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DTH_HB_86

Verflucht, verdammt, gebrandmarkt

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3 021

Montag, 4. Dezember 2017, 12:13

Woran ich mich hier störe, ist die Gleichsetzung von "Anarchie" und "Recht des Stärkeren" insbesondere im "ersten" Posting von Racker. Letzteres klingt für mich eher nach Faschismus (oder etwas lascher: Kirmesprolltum) als nach Anarchie. Anarchie als theoretischer Gedanke ist nicht Faustrecht, sondern eine Solidargemeinschaft. Dass das in der Tat ein sehr theoretisches Konstrukt ist und bei größeren Menschenmengen augenscheinlich nicht durchsetzbar ist, ist klar, unterstützt aber nicht die Begriffsentfremdung. Ich bin da eher bei Crass' "Peace & Anarchy"- als bei Exploited's "Anarchy & Chaos"-Attütde.

Auch auf Konzerten muss man sich nicht wie der letzte Asi aufführen. Beispiel aus der Warteschlange vor einem Hosenkonzert letzten Monat: eine Freundin von mir bekam von einem Typen im Prollmodus, der offenbar leichte Koordinationsprobleme hatte, dessen Bierflasche an den Kopf, als er trank. Sie sprach ihn höflich drauf an, da doch bitte drauf aufzupassen, darauf kam zurück "Wir sind hier doch wohl immer noch bei den Toten Hosen, oder?" Es will mir nachwievor nicht in den Kopf, warum man bei den Hosen damit rechnen muss, Glasflaschen an den Kopf gehauen zu bekommen und das dann auch noch okay finden sollte.
Die Hoffnungslosigkeit stirbt zuletzt.

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pillermaik

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3 022

Montag, 4. Dezember 2017, 13:00

Der Grat zwischen Anarchie und Anomie ist schmal.
Anarchie wäre eine wunderbare Sache, wäre der Mensch nicht wie er ist. Wenn selbst bei den 10000000 Gesetzen die es gibt immer wieder nur Macht, Geld & Status, was durch Gier und Stärke angetrieben wird, zählt, würde - wenn die Anarchie hier eingeführt würde - klar schnell das Faustrecht die Herrschaft (da haben wir's wieder) übernehmen und geltend gemacht werden. An "Friede & Anarchie" glauben wohl noch nicht mal diejenigen, die das predigen. Das ist die wahre Utopie. Der Mensch ist von Natur aus nicht friedlich. War er nie.

Anarchie bei der versauten, kaputten, egoistischen Gesellschaft wie wir sie haben, würde nicht im Ansatz funktionieren ohne komplett in Mord und Todschlag zu eskalieren. Ist ja - wie gesagt - schon so mit Gesetzen - warum sollte "keine Kontrolle" da was zum Guten verändern? Das zu glauben ist wahrlich naiv.
F!CKEN

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Ewiggestriger

DTH_HB_86

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Montag, 4. Dezember 2017, 13:12

Ich sprach ja auch von reiner Theorie. "Anarchie als Recht des Stärkeren" als positiven Aspekt von Konzerten zu erwähnen, fand ich eben schlicht falsch, weil da der Gedanke von Freiheit mit dem Gedanken von Unterdrückung des Schwächeren vermischt wurde.
Dass "Friede & Anarchie" ein frommer Wunsch und nicht gerade eine realistische gesamtgesellschaftliche Alternative ist, ist mir ja durchaus bewusst, aber das Faustrecht ist eben auch keine wünschenswerte Utopie, auch nicht für die Dauer von 4 Stunden auf einem Konzert. ;)

Noch kurz OT, da du das Thema Kriminalität angeschitten hast: Eine gerechtere Allokation jedweder Wirtschaftsgüter und somit ein wesentlich weniger krasser Unterschied zwischen den "Klassen" würde allerdings schon ordentlich zur Deeskalation beitragen. Dafür bräuchte es auch gar keine Anarchie, sondern vermutlich lediglich eine soziale Marktwirtschaft, die den Namen verdient.
Die Hoffnungslosigkeit stirbt zuletzt.

pillermaik

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3 024

Montag, 4. Dezember 2017, 13:47

Ich sprach ja auch von reiner Theorie. "Anarchie als Recht des Stärkeren" als positiven Aspekt von Konzerten zu erwähnen, fand ich eben schlicht falsch, weil da der Gedanke von Freiheit mit dem Gedanken von Unterdrückung des Schwächeren vermischt wurde.
Dass "Friede & Anarchie" ein frommer Wunsch und nicht gerade eine realistische gesamtgesellschaftliche Alternative ist, ist mir ja durchaus bewusst, aber das Faustrecht ist eben auch keine wünschenswerte Utopie, auch nicht für die Dauer von 4 Stunden auf einem Konzert. ;)


Ich glaube das sind wir total beieinander! Ich habe mit "naiv" natürlich auch nicht dich gemeint, sondern jemanden, der das ernsthaft in Betracht zieht oder sich hervortun will, indem er so tut als könnte er sich dem anpassen!

Noch kurz OT, da du das Thema Kriminalität angeschitten hast: Eine gerechtere Allokation jedweder Wirtschaftsgüter und somit ein wesentlich weniger krasser Unterschied zwischen den "Klassen" würde allerdings schon ordentlich zur Deeskalation beitragen. Dafür bräuchte es auch gar keine Anarchie, sondern vermutlich lediglich eine soziale Marktwirtschaft, die den Namen verdient.


