Merkel als Abofalle

  • Die Gastarbeiter wurden für Arbeiten gebraucht, die für Einheimische nicht so attraktiv war. Am Hochofen beim Abstich standen ausschließlich Türken. Hauer unter Tage waren auch vorwiegend Gastarbeiter.
    In den 70er Jahren gab es kaum Ausländische Familien, der Familiennachzug kam erst in den 80ern zum Tragen. Vorher wohnten die Gastarbeiter in Heimen mit Etagenbetten in Werksnähe.


    Die RAF spielte außer in der Tagesschau und bei Straßensperren, keine große Rolle im Alltag, Sie gab es, ein paar Unterstützungsgruppen gab es auch, aber eigentlich wollte niemand was mit denen zu tun haben.


    Im Stadtbild sah man in den 70ern erste Türkische Frauen mit Kopftuch und Knielangem Rock, dadrunter eine grelle, farbige Stoffhose, gerne Grasgrün oder Kanariengelb. Das war für mich als Kind gewöhnungsbedürftig. Deutschkenntnisse? Fehlanzeige. In der Schule gab es kaum Ausländer. Die hatten Muttersprachlichen Unterricht, gerne auch zu Zeiten des Religionsunterrichtes. Man ging ja schließlich von einer Rückkehr ins Heimatland aus. Das Änderte sich dann langsam in den 80ern. Es gab nicht nur Pizzerien, die ersten Döner Kebap Läden eröffneten im Marxloh und auch der klischeehafte türkische Gemüsehändler war nun aus einigen Stadtteilen nicht mehr wegzudenken. Dort konnte man auch ohne Deutschkenntnisse einkaufen. Eine Rückkehr warzwar für viele noch das Ziel, aber je länger man blieb, desto weniger war der Drang zurück zu kehren, vor allem, wenn die Kinder hier groß geworden sind und hier bleiben wollten. Für die Rückkehrer, die so genannten Deutschländer, war es in der Türkei nicht leicht wieder Fuß zu fassen. Wie es in anderen Ländern aussah, weiß ich nicht.


    Deutschland war aber ein Gastarbeiterland, keine Einwanderungsland. Alle gingen davon aus, dass die Gastarbeiter auch wieder zurück in ihre Heimat gehen. Die Arbeitskräfte waren durch ihren Beruf halbwegs integriert und auch als wertvoller Teil der Gesellschaft anerkannt. Ausländerfeindlichkeit gab es natürlich auch damals schon - auch in der DDR, aber das war im Alltag nicht relevant.


    Rechte Parteien wie die NPD oder die inzwischen verbotene FAP versuchten auch damals schon mit Aufmärschen auf sich aufmerksam zu machen und Parteien wie die DVU und Republikaner versuchten in die Lücke zwischen Franz-Josef Strauß (CSU) und NPD vorzustoßen. Rassismus war aber nicht Gesellschaftfähig und kein Grund eine rechtsextreme Partei zu wählen. Die DGB-Jugend startete die Kampagne der gelben Hand: "Mach meinen Kumpel nicht an". Die Brandanschläge auf Türkische Familien in Solingen un Mölln führten zu einer Mobilisierung der Zivilgesellschaft gegen Fremdenfeindlichkeit. Kilometerlange Lichterketten und auch Konzerte wie "Arsch Hu Zäng usanander" (?) mit Beteiligung nahezu aller damals relevanten deutschen Künstler.


    Man merkte auch, dass die Gastarbeiter zu Mitbürgern wurden und richtete Seniorenheime ein, die sich auch auf Migranten einrichteten.


    Auf der anderen Seite war das soziale Leben der Gastarbeiter nicht so abwechslungsreich. Es gab den Moscheeverein auf irgend einem Hinterhof oder eine Teestube, meist mit illegalem Glücksspiel. Kulturvereine wurden aber auch gegründet und auch Fußballmanschaften, die sich teils auch in die Einheimischen Vereine integrierten.


