist eins live gehört habe. :love:


Ich hatte 2017 in Köln das Glück:

Du bist nur ein Wassertropfen, kannst nichts ändern hier auf Erden
Doch aus vielen Wassertropfen können Wasserfälle werden
----

Gabumon

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Mittwoch, 26. Dezember 2018, 11:43

Wir waren ein bißchen spät, da wir solange vor dem Bierstand standen. Und die Zugangswege nach unten, waren total verstopft. Da war zu diesem Zeitpunkt kein Durchkommen.
"...das glaubt doch kein Schwein!"


DIe Loreley ist für solche Konzerte eine absolute Scheisslocation, diese Betonstufen da sind Brandgefährlich...
Es kommt die Zeit
in der das Wasser wieder steigt...
Es kommt die Zeit
in der der Airport wieder brennt...

Campi1995

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Mittwoch, 26. Dezember 2018, 12:10

Heute vor 20 Jahren das auf VHS erschienene Weihnachtskonzert in der Philippshalle.
Das Ticket hat 50,- DM auf dem Schwarzmarkt nachmittags gekostet.

Das erste und einzige (?) Mal, dass ich Alles ist eins live gehört habe. :love:


Das Glück hattest Du auch in Köln lieber Racker :D
Korn, Bier, Schnaps und Wein

und wir hören unsere Leber schrein'

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