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1

Sonntag, 11. Oktober 2015, 09:42

Er ist wieder da - Film/Buch über Hitler

Ich war mir nicht sicher, wo ich diesen Beitrag posten sollte...... Aber wegen der Reaktionen, passt er vielleicht am besten hier rein...

Hat jemand schon den neuen Film über Hitler gesehen? Oder das Buch gelesen? (Er ist wieder da - Timur Vermes)
Laut SPON: "Borat in Braun..."

Der Regisseur David Wnendt (bekannt für den sehr starken Film über Neonazis: "Die Kriegerin") hat angeblich Szenen überall in Deutschland gedreht, wobei u.a. er mit einem Hitler-Lookalike auf der Strasse ging. Angesichts der Flüchtlingsdebatte überraschen mich die Reaktionen nicht:

Beschreiben Sie eine Situation, die Sie besonders erschüttert hat.
Wnendt: „Es ist weniger eine Szene allein, sondern die Vielzahl an Situationen, die sich immer wiederholt haben. Egal wo wir hinkamen, fanden wir sofort Leute, die gegen Ausländer waren oder die frustriert waren mit unserer Demokratie und mit unseren Politikern. Überall gab es Leute, die davon überzeugt und begeistert waren, wenn unser Hitler ihnen vorgeschlagen hat, dass Deutschland wieder einen Führer braucht, der sagt, wo’s lang geht.“ (Bild)

Da ich den Film nicht gesehen habe, kann ich mich noch nicht dazu nicht äußern....

Quellen:
http://www.spiegel.de/kultur/kino/er-ist…-a-1056231.html
http://www.bild.de/politik/inland/adolf-…21754.bild.html
http://www.theguardian.com/film/2015/oct…nendt-interview

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Minnie« (11. Oktober 2015, 09:48)




Tickets - Laune der Natour

Conse

Der Mann aus Laramie (und Marienfelde)

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2

Sonntag, 11. Oktober 2015, 10:17

Den Film hab ich noch nicht gesehen, (läuft hier in den USA auch gar nicht), aber das Buch hab ich gelesen.
Fakt ist aber sicherlich, dass man fast überall in der Republik solche Leute finden wird. Und das ist kein deutsches Phänomen, solche Leute wirst du leider überall auf der Welt finden, in nahezu jedem Land. Traurig ist das natürlich dennoch.

Ironischerweise ist es, denke ich, der Wohlstand, der Leute so beschissen denken lässt...

Edit: Laut Presse ist es in dem Film allerdings auch nie klar, was in dem Film echte Doku ist, und welche Szenen gestellt wurden. Das sollte man wohl im Kopf haben, wenn man sich den Streifen anguckt. Werde ich auf meiner nächsten Deutschlandvisite definitiv tun. Das Buch hatte zwar so seine Längen, aber neben der Tatsache dass es echt witzig war, fand ich die Idee an und für sich auch ganz gut, zu zeigen was für eine abstrakte abstruse Figur Hitler geworden ist.

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bassonkel

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Sonntag, 11. Oktober 2015, 13:04

Ich hab ihn gestern gesehen. Das Buch hatte ich nicht gelesen. Ich bin auch in dem Film ohne mich viel vorher drüber zu informieren. Abgesehen von dem ein oder Trailer, kannte ich nichts.

Anfangs hatte es den Eindruck einer Comedy, ähnlich dem Humor von Oliver Polak. Mit zunehmender Zeit wurde es dann zusehend skurriler und dokumentarischer. Ich bilde mir ein die "richtigen" Kommentare daran erkannt zu haben, immer wenn andere Passanten im Hintergrund unkenntlich gemacht wurden. Das kann aber auch ein bewusstes Stilmittel sein, wenn ich gerade so drüber nachdenke.
Mehr will ich erstmal nicht dazu sagen, um auch nicht zuviel vom Film zu verraten. Gibt ja sicher noch den ein oder anderen der ihn sehen will.

Ah, nur eins noch. Man hat es auch am Publikum gemerkt. Erst wurde sehr viel gelacht, später, auch bei vermeintlich "witzigen" Situationen wurde es zusehend ruhiger im Kino.

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melly80

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Sonntag, 11. Oktober 2015, 14:17

Ich kenne nur das Buch und fand es wirklich gut. Anfangs sehr witzig, später lacht man etwas verhaltener und es wird ziemlich "böse". Ich empfand das Buch aber zum größten Teil als bitterböse Mediensatire. Hitler fand ich, diente eher als Beispiel für die volle Breitseite auf unsere Medien heute (und unserem Umgang damit). Das Ende des Buchs fand ich eher schwach, es plätscherte dann leider so dahin.

Den Film will ich mir auch noch ansehen, das Ende des Films soll ja etwas abgewandelt sein vom Buch.


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VerschwendeDeineZeit

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Sonntag, 11. Oktober 2015, 17:21

Am Buch bin ich derzeit noch dran, den Film werde ich mir allerdings nicht angucken, interessiert mich nicht. Allerdings finde ich den Kinostart terminlich etwas, ähm, ungünstig. Was aber wohl bei Drehbeginn, keine Ahnung wann der war, sicher nicht abzusehen war. Aber gut, nun ist der Film fertig, dann muss er halt auch raus.

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Sonntag, 11. Oktober 2015, 18:39

Ich habe das Hörbuch gehört.

Das Ende des Buchs fand ich eher schwach, es plätscherte dann leider so dahin.


Genau so ist es. Der Anfang und die Idee an sich sind schon gut, aberirgendwann geschieht nichts mehr und dnn ist die Geschichte auf einmal zu Ende. Löst man das besser, kann der Film vielleicht was taugen.

Martin85

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Mittwoch, 15. Juni 2016, 22:50

Das Buch steht in meinem Plan zum Lesen, aber etwa später, da die ganze meine Zeit nimmt Mr.Green ein.

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Mittwoch, 15. Juni 2016, 23:23

Das Buch habe ich so ziemlich verschlungen, im Anschluss (wenige Tage danach) den Film gesehen und muss sagen: das Buch war wirklich grandios, aber der Film topt das tatsächlich noch mal! Zum einen, da er Dokumentations-Elemente verwendet, zum anderen, weil er noch eine ganze Ecke düsterer daherkommt als das Buch. Das soll das literarische Werk aber in keinster Weise abwerten - es war wirklich gut.
Das mit dem dahinplätschernden Ende kann ich zwar nachvollziehen, es passierte irgendwann wirklich nicht mehr viel, bzw. war der Climax vielleicht schlecht gewählt, ABER der letzte Satz ist schon wieder so genial, dass der fast schon wieder darüber hinwegtröstet. Absolute Leseempfehlung! Meiner Meinung nach muss in einem guten Buch/Film auch gar nicht so viel passieren, die Botschaft ist wichtiger. Und die kam wirklich einwandfrei rüber.

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DTH_HB_86

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9

Donnerstag, 16. Juni 2016, 07:24

Das Buch habe ich so ziemlich verschlungen, im Anschluss (wenige Tage danach) den Film gesehen und muss sagen: das Buch war wirklich grandios, aber der Film topt das tatsächlich noch mal! [...]

[...] die Botschaft ist wichtiger. Und die kam wirklich einwandfrei rüber.
Hätte ich nicht gedacht; ich fand die Trailer eher abschreckend und habe mir den Film nicht angesehen, obwohl mir das Buch recht gut gefallen hat. Auf jeden Fall sehr unterhaltsam mit vielen netten Untertönen. Eben nicht nur auf Gags, sondern auch ein bisschen auf Botschaft gesetzt.
Und das führt mich zum nächsten Punkt deines Postings: sooo einwandfrei fand ich die Botschaft nämlich nicht immer. Klar, die tumben Prügel-Nazis kriegen ihr Fett weg genauso wie die Medienlandschaft etc. Aber trotzdem finde ich, dass man den Protagonisten zwischenzeitig schon gruselig sympatisch findet. Nicht durchgängig, aber eben zeitweise schon & das war mir teilweise dann ein bisschen zu krass. Das wird weder die Intention des Autors gewesen sein, noch zieht es sich wie ein roter Faden durchs Buch, aber dennoch finde ich, dass es die "einwandfreie Botschaft" gelegentlich etwas verzerrt.

Den Film werde ich mir dann beizeiten aber doch mal ansehen.
Die Hoffnungslosigkeit stirbt zuletzt.

  • »Wehende Bayernfahnen« ist männlich

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10

Donnerstag, 16. Juni 2016, 17:18

Das war aber genau das, was Timur Vermes bewirken wollte, bzw. was er zumindest in einem Interview so gesagt hatte:

Dem Rezipienten vor Augen zu führen, dass die Person Adolf Hitler ein bestimmtes Charisma, eine Ausstrahlung gehabt haben muss und auch sympathisch auf Leute gewirkt hat. So wie ich das verstanden habe, sollte man sich als Leser eben auch mal selbst dabei erwischen, Sympathie für den Protagonisten zu entwickeln bzw. sich selbst hinterfragen, wieso das so ist. Zugegebenermaßen wusste ich das bei der Lektüre des Buches schon und ist mir daher leichter gefallen. Wer das Buch ohne Vorwissen liest, der kann das natürlich auch leicht missverstehen. Aber gerade das finde ich das überragende am Buch/Film. Die größte Gefahr geht nicht primär von stupiden Prügelnazis aus, sondern kommt eben durch die Hintertür. Über den Humor, über die Sympathie, über das Gefühl, dass ein "Nicht-Nazi/Nicht echter Nazi" die Dinge anspricht, die mal angesprochen werden müssen.
Ich finde es erschreckend, wie einfach es teilweise ist, Leuten zu verklickern, kein Nazi zu sein. Es reicht tatsächlich zu sagen, "ich bin kein Nazi, aber..." Frei.Wild, AfD, PeGiDa machen es vor.

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