[25.03.2022] Scheiss Wessis [7" Single, Download, Stream]

  • Mit diesem schönen Projekt kommen ein paar Erinnerungen hoch, an die ich sonst sicher viele Jahre nicht gedacht hätte. Mich betrifft das Thema zwar nur mit Abstand, aber an die Gefühle damals, als wir vor dem Fernseher saßen und gehofft hatten, jeden Tag, dass endlich doch die Mauer fällt und es dann endlich soweit war, kann ich mich sehr gut erinnern. Meine Mutter erklärte mir damals die Zusammenhänge und an dem Abend des Falles saßen wir alle mit Tränen in den Augen vor dem Fernseher. Die Freude war auch bei uns unendlich groß. Meine Großmutter war immer darauf bedacht, dass genug Eierlikör im Barschrank stand. Mindestens immer zwei Flaschen, zur Vorsorge. Auch wir Kinder durften davon immer wieder trinken. Und an diesem Abend gabs zwei Stamperl davon. Dann kam noch Nelson Mandela endlich frei und wir hatten wieder Tränen in den Augen. Zu der Zeit hatte ich das starke Gefühl, dass das Gute und die Liebe wirklich am Ende siegen können und stärker sind als alles andere. Heute scheint die Zeit rückwärts zu laufen....


    Es gefallen mir beide Lieder. Aber mein Favorit ist klar das der Hosen. Mit dem Video zusammen find ich es echt großartig, da hier der Spaß und das Veräppeln noch besser rüberkommt. Mir machts so einfach gute Laune. :) Der Kuß zum Schluß ist das Highlight mit den Stigmata auf dem Rücken. Und das Sandmännchen, das ich als KInd sehr liebte. :love:


    Später kamen dann die Ostdeutschen zu uns um zu arbeiten. Vorallem in der Gastwirtschaft und im Verkauf hörte man aufeinmal ständig die Berliner Igge-Sprach-Melodie. Wir fandens irgendwie lustig plötzlich auf den Almen von norddeutschen bewirtet zu werden. Das passte irgendwie so überhaupt nicht zusammen. Es gab auch viele die sich darüber aufgeregt haben, wegen Kultur und Tourismus und so.... :rolleyes: Statt "Griasdi, huck di hea, mogst an Schnops?" hörte man plötzlich "Tachjen, darf ich etwas zum Trinken servieren?". ^^ Kulturschock


    Aber zum eigentlichen Thema:

    Man könnte ja glauben, so ein Ösi, was will die bei dem Thema mitreden?! Zum Einen kommt ein Teil meiner Familie aus Norddeutschland. Zum Anderen durfte ich noch einen DDR-Bürger kennenlernen, der damals beim Fluchtversuch erwischt wurde. Der dann verurteilt wurde und mit einem Auftrag entlassen wurden. Was das bedeutete, wissen wir heute alle. Der zweite Fluchtversuch gelang. Dieser Mensch hat sich das selbst sein ganzes restliches Leben nicht verzeihen können und konnte auch sein Leben in Deutschland nicht weiterführen. Nach vielen Jahren auf Reisen (Davonlaufen) ist er dann in Österreich in unserer Nachbarschaft aufgeschlagen. Wir haben viele gemeinsame Abende mit langen Gesprächen und feiern verbracht. Und das werde ich nie vergessen: Am ersten Morgen, nach einer ausgelassenen Nacht, hat er uns mit dem Lied "Mamor, Stein und Eisen bricht" auf Anschlag gedreht geweckt. Er war so seelig, dass er endlich wieder ein Zuhause gefunden hatte. Heute lebt er nicht mehr. Zumindest mit seinen Kindern, die er damals im Stich gelassen hatte, konnte er noch seinen Frieden machen.


