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pillermaik

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Donnerstag, 15. Juni 2017, 11:52

"1000 gute gründe" ist da natürlich schon kritik und punk allgemein - die haltung, die attitüde - ist im ursprung schon anti (establishment, staat, system) und campi wurde ja um 1977 zum punk, wo diese werte der kern waren... insofern drückt punk schon was gezieltes aus.
aber jetzt myanmar von 2015 hinzuzuziehen, wo die hosen sich längst nicht mehr als punkband im eigentlichen sinne verstehen, ist arg dünn.

fragen kann man sich allerdings, warum das staatlich grfördert wurde, warum das die hosen nicht eigenständig gestemmt haben..!

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DTH_HB_86

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12

Donnerstag, 15. Juni 2017, 12:02

"1000 gute Gründe" ist natürlich Kritik, klar. Aber ich sehe da schon einen großen Unterschied zu dem klassischen, anti-staatlichen Klischeepunk, der da glaube ich gedanklich bei den Kritikern vorhanden ist (nehmen wir mal die Vorkriegsjugend als Beispiel "Erhebe deine Hand gegen deutsches Vaterland" oder auch die klassische Parole "Nie wieder Deutschland" etc.). "1000 gute Gründe" ist anti-patriotisch in seiner Haltung, aber nicht unbedingt anti-deutsch, der Grad der Ablehnung ist ein anderer, das war was ich meinte, nicht dass die Hosen nie kritisch dem Staat gegenüber waren.

Und gerade 1977 war der politische Aspekt im Punk noch gar nicht so groß, da war Provokation und auch eine musikalische Abgrenzung zu pompösem Avantgarde-Rock oft eher das primäre Ziel. Die Idiotie der Verwendung von Nazi-Symbolen zeugt ja davon, dass Provokation teilweise (!) größer geschrieben wurde, als ein echter politischer Anspruch. Natürlich gab es auch 1977 schon Ausnahmen, allen voran sicher Crass oder meinetwegen The Clash. Aber die starke Politisierung ging ja eher in der zweiten Welle los.

Und dann kommt natürlich, wie du ja auch andeutest, eine über 30-jährige Entwicklung dazu, in der einiges passiert. Jemanden an seiner Haltung von vor 30 Jahren zu messen ist in jedem Fall etwas albern, aber wenn man betrachtet, woher die Kritik kommt, ist das auch wenig überraschend.

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pillermaik

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13

Donnerstag, 15. Juni 2017, 12:12

Und gerade 1977 war der politische Aspekt im Punk noch gar nicht so groß, da war Provokation und auch eine musikalische Abgrenzung zu pompösem Avantgarde-Rock oft eher das primäre Ziel. Die Idiotie der Verwendung von Nazi-Symbolen zeugt ja davon, dass Provokation teilweise (!) größer geschrieben wurde, als ein echter politischer Anspruch. Natürlich gab es auch 1977 schon Ausnahmen, allen voran sicher Crass oder meinetwegen The Clash. Aber die starke Politisierung ging ja eher in der zweiten Welle los


Sind ja fast einer Meinung ;)!
Diese Verwendung der Nazi-Symbolik in vorallem Englad sollte ja genau schocken - gegen das Establishment, gegen das System, gegen den Staat! Finde grad diese Nazi-Armbinden etc sind fast schon die Essenz dessen was ich geschrieben habe. Von POLITIK habe ich nämlich kein Wort geshrieben - respektive nicht von Links/Rechts-Politik. Natürlich ist "Punk" in der asozialen Anti-No-Future-Form schon hochpolitisch! Es geht um eine Haltung, eine Attitüde gegen das was damals die Norm war. Es geht um Abgrenzung und Anti-Haltung, dazu Provokation und Schocken... Von klassischer Politik habe ich bewusst nichts geschreiben ;)!

