Ist das noch Politik? Oder ist Politik einfach so?

  • @ Katastrophenkommando: Die Probezeit hilft für die Ausbildung nur bedingt. OK, ich kann eine wirlich untauglichen Azubi innerhalb von maximal vier Monaten ohne weiteres los werden, aber was mache ich wenn ich erst nach einem Jahr merke, dass er nicht für die Ausbildung geeigent ist oder er die Ausbidlung aus welchen Gründen auch immer abbricht. Der Azubi kann problemlos kündigen, mir als Ausbilder bleiben da nur wenige Möglichkeiten.


    Ich hatte einmal ein Vorstellungsgespräch in einer Firma, die gesagt haben, dass man bei ihnen immer erst einen Jahresvertrag erhält und dann daraus ein unbefristeter Vertrag wird, weil man die Erfahrung gemacht hat, dass sich Leute in der Probezeit verstellen können, allerdings schaffen sie es nicht dies ein ganzes Jahr durchzuhalten.


    Am Anfang dachte ich, was ist denn das für eine Unverschämtheit. Je mehr ich darüber nach Gedacht habe, desto mehr habe ich gemerkt, dass diese Variante für beide Seiten Vorteile hat. Auch als Arbeitnehmer merkt man innerhalb von einem Jahr, ob man mit den Kollegen tagtäglich zusammenarbeiten kann und möchte bzw. ob es Abläufe gibt die einen stören oder ob es sonst etwas gibt was einem an der Position oder der Firma stört.


    Das ganze ist aber extrem schwer auf einen Ausbildungsplatz umzumünzen. Denn es gibt Ausbildungsberufe bei dem die Azubis das erste halbe Jahr in der IHK Werkstatt sind und dann kann ich mir gar kein richtiges Bild von dem Azubi machen.


    Es ist echt eine interessante Diskussion, die ich schon lange nicht mehr in einem Forum erlebt habe. Es macht echt Spaß mit euch zu diskutieren. :thumbup:

    Narren sind bunt und nicht braun!

  • Ich hatte einmal ein Vorstellungsgespräch in einer Firma, die gesagt haben, dass man bei ihnen immer erst einen Jahresvertrag erhält und dann daraus ein unbefristeter Vertrag wird, weil man die Erfahrung gemacht hat, dass sich Leute in der Probezeit verstellen können, allerdings schaffen sie es nicht dies ein ganzes Jahr durchzuhalten.

    Am Anfang dachte ich, was ist denn das für eine Unverschämtheit. Je mehr ich darüber nach Gedacht habe, desto mehr habe ich gemerkt, dass diese Variante für beide Seiten Vorteile hat.

    Wirklich beidseitig ist das nicht, ich sehe den Vorteil da ganz klar auf Arbeitgeberseite.
    Vermutlich kennt jedeR praktische Beispiele, die das Ganze aus AG-Sicht sogar irgendwie nachvollziehbar machen, ABER: für den Arbeitnehmer ist das ein riesiger Unsicherheitsfaktor, insbesondere bei einem Jobwechsel aus einem unbefristeten Verhältnis.

    Und ob ich mit den Kollegen grundsätzlich harmoniere oder eher nicht, stelle ich definitiv schon während der Probezeit fest, das merkt man ja wirklich relativ schnell, auch die anderen Faktoren kann man binnen 3 Monaten durchaus einordnen.

    Also klare Sache: Absicherung für den Arbeitgeber, Scheiße für den Arbeitnehmer.

  • Der Arbeitnehmer kann sonst ja auch kündigen, eine solche Befristung schafft nur Unsicherheit für den Arbeitnehmer. Sachgrundlose Befristungen sind z.B. ein Übel an Universitäten und bereiten dort hohen Verwaltungsaufwand. Wenn man in Unis keinen Einblick hat denkt man traditioneller Weise dass dort easy Living vorherrscht, in meinem Umfeld sehe ich aber dass die Beschäftigungsverhältnisse dort auch nicht mehr sind was sie im letzten Jahrhundert mal waren.

    A fallen wall becomes a bridge to connect us rather than divide. (Zeb Love)

  • Mit befristeten Verträgen bekommt man keine Wohnung und keinen Kredit.
    Nur der Arbeitgeber hat Vorteile. Die sachgrundfreie Befristung gehört auf den Scheiterhaufen.


