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BAD'nerin

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Freitag, 7. Juli 2017, 10:17

G20 Hamburg

Ich weiß, das Thema könnte hier auch zu hitzigen Diskussionen führen, trotzdem finde ich gehört es doch hier rein.

Was haltet ihr vom G20 generell? Glaubt ihr, solche Treffen bringen die Welt heran und müssen so stattfinden, wie sie es derzeit tun? Was haltet ihr davon, dass dieser in HH stattfindet und zu den derzeitigen Nachrichten aus HH?

Bin nach wie vor der Meinung, dass es eine der beklopptesten Entscheidungen überhaupt war den G20 in einer der linksradikalsten Städte stattfinden zu lassen und so das Chaos nur herauszubeschwören. Ich wohne nicht in HH, bin aber großer Fan der Stadt. Kann nur erahnen, was das für Stress und Anspannung seit Wochen für die Anwohner bedeuten muss. Und das ganze Chaos, der Ärger, die Kosten und das Geschimpfe auf die Demonstranten nur, weil sich ein paar Damen und Herren treffen möchten, um für ein paar Tage so zu tun, als wären sie alle big buddies, die die Welt ändern wollen und im Grunde mit jeder Entscheidung alles schlimmer machen.

So, das mal ganz plump und plakativ als Einstieg in eine ehrliche und tiefere Debatte :)




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DTH_HB_86

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Freitag, 7. Juli 2017, 10:29

Explizit zur Entscheidung, das Ganze in den Messehallen in Hamburg stattfinden zu lassen:
Das ist eine der dümmsten Entscheidungen, die getroffen werden konnten. Nicht nur, dass in Hamburg eine starke linke Tradition vorherrscht, auch der genaue Ort an sich ist in seiner Lage so dermaßen unpassend. Die Messehallen sind in Spuckweite zum Schanzenviertel und in Laufentfernung zu St. Pauli. Das ist, als würde man den Leuten da vor ihre Haustüre sch**ßen.
Da muss man kein großes politisches Fachwissen haben, um festzustellen, dass da ein Pulverfass entsteht.

Diese "Wir sind Hamburg, wir zeigen denen, dass das geht"-Einstellung der Organisatoren und auch die fragwürdige "Deeskalationsstrategie" der Polizei ("Die Gegenseite entscheidet, ob das hier friedlich verläuft. Und es ist ja klar, dass die Gegenseite keinen friedlichen Verlauf will. Und das werden wir dann im Keim ersticken!" hieß es sinngemäß vom Einsatzleiter im Interview beim Deutschlandfunk) sind einfach ätzend.

Zum Generellen:
es mag sein, dass man sich auch mit so fragwürdigen Gestalten wie Erdogan, Trump und Putin mal an einen Tisch setzen muss und Kommunikation im Zweifelsfall ja schlimmeres verhindern kann. Das ist ja aber zum einen nicht unbedingt die Zielsetzung des Gipfels und zum anderen hat diese ganze G7/G8/G20-Geschichte immer ein Geschmäckle à la "Die Elite entscheidet über das Schicksal der Welt"...

Kurz (und oberflächlich) gesagt: ich bin da generell kein Freund von und vor allem absolut gegen die Entscheidung, das Ganze in Hamburg stattfinden zu lassen. Sollen die doch irgendwo in die Pampa gehen, wo das urbane Leben nicht völlig lahmgelegt würde, weil man eben ohne groß die Menschen zu behindern Sicherheitsvorkehrungen treffen könnte... Günstiger wäre das vermutlich auch noch gewesen.

Die Hoffnungslosigkeit stirbt zuletzt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DTH_HB_86« (7. Juli 2017, 10:57)


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EmslandDTH, Johno

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Freitag, 7. Juli 2017, 10:42

Zum ersten:

Das Ding in HH stattfinden zu lassen (über die Sinnhaftigkeit eines Treffens mit 20 Staatsoberhäuptern, von denen ein Teil Menschenverachtende Ansichten pflegt, mal hinweggesehen) war und ist falsch. Hamburg, bekannt als eher linksgerichtet (auch hier werte ich nicht) und mit seiner Infrastruktur nicht mit z.B. Berlin vergleichbar, ist absolut der falsche Standort. Zudem findet die Geschichte dermaßen zentral statt, dass das komplette Stadtleben zusammenbricht. Grund sind hier für mich die Sicherheitszonen, die Kontrollen und letztendlich auch die Demonstrationen.
Aber: Man wollte der Welt wohl zeigen, dass genau das Demokratie ist: Die "mächtigsten" Menschen der Welt, können sich überall treffen. Vom Grundgedanken sicherlich richtig, aber bringt das nich zu viele Opfer?