    So hab ich das damals im Pott erlebt. Wie diesen Prozess Türkische Familien erlebt haben, darüber handelt ein Roman eines ehemaligen Kollegen:
    "Halbes Brot" von Fakir Baykurt
    https://www.amazon.de/Halbes-B…ayfun-Demir/dp/3981259432


    Dann kam die Maueröffnung und die unterdrückte rechtsextremen aus der Hooliganszene konnte offen auftreten was sie dann auch tat. Die Gastarbeiter in der DDR hatten immer nur Zeitverträge. Hier war eine Rückkehr immer vorgesehen. Nun kamen die ganzen Flüchtlinge aus Jugoslawien. Darunter auch viele Roma aus ärmsten Verhältnissen, die nicht gelernt hatten die Einrichtung moderner Zivilisation sachgerecht zu nutzen. Das sorgte bei Nachbarn zu Unmut und schließlich zu Rostock-Lichtenhagen. Dort hat der Staat völlig versagt Menschen vor Übergriffen zu schützen. Das war das erste mal, dass man sich die Mauer zurück gewünscht hat. Nein, mit solchen Neonazis wollten wir nicht in einem Land leben.


    Die rechte Szene im Ruhrgebiet gab es zwar immer und hatte auch Anhänger unter den Fußbalfans, aber sie konnte sich selten durchsetzen und auch die Vereine fingen an den Rechtsextremismus und Rassismus zu bekämpfen. Irgendwann sprang auch der DFB auf diesen Zug auf. "Die Rechte" hat sich aber aus dem Kreis der "Borussenfront" gegründet und hat in Dortmund einen Sitz im Stadtrat.


    Nun hat es die AfD geschafft, die NPD aus den Parlamenten heraus zu halten....

  • Danke djrj für die Ausführliche Antwort.


    Das ist eine Zeit in der ich noch nicht gelebt habe.


    Manche Dinge scheinen sich allerdings nicht zu ändern, denn auch heute gibt es noch Jobs, die ein Deutscher nicht machen möchte. Mir fallen da spontan die Erntehelfer ein. Außerdem habe ich in einer Firma gearbeitet die Flüssigseife und Duschebäder herstellt und ich kann dir nicht sagen aus welchen Nationen Menschen da als Packer gearbeitet haben.


    Ich habe sehr großen Respekt vor jedem der mit solchen Knochenjobs seinen Unterhalt finanziert.


    Wenn ich dann die Aussage höre, dass die Ausländer einem den Job weg nehmen, dann muss ich kotzen. Das sind meistens die Leute die zu faul zum Arbeiten sind bzw. mir hat noch nie jemand Arbeit weggenommen. Ich bekomme eher Arbeit dazu.

    Narren sind bunt und nicht braun!

  • Danke djrj!


    enn ich dann die Aussage höre, dass die Ausländer einem den Job weg nehmen, dann muss ich kotzen. Das sind meistens die Leute die zu faul zum Arbeiten sind bzw. mir hat noch nie jemand Arbeit weggenommen. Ich bekomme eher Arbeit dazu.


    Wer arbeiten will, findet Arbeit.
    Was heißt den hier Niveau?

    NEIN :!:

  • Vielleicht ist es auch ein gutes Thema, um die eigenen Eltern mal nach ihren Wahrnehmungen zu fragen. Meist trifft man sich ja so um Weihnachten rum und dann kann man die Alten mal erzählen lassen.


    Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass es schon mal laut werden kann, wenn über Politik gestritten wird. Ich würde empfehlen einfach zu fragen und zuzuhören. Nachfragen kann man dann ein andermal, ohne ein friedliches Fest zu gefährden.

  • Die RAF war sowieso so eine Sache


    Insgeheim fand eigentlich jeder "ganz gut" was die machten, ich meine "Arbeitgeberpräsidenten", Hanns Martin Schleyer oder Siegfried Buback konnte genau NIEMAND leiden. Sprich als die Ermordet wurden fanden nicht wenige Leute das "absolut gerechtfertigt" oder als "kein verlust". Die RAF hatte extrem große Sympatien beim "kleinen Mann". Auch die Versuche des Staates die als Volksfeinde zu titulieren schlugen fehl, und auch der Mord an Wolfgang Grams, oder einen vom LKA fingierten "Fluchtversuch" oder der angebliche "Selbstmord" von diversen RAF Mitgliedern im Knast taten ihr übriges


    Die RAF ist auch heute für die meisten keine "Terrororganisation"

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
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    in der der Airport wieder brennt...

  • Extrem große Sympathien in der Bevölkerung? Ich weiß ja nicht, was deine Definition von "groß" ist, aber das halte ich für Humbug.
    Auch, dass die RAF für "die meisten" keine "Terrororganisation" sei, halte ich für ein Gerücht, bzw. liegt das wenn, dann daran, dass kaum einer unter 30 überhaupt noch weiß, wer die RAF war und wofür sie stand.

    R.T.B.A.M.

  • insgeheim fand eigentlich jeder "ganz gut"


    Das das man so nicht unwidersprochen lassen.
    Ich weiß ja nicht, in was für einem Umfeld du dich rum treibst, aber was ich so in den 80er Jahren mitbekommen habe war, dass es kleine Unterstützungsgruppen gab, aber selbst die breite Linke lehnte die Gewalt der RAF ab, auch wenn innerhalb der Linken Hanns Martin Schleyer oder Siegfried Buback kaum einer eine Träne nachweinte. Alleine die Ideologie der RAF schreckte die Menschen ab.


    Die RAF ist auch heute für die meisten keine "Terrororganisation"


    Für die meisten Was ist die RAF keine Terrororganisation?
    Was ist sie denn? Eine Befreiungsarmee? Die wollte sie nie sein, auch keine breite Revolutionäre Bewegung.


    Wie nennt man eine Organisation, die mit Terror ihre Ziele verfolgt und den Staat herausfordert?

  • Selbst mit knapp 40 weiß ich nichts über die RAF.
    Ich weiß zwar für das RAF steht, aber dann hört mein Wissen auch schon auf.


    Was ja auch nicht weiter verwunderlich ist, wenn man zur Hoch-Zeit der RAF noch (Klein-)Kind war oder sogar noch gar nicht geboren.
    Ich bin zwar ein paar Jahre älter, aber meine "aktive" Wahrnehmung der RAF sind auch nur die rot-weißen Fahndungsplakate, die in den 70er/80ern in den Postämtern hingen. Von den Ereignissen selbst kann ich mich auch nur an die späten der 3. Generation erinnern (zumindest dann, wenn ich sie lese).


    Meine restlichen 'Kenntnisse' basieren auf TV-Dokus, Zeitungsartikel oder Wikipedia (vllt noch bissel aus der Schule, aber da kann ich mich nicht dran erinnern, falls das Thema war), aber das ist alles etwas anderes, als wenn man zu dieser Zeit schon die (polit.) Stimmung oder die "Lage der Nation" aktiv wahrgenommen oder die Folgen dessen aktiv erlebt hat. Für die Wahrnehmung eines Kindes wurde da einfach "jemand von bösen Menschen erschossen", daher sind das alles mehr oder weniger "luftleere" Ereignisse, die irgendwann mal stattgefunden haben.
    Anders als 9/11 z.B.

    Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!


    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

  • An die Plakate kann ich mich noch gut erinnern, allerdings habe ich damals meine Eltern nicht gefragt was das bedeutet.


    Soweit ich mich erinnern kann habe ich auch noch keine Doku über das Thema gesehen.



    "9/11" ist für mich ein schwieriges Thema, da für mich nicht geklärt ist wer diesen Anschlag verübt hat. Es könnten die Taliban oder IS gewesen sein, aber warum gibt es dann kein Bekennerschreiben von denen.


    Ich traue es aber auch den AMIS selbst zu, um einen Grund zu finden, um einen neuen Krieg zu starten. Das haben die da beim zweiten Golfkrieg auch erfolgreich getan.

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  • Erstaunlich, dass dei braunen Pfeiffen diese Theorie nutzen.


    Ich wundere mich nur, dass sich niemand zu diesem Anschlag bekannt hat, denn wenn es eine Terrororganisation war, dann ist es der größte Anschlag der Geschichte. Vielleicht will man aber auch nicht den ganzen Unmut auf sich ziehen und hält sich deshalb damit bedeckt und "feiert" privat.

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  • Was hier an Halbwissen rumgeistert und alternativen Fakten rumgeistert...
    Wie auch immer: Wenn man bei der RAF, insbesondere bei deren frühen Generationen, eine Bildungslücke hat, sollte man sie dringend schließen. Dazu gibts nun wirklich genug Material in verschiedensten Formen vom Buch zur Doku bis hin zum Spielfilm (wobei ich den Baader-Meinhof Komplex erst mit ein wenig Vorwissen empfehlen würde).
    Was allerdings zutrifft ist, dass in vielen deutschen Lehrplänen die RAF zu wenig bis gar nicht vorkommt - übrigens auch so wie die DDR.

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  • Den IS kannst du bei 9/11 getrost streichen, die gab es in der Form vor 2003 noch gar nicht.
    Die "Inside Job"-These, die du da anführst, ist auch eine heikle Sache und vor allem bei rechten Verschwörungstheoretikern sehr beliebt...


    Andererseits sind US Regierung auch quasi bei jeder gelegenheit erwischt worden einen Kriegsgrund zu erfinden. Die haben auch keine Skrupel beweise zu Faken.


    Wie war das mit Bio/Chemiewaffen im Irak? Wo dann rauskam das das alles Fake war und Putin grinsend sagte "Also ich hätte welche Gefunden". In Syrien wird auch Völkerrechtswidrig rumbombadiert nachdem man erst den IS groß werden hat lassen. Achja und Sadam war natürlich auch von den Amis in den Iran geschickt. Von Afgahnistan reden wir noch gar nicht. Von der Destabilisierung Südamerikas auch nicht, die aktuell gerade läuft? Müssen wir von der Ukraine reden? Oder das ein Trumpeltier mit allen mitteln und lügen uns Huwaei verseucht auszuerpressen(!) nur damit er ein Druckmittel gegen China hat?


    Kein Wunder das so Verschwörungstheorien auf fruchtbaren Boden fallen. Wenn man einer Regierung so einen Insidejob zutrauen kann dann der US Regierung... bzw deren Geheimdiensten


    Es gibt ja auch keine "Amerikanischen Freunde" sondern höchstens "Strategische Partner" mit der Regierung kann man nur Befreundet sein wenn man selbst Korrupt ist und für macht über Leichen geht...

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  • Die Gegenthese dazu ist, dass die USA es gar nicht nötig hätten, sowas wie 9/11 auf eigenem Boden stattfinden zu lassen, gerade weil sie im Verlaufe der Geschichte durchaus schon bewiesen haben, dass es für die eigenen Aktionen gar nicht so unbedingt eine wirkliche Rechtfertigung bräuchte.
    Dass rechte Kreise solche Thesen lieben ist allerdings wenig überraschend, da sind Weltverschwörungen und Geheimbünde seit jeher ein Teil der Folklore. Von Rothischild bis Ranjid....

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  • Die Gegenthese dazu ist, dass die USA es gar nicht nötig hätten, sowas wie 9/11 auf eigenem Boden stattfinden zu lassen, gerade weil sie im Verlaufe der Geschichte durchaus schon bewiesen haben, dass es für die eigenen Aktionen gar nicht so unbedingt eine wirkliche Rechtfertigung bräuchte.
    Dass rechte Kreise solche Thesen lieben ist allerdings wenig überraschend, da sind Weltverschwörungen und Geheimbünde seit jeher ein Teil der Folklore. Von Rothischild bis Ranjid....


    Wobei es natürlich auch das Problem ist das man einfach keine "Beweise" vorlegt um solche Verschwörungstheorien zu entkräften. Von den US Geheimdiensten/Behörden/Regierung gibts immer nur ein "ist so! Vertraut uns!" Das tut halt niemand mehr


    Viele der Verschwörungstheorien sind halt blödsinn, aber eben auch nicht alle.


    Seit Snowden wäre ich auch Vorsichtig irgendwas als Verschwörungstheorie abzutun. Das "Die NSA fängt ALLEN Traffic ab" war ja auch mal eine Verschwörungstheorie... und die Deutschen hängen beim abschnorlchen so dermaßen Tief mit drin...

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  • Ich kannte mal nen netten Typen, der deutschen Rap macht und sich auch zu viel mit Verschwörungstheorien befasst hat.
    Statt "kein Sex mit Nazis" singt er nun "Bitte impft sie nicht" und treibt sich bei impfgegnern und AfD-Leuten rum.
    So kann das enden...


    Der hat auch einen Song zu 9/11 geschrieben: "Selbst gemacht" und verbreitet voll die Verschwörungstheorien.
    Dabei gibt es eigentlich auch genug Dokus, die m.E. die Verschwörungstheorien zum 11. September glaubwürdig wiederlegen. Andere werfen mehr Fragen zu den offiziellen berichten auf.


    Zu den Finanzierern der Terroranschläge: Es gibt es deutliche Spuren nach Saudi Arabien, die die US-Regierung versucht geheim zu halten. Da nun Opferanwälte Saudi Arabien verklagt haben, darf man gespannt sein, ob im Prozess die geheimen Akten veröffentlicht werden, die damals Bush für geheim erklärt hat. Aber auch Obama und Trump verhindern die Veröffentlichung - wohl aus wirtschaftlichen Interessen, schließlich kauft Saudi Arabien Waffen in Milliardenhöhe in den USA.


    Conse hat Recht. Die Amys hatten es nicht nötig, 9/11 selbst zu machen - aber den Anlass haben sie genutzt, um Krieg gegen Afgahnistan zu führen - und die BRD macht mit, obwohl Bin laden nicht mit der Planung des Anschlags in Verbindung gebracht werden konnte.