    In sozialen Bereich wurden eine Zeit lang nur befristete Verträge abgeschlossen, aber seit dem auch dort Fachkräftemangel herrscht, ist es schwierig befristete Stellen überhaupt noch besetzten zu können.
    Der Staat als Arbeitgeber hat das knallhart ausgenutzt, fällt nun damit aber auf die Schnauze, weil die Menschen lieber unbefristete Arbeitsverträge haben.


    Das Berufsinformationszentrum war mir damals echt keine Hilfe.

  • Mit befristeten Verträgen bekommt man keine Wohnung und keinen Kredit.
    Nur der Arbeitgeber hat Vorteile. Die sachgrundfreie Befristung gehört auf den Scheiterhaufen.


    In sozialen Bereich wurden eine Zeit lang nur befristete Verträge abgeschlossen, aber seit dem auch dort Fachkräftemangel herrscht, ist es schwierig befristete Stellen überhaupt noch besetzten zu können.
    Der Staat als Arbeitgeber hat das knallhart ausgenutzt, fällt nun damit aber auf die Schnauze, weil die Menschen lieber unbefristete Arbeitsverträge haben.


    Das Berufsinformationszentrum war mir damals echt keine Hilfe.

    Das Problem ist halt, wir haben bei uns GENUG Leute sitzen die bis zum Probezeitende völlig unproblematisch sind. Haben die dann ihren Vertrag... Krank... Monatelang... die wird man nicht mehr los und machen uns allen mehr Arbeit.


    Allerdings werden da jetzt andere Seiten aufgezogen, die haben alle einen Zusatzvertrag, sprich die sitzen eigentlich auf einem Arbeitsplatz der nur Mindestlohn bezahlt wird und haben für den besseren Arbeitsplatz einen Zusatzvertrag (der auch mehr Geld bedeutet) DER kann Fristlos aufgehoben werden. Sprich wir versetzen die bei uns weg, der Platz wird Frei.


    Dieses Berufsinformationszentrum war echt ein Witz. Man merkte SOFORT das die dort Anwesenden überhaupt keine Ahnung hatten UND keine lust. Das einzige was die hatten, eine Liste von Jobs die keiner machen will und daher riesige mengen an "Ausbildungsplätzen" frei und die haben aktiv Versucht leute da rein zu drücken.


    Ein anderes mal war die Bundeswehr bei uns, wir hatten ja 2 Jugoslawische Flüchtlinge in der Klasse, die wollten eigentlich für die Bundeswehr werben. Mein "Soldaten sind Mörder" T-Shirt kam bei denen auch nur so mittelgut an ... Erst recht nicht als wer anderes den völkerrechtswidrigen Jugoslawienkrieg anbrachte und noch wer meinte das es das erste mal seit dem Dritten Reich wäre das Deutsche Soldaten aktiv Krieg spielen ...

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Im Endeffekt werden unsere Kinder im Bezug auf die Berufswahl nicht genügend unterstützt. Denn mit einem Praktikum von zwei Wochen in dem viele nicht viel erklärt bekommen, kann man eigentlich nicht herausfinden, ob das ein Job ist in dem man bis zum Ende seines Berufsleben arbeiten möchte oder nicht. Denn ich kann von den Kindern nicht verlangen, dass sie in den Ferien auch noch freiwillige Praktikas machen.


    Auch ich habe mich damals im BIZ bzw. beim Berufsberater nicht wirklich unterstützt gefühlt. Man konnte einen Test machen und dadurch verschiedene Berufsvorschläge bekommen. Dazu konnte man sich Filme anschauen bzw. einen Ordner mit Informationen durchblättern, aber Theorie und Praxis sind immer total verschieden.


    Wenn ich mir vorstelle, dass mich meine Tochter irgendwann mal fragt, was man in welchem Beruf macht, dann kann ich ihr auch nur von dem berichten was ich als Einkäufer mache, meine Frau ist Erzieherin, meine Schwägerin Krankenschwester. Wenn sie mich dann fragen würde, was z.B. ein Mechatroniker macht könnte ich ihr das nicht beantworten. Da sie über das Internet auch nur theoretische Informationen bekommt, weiß sie absolut nicht, ob das etwas ist was ihr gefallen würde oder nicht. Auch eine Ausbildungsmesse ist nur eine geringe Hilfe, denn auch da kann ich nicht wirklich etwas testen.


    Genau durch eine falsche Berufswahl kommt es zu Leute wie von euch beschrieben, die nach der Probezeit krank sind und sonstige Sachen sich sich leisten. Das sind die Leute, die dann andere Kollegen mitschleifen und über die sich der Chef dann noch positiv äußern, weil sie ja so einen tollen Job machen. <X


    Die guten Leute reißen sich den Arsch auf und bekommen immer mehr Arbeit aufgehalst, weil es andere Leute schaffen sich dumm genug anzustellen und dann die Sachen abgenommen bekommen.

    Narren sind bunt und nicht braun!

  • Wenn es nichjt gerade ein Scheißbetrieb ist, sollte man jungen Leuten raten, eine Ausbildung zu Ende zu machen. danach kann man sich immer noch umorientieren. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung findet man hinterher auch leichter Jobs in anderen Branchen.


    @ Gabumon
    Ich halte das Vorgehen des Arbeitgebers für ungesetzlich. Wer mit der Arbeitskraft anderer menschen Geld verdienen will, muss auch das Risiko tragen, wenn diese ausfällt, aber auch nur sechs Wochen lang bis zum Krankengeld. Man muss als Arbeitgeber auch einkalkulieren, dass Leute Urlaub haben und einen statistischen Krankenstand von 5% sollte man auch bei der Personalzumessung einplanen. Das bedeutet weniger Gewinn, aber auch weniger Belastung für den Kollegenkreis. Mehr Arbeitsplatzzufriedenheit korreliert mit weniger Krankheitstagen, so dass sich eine gute Personalplanung statt Mangelverwaltung bezahlt macht.

  • @ Gabumon
    Ich halte das Vorgehen des Arbeitgebers für ungesetzlich. Wer mit der Arbeitskraft anderer menschen Geld verdienen will, muss auch das Risiko tragen, wenn diese ausfällt, aber auch nur sechs Wochen lang bis zum Krankengeld. Man muss als Arbeitgeber auch einkalkulieren, dass Leute Urlaub haben und einen statistischen Krankenstand von 5% sollte man auch bei der Personalzumessung einplanen. Das bedeutet weniger Gewinn, aber auch weniger Belastung für den Kollegenkreis. Mehr Arbeitsplatzzufriedenheit korreliert mit weniger Krankheitstagen, so dass sich eine gute Personalplanung statt Mangelverwaltung bezahlt macht.

    Wenn es denn nur 5% wären....


    Wie gesagt es geht hier um Leute die teilweise in 2 Jahren nur mal ein paar Tage am Arbeitsplatz waren (zufällig immer nach 5 Wochen und 6 Tagen) und einen halben Tag da sind, und dann wieder 5 Wochen und 6 Tage krank.


    Die kann man sehr wohl in die andere Abteilung versetzen und denen den Zusatzvertrag aufkündigen. Das ist auch mit dem Betriebsrat so abgeklärt...

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Wenn ich mir vorstelle, dass mich meine Tochter irgendwann mal fragt, was man in welchem Beruf macht, dann kann ich ihr auch nur von dem berichten was ich als Einkäufer mache, meine Frau ist Erzieherin, meine Schwägerin Krankenschwester. Wenn sie mich dann fragen würde, was z.B. ein Mechatroniker macht könnte ich ihr das nicht beantworten. Da sie über das Internet auch nur theoretische Informationen bekommt, weiß sie absolut nicht, ob das etwas ist was ihr gefallen würde oder nicht. Auch eine Ausbildungsmesse ist nur eine geringe Hilfe, denn auch da kann ich nicht wirklich etwas testen.


    Aber wie willst du es denn noch testen, welcher Beruf zu einem passt?

    Praktikum ist überwiegend nix, Internet nicht, Ausbildungsmesse nicht und Internet auch nicht.

    Wenn das alles (in der Summe) keine Hilfen sind, bleibt eben nur noch, dass, was einem am interessantesten klingt, einfach auszuprobieren.

    Liegts/gefällts einem ist gut, wenn nicht, muss man halt in den sauren Apfel beißen und ne weitere Ausbildung machen bzw. wieder von vorne anfangen. Da kanns einem dann aber auch genau so gehen.

    So lange man nicht über einen längeren Zeitraum richtig in einem Beruf gearbeitet hat, kann man nun mal nicht sagen, ob er einem Spaß macht.

    Nur kann man aber auch von keiner Firma verlangen, dass sie einen 10-monatigen "Schnupperkurs" anbietet, in dem die jeweilige Person von Tag 1 die richtige und gleiche Arbeit macht, wie jemand, der seit ein paar Jahren im Beruf ist. Wie soll das denn gehen? Diese Fähigkeit und Erfahrung fehlt dem Schnuppernden doch, ganz zu schweigen von der Verantwortung, die er auch nicht bekommen könnte.


    Und dass man nicht von allen Berufen, zu denen man keine Verbindung hat, weiß, was sie machen, ist doch auch klar.

    Dann könnte auch die Arzthelferin als Vermessungstechniker oder der Mechatroniker als Bankkaufmann arbeiten.

    Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!


    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

  • Genau das ist das schwierige.


    Ich habe ein Praktikum in der Firma gemacht in der mein Vater gearbeitet hat und war dort im Büro in verschiedenen Abteilungen. Ich habe daraufhin für die Ausbildung zum Industriekaufmann entschieden und habe während der Ausbildung schnell gemerkt, dass mir die Arbeit im Einkauf am meisten Spaß macht und auch am besten liegt.


    Ich habe also die richtige Entscheidung getroffen.


    Natürlich hätte es auch falsch sein können und ich hätte nach der Ausbildung noch eine weitere Ausbildung machen müssen. Das Problem daran ist allerdings, dass je mehr Ausbildungen du im Lebenslauf stehen hast ganz schnell die Frage auf kommt warum will nach zwei Ausbildungen nun die dritte Ausbildung machen oder der Personaler sagt, der ist auf der Suche nach sich selbst und hat sich immer noch nicht gefunden.


    Deshalb sollte es eine Möglichkeit geben wie man im Vorfeld besser feststellen kann, ob der Ausbildungsberuf und die Arbeiten die man danach macht die richtigen für einen sind.


    Ein Schnupperkurs ist für eine Firma nichts und führt vermutlich zu einem größeren Wechsel weil man etwas testet und dann macht es doch keinen Spaß mehr und dann fange ich halt etwas anderes an.

    Narren sind bunt und nicht braun!

  • Ist also auch keine wirklich brauchbare Lösung.

    Und wie gesagt, das Praktikum müsste dann aber auch über einen längeren Zeitraum gehen und der Praktikant richtig involviert sein.

    Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!


    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

  • ... und anständig bezahlt, zumindest als Hilfskraft und keine Ausbeutung


    Wenn man eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kan man sich auch Branchenfremd bewerben, ohne eine weitere Ausbildung zu machen. Hauptsache man hat eine Lehre, so das Verständnis vieler Arbeitgeber.
    Man braucht ja auch nicht für jeden Job eine Ausbildung. Viele machen einen Job ja auch nur angelernt und wechseln mehrmals die Branche. Ob man damit Aufstiegschancen hat, kommt ganz auf den Betrieb an.

  • Quereinsteiger haben es oftmals schwer. Ein Branchenwechsel ist meistens kein Problem, denn außer Produkte, Lieferanten und gewisse Abläufe bleibt die Arbeit identisch. Es macht für mich keinen Unterschied, ob ich Stahl oder Kunststoff einkaufe. Einkauf ist Einkauf.


    Aber einen komplett anderen Beruf ausüben, den ich nicht gelernt habe finde ich wesentlich schwerer. Da muss man extrem viel lernen.

    Narren sind bunt und nicht braun!

  • Unsere Regierung bleibt hart. Es wird nicht ein Flüchtlingskind von der griechischen Grenze und Lespos aufgenommen. Auch nicht ein krankes Kind.

    Das ist nicht mehr mein Land! Wie kann man nur so kalt sein?!? :(

    Auf da Alm gibt´s ka Sünd!

    "… Nimm nichts mit, wir brauchen nichts. Lass alles hier und schmeiß es weg. All die Souvenirs, unsere Biographien.

    Alles lästiges Übergewicht… "

  • Naja, eine Alternative ist es nicht wirklich. Sicher kann Geld gebraucht werden, aber für Kinder sehe ich einen großen Nachteil, wenn sie in der Situation verbleiben. Vorallem, wenn sie unbegleitet sind...

    Auf da Alm gibt´s ka Sünd!

    "… Nimm nichts mit, wir brauchen nichts. Lass alles hier und schmeiß es weg. All die Souvenirs, unsere Biographien.

    Alles lästiges Übergewicht… "

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!