Zweitens:

Die Kosten für den Auf- und Rückbau der Sicherheitszonen und den Polizeieinsatz von über 20.000 Beamten und der Sachschaden durch Vandalismus. Dies steht absolut in keinem Verhältnis. Das Geld hätte man, wie Herbert Grönemeyer gestern sagte, besser in Krisengebiete schicken können. Schade, da wird über Armut der dritten Welt philosophiert und wir werfen hier das Geld aus dem Fenster, als gäbe es kein Morgen.

Drittens:

Demos: Völlig angebracht, um wachzurütteln und auf den Schwachsinn (den ich oben beschrieben habe) aufmerksam zu machen.
Schwarzer Block: Wusste man auch vorher, sowas zieht Radikale an, die Lust haben, die Welt brennen zu sehen.
Polizei: Teils-Teils: Auf der einen Seite sicher nötig, aber auch hier viele schwarze Schaafe. Provzierender Auftritt mit übertriebener Bereitschaft und Präsenz. Wirkt mir eskalierend als deeskalierend.

Ich fragte mich schon seit geraumer Zeit: Warum lässt man das ganze nicht abgeschottet stattfinden? Ok, dann können die Herren Erdogan, Trump und Putin leider nicht in 5* Hotels übernachten. Es muss ja nicht gleich eine einsame Insel sein, aber in einem Außenbezirk Berlins wäre das ganze technisch wesentlich besser zu handhaben.

Und zu guter Letzt: Heute Morgen im Radio gehört, Angela Merkel sei weiterhin sehr beliebt. Ihr Auftreten ist gestern fande ich beschämend. Draußen schmeißen sich die Leute Steine an den Kopf, drinnen schüttelt man Recip Erdogan fröhlich die Hand, der vor wenigen Tagen nochmal Nazivergleiche herangezogen hat. Kritische Worte gegenüber diesem ganzen Konzept bei der Kanzlerin, mal wieder Fehlanzeige. So wie immer, wenn es mal brenzlicher wird.

Aber Hey: Egal, was uns jetzt noch geschieht, und wenn die ganze Welt zugrunde geht, Entenhausen bleibt stabil. Wenn hier alles auseinander fällt, wenn kümmert‘s schon in Disneyland?


In diesem Sinne: In fliegender Stein als Kampfsignal! Schade, die wahre Demonstration bleibt auf der Strecke. Die Medien schmeißen sich auf die Flammen und Barrikaden, auf den schwarzen Block und die Gewalt.


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BAB

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Freitag, 7. Juli 2017, 10:53

Die Messehallen sind in Spuckweite zum Schanzenviertel und in Laufentfernung zu St. Pauli.

Meinst du nicht einen Steinwurf entfernt ... :tongue: (MOPO!)

DTH_HB_86

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Freitag, 7. Juli 2017, 10:55

Auch wenn ich von Boulevard-Presse ja nix halte, aber die Formulierung ist schon sehr nett untergebracht an der Stelle :D

Die Hoffnungslosigkeit stirbt zuletzt.

BAB

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6

Freitag, 7. Juli 2017, 11:23

Aufruf -
Samstag 11 Uhr Deichtorplatz (Nähe Hauptbahnhof).

Grenzenlose Solidarität statt G20 !

Es läuft etwas gehörig falsch auf der Welt:

