Campino Buch "Hope Street. Wie ich einmal englischer Meister wurde"

  • Was ich oben vergessen habe, aber eigentlich noch dazu schreiben wollte.


    Ich kann die Perspektive eines Fußballfans nicht wirklich einnehmen, aber was er da teilweise beschrieben hat, über Sinnhaftigkeit bestimmter Reisen, Vorfreuden, Treffen mit Freunden, etc. - ich habe mich dennoch darin wieder erkannt. Mir geht es genau so in Bezug auf Konzerte:


    "Wie, schon wieder Die Toten Hosen? Warst du da nicht erst neulich? Ist das nicht langweilig?"


    Die Frage allein ist für mich schon falsch. Ich freue mich einfach darauf, ich liebe es, im Matsch zu stehen und ich vermisse es aktuell wie nix anderes, zum 1000. Mal bei den immer gleichen Liedern im Moshpit zu versinken. Ich liebe die Rituale, die Biere, die Bekannten und Freunde. Und ja, wir sind genauso bekloppt. Ich reise vielleicht nicht für ein Fußballteam durch Europa, aber dafür für eine (oder auch andere mehrere) Band quer durchs Land, gern auch durch Europa und ja, auch nach Südamerika. Ja, die Songs sind immernoch die gleichen. Na und?


    Genau das Gefühl fand ich von Campino sehr gut getroffen.


    Nun, ein Fußball- und Hosenfan, der also beide Seiten kennt, meinte zu mir: Nee, Fußball ist nochmal anders. Mag sein. Aber für mich fühlt es sich so an, wie beschrieben.

  • Nun, ein Fußball- und Hosenfan, der also beide Seiten kennt, meinte zu mir: Nee, Fußball ist nochmal anders. Mag sein. Aber für mich fühlt es sich so an, wie beschrieben.

    Es iat anders, ja, da es ein größeres Freund-Feind-Spektrum gibt und es darum geht, jemand anderen zu besiegen.

    Bei Konzerten gibt es keine Schlacht gegen einen anderen in dem Sinne, die es zu gewinnen gilt. Parallelen gibt es aber trotzdem.

  • Quelle: KKT-Facebook

    Einmal editiert, zuletzt von Linus ()

  • Lesereise wg. Corona abgesagt: Signierte „Hope Street: Wie ich einmal englischer Meister wurde“-Bücher deshalb im Shop!
    Wie Ihr ja mitbekommen habt, wäre Campino im Augenblick eigentlich auf Lesereise und zusätzlich zu den bereits angekündigten Terminen waren bis zum Ende des Jahres noch eine Vielzahl weiterer Auftritte geplant. Doch Corona hat uns jetzt einen Strich durch die Rechnung gemacht, keiner der geplanten Auftritte kann aufgrund der aktuellen Situation angekündigt und alle bislang bereits bekannten Termine müssen abgesagt werden.
    Campino hatte sich wahnsinnig darauf gefreut, Euch auf dieser Reise persönlich zu treffen und möglichst vielen die Gelegenheit zu geben, sich sein Buch selber von ihm signieren zu lassen. Um wenigstens einigen von Euch noch die Möglichkeit zu geben, ein signiertes Exemplar von „Hope Street: Wie ich einmal englischer Meister wurde“ zu bekommen, hat er sich entschlossen, für den Kauf Mich Shop eine begrenzte Anzahl von Büchern zu unterschreiben. Diese Exemplare gibt es ab Heute um 16 Uhr im Hosen-Shop, die Abgabe pro Buch ist auf eine Bestellung limitiert, Verkauf nur solange Vorrat reicht.

    Hier geht es zum Shop » https://shop.dietotenhosen.de


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    Quelle: DTH-Facebookseite

  • Ich muss meiner Buchbesprechung voranstellen, dass dies - wie sicherlich für viele andere hier auch - ein sehr spezielles letztes Hosen-Jahr war. Und dass, obwohl die Vorzeichen ganz anders gelagert waren: Auf die Unplugged-Konzerte (ich hatte Tickets für Köln und die Loreley) hatte ich mich wahnsinnig gefreut. Weil ich damals Wien und das Burgtheater und die initialen Konzerte in der Tonhalle verpasst und mich auf diesen speziellen und für mich neuen Rahmen gefreut hatte. Natürlich würde ein solcher Abend nie den Krawall des SO36-Konzerts aufwiegen können, aber das war auch nie Sinn und Zweck. Außerdem war mein Plan, lieben Freunden einen anderen Zugang zu meinen geliebten Hosen zu gewähren.


    Und dann kam. Tja, Corona.


    Und ich verlor die Hosen zunächst aus den Augen. Da es irgendwie für mich nicht der Krisen-Soundtrack war, den ich gebraucht hatte. Die Hosen haben stets überwiegend große, ernste Themen behandelt und haben vor allem immer an die eigene Stärke in diesem Schweinesystem appelliert. Ich aber brauchte Zerstreuung. Also habe ich wirklich viel Musik gehört, aber wenig Hosen. Als dann ein neues Album in der Luft lag, schlug mein Herz wieder schneller. Ich war gespannt auf das, was die Hosen aus der Situation machen würden. Immerhin kam das Album „spät“ genug, um mehr zu sein, als ein hilfloser Impuls, dem viele Bands gefolgt sind (Bands, die in Teilen freilich auf weniger Rosen gebettet sind als die Hosen). Mein Herz schlug genau so lange schnell, wie sich herausstellte, dass ein neues „Learning English“ in den Startlöchern stand.


