Böhse Onkelz

  • Steile these: Klar. Mit 16, 20, 25 kann man sich ja hinter sowas verstecken. Aber irgendwann darf man auch mal an sich arbeiten, erwachsen werden und klar kommen.

    Das stimmt natürlich. Aber Kevin Russel hat lange Zeit eben nicht an sich gearbeitet, wurde nicht erwachsen und kam auch nicht klar. Er ist nicht der Einzige. Und für viele von ihnen wurden die Onkelz in einer schwierigen Phase zum Seelenpflaster. Manchen von ihnen ging es irgendwann besser, aber inzwischen haben sie ziemlich viel in die Böhsen Onkelz hineinprojeziert. Einige Fans denken sogar, dass ihnen die Onkelz aus dieser schwierigen Situation heraushalfen. Nein, das waren die Leute schon selbst. Sie haben halt die Band und ihre Musik dazu genutzt, um sich wieder aufzurichten.


    Meine Darstellung des sozialpsychologischen Aspektes des Aufstieges der Onkelz ist skizzenhaft und einige Striche habe ich zu fett gezogen, um meine These klar rüberzubringen. Es gibt auch Onkelzfans, auf die die grobe Skizze nicht zutrifft. Aber ich denke schon, dass ich einen wichtigen Kern getroffen habe.

  • Die Länge der Beiträge erinnert an Pillermaik zu seinen besten Zeiten...

  • Meine wildeste Zeit - die 1990er Jahre - waren für mich untrennbar sowohl mit den Böhsen Onkelz als auch den Toten Hosen verbunden. Beide Bands schafften es in den 1980er Jahren jeweils einen Song rauszuhauen, der meine damalige Lebenseinstellung fast genau zum musikalischen Ausdruck brachte, wie keine anderen deutschen Bands das taten. Das waren "Stolz" von den Onkelz und "Das Wort zum Sonntag" von den Hosen. Gleichzeitig gab es in beiden Liedern auch etwas, was nicht zu mir passte und deshalb passend gemacht werden musste. Indem die entsprechenden Passagen umgedichtet wurden - geistig beim hören und laut beim Mitsingen.


    Es ist klar, was bei "Stolz" nicht zu mir passte. Genau, die dämliche "Deutschlandfahne". Aus der wurde bei mir eine "rote Fahne". Wohlgemerkt ohne Hammer und Sichel als Staatsfahne der Sowjetunion, sondern eine einfache rote Fahne als das Symbol der Arbeiterbegung.


    Beim "Wort zum Sonntsonntag" sah die umgedichtete Stelle so aus "Solange Roddy Moreno (Sänger der antifaschistischen Skinheadband The Oppressed) lebt, solange bleibe ich ein Skin."


    Sowohl dass es genau diese beiden Lieder waren als auch, dass ich sie umdichten musste, damit sie auch wirklich zu mir passten, zeigten meine Außenseiterrolle als linker Skinhead.


    Klaus Farin schrieb in einen seiner Bücher: "Als linker Skinhead hast du keine Freunde" Okay, das ist jetzt ein wenig übertrieben formuliert, aber man eckt halt fast überall an. Aber ganz ehrlich, dass war genau das, was mich damals an der linken Variante des Skinheadkultes magisch anzog. PROVOKATION ohne Ende. Nein, es gab damals für mich nichts Schöneres, als besoffen durch die Stadt zu ziehen und laut zu schreien: Glatzen gegen Nazifratzen, Oi!, Oi!, Oi!


    Doch das ist lange her. Heute bin ich ein alter Sack, der seine Ruhe haben will. Es fällt mir im Traum nicht ein, meine lieben Mitmeschen zu provozieren.

    3 Mal editiert, zuletzt von linker Skin ()

  • Na der Kevin sieht ja mal wieder sehr gut aus in letzter Zeit......und seine intelligenten Videeos

    wie kann man diese Band gut finden?

    Schon mal drüber nachgedacht, dass die politische Überangepasstheit von Campino heute auch so einigen Leuten auf den Kranz geht? Ich meine seine Bemerkung, dass er heute eine Kriegsdienstverweigerung überdenken würde. Für keinen Staat der Welt lohnt es sich zu töten und zu sterben. Nicht für Russland, nicht für die Ukraine und nicht für Deutschland. Die Deserteure sind die einzigen Helden in allen Kriegen!


    Das ist genau das Problem, welches ich mit Campino habe. Die aktuellere Musik der Toten Hosen kann ich nicht beurteilen, weil ich sie nicht kenne. Vielleicht ziehe ich mir mal nach und nach ihre neueren Sachen rein. Denn schließlich bin ich ja jetzt hier.

    5 Mal editiert, zuletzt von linker Skin ()

  • Das sehe ich zwar genauso dass man nicht zum Bund sollte aber ändert für mich nix daran dass Kevin als Frontman ein absoluter Vollpfosten und Assi ist , gefolgt von der Hohlbirne Gonzo.

    Ich finde Kevin auch total daneben. Und Gonzo ist bei mir seit dem gemeinsamen Auftritt mit Frei.Wild sowieso unten durch.


    Gut, dass du das mit dem Bund auch so siehst.

  • Beitrag von Mäc Gates ()

    Dieser Beitrag wurde von andy gelöscht ().
  • Noch zum letzen Mal grundsätzlich zu Kevin. Der hätte nach seinem Unfall einfach eine Therapie machen, sein ganzes verkorgstes Leben mal wirklich aufarbeiten und ansonsten seine immer noch viel zu große Klappe halten sollen. Nix mit Soloprojekt und Reunion der Onkelz.


    Politisch hat Kevin aber mit dem Nationalismus gebrochen, da bin ich mir ziemlich sicher. Da ist zum Beispiel der wunderschöne Song "Heimat" vom Album Glaube und Wille von seiner Band Veritas Maximus. In diesem Lied setzt er slch kritisch mit dem Nationalismus auseinander und kommt zu dem Schluss, dass der ganze blaue Planet unsere Heimat ist. Wirklich, ein sehr schönes Lied.


    Aber Kevins öffentliche Auftritte sind einfach nur zum fremdschämen. Dass Weidner ihn als Vorbild hinstellt, ist lächerlich. Aber wie soll man die Marke Böhse Onkelz sonst weiter erfolgreich verkaufen?

  • andy

    Hat das Thema geschlossen.

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