  • Kriege und bewaffnete Konflikte wie in Syrien, in Kurdistan, im Irak oder der Ukraine scheinen kein Ende zu nehmen. 1,8 Billionen Euro werden jährlich für Rüstung und Krieg ausgegeben. Gleichzeitig steigen die Rüstungsexporte.
  • Über 65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Die Grenzen Europas und Deutschlands sind wieder abgeschottet. Auf der Suche nach Sicherheit ertrinken tausende Menschen im Mittelmeer, das zur tödlichsten Grenze der Welt geworden ist.
  • Rassismus und offener Hass nehmen in vielen Ländern der Welt zu – auch in Deutschland. Die Wahrheit ist kein Kriterium mehr, alles wird behauptet und herbei gelogen, wenn es nur Ängste und Vorurteile schürt. Die herrschende Politik gibt diesen Stimmungen nach und befeuert sie noch. Inzwischen werden Geflüchtete sogar in Kriegsgebiete wie nach Afghanistan abgeschoben.
  • Der menschengemachte Klimawandel ist eine unbestreitbare und bedrohliche Realität. Seine Auswirkungen sind schon heute spürbar und treffen vor allem diejenigen Menschen und Länder, die ihn am wenigsten verursacht haben. Dennoch passte die Bundesregierung ihren Klimaschutzplan den Interessen der Braunkohle-Industrie an. Im Weißen Haus sitzt mit Donald Trump sogar ein Präsident, der den Klimawandel für eine Lüge hält.
  • Die soziale Spaltung hat dramatische Ausmaße erreicht. Gerade einmal 8 Männer haben mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Diese Spaltung gibt es nicht nur im globalen Maßstab, sie durchzieht nahezu alle Gesellschaften, auch die deutsche. Millionen Menschen müssen sich mit Niedriglöhnen durchschlagen, haben keinerlei Aussicht auf eine existenzsichernde Rente, müssen um die wenigen bezahlbaren Wohnungen konkurrieren. Anstatt diese Probleme anzugehen, werden sie mit Freihandelsabkommen wie EPA, CETA, TISA oder TTIP noch verschärft.
Am 7. und 8. Juli wollen sich die politisch Verantwortlichen für dieses menschliche und soziale Desaster in Hamburg treffen. Auf ihrem jährlichen Gipfel reden die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten über „Bekämpfung von Fluchtursachen“, aber keines der großen Herkunftsländer sitzt am Tisch. Sie reden über „Partnerschaft mit Afrika“, aber es fehlt fast der gesamte Kontinent. Sie reden über den Klimawandel, vertreten aber die Interessen der Erdöl-, Kohle- und Autoindustrie. Sie reden über Frieden, sind aber selbst die größten kriegführenden und rüstungsproduzierenden Staaten.
Inmitten dieser illustren Gäste wollen sich Merkel und die Bundesregierung als Hort der Vernunft und des Ausgleichs präsentieren. Gleichzeitig machen sie die Grenzen der Festung Europa dicht, diktieren Griechenland und anderen Staaten eine neoliberale Verarmungspolitik und wirken weltweit an nicht legitimierten Regimewechseln mit. Deutschlands Rolle in den weltweiten Verteilungskämpfen um Märkte und Ressourcen soll ausgebaut werden. Dem dienen auch die zunehmenden Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die deutsche Regierung paktiert sogar mit Diktatoren wie Erdogan und unterstützt dessen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung, um eigene Interessen in der Region zu verfolgen und damit die Türkei flüchtenden Menschen den Weg nach Europa versperrt.
Der G20-Gipfel wird Hamburg über Tage hinweg lahmlegen und die Stadt als Kulisse für ein inszeniertes Schauspiel der Macht missbrauchen, während die dort lebenden Menschen an den Rand gedrängt werden sollen. Aber dieser Plan wird nicht aufgehen. Mögen sich die Staatsgäste und ihre Delegationen in den Messehallen verbarrikadieren. Die Straßen werden den Menschen gehören, die den Gipfel nicht eingeladen haben. Unsere Kritik richtet sich nicht nur gegen einzelne Personen und Repräsentanten, sondern gegen die Verhältnisse und Strukturen, die diese hervorbringen. Wir werden unsere Ablehnung der kalten und grausamen Welt des globalen Kapitalismus deutlich machen, wie sie von den G20 repräsentiert und organisiert wird. Wir werden unsere Solidarität mit all jenen zum Ausdruck bringen, die weltweit durch Proteste, Streiks oder Aufstände der Politik der G20 entgegentreten. Unser Verlangen nach einer Welt des Friedens, der globalen Gerechtigkeit und der grenzenlosen Solidarität wird unüberhörbar sein.
Wir laden alle Menschen ein, die unsere Empörung und unsere Hoffnung teilen, mit uns gemeinsam am 8. Juli 2017 in Hamburg zu einer lauten, bunten und vielfältigen Demonstration auf die Straße zu gehen.
Quelle: http://g20-demo.de/de/aufruf/

Samstag 11 Uhr Deichtorplatz (Nähe Hauptbahnhof).