Sowas ähnliches war der Kommunismus - Sozialismus und wie das in vielen Ländern geendet hat, wissen wir leider nur zu gut.
Schöner und netter Gedanke - aber wie willst du sowas umsetzen in einem System, das kapitalistisch funktioniert und den Menschen dahingehend fett gemacht hat?

Es wird - egal was für eine Ideologie, Philosophie, whatever - immer so sein, dass jeder zuerst kommen will. Daran wird jedes System scheitern.
F!CKEN

wsv

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Montag, 4. Dezember 2017, 17:34

Zitat

Eine gerechtere Allokation jedweder Wirtschaftsgüter


hat aber erstmal nichts mit kommunismus zu tun, sondern mit einer stärker regulierten marktwirtschaft, und einer veränderung der besteuerung, beispielsweise von erbschaften. würde das nicht möglich sein, könnten wir ja gleich alles politischen instrumente über bord werfen, welche eine gewisse umverteilung sicherstellen. und die gibt es ja schließlich, wenn auch, aus sicht eines linken, nicht in genügendem maße. solche forderungen gibt es ja links von der CDU zu genüge, die spd hat auch schon in der letzten legislaturperiode sachen durchgesetzt, die den sozialstaat stärken.

ganz so pessimistisch würde ich es also nicht sehen. das problem ist nicht, dass es nicht funktionieren würde, sondern dass viele leute gegen ihre eigenen interessen wählen. was die ursachen dafür sind, ist wieder ein anderes thema... aber dass der eindruck erweckt wird, und viele leute diesen politikverdrossenen eindruck haben, dass nichts besser werden kann (die geschichte und gegenwart zeigt, dass es 1. noch viel schlechter um wirtschaftssysteme bestimmt sein kann und 2. dass das fundament der gesellschaft zumindest theoretisch, ein dem gemeinwohl verpflichtender gesellschaftsvertrag ist. dass dem nicht genügend rechnung getragen wird und es ungerechtigkeiten und vorgänge gibt, bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll, ist allerdings auch klar.) ist meiner meinung eines der grundprobleme warum es in naher zukunft auch nichts besser werden wird. und diese politische apathie und pessimismus sind genau im interesse derjenigen, gegen die eigentlich die unzufriedenhet gehen müsste.

ich versteh was du meinst, pillermaik, und sehe es ja auch so, dass die werte der gesellschaft völlig aus der bahn geraten sind. will dir da gar nicht widersprechen oder gegen dich argumentieren. aber ich glaube nicht, dass das eine unveränderliche "natur" des menschen ist. gesellschaften unterliegen einem ständigen wandel, und wer weiß wohin uns die zukunft noch führt. es kann sowhl steil bergab (siehe trump) gehen, als langfristig auch steil bergauf. hätte sich ein leibeigener im finstersten mittelalter vorstellen können, wie an der gleichen regionalen stelle das leben in zukunft einmal aussehen könnte? ich bin beileibe nicht voller naivem optimismus, oder glaube blind daran, dass es eine art natürlichen fortschritt gibt. das ist jetzt auch eine deutsch zentrierte sicht, und es gibt natürlich weltweite zusammenhänge gibt, die eine rolle spielen und mit denen man meinen beitrag angreifen könnte. aber das jetzt auch noch einzubauen würde ausarten.

resignation ist auch immer ein ausflucht, von dem ich mich selbst nicht freisprechen kann. und dass man anhand von vielen bildern aus der welt einfach nur resigniert und ziemlich depri drauf kommen kann, ist auch für mich total verständlich und sehr nachvollziehbar. aber vielleicht muss sich jeder einzelne auch einfach mehr bewegen, wenn sich was bewegen soll.

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gnarz

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Montag, 4. Dezember 2017, 18:39

Erstaunlich, was man mit so schnell in den Raum geworfenen Begriffen auslösen kann.
Hat eigentlich irgendwer verstanden, was ich sagen wollte? :)


Svetislav

...wir sind zurück auf dem Bolzplatz!

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Montag, 4. Dezember 2017, 18:41

Hat eigentlich irgendwer verstanden, was ich sagen wollte? :)
Titten?
Alles ist eins und gehört zusammen.

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Kuddel Fan 97

RackerJ

gnarz

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Montag, 4. Dezember 2017, 18:49

Diesmal ausnahmsweise nicht.

Die ungeschriebenen Regeln sind manchmal aber auch komisch. Leute angrabschen darf man nicht - Leute umschubsen und auf den Boden werfen hingegen schon.

Wenn nackte, verschwitzte Männertitten.

  • »VerschwendeDeineZeit« ist männlich

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Montag, 4. Dezember 2017, 19:11

wir müssten uns echt mal zusammenhocken und einen gesellschaftsentwurf schmieden. wenn wir uns dabei nicht in die haare geraten und zerstreiten müsste eigentlich die ideale gesellschaft dabei rauskommen :thumbsup:


  • »Wehende Bayernfahnen« ist männlich

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3 030

Montag, 4. Dezember 2017, 19:13

Erster, vorsichtiger Vorstoß in Richtung eines gemeinsamen Konsens:

Die Abschaffung von Bezahltoiletten! Gegenstimmen?

Kettenreaktion
-
Es ist das alte Leid im neuen Gewand!
Habt ihr das nicht kapiert, habt ihr das nicht erkannt?
Alles was hier passiert ist schon mal so gewesen!
Um das zu sehen muss man kein Geschichtsbuch lesen!

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