weltmeister auf bravo hits

  • Also kurz gefasst für Menschen, die (noch) keinen eigenen Musikgeschmack haben.


    Naja, auch wenn man durchweg Radiomusik hört oder nicht auf einzelne Genre oder Bands festgelegt ist, ist das ein "Geschmack" - wenn auch (aus unsrer Sicht) ein schlechter.

    Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!


    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

  • Mir ging es nicht um "gut" oder "schlecht", das ist grundsätzlich schwierig, da subjektiv.


    Aber jemand, der einfach grundsätzlich das hört, was gerade "aktuell", "beliebt" oder eben "in den Charts" ist, hat tendenziell keinen Musikgeschmack. Ein bestimmter Geschmack würde ja bedingen, dass man bestimmte Sachen mag und andere eben nicht. Wenn das aber je nach Trend wechselt, hat das mit eigenem Geschmack schlicht nichts zu tun, dann ist man in der Hinsicht einfach "Fähnchen im Wind".

    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.

  • „radiomusik“ suggeriert ja, dass man das konsumiert, was grad im radio gespielt ist. das sind aktuelle songs, immer wieder, und somit purer zufall. sowas kann nicht als „geschmack“ betitelt werden. gehe da mit dth_hb_86 konform.

  • absolut.


    "welche musikrichtung hörst du am liebsten?"
    "ich hör gern so charts"


    Es müsste immer Musik da sein.
    Bei allem was du machst. Und wenn's so richtig scheiße ist, dann ist wenigstens noch die Musik da.
    Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

  • oder: "Alles".
    Genau so toll.

    Du wartest auf die Liebe

    Und ich auf das letzte Bier

    Der Platz am Tresen neben mir bleibt heute leider leer

    Eine gute letzte Reise, zum Abschied leise winken

    Elektronische Musik kann man sich so selten schöntrinken


    Thees Uhlmann - Avicci

  • Ich hab sie mir gekauft, weil im Kindesalter halt tatsächlich viel Musik drauf war, die mir gefiel. Und das konnte im Alter von 7 Jahren neben Rammstein und den Hosen auch mal Blümchen sein :daumen:


    Interessant war aber manchmal durchaus die Songauswahl der Hosen. Oft waren es die Gassenhauer, manchmal aber auch Ausreißer wie z.B. die Liveversion von Seelentherapie oder Fliegen.


    Edit: Dass die Onkelz jetzt da wieder drauf anspringen müssen ist allerdings mal wieder ein wenig peinlich - was mich aber auch nicht wundert wenn man bedenkt, dass deren Web und Social Media Aktivitäten von einem Fanboy mit dem Fangemüt eins 12-jährigen geführt werden...

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    Einmal editiert, zuletzt von Conse ()

  • nein, weil sie auch (negativ) erwähnt werden.


    was die kuriositäten angeht, wird das doch gut erläutert: manchmal bekam er einen hitsong, aber mit der auflage, auch einen unbekannteren/nicht so starken song zu bringen. das sind verträge... ihr müsst euch das schon durchlesen, wenn ihr mitreden wollt ;).

  • im gegenteil; da werden die hosen stark gemeint sein - wie erklärst du mir auf einem HIT-sampler von nr. 1 chartliedern hosen-songs wie „fliegen“ oder eine live-option (ebenfalls b-seite). b-livesong ist so ziemlich das „billigste“, was man anbieten kann, auch wenn‘s ein aus unserer sicht guter song ist. hülder wird da sehr genau zum kommerziellen vorteil seiner schützlinge verträge ausgehandelt haben. eben ganz punk-like :D !

  • Ich hab das eher so verstanden, dass es da um Labels geht, die auf ein und dem selben Sampler mehrere "Produkte" unterbringen wollten. Die Live B-Seite war ein Hidden Track und bewirbt im Endeffekt die damals neuen Liveprodukte (also die Auftrag des Herrn). Fliegen war auf einer Bravo Hits, die vom Hitfaktor so schwach war, dass es mich nicht wundern würde, wenn man da einfach nur unbedingt den Namen Tote Hosen drauf haben wollte. Kann also auch Verzweiflung anstatt ein Folgevertrag gewesen sein. Charts waren immer der Hauptfaktor bei Bravo Hits, aber nicht ganz der einzige....