Übersicht der Demos: MOPO


Auch interessant: FC St. Pauli vs G20 : Freitag und Samstag- 12-20 Uhr Millerntor Stadium (Fest mit Rahmenprogramm und ein bisschen kicken ;)) -Infos

Weitere G20 Infos:

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »BAB« (7. Juli 2017, 14:39)


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ericdraven99

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Freitag, 7. Juli 2017, 11:26

Für mich gibts da zwei Perspektiven.

Aus Steuerzahlersicht nen G20 in einer der größten Städte Deutschlands zu pflanzen ist völliger Blödsinn.
Allein das Polizeiaufgebot zu zahlen, indirekt über meine Steuern, find ich nicht gerechtfertigt.
Da tuts Elmau oder irgendne Insel.

Aus Demonstrantensicht ist der Gipfel pure Provokation.
Stell mal ein Wirtschaftstreffen direkt in eine der linkestens Städte Deutschlands, direkt vor das linke Zentrum der Stadt.
Ist total sinnvoll und hinterher wird dann rumgenölt auf die doofen Demonstranten.
Inwieweit der Polizeieinsatz gestern zum Thema Vermummung verhältnismässig war, werden hoffentlich Nachuntersuchungen zeigen.

Im speziellen Fall Hamburg hege ich da - vorausgesetzt es gibt keine Personenschäden - am Ende ein Stück Symphatie pro sogenannter "Demonstrantengewalt".

Die Polizei hat meiner Meinung nach die Lage nicht im Griff, statt deeskalierend zu wirken, wird direkt die Keule rausgeholt.
Soll sich der schwarze Block kloppen - das kann man mit Hundertschaften umstellen und fertig.

So wie es aktuell durchgezogen wird, werden friedliche unbeteiligte Menschen in Ihrem Demonstrationsrecht beschränkt und unnötig in Gefahr gebracht.

Am Ende geht die Veranstaltung völlig weltfremd am Bürger vorbei. Und auf internationaler Ebene ist zu wichtigen Themen mit Blick auf Trump kein einstimmiger Konsens zu erwarten.

Ach ja - und neben den G20 wird der Rest der Welt einfach ausgeklammert. Probleme z.B. in Afrika zu lösen, und ausschliesslich mit Südafrika zu diskutieren
ist ziemlich sinnvoll und äußerst klug!

Egal wie - in den 80igern gabs das alles schon mal - die Hosen haben sich da im Liebeslied verewigt - nur hats da nicht so hohe mediale Wellen geschlagen wie heute!

Wir gaben das, was ging - rechnen nichts auf...
Blut, Schweiß und Tränen - nehmen wir in Kauf...
das ist ein Schlussstrich - und meine Art!
Du wirst nicht vermisst - Cupido - fick Dich hart!

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Freitag, 7. Juli 2017, 11:55

Ich war letzte Woche in Hamburg um meinen Sohn zu besuchen, der dort zur Zeit ein Praktikum absolviert und jetzt noch etwas da bleibt um zu demonstrieren. Unser Hotel war am Heiligengeistfeld, also zwischen St Pauli und den Messehallen.
Punkt 1: Totaler Schwachsinn, den Gipfel mitten in der Stadt stattfinden zu lassen. Gründe wurden schon genannt. Dazu kommt noch, dass die Anwohner mehr oder weniger aus ihrer eigenen Stadt geschmissen werden. Das fördert die Akzeptanz natürlich ungemein.
Punkt 2: Ich bin der Meinung, eine Demo hat gewaltfrei abzulaufen, und zwar auf beiden Seiten!!! Wenn aber schon seit mehreren Wochen von Seiten der Politik und der Polizei so vorverurteilt, bzw die öffentliche Meinung diktiert wird, haben diese Leute zumindest eine Mitschuld. Von Deeskalation ist da wenig bis nichts zu spüren.
Ich kann mich da nur auf die Aussagen meines Sohnes berufen, er war beim Cornern am Dienstag - Demo wurde mit Wasserwerfern aufgelöst. Dann am Mittwoch: Lieber tanz ich als G20, zumindest gab es auch dort bei einer an sich friedlichen Demo, Rempeleien zwischen Demonstranten und Polizei. Und gestern wurden friedliche Demonstranten, welche am falschen Platz waren, niedergeknüppelt. Eigentlich heißt es wir leben hier in einer Demokratie, sieht bei manchen Meinungen aber nicht so aus.
Ich könnte mich noch weiter ärgern, hoffe aber dass dieser Schwachsinn nicht noch mehr Verletzte mit sich bringt.