    Und so denke ich, ist das Thema für viele heute noch brandaktuell. Wir haben im Alltag darauf vergessen auf die Zeichen zu achten. Floskeln, die uns salopp über die Zunge rutschen, können beim Anderen große Wunden aufreißen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass das gerade zwischen Campino und Marteria immer wieder Thema ist. Die humorvolle Weise, wie sie das Thema behandeln, finde ich genial. Viel besser als immer die schweren, deprimierenden Diskussionen. Dass sie Deutschland in die Gruppentherapie schicken finde ich echt super! :daumen:

    Dass mich die Hosen eh immer so triggern... :*:*:*

    Auf da Alm gibt´s ka Sünd!

    "… Nimm nichts mit, wir brauchen nichts. Lass alles hier und schmeiß es weg. All die Souvenirs, unsere Biographien.

    Alles lästiges Übergewicht… "

  • Ich glaube, das wird der neue Opener bei den Konzerten.


    Haben die Hosen musikalisch bei Scheiß Ossis mitgewirkt?

    Jo. Aber die Musik ist ja auch mehr oder weniger die gleiche.

    Es ist töricht zu glauben, dass die AfD gewählt wird, obwohl es sich um eine rechtsextreme Partei handelt.

    Die AfD wird gewählt, weil es sich um eine rechtsextreme Partei handelt!!!

    ...und das macht die Situation so gefährlich!

  • Ich glaube, das wird der neue Opener bei den Konzerten.


    Haben die Hosen musikalisch bei Scheiß Ossis mitgewirkt?

    Ja. Ich denke mal die Gitarrenmusik wurde von den Hosen bzw Kuddel eingespielt.


    Hier nochmal zwei Listen der Personen, welche an den Songs mit komponiert und geschrieben haben. Diese Listen stehen auf Spotify in den Songinfos:


    SCHEISS WESSIS:

    Breiti

    Campino

    Marteria

    Andi

    Vincent Sorg

    Kuddel


    SCHEISS OSSIS:

    Berger

    Breiti

    Conen

    Campino

    Marteria

    Andi

    Vincent Sorg

    Kuddel

    von Schlippenbach


    Quelle: Spotify


    Kann mir jetzt irgendwie vorstellen, warum manche Leute Scheiss Ossis besser finden...

  • Wenn jetzt schon "Vincent Sorg" selbst bei den Songs mitwirkt ist das eine Bankrotterklärung der Band. Wenn man nichts mehr zu sagen hat und andere das übernehmen müssen sollte man wirklich langsam dran denken aufzuhören...


    Wann taucht Dieter Bohlen da mit auf?

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Wenn jetzt schon "Vincent Sorg" selbst bei den Songs mitwirkt ist das eine Bankrotterklärung der Band. Wenn man nichts mehr zu sagen hat und andere das übernehmen müssen sollte man wirklich langsam dran denken aufzuhören...


    Wann taucht Dieter Bohlen da mit auf?

    „Bankrotterklärung“… - „Wenn man nichts mehr zu sagen hat…“

    Ja, nee, is klar. Und morgen übernimmt der Orth die Vormundschaft für alle Bandmitglieder… 🙈

    "Morgen ist auch noch ein Tag", sagte der Optimist.
    (Werner Mitsch)

  • Wenn jetzt schon "Vincent Sorg" selbst bei den Songs mitwirkt ist das eine Bankrotterklärung der Band. Wenn man nichts mehr zu sagen hat und andere das übernehmen müssen sollte man wirklich langsam dran denken aufzuhören...


    Wann taucht Dieter Bohlen da mit auf?

    Vincent Sorg beteiligt sich an so gut wie jedem Song der Hosen. Er ist schließlich der Produzent und neben der Abmischung eines Songs ist es seine Aufgabe, Tipps zu geben, was man an den Songs verbessern oder umschreiben könnte. Die Band darf dann Entscheiden, ob sie dies umsetzen oder nicht.

  • Wenn jetzt schon "Vincent Sorg" selbst bei den Songs mitwirkt ist das eine Bankrotterklärung der Band. Wenn man nichts mehr zu sagen hat und andere das übernehmen müssen sollte man wirklich langsam dran denken aufzuhören...

    Gibt's denn eine Übersicht der Songs, bei denen Sorg als "mitschreiber" genannt wird?

    Auf die schnelle fallen mir nurF eiern im Regen und Scheiss Wessis ein. Habe da allerdings fast nie drauf geachtet.

  • Man zählt den Produzenten eben nicht bei einzelnen Songs, sondern eben an der gesamten Platte, da der ja normalerweise eben die ganze Platte produziert. Wenn er bei den Songcredits (und wohl dann auch in der Gema steht) hat er an dem Song mitgearbeitet.


    Und wenn bei so einer Co-Produktion so ein schlechter Song rauskommt ... naja.

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Ich arbeite in Westberlin

    Edit: Freudscher Verschreiber... Es muss natürlich "Ostberlin" heißen, sonst macht das keinen Sinn. Aber es haben ja alle versanden, was ich sagen wollte...

    Wirst du das von Berlinern gefragt oder von "Wessis" generell?

    Das kann aus allen Richtungen kommen. Habe ich überall erlebt.

    Wenn jemand aus z. B. Sachsen kommt, sag ich u. U. zwar schon, "das ist ein Ossi", meine das aber keineswegs böse oder abwertend, sondern veralbernd,

    Ja, aber genau das ist das Problem. Tatsächlich meinen es viele "nur so aus Spaß". Und ich persönlich bin niemand, den das wirklich berührt. Aber es gibt eben Leute, die lassen das an sich ran - egal wie man das meint. Ich sag ja auch nicht "Ni**er", auch nur aus Spaß. Manche Sachen manifestieren sich eben. Und wenn man den "Witz" immer und immer wieder hört, dann glaubt man es eben auch irgendwann. Warum muss man dann "Ossi" und "Wessi" sagen? Wozu soll das gut sein? Es kann sehr schnell das Gefühl von "ihr und wir" geben. Mehr noch: Bei vielen kommt dann schon der Gedanke von Machtgefälle. Insbesondere wenn man sieht, dass auch Wohlstandsunterschiede (zB. bis 20% Gehaltsunterschied) dazu kommt. Wie gesagt, ich glaube, ich stehe da irgendwie drüber und mache mir nichts draus. Aber es gibt eben immernoch viele, die auch viel verloren haben in der Wende. Und die fassen das sehr wohl als Beleidung auf. Irgendwann muss die Denke doch mal aufhören. Wie lange soll das dauern?


    Selbst der Begriff "Neue Bundesländer" ist einfach mal absolut albern mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Es ist doch definitiv eine Abgrenzung, gewollt oder nicht. Ostdeutschland ist eben "neu bei uns". Was soll das aussagen? "Das ist schon ok, die wissens halt nicht besser. Die haben noch zu lernen."?

    36 (+2)
    Narf.

  • Edit: Freudscher Verschreiber... Es muss natürlich "Ostberlin" heißen, sonst macht das keinen Sinn. Aber es haben ja alle versanden, was ich sagen wollte...

    Das kann aus allen Richtungen kommen. Habe ich überall erlebt.

    Ja, aber genau das ist das Problem. Tatsächlich meinen es viele "nur so aus Spaß". Und ich persönlich bin niemand, den das wirklich berührt. Aber es gibt eben Leute, die lassen das an sich ran - egal wie man das meint. Ich sag ja auch nicht "Ni**er", auch nur aus Spaß. Manche Sachen manifestieren sich eben. Und wenn man den "Witz" immer und immer wieder hört, dann glaubt man es eben auch irgendwann. Warum muss man dann "Ossi" und "Wessi" sagen? Wozu soll das gut sein? Es kann sehr schnell das Gefühl von "ihr und wir" geben. Mehr noch: Bei vielen kommt dann schon der Gedanke von Machtgefälle. Insbesondere wenn man sieht, dass auch Wohlstandsunterschiede (zB. bis 20% Gehaltsunterschied) dazu kommt. Wie gesagt, ich glaube, ich stehe da irgendwie drüber und mache mir nichts draus. Aber es gibt eben immernoch viele, die auch viel verloren haben in der Wende. Und die fassen das sehr wohl als Beleidung auf. Irgendwann muss die Denke doch mal aufhören. Wie lange soll das dauern?


    Selbst der Begriff "Neue Bundesländer" ist einfach mal absolut albern mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung. Es ist doch definitiv eine Abgrenzung, gewollt oder nicht. Ostdeutschland ist eben "neu bei uns". Was soll das aussagen? "Das ist schon ok, die wissens halt nicht besser. Die haben noch zu lernen."?

    Bei meiner Erklärung, wann ich den Begriff "Ossi" u. U. verwende, kam dann aber auch noch der Hinweis um die geografische Zuordnung, nicht, um mich in irgendeiner Form drüber lustig zu machen. Das ist keineswegs meine Absicht.

    Es liegt nun mal in der Natur oder Angewohnheit eines Menschen, dass man jemand anderen geografisch einordnen möchte.

    Egal wo ich in Deutschland oder auf der Welt mal war, überall wurde ich gefragt, wo ich her komme.

    Ich für meinen Teil verbinde mit "Ossi" lediglich ob er aus einer Region kommt, in der ich noch nicht so oft war und die von mir aus gesehen am anderen Ende der Republik liegt, über Bildung, Wohlstand, ihr/wir, etc. mache ich mir da überhaupt keinen Kopf.

    Aber es gibt nun mal regionale Unterschiede - egal ob im Norden, Süden, Osten oder Westen - sei es durch Dialekte, Gerichte oder sogar Marken, von daher wird es diese "Abgrenzung" oder Unterscheidung immer geben.


    In meinem Heimatort gibt es nen Supermarkt, der wird bei den "Einheimischen" immer noch unter dem Firmennamen genannt, den er vor 40 oder mehr Jahren mal hatte, als er errichtet wurde. Inzwischen hatte er schon mehrere Besitzer, gehörte zu verschiedenen Ketten und doch heißt es oft noch "ich muss noch ins *Ursprungsname*", statt ich muss noch zum "hier jeden anderen Nachfolgernamen, inkl. dem aktuellen einsetzen" und das inzwischen auch Generationenübergreifend.

    Sogar Straßennamen, die vor der dortigen Flurbereinigung 1974 noch anders hießen als heute, werden hin und wieder von "älteren Personen" mit dem alten Namen genannt, weil er in der hintersten Ecke des Hirns noch irgendwo verknüpft ist.

    Und so wird es auch mit dem "östlichen" Teil der Bundesrepublik sein: diejenigen, die noch mit der "DDR" aufgewachsen sind, werden den Unterschied, wenn auch ungewollt, immer noch eher im - hier fehlt mir das treffende Wort Sinn?/Gefühl?/Kopf? - haben, als diejenigen, bei denen die Republik schon wiedervereint war, als sie geboren wurden.

    Es sei denn, sie übernehmen den Sprachgebrauch der Eltern oder Großeltern, so wie bei uns den Namen des Supermarktes.

    Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!


    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

  • Bei meiner Erklärung, wann ich den Begriff "Ossi" u. U. verwende, kam dann aber auch noch der Hinweis um die geografische Zuordnung, nicht, um mich in irgendeiner Form drüber lustig zu machen. Das ist keineswegs meine Absicht.

    Ich habe dir auch nicht zu unterstellen versucht, das böse zu meinen. Ich wollte dabei nur darauf eingehen, wie es ankommen könnte. Und du hast ja selber das Wort "veralbern" benutzt - also schon eine Form von "lustig machen".


    Natürlich gibt es regionale Unterschiede. Natürlich ordnet man ein. Aber ich glaube die verwendeten Begriffe könnten einfach schwierig sein. "Ossi" oder "Ostler" ist leider bei vielen negativ konnotiert. Ich habe keine Idee, wie man das verändern könnte, aber Fakt ist, dass es leider noch immer so ist.

    36 (+2)
    Narf.

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