    Um es ganz hart zu sagen: Das Album hat mich rund um die Veröffentlichung kalt gelassen, wie ich es sonst nur von Bands kannte, die ich früher mal geil, aber mit der Zeit aus den Augen verloren hatte (Beatsteaks, Muse, Billy Talent, Die Ärzte). Was mich ziemlich erschreckte. Ich wollte nicht, dass die Hosen so mitlaufen. Das ist nicht der Platz, der in meinem emotionalen Kosmos für sie vorgesehen ist. Aber nachdem mir mein Herzensverein Werder Bremen in der härtesten Corona-Phase wie der Fußball allgemein ein wenig entrückt war, so ging es - für den Moment - eben auch mit den Hosen.


    "Hope Street" habe ich dann zu Weihnachten geschenkt bekommen und auch relativ zügig gelesen. Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich nie erwartet hätte, dass Campino ein solch nerdiges Fußball-Buch veröffentlicht. Ich selbst bin wirklich ziemlich bekloppt, wenn es um Fußball geht und kann mich da sehr gut reinsteigern - aber das, was Campino betreibt, ist absoluter Wahnsinn. Die Reise in die Wüste. Der Besuch von belanglosen Pokal-Spielen und on top die fehlende Bereitschaft, selbst Familienurlaube nicht einem einzigen verdammten Spiel unterzuordnen. Ich kenne das selber, wie nervös ich werde, wenn ich Werder-Spiele nicht live verfolgen kann - aber wenn das aus einem guten Grund so ist, dann ist das so. Vielleicht ist es zu viel hineininterpretiert, aber auf diese Weise kann Campino eben wunderbar seiner Egozentrik nachgehen. Auch, indem er permanent unterstellt, er selbst habe wirklich Einfluss auf die Leistungen Liverpools. Klar, streng genommen hat das jeder Fan, der im Stadion alles tut, um den eigenen Verein nach vorne zu peitschen, denn nur mit einzelnen ensteht das Kollektiv. Aber es ist halt ein schöner Grund, sich selbst sehr wichtig zu nehmen.

    Und doch hatte ich großes Vergnügen, all das zu lesen. Dieser Wahnsinn, nachts am Kicktipp-Spiel zu sitzen während Corona, um ein Ventil zu finden. Diese komplette Hingabe, diese unzerstörbare Leidenschaft, das hat mich auf eine andere Weise auch sehr beeindruckt. Ich finde es toll, wenn Menschen sich etwas komplett verschreiben können, wenn sie ihre Energie auf etwas verwenden, ohne zu wissen, ob man dafür belohnt wird. Aber ich hätte eben nicht erwartet, dass Campino diesen Wahnsinn so ungefiltert dokumentiert und allein das macht das Buch für mich absolut lesenswert. Zumal es am Ende ja doch viel mehr ist, als nur eine Aneinanderreihung von Spieltagen.

    Wenn Campino den roten Faden "England" immer wieder aufgreift, um seine Familiengeschichte zu erzählen, war ich nicht selten ziemlich gerührt - und musste sehr lachen, dass er noch heute die Namen seiner imaginären Spieler aus Kindertagen erinnert. Ich selbst sitze gerade in diesen Wochen vor Kisten mit unzähligen Briefen aus dem Archiv meines Vaters und fühlte mich wahnsinnig inspiriert, durch Campinos biografische Rückblicke, mich viel intensiver mit dem Leben meines Vaters und der Familie auseinanderzusetzen.

    Hinzu kommt der bekannte Witz, der immer wieder aufblitzt, das Buch wird nie zu ernst oder zu läpsch, Campino schafft es ganz gut, die Spannung aufrecht zu erhalten. Ich bin sehr froh, dass Campino sein erstes Buch nicht dafür genutzt hat, um eine Hosen-Biografie darin zu verpacken. Natürlich kommen ikonische Ereignisse der Hosen-Historie vor, dabei aber nie aus Selbstzweck, sondern immer mit einer Verbindung zu seinem Leben außerhalb der Hosen.

    Durch die sehr detailliert dargestellte Liebe konnte ich letztlich auch meinen Frieden mit der aktuellen "Learning English" schließen, da sie in Kombination mit dem Buch für mich keinen uninspirierten Corona-Schnellschuss mehr darstellt, sondern eine Herzensangelegenheit. Und so bleibt dieses Album für mich vielleicht eher das belanglose Pokalspiel gegen einen unterklassigen Gegner. Aber es immer noch ein "Spiel" meines "Vereins".


  • Zitat

    Der Grundpreis der Live Tickets wird erstattet, wenn die Infektionslage einen Besuch vor Ort nicht zulässt. Die Vorverkaufs- & Systemgebühren verbleiben in dem Fall beim Ticketanbieter.

    öhm ja. Jetzt wird diese Bauernfängerei zumindest im Vorfeld bekannt gemacht.

  • öhm ja. Jetzt wird diese Bauernfängerei zumindest im Vorfeld bekannt gemacht.

    Ich glaube Betrug mit Ankündigung ist auch nicht legal

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Bin gerade beim 3. Kapitel und mir ist direkt ein inhaltlicher Fehler aufgefallen:

    "Natürlich war Jürgen mir als Trainer von Mainz und Dortmund und als Fernsehexperte lange bekannt, aber wir waren uns bis dahin nie begegnet."


    Doch, waren sie. Bei einer Talkshow im ZDF "J.B.Kerner". Es war 2005 oder 2006. Beide waren als Talk-Gäste geladen und waren eine Stunde zusammen in der Sendung.

  • Stimmt. Gibt hier im Forum auch nen entsprechenden Thread dazu. Offenbar gab es auch nen Streit zwischen campi und Klopp wegen Zidanes Kopfnuss. Damals. Diese Szene wurde wohl rausgeschnitten. Aber da Campino gleichzeitig bei der dreigroschenoper war, wird er die Sendung nicht mehr auf dem Schirm gehabt haben. Naja so viele Leute denen er ständig begegnet, kann man nicht alles behalten

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