    Herausfinden werden wir es vermutlich eh nicht. Das es grundsätzlich um Mammon ging, versteht sich von selbst.

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  • jkp ist ja deren eigenes label - da kann er bestens verträge zu ihren gunsten aushandeln.


    der hit der IADH wäre „alles aus liebe“ gewesen - war das auch mal drauf? wenn nicht, überliess man da eben den „dreckigen rest“, um den hit nicht zu verballern. aal-live war ne single.


    dass es schwache/weniger hitreiche ausgaben gibt, unterstreicht ja dann die tatsache, dass auch „überschuss“/paktsongs verwertet werden mussten um verträge zu erfüllen. wenn „fliegen“ da mitdrauf ist, zeigt es das ja umso deutlicher auf.

  • jkp ist ja deren eigenes label - da kann er bestens verträge zu ihren gunsten aushandeln.


    der hit der IADH wäre „alles aus liebe“ gewesen - war das auch mal drauf? wenn nicht, überliess man da eben den „dreckigen rest“, um den hit nicht zu verballern. aal-live war ne single.


    dass es schwache/weniger hitreiche ausgaben gibt, unterstreicht ja dann die tatsache, dass auch „überschuss“/paktsongs verwertet werden mussten um verträge zu erfüllen. wenn „fliegen“ da mitdrauf ist, zeigt es das ja umso deutlicher auf.

    "Alles aus Liebe" in der Liveversion war auf jeden Fall auf irgendeiner Hit-Compilation 1996/1997; ich erinnere mich noch an meine Schulklasse, die alle unisono den Song mitsangen und dazu schunkelten. Das muss Fasching oder sowas gewesen sein und es lief irgendeine Compilation á la Bravo Hits.
    Das hat sich als erster Fremdscham-Moment meines Fandaseins eingebrannt... die Jahre davor war ich in Sachen Musikgeschmack mit den Hosen absoluter Außenseiter, fanden alle kacke, dann war so'n Song auf einmal in den Charts und auf Hitcompilations und alle singen mit. Peinlich berührt war ich aber nicht primär davon, dass das auf einmal alle gutzufinden schienen (hätte ja sein können, dass alle geläutert waren und ich immer den guten Geschmack hatte), sondern von dieser Schunkel-Nummer. Das war für mich (und ist es bis heute!) eine Mutanten-Stadl-Verhaltensweise, die bei Rockmusik völlig Fehl am Platze ist.


    Zum eigentlichen Thema: dass da teilweise sicher mit "wenn du das haben willst, musst du aber auch das mit draufnehmen" gearbeitet wurde und JKP da schon mitreden konnte, zeigt sich ja neben unbekannteren Hosensongs auch noch deutlicher an dem von gabumon erwähnten Beitrag von TV Smith auf einer Bravo Hits. Trotz der unbestrittenen Qualitäten von TV Smith wäre der ja nun wirklich niemals auf so einer Compilation gelandet, dafür fehlt es absolut an Bekanntheit.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.

  • Mir ging es nicht um "gut" oder "schlecht", das ist grundsätzlich schwierig, da subjektiv.


    Aber jemand, der einfach grundsätzlich das hört, was gerade "aktuell", "beliebt" oder eben "in den Charts" ist, hat tendenziell keinen Musikgeschmack. Ein bestimmter Geschmack würde ja bedingen, dass man bestimmte Sachen mag und andere eben nicht. Wenn das aber je nach Trend wechselt, hat das mit eigenem Geschmack schlicht nichts zu tun, dann ist man in der Hinsicht einfach "Fähnchen im Wind".


    Wobei ja nicht auszuschließen ist, dass diejenigen, die Bravo Hits o.ä. Sampler hören, alles (auf ihre Art) mögen was da drauf ist und gut heißen. Ich zumindest maße mir nicht an, das so zu sehen.
    Und nicht alles was aktuell oder in den Charts ist, wurde geschaffen, um da hin zu kommen. Ich meine jetzt im Sinne von künstlich erschaffenen "Künstlern" à la DSDS & Co. Auch Bands/Sänger, die es schon jahrelang gibt und nicht auf Charts zielen, tauchen dort mal auf. Dass das zum Großteil eher Musik ist, "die nicht weh tut", ebenso wie im Radio, ist das eine, andererseits ist man aber auch kein "besserer" Musikhörer, wenn man sich abseits des Mainstreams bewegt, sämtliche Booklets auswendig kennt oder weiß, welche Farben die Socken des Bassisten bei Aufnahme des Albums X hatten.
    Für diejenigen, für die Musik den Stellenwert nonplusultra hat, mag das wichtig sein, für diejenigen, die einfach nur unterhalten werden wollen oder wirklich kein bestimmtes Genre festlegen, eben nicht.
    Dann doch lieber einen relativ gemischten Sampler wie Bravo Hits, als ein "Best of DSDS".
    Dass dadurch die "Gefahr" entsteht, dass auch Leute mit "schlechtem (oder keinem) Musikgeschmack" auf "gute" Bands (in dem Fall die Hosen) aufmerksam werden und diese (oder das Lied) plötzlich sogar mögen - tja, so ist das Leben. Wir haben in D. nicht nur eine freie Religions- oder Berufswahl, sondern auch eine freie Musikwahl - und das ist gut so! Nur weil sich jemand irgendeiner "Szene" zugehörig fühlt, heißt das nicht, dass die entsprechenden Bands dann auch nur für deren Anhänger spielen (dürfen). Denn auch da würde ich mir nie anmaßen festzulegen, wer das jetzt hören "darf" und wer nicht.


    Es gibt ja auch Menschen, die die Buli-Ergebnisse mehr oder weniger interessiert verfolgen, aber keinen favorisierten Verein haben. Denen spreche ich ja auch nicht ab, dass sie nicht "vollwertig" interessiert sind (es sei denn, es geht um die EM- und WM-Fans.  8) )

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    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

  • Hast du eigentlich gelesen, was ich geschrieben habe, bevor du deine Antwort verfasst hast?


    Entscheidend ist vor allem der erste Satz im von dir zitierten Post. Ich maße mir absolut nicht an, zu beurteilen, wer einen "guten" oder "schlechten" Musikgeschmack hat, auch glaube ich nicht, dass man ein "besserer" Musikhörer ist, nur weil man sich in einer subkulterellen Schiene bewegt. Im Gegenteil kann das sogar manchmal ein ziemlich enges Korsett schnüren und man verpasst hörenswerte Sachen, nur weil sie eben nicht im eigenen Schema stattfinden.


    Auch habe ich nicht gesagt, dass in den Charts nur Müll ist oder dass alles, was dort landet, gezielt dafür gemacht wurde. So eine Aussage wäre der hinterletzte Schwachsinn.


    Was ich meine, ist, dass in den Charts naturgemäß eine krude Mischung aus so ziemlich allem landet, was einer gewissen Anzahl an Menschen gut genug gefällt, um Geld dafür auszugeben. Wenn man das hat, was man objektiv "Geschmack" nennen kann, also man selbst für sich differenziert, was einem gefällt und was nicht, dann wird es nicht möglich sein, drumrum zu kommen, auch mal etwas nicht zu mögen. Im Zweifelsfall sogar sehr vieles nicht zu mögen.


    Einfach "alles mitzunehmen, was gerade so beliebt ist" hat mit individuellem Geschmack nichts zu tun. Nicht mehr und nicht weniger habe ich gesagt.


    Verwerflich ist das indes nicht, macht das Leben für einen vermutlich sogar einfacher, weil ja überall eigentlich nur tolle Musik läuft, egal wo man hingeht.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.

  • ...die eher sein empfinden gegenüber des songs wiedergibt!

  • Und warum hattest du dann persönlich Fremdscham Schmerzen, als Alles aus Liebe auf nem Bravo Hits Sampler war? Da ist doch schon ne Wertung enthalten?

    Steht am Ende des Absatzes, die Schunkelei fand ich gruselig. Ansonsten ist sicher auch ein Faktor, dass so eine Single die allgemeine Wahrnehmung einer Band beeinflusst und da fand und finde ich Alles aus Liebe nicht sonderlich repräsentativ. Zudem ist mein in der Retrospektive geschildertes Gefühl das eines damals 11-jährigen, der wohl etwas weniger reflektiert war, als ich es heute bin.


    Edit: die Anwesenheit auf dem Sampler war zu keiner Zeit das, was mich gestört hat. Auch damals schon nicht.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.

    Einmal editiert, zuletzt von DTH_HB_86 ()

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