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Sonntag, 19. Mai 2019, 20:57

Natürlich ist es erst einmal korrekt grundsätzlich zu hinterfragen, ob eine Flugreise wirklich nötig ist. Das gilt sowohl für private Reisen als auch für Dienstreisen. Während private Reisen aber nun einmal auf dem eigenen Mist wachsen und dementsprechnd vermeidar sind, sieht das bei Dienstreisen etwas anders aus. Wenn ich für drei Tage die Woche zu einem Kunden aus dem Norden kommend nach Stuttgart oder München muss, dann ist der Job leider nicht über skype oder ähnliche Lösungen zu erledigen, sondern ich muss vor Ort sein. Wenn ich dann nicht fliege muss ich eine erheblich längere Reisezeit in Kauf nehmen und die geht leider zu 100% zu Lasten meiner Freizeit. Dazu bin ich ehrlich gesagt nicht bereit. Na klar könnte ich mir einen anderen Job suchen, aber der Job macht mir wahnsinnig viel Spaß und es ist nicht so, dass ich jede Woche irgendwo hinfliegen muss, aber manchmal ist das eben für einen bestimmten Zeitraum eben so.


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Sascha89

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Sonntag, 19. Mai 2019, 21:02

(...) Wenn ich dann nicht fliege muss ich eine erheblich längere Reisezeit in Kauf nehmen und die geht leider zu 100% zu Lasten meiner Freizeit. Dazu bin ich ehrlich gesagt nicht bereit. (...).



Bei uns zählt das als Arbeitszeit.
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23

Sonntag, 19. Mai 2019, 21:44

Bei uns auch, aber ohne jetzt zu sehr ins Detail gehen zu wollen, das ist für mich "unproduktive" Arbeitszeit, die kann ich mir in die Haare schmieren. Um auf mein Gehalt zu kommen muss ich auch an den Reisetagen ein paar Stunden "richtig" arbeiten. Kann also nicht 8 Stunden mit dem Zug anreisen, 2 Stunden beim Kunden sein und dann ins Hotel verschwinden.


Gabumon

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Sonntag, 19. Mai 2019, 22:25

Geschäftliche Dinge kann man NICHT per Skype & co machen. Es ist doch bekannt das die Totalüberwacht werden und das kann keiner brauchen

Gerade verreisen mit Bahn & co ist ein graus. Solange die Bahn ihr zuverlässigkeitsproblem nicht löst ist Fliegen eben die einzige alternative
Es kommt die Zeit
in der das Wasser wieder steigt...
Es kommt die Zeit
in der der Airport wieder brennt...

pillermaik

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Montag, 20. Mai 2019, 08:12

Der Thread riecht etwas sehr nach Heuchelei... Thema Klimawandel ist im Moment ein grosses, zurecht - und in jedermans Munde. Gerne tut man sich selber hervor, wenn man lautstark mitbrüllt und auf seine persönliche Korrektness hinweist, besonders indem man gleichzeitig auf andere mit dem Finger zeigt und sich als moralische Instanz aufspielt - ich persönlich finde das widerlich! Man muss dann schon einiges berücksichtigen, wenn man über andere urteilen möchte!

Geschäftlich ist es häufig nicht zu ändern, dass man eben auch innerhalb Deutschlands fliegen muss. Das hat man häufig nicht mal selber zu entscheiden und in der heutigen Zeit kann man froh sein, wenn man einen Job hat, den behalten kann und ihn eventuell sogar gerne macht. Sich da aufspielen und Flüge ablehnen, dafür dann aber 12 Stunden im überfüllten, oft unpünktlichen Netz der DB verkehren, halte ich für grenzwertig!

Dann gibt es Orte, die man halt einfach ohne Flug nicht so einfach erreicht - zB Urlaub auf den Balearen oder Kanaren. Wenn man eine Woche Urlaub hat, möchte man ungerne 2 Tage davon mit Reisen verbringen, je nach Alter ist man dann so am Ende, dass man den nächsten Tag auch gleich abhaken kann. Mit einem Flug ist das Thema in 2 Stunden durch.

Thema Gepäck: Ich bin 5 Jahre lang regelmässig aus der Schweiz mit dem ICE (oder Nachtzug) nach Hannover und manchmal Cuxhaven gereist, immer wenn es zeitlich ging! Wenn ich in Zürich losgefahren bin, war der ICE leer, weil es der Startbahnhof war... Ich hatte also gemütlich Platz und konnte mein Gepäck wunderbar in der Miniablage verstauen... Aber allein schon in Karlsruhe war der Zug voll. Leute kamen mit ihren Koffern nicht mehr zum reservierten Sitzplatz durch, mussten teilweise in den Gängen stehen. Platzmangel für Gepäck ist in den Zügen ein grosses Problem. Omas können ihre Koffer nicht auf die Mini-Ablagen über den Sitzen hieven und genieren sich um Hilfe zu bitten - und die Hilfsbereitschaft der Mitpassagieren hält sich zusätzlich in Grenzen. Die Gepäckablagen sind in der Regel 3 Bahnhöfe nach Startbahnhof gefüllt!
Wenn man dann eine 9 Stunden Reise vor sich hat, die man eventuell sogar teilweise stehend verbringen muss oder den Koffer im Fussraum verstauen muss, nimmt man dann vielleicht doch gerne mal den Flieger!

Für viele Menschen ist Reisen eine Qual oder eine Herausforderung, sie fühlen sich unsicher, grade wenn sie umsteigen müssen... Ich habe das Problem zwar nicht, nervte mich aber auch regelmässig, wenn ich in Köln umsteigen musste und nur 4 Minuten Umsteigzeit hatte... Anschlusszug in 99% aller Fälle verpasst, reservierter Sitzplatz insofern verfallen und man musste die Weiterreise spontan ab Köln (oder wo auch immer) wieder planen. Für mich kein Problem, aber ich denke da halt nicht nur an mich - für viele Menschen ist das ein riesengrosses Problem, wenn sie irgendwo den Anschluss nicht haben. Wenn sie mit ihren grossen Urlaubskoffern dastehen und nicht wissen wohin... Wenn man fliegt, gibt es solche Probleme in der Regel nicht.

Teilweise massive Verspätungen bei der DB hält viele Menschen davon ab mit den Öffentlichen zu reisen - wenn man planmässig 9 Stunden reist, wenn alles klappt und dann auf einmal 13 Stunden unterwegs ist, nachts vielleicht vom Zielbahnhof keinen Bus mehr hat und ein kostenaufwändiges Taxi nehmen muss um anzukommen, ist das ärgerlich! Und das passiert tag-täglich, das sind keine Ausnahmen.

Ich könnte noch 1000 andere Sachen und Erlebnisse aufzählen, es ist halt nicht so einfach Dinge zu verstehen von aussen - aber es ist umso einfacher sich als moralische Instanz aufzuspielen und mit dem Finger auf andere zu zeigen!

Btw: Ich nutze IMMER die Öffentlichen und fliege ganz ganz selten! Aber ich habe Verständis für Menschen, die halt nicht so können wie sie wollen oder wie zB ein Sascha mit Jahrgang 1989, gerade mal 30... Vielleicht sieht er es mit 70 dann auch etwas anders...

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Sascha89

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Montag, 20. Mai 2019, 08:22

(...)
Ich könnte noch 1000 andere Sachen und Erlebnisse aufzählen, es ist halt nicht so einfach Dinge zu verstehen von aussen - aber es ist umso einfacher sich als moralische Instanz aufzuspielen und mit dem Finger auf andere zu zeigen!


Aber genau das möchte und mache ich (meiner Meinung nach) nicht.
Ich möchte nur darauf hinweisen das eigene Handeln bzw. wie man reist hinterfragen.
Klar, an einige Orte der Welt kommt man nur mit dem Flugzeug, aber bei anderen stellt sich mir die Frage "muss das sein"? Von Frankfurt(Main) nach Berlin fliegen für einen Abend? Weil's so schön billig ist?

Ich nehme mich von allen möglichen "Umweltsünden" nicht aus und bin da sicherlich keinen Deut besser als andere.

Die Deutsche Bahn kommt nach dem letzten Mal als ich mit ihr gefahren bin (Dezember 2018 ) aktuell auch nicht mehr in Frage...
Weil eben die Verspätung dermaßen groß/lange war...
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Montag, 20. Mai 2019, 08:29

Mit dem Auto stösst du allerdings auch nicht gerade wenig CO2 aus - wenn jeder nicht mehr Zug fährt, weil es für ihn "..nicht mehr in Frage kommt" und alle mit dem Auto unterwegs sind, wird die CO2-Bilanz ziemlich übel.
Und viele Menschen können kein Auto fahren - sei es mangels Führerschein, wegen Medikamenten die das Fahren verbieten oder nur schon wegen Schwindel, Alter, Belastung bei längeren Fahrten und anderen Dingen. Zug oft auch keine wirkliche Alternative, siehe oben.

Hier sind zu 99% junge Menschen unterwegs und äussern sich, die meisten hoffentlich sogar gesund und leistungsfähig. Aber nicht alle Menschen sind so.

Das Thema liest sich zwar politisch korrekt und gut, ist aber grosser Unsinn zu diskutieren, weil zuviele Dinge gibt die man berücksichtigen muss, wenn man urteilen möchte.

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Sascha89

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Montag, 20. Mai 2019, 08:37

Drüber reden/schreiben kann man dennoch ohne jemand belehren zu wollen, sondern einfach um das eigene Handeln zu hinterfragen bzw. dies anzustoßen.
Äußern muss sich dagegen niemand wie er von A nach B kommt, etc.

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Montag, 20. Mai 2019, 08:45

Ich finde es auch ziemlich falsch eine Diskussion als "großen Unsinn" zu bezeichnen, nur weil sie komplex ist.
Natürlich driftet man schnell in die Moralapostel-Schiene, aber hier nimmt sich auch bis jetzt keiner raus, der grüne Daumen zu sein. Das soll aber niemanden daran hindern, sich zu hinterfragen, wie von Sascha vorgeschlagen. Ist ja auch nicht so, als würde hier jemand auf der Anklagebank stehen...


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Montag, 20. Mai 2019, 09:05

Ich habe vorm planen einer Bahnfahrt eigentlich nie abgewägt, ob ich sie wegen einer potentiellen Verspätung buchen soll oder nicht. Ich gucke höchstens, dass ich zu kurze Umstiegszeiten umgehen kann und nehme lieber nen Anschlusszug ne Stunde später, als dass ich mitsamt Koffer rennen muss.
Allerdings ist man ja auch beim Fliegen nicht vor Verspätungen gefeit. Ich denke da an meine Rückreise von Minsk letztes Jahr: Flieger kam schon zu spät nach Minsk, daher Rückflug nach Wien auch verspätet, Anschluss in Wien nicht bekommen, Umbuchung auf späteren Flug, der widerum mit Verspätung gestartet ist, weil Fledermäuse (!) über der Start-/Landebahn kreisten, dann zwar einen (anderen, als gebuchten) Zug in Ffm bekommen, allerdings mit Umstieg unterwegs, für den mir wegen einer techn. Störung nur noch der Bruchteil der eigentlichen Zeit blieb. Übrigens erfuhr ich eher zufällig am Tag vorm Hinflug, dass mein eigentlicher Rückflug gecancelt war. So "Späße" gibts also nicht nur bei der Bahn.
Will sagen, ich buche die Verbindung, die mir für meine Strecke am sinnvollsten (in Preis und Zeit) erscheint und mache mir nicht schon bevor ich die Reise antrete Gedanken darüber, dass eine Verspätung eintreten könnte.
Wenn man ins Auto steigt, geht man ja auch nicht automatisch von Stau oder ner Panne aus. So gesehen finde ich das "Argument", nicht (mehr) Bahn zu fahren, weil sie zu unzuverlässig ist oder Verspätungen hat, auch eher vorgeschoben. Insb. dann, wenns nur ein paar Mal im Jahr vorkommt, dass man betroffen ist. Beim täglichen pendeln sähe ich das auch anders.


Btw. bei mir vorm Haus ist die Parksituation in den letzten 3-4 Jahren eskaliert, weil immer mehr Autos dazu kamen. Einen Parkplatz kriegt man nur noch, wenn man am frühen Nachmittag zu Hause ist, später ist alles dicht und wenn man abends nochmal weg will, kann mans später ganz vergessen. Das dumme ist nur, es gibt keine Ausweichmöglichkeiten. Also entweder muss man sein Auto mit ins Wz nehmen oder die ganze Nacht rumfahren. Demnächst wird auch noch ein weiteres Halteverbot eingerichtet, was die Sache noch mehr erschwert.
ÖPNV ist so ne Sache...
Habe mal spaßeshalber geguckt, ob ich zu der Veranstaltung am Donnerstag mitm Bus käme. Würde mich zwar 2x rd.7€ kosten (für ne Entfernung von 21km und 33min Busfahrt), obwohl ich einen (bezahlten) Stellplatz in Veranstaltungsnähe habe, aber dann müsste ich mir abends keine Gedanken machen, wo ich zu Hause parke, wenn ich zurück komme. Tja, hin käme ich noch, obwohl ich dann 1 1/2h vor Beginn da wäre, aber nicht mehr heim - es sei denn, ich würde ne Stunde vorm Ende wieder gehen.
Je nach Wohnort braucht man also gar nicht erst zu überlegen, ob man selber fährt oder CO2 sparend auf den ÖPNV umsteigt.

Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!

Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

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