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Ein Wir will öffentlichen Raum
Ein Ich will seinen Teil vom Kuchen
Überall besorgte Bürger, die besorgte Bürger suchen

Marcus Wiebusch (Kettcar) - Wagenburg

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Freitag, 7. Juli 2017, 11:56

Ich halte zwar grundsätzlich so eine Art von Gipfel durchaus für sinnvoll, auch wenn die Ergebnisse nicht immer unmittelbar messbar sind.
Es in Hamburg stattfinden zu lassen ist eine ziemlich dämliche Idee - was abgeschiedenes wie bei den G8 oder ein besser zu sicherneder Platz wäre sinnvoller und billiger gewesen.

Dass es dabei genug Grund zum Demonstrieren gibt, ist keine Frage, das hat ja auch kaum jemand ernsthaft in Frage stellt. Die ritualisierte Randale hat damit aber wenig zu tun. Man trifft natürlich unfassbar die reichsten 8 Menschen in dem Man Kioskscheiben einschlägt, Cafés die Einrichtung wegtritt und normalen Leuten die Autos anzündet. Neben der Tatsache, dass das eben auch nicht auf einem höheren Niveau als Brandanschläge auf Flüchtlingsheime liegt, schadet man damit in erster Linie auch grundsätzlich richtigen Ideen der Linken - noch mehr als das schwachsinnige, aber friedlich demokratische Parteiprogramm der Linken. Am Ende scheitert dann die ganze Demo an ein paar Idioten. Da ist die Polizei in der Pflicht, entsprechend deeskalierend zu reagieren, aber das sagt sich natürlich erstmal auch leicht. Jetzt nur denen die Schuld in die Schuhe zu schieben geht an der Realität vorbei. Ähnliches gilt natürlich auch für den 1. Mai Randaletourismus und die ach so antikapitalistischen Schwachmaten, die Slime ihre glaubwürdige Reunion für Geld abkaufen, und danach am Kotti und rund ums SO den Leuten die Scheiben einschlagen und ebenfalls die Autos anzünden.

Ansonsten: Politisch gesehen dürfte es bei diesem Gipfel in erster Linie um Schadensbegrenzung diverser politischer Trümmerhaufen gehen. Ein paar der Signale im Vorfeld des Gipfels waren ganz positiv.

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djrj

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Freitag, 7. Juli 2017, 12:01

Als das mit dem G20 Gipfel entschieden wurde, gab es noch die Olympiabewerbung.
Man wollte deswegen, dass Hamburg in aller Munde ist. Nur doof, dass die Hamburger gar keine Olympischen Spiele haben wollen und dagegen abgestimmt haben.
Den Gipfel haben sie trotzdem wie ein Furunkel am Arsch - nützt niemandem und ist im günstigsten Fall nur lästig.

Die, die meinen zu wissen, was gut für uns ist, sind so abgehoben und von ihren Speichelleckern so abgeschirmt, dass da nie was Gutes bei raus kommt.
Es geht doch wieder nur um Kapitalinteressen, also um die Interessen weniger, mächtiger Reicher und ihren Zuarbeitern. Nur wird man mit Steinen daran nichts ändern und sie geben der Polizei die Begründung dafür, das Demonstrationsrecht einzuschränken.

G20 ist nur ein Feigenblatt, um G7 zu rechtfertigen und eigentlich nur eine Show-Veranstaltung.

Was da beschlossen wird, könnte man auch ohne den ganzen Zirkus machen, denn irgendwelche Ergebnisse z.B. zur Bekämpfung von Fluchtursachen, erwarte ich nicht, denn schon die G7 haben es im Mai nicht geschafft, konkrete Hilfen zu beschließen. Es wird "bestenfalls" ein Bekenntnis zum freien Handel mit Einschränkungen raus springen und als Erfolg gefeiert werden.


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