  • Natürlich macht die BRD mit. Saudi Arabien kauft auch bei uns Waffen...


    Wie bei den Kurden und Türken. Die Kurden schießen mit einer deutschen Rakete einen deutschen Hubschrauber ab. Jetzt müssen die Kurden neue Raketen kaufen, und die Türken einen neuen Hubschrauber... Win:WIN. Beide seiten beliefern ist das beste was man machen kann


    Erwerbsregel 34a: Krieg ist gut für den Profit


    Obwohl #28 auch passt: Moral wird von dem definiert, der an der Macht ist.

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  • Was hier an Halbwissen rumgeistert und alternativen Fakten rumgeistert...
    Wie auch immer: Wenn man bei der RAF, insbesondere bei deren frühen Generationen, eine Bildungslücke hat, sollte man sie dringend schließen. Dazu gibts nun wirklich genug Material in verschiedensten Formen vom Buch zur Doku bis hin zum Spielfilm (wobei ich den Baader-Meinhof Komplex erst mit ein wenig Vorwissen empfehlen würde).
    Was allerdings zutrifft ist, dass in vielen deutschen Lehrplänen die RAF zu wenig bis gar nicht vorkommt - übrigens auch so wie die DDR.


    Das mit den Lehrplänen stimmt leider. Kann ich aus meiner eigenen Schulzeit, die noch nicht allzu lange her ist, (zumindest für BW) bestätigen. Wenn die RAF bzw. der Deutsche Herbst im Geschichtsunterricht behandelt wird, ist das schon fast Kulanz bzw. ein besonderes Engagement des Lehrers, ansonsten wird das Thema kaum angeschnitten. Was es die DDR angeht, ist zumindest in BW der Themenkomplex schon deutlich umfangreicher, allerdings wird die ganze Sache ideologisch recht schnell "abgefrühstückt", d. h. man bekommt inhaltlich viel Input, aber die Schüler werden im Umgang mit den Informationen geradezu bevormundet. Ich selbst sympathisiere in keinster Weise mit dem System der DDR, aber ich finde es trotzdem problematisch, dass man als Schüler die moralische und praktische Bewertung schon vorgekaut bekommt. Wenn Schüler durch Abwägung ein kritisches Urteil über die DDR fällen, ist mir das nur recht, aber dass kaum ein Lehrer eine offene Diskussion zulässt und zahlreiche Lehrkräfte die "Einverleibung" der DDR durch die BRD als einzige logisch folgerichtige und noch dazu fehlerlose Prozedur darstellen, ohne den Prozess vorher dialektisch betrachtet zu haben, erscheint mir dann doch eher oberflächlich.


    Und bezüglich "Merkel als Abofalle": An dem Titel ist was dran. Wenn es Leute gibt, die der Meinung sind, dass "Merkel weg muss", stehen dieser Forderung oft gleich Leute gegenüber, die meinen, "wir werden sie noch vermissen". Ich sehe an Merkels Politikstil durchaus Vorteile, aber eben auch Nachteile im Vergleich mit dem Stil ihrer Vorgänger. So oder so finde ich aber, dass dieses "noch vermissen" im Grunde Teil der "Abofalle" ist, da somit automatisch ein politischer Diskurs totgeschlagen wird, so nach dem Motto "Etwas Besseres kommt nicht nach", und die Nutzer dieses Arguments damit theoretisch erzwingen, dass jeder, ob Merkel-Gegner oder -Befürworter, die Lage einfach hinnehmen muss, weil es ja angeblich eh nur schlechter kommen kann. Vielleicht bin ich in diesem Punkt etwas zu idealistisch, aber dieses statische bis regressive Prinzip sollte eigentlich nicht Grundlage von Politik sein. Ich kann verstehen, dass man z. B. einen bereits erreichten (Lebens-)Standard halten und mit politischen Mitteln schützen möchte, aber die Angst vor dem Abstieg allein darf politischen Veränderungen nicht dauerhaft im Weg stehen. Für den Fortschritt muss man mMn auch Veränderungen wagen und es verlangt ja keiner, dass diese Hals über Kopf sein sollen, aber zumindest sollte eine grundsätzliche Auseinandersetzung stattfinden.

    "On the other hand, what I like my music to do to me is awaken the ghosts inside of me. Not the demons, you understand, but the ghosts."
    — David Bowie

    2 Mal editiert, zuletzt von Blackout ()

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