Campi verlobt?

  • Wenn Campino tatsächlich mal heiraten sollte, würde es mich für ihn freuen und ich wünsche ihm, dass die beiden bis ans Ende ihrer Tage zusammen glücklich sind. Ist doch schön, wenn er endlich "angekommen ist". :thumbup:

  • Dann dürfte es das aber wohl endgültig mit guten Texten gewesen sein...


    Naja, vielleicht hören dann endlich auch mal die leiernden Liebeslieder auf, von denen es in den letzten Jahren mMn viel zu viele gab. Man kann auch über andere Dinge schreiben, der aktuellen politischen Situation z.B.

    The easiest thing to do.


    Just say fuck you.

  • Naja, vielleicht hören dann endlich auch mal die leiernden Liebeslieder auf, von denen es in den letzten Jahren mMn viel zu viele gab


    Und schwupps kommen die Hosen mit "Kamikaze" um die Ecke :D


    "Mit dir ist alles heilig, mit dir ist alles wahr. Du bist mein Anfang, bist das erste Mal. Zwei Puzzelteile aus einem Sternenbild. Wie Kamikaze, nichts zu verlieren" (Irgendwie so, mehr krieg ich nicht zusammen)


    Mir hat´s gefallen.


    Auf jeden Fall besser als "Feiern im Regen" (oder so) :!: Das ersetzt auf Konzerten bestimmt demnächst "Tage wie diese" als Konfetti-Abschuss-Lied ;(


  • Brecht hat 1922 geheiratet, der Großteil seines Werks erschien danach. (Über die Halbwertszeit der Ehen von Brecht brauchen wir hier dann aber nicht diskutieren ;) )


    Ich wollte damit auch keine grundsätzliche Kausalität zwischen dem Verheiratetsein und guten/schlechten Texten herstellen, sondern nur sagen, dass ich mir einen angekommen, satten Campino nicht als guten Texter vorstellen kann. Natürlich ist er heute vermutlich auch weniger hungrig in seinen Zwanzigern oder Dreißigern, aber das spiegelt sich ja zum Teil auch in seinen Texten wieder. Nicht falsch verstehen, ich liebe das Spätwerk der Hosen zu einem sehr, sehr großen Teil mit einigen Ausnahmen. Aber fernab von Geschmack, ganz objektiv ist doch festzustellen, dass seine früheren Texte weniger optimistisch waren als die heutigen. Jemand hatte es in einem anderen Thread sehr schön anhand des Beispiels 180 Grad vs. Die letzte Schlacht und (ich glaube?) 1000 Nadeln und Pessimist aufgezeigt. Außerdem ist mein Eindruck, dass ihm scheinbar die Ideen etwas ausgehen. Da macht er ja selbst auch keinen Hehl daraus, indem er sich Marteria und andere mit ins Boot holt. Auch finde ich, dass die extreme Häufung an Liebesliedern in der letzten Zeit irgendwo darauf hindeutet, dass er seine Vorstellung vom perfekten Liebeslied (darüber spricht er in mindestens einem Interview) einfach verwirklichen will. Viele dieser Songs landeten auf B-Seiten, woraus man auch schließen kann, dass er selbst mit den Ergebnissen nicht so zufrieden ist. Aber das Thema scheint ihn !!!auf künstlerischer Seite!!! schon deutlich stärker zu beschäftigen, als andere. Inwieweit ihn eine Hochzeit dem näher bringt oder davon entfernt, vermag ich natürlich auch nicht genau zu sagen, weil ich den Menschen Campino nicht kenne. Aber von außen wirkt es auf mich schon so, als wäre dann diese Baustelle auch geschlossen.


    Und nur, damit das auch bloß nicht falsch verstanden wird: Er ist ein Mensch wie jeder andere auch, dem ich sein persönliches Glück von Herzen gönne und das NATÜRLICH über irgendwelchen Fanwünschen und -spekulationen steht. Ich wollte lediglich ausführen, warum ein rundum zufriedener Campino in meinen Augen wohl ein schlechterer Texter wäre. Ganz subjektiv, anhand der mir zugrunde liegenden Informationen.

    Wir sind übrig.

  • Ich denke, es ist gerade umgekehrt: Campi war früher in der Liebe erfolgreich, dadurch konnte er sich mehr politischen Dingen etc zuwenden..Texte waren "besser"...- ab 1999 unglücklich...so war das Thema der unerfüllten Liebe wichtiger , andere Themen standen dahinter...seit kurzer Zeit wieder glücklich, die politischen Themen brechen wieder durch, es erwarten uns also noch , meiner Meinung nach, super Texte über spannende Themata, die sehnsüchtige Weinerlichkeit wird verschwinden! Bin da durchaus optimistisch...

    Einmal editiert, zuletzt von ringo ()

  • Eigentlich hatte ich deine Bemerkung auch in etwa so interpretiert, wie du es jetzt ausführst, aber die Verknappung war einfach eine gute Steilvorlage ;)


    Die Geschichte mit dem "perfekten Liebeslied" hab ich auch im Gedächtnis, ich persönlich würde auch sagen, dass ihm das mindestens mit "Froschkönig" eigentlich schon vor einiger Zeit gelungen ist. Aber das ist natürlich auch immer ein wenig subjektiv...


    Grundsätzlich haben gutgemachte Liebeslieder auf jeden Fall das Potenzial, richtig einzuschlagen und oft auf einer anderen Ebene zu berühren, als das bei politischen Liedern der Fall ist. Die Liste der Negativbeispiele in Sachen Liebeslieder ist allerdings auch verdammt lang (allgemein, nicht auf die Hosen speziell bezogen).


    Was mit bei dem Thema noch einfällt: der Sänger der nicht übermäßig bekannten Hamburger Band "Motormuschi" hat man in einem Interview mal gesagt, dass seiner Meinung nach die besten Songs von gescheiterten Beziehungen oder nicht erwiderter Liebe handeln; da er aber inzwischen seit einer Zeit glücklich verheiratet sei, würden ihm dafür wohl bald die Texte ausgehen.


    Ich denke, es ist generell schwierig, wenn man schon mehrere 100 Texte veröffentlicht hat, unter denen sich auch einige Geniestreiche finden, immer wieder neue Ansätze zu finden. Das "Sattsein" kommt dann sicherlich auch noch als Faktor dazu oder eine gewisse "Altersmilde", wobei das jetzt eigentlich viel zu negative Worte sind.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.

  • Seine Erwartungshaltung an das perfekte Liebeslied ist ja, so viel ich weiß, dass es keine tragische, sondern glückliche Situation beschreiben soll, die dennoch kein Stück peinlich oder kitschig ist. Als Beispiel nennt er dann allerdings "Nothing compares to you", welches nun wirklich nicht in diese Kategorie passt...


    Grundsätzlich bin ich aber komplett bei dir. "Der Froschkönig" ist vielleicht sein bester Text zu dem Thema, aber auch sonst hat er auf dem Gebiet schon echt starke Sachen rausgehauen, immer mal wieder. Die halbe "In aller Stille" kann man, wenn man denn will, als ein Konzeptalbum über Beziehungen oder Liebe interpretieren. Das mag ich an dem Album auch so, da sind die Texte einerseits so eindeutig und explizit und andererseits doch nur Schablonen, die man an nahezu beliebig viele Alltagssituationen anlegen kann. Gott, hätten sie nach dem Album mal so düster weiter gemacht, die Ballast wäre ein Überalbum geworden...

    Wir sind übrig.

  • Seine Erwartungshaltung an das perfekte Liebeslied ist ja, so viel ich weiß, dass es keine tragische, sondern glückliche Situation beschreiben soll, die dennoch kein Stück peinlich oder kitschig ist.


    Halte ich ehrlich gesagt nicht wirklich für möglich, auch bei positiveren Beispielen schwingt da sicherlich noch Kitsch mit. Und "Nothing compares" kann er da ja eigentlich nur ironisch angeführt haben :D


    Hm, dann hat er das meiner Meinung nach mit "Was zählt" schon geschafft!


    Auch da finde ich nicht, dass das wirklich eine glückliche Situation beschreibt. Primär dreht es sich ja um Sehnsucht und Verzweiflung auf dem Weg. Und gegen Ende konterkariert die Strophe "Ich möchte gern glauben..." den Refrain ja schon etwas, indem zumindest Zweifel eingestreut werden, ob denn tatsächlich nur die Liebe zählt.

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  • Eternal flame von den Bangles....besser geht es nicht

    Menschen, die blind in Kollektive sich einordnen, machen sich selber schon zu etwas wie Material, löschen sich als selbstbestimmte Wesen aus. Dazu paßt die Bereitschaft, andere als amorphe Masse zu behandeln. (Adorno)



    "As long as the general population is passive, apathetic, diverted to consumerism or hatred of the vulnerable, then the powerful can do as they please, and those who survive will be left to contemplate the outcome." (Chomsky)

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