Was "1000 gute Gründe" angeht:

"für jeden Querkopf ein Gummigeschoss"

"unser Lieblingswort heißt Leistung, wir sind auf Fortschritt eingestellt. Nicht ist hier unkäuflich, wir tun alles für gutes Geld."

"All die Korruption, die Union!"


"Unsere Pässe sind fälschungssicher und unser Lebenslauf bekannt. Keiner scheint hier zu merken, dass man kaum noch atmen kann."

Finde ich nicht nur anti-patriotisch, sondern klare Systemkritik Deutschlands.
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DTH_HB_86

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14

Donnerstag, 15. Juni 2017, 12:45

Du hast natürlich Recht damit, dass eine provokative Anti-Haltung per se politisch ist, da habe ich wohl stärker voneinander getrennt, als es sinnvoll ist. Die Trennung habe ich vor allem deshalb betont, weil ich davon ausgehe, dass es den "kritischen Verfassern" hier eben um "explizit linke Positionen" geht.

Und zu "1000 gute Gründe": der Begriff "anti-patriotisch" greift zu kurz, das verdeutlichen die von dir zitierten Textstellen in der Tat. Ich finde die Art der Kritik aber trotzdem irgendwo noch produktiver, als ich es von "radikaleren" Bands gewohnt bin, auch daher der Versuch der Abgrenzung gegeneinander. Aber vielleicht ist die Kritik in dem Song auch einfach geschickter verpackt, als es die meisten im Punk-Genre gebliebenen Bands in den 80ern vermocht haben. Der Grundton ist natürlich ein ähnlicher.

Irgendwie liest sich das jetzt fast wie eine Rechtfertigung, aber hier im Büro ist es zu warm als dass ich jetzt bessere Worte finden könnte ;)

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15

Donnerstag, 15. Juni 2017, 13:05

alles gut :thumbup:

campino hat grad auf der HS und KZ unheimlich gut und pointiert getextet, sicher x mal intelligenter als diese billigen "scheiss bullen"-parolen.

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Donnerstag, 15. Juni 2017, 13:14

Das unterschreibe ich, abgesehen von der einen unglücklichen Abkürzung, sofort ;)

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17

Donnerstag, 15. Juni 2017, 13:28

Die interessanteste frage,die dieser Artikel aufwirft,sehe ich darin,dass man übrlegt,wie unabhängig man als kritisch-reflektierende band bleiben will.mit dem stempel des goethe-instituts sind die hosen ja schon sehr früh in den 80ern in kontakt gekommen -das ist dann ja auch nie verheimlicht worden und war höchstens überraschend.aber das-wie mikes Beispiele zu tv und formel1-film etc passten ja immer in ihr kobzept,dass man seine "feinde"bzw die medien für seine eigenen ziele nutzt und auf ne schräge art Aufmerksamkeit erzielt.der Myanmar-auftritt ging ja in eine andere Richtung,was ich damals auch gut fand.aber damals war eben nie die rede davon,dass man sich diesen trip staatsfinanzieren lässt.da seh ich schon nen inhaltlichen unterschied.was nicht heißt,dass ich ds jetzt schlimm finde,dazu weiß ich zu wenig über die genauen details und Hintergründe.


wsv

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Donnerstag, 15. Juni 2017, 13:36

abgesehen von der thematik (die mir bekannt war, wurde schon hier und da erwähnt) und an der nix verwerflich ist, muss man solche scheiss seiten hier nicht verlinken und den rechten idioten klicks geben.


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Howard Moon

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19

Donnerstag, 15. Juni 2017, 14:25

Das Goethe-Institut ist nun auch kein negativer Verein. Die haben keine Bundeswehrhymne für Uschi geschrieben


Howard Moon

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20

Donnerstag, 15. Juni 2017, 14:49

Die Antilopen sind aktuell auch Thema in den Nazi Medien

Öffentlich gefördert: Hass-Band verspottet FPÖ-Anhänger als „Ar***löcher“
https://www.wochenblick.at/von-oeffentli…tzt-gegen-fpoe/


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