• Zitat

    Original von dth-jenny
    Polsterzipfal


    deine gedichte sprechen mir so aus dem herzen...
    genau das ist es was ich ganz oft fühle, aber
    nicht ansatzweise so in worte fassen kann....


    Wow, arge Sache, freut mich, dass du damit etwas anfangen kannst.

    Ein Tag wie jeder andere,
    doch für mich ist er nicht gleich.
    Ich fühle mich heute seltsam gut, denn ich weiß, es ist soweit.
    Ein Leben, das zu Ende ist, und eins das neu beginnt.
    Durch die Tür nach draußen gehen,
    es gibt kein Zurück.

  • die Vorspeise:


    Der Schmerz, er sitzt so tief in mir,
    frisst und frisst, zerstört in mir,
    den Will´n der schafft, sogar die Kampfeskraft.


    So schwer ist es, nun wieder mal,
    mein Leben, meistens eine Qual.


    Ich will ihn vertreiben, er soll mir nicht mehr zeigen,
    wie sehr ich kann leiden.


    In die Schranken weisen, so dass er beisst auf Eisen,
    bis dahin, wird´s sein ein schwerer Weg,
    doch nie ist es dafür zu spät!


    Ich schaffte es, auch einmal schon,
    vertrieb den Schmerz, so dass dann ich gewann.


    So lebte ich fünf Jahre lang,
    bis er mich auf´s neue umschlang.


    Ich will und werde wieder siegen,
    denn von diesem Arschloch, lass ich mich nicht klein krieg´n!

    Ein Tag wie jeder andere,
    doch für mich ist er nicht gleich.
    Ich fühle mich heute seltsam gut, denn ich weiß, es ist soweit.
    Ein Leben, das zu Ende ist, und eins das neu beginnt.
    Durch die Tür nach draußen gehen,
    es gibt kein Zurück.

    Einmal editiert, zuletzt von Polsterzipfal ()

  • Kaum wird es draußen kalt und ungemütlich ziehen sich viele in ihre warme Wohnung zurück. So auch ich und wurde mehr oder weniger kreativ.


    Dezemberimpression


    feine Flocken fallen sacht
    auf der Bäume altes Laub
    all das Grün verweht von Pulverpracht
    Leichtigkeit tanzt überall umher


    horch die Winde wirbeln freudig
    vergessen ist des Herbstes' Sturm
    frische Luft in deinen Knochen
    spüre endlich wärmend Blut


    Boden knirscht dank schwerer Schritte
    kündet bald von tiefem, kalten Schnee
    nun mehr wird es früher dunkel
    helle Lichter funkeln hoch am Firmament


    plötzlich Stille
    ein einzig Hauch zerzaust dein Haar
    Klarheit bis zum Horizont
    kein Vogel kreischt, noch flattert auf
    nur ein Flüstern zieht umher


    ein Rauschen tönt den Bach hinauf
    dein Blick erkennt den gefrorenen Lauf
    nichts weiter
    nur silbriger Schein


    dein Weg durch das Land
    eine ferne Stimme ruft nach dir
    Gedanken schweben ihr nach
    du kennst sie


    verweile nicht auf weiter Flur
    rotes Glimmen in den Tannen
    bald ist es Nacht
    doch bist du allein?


    Suche:

    2015.08.24 Leipzig, 2015.08.12 Kempten, 2015.06.02 Frankfurt/O, 2015.05.12 Dresden, 2014.12.02 Wiesbaden, 2013.10.12/11 Düsseldorf, 2013.08.24 Neu Ulm, 2012.04.10 Bremen - 30 Jahre DTH - Magazinkeller

  • Allen Mut zusammen nehmend schreibe ich gleich einen Vierzeiler rein. Bitte entschuldigt, daß ich so was Banales bringe.. nach wirklich schönen Gedichten von Euch...


    Vielleicht lösch' ichs morgen wieder...


    Jetzt kommt der Vierzeiler:



    Ob im Süden unten, ob im Norden droben....
    wollen wir die Toten Hosen loben!
    "Ihr seid die geilste Band auf Erden,
    die der liebe Gott ließ werden!"



    Danke für Euere Nachsicht im Voraus...


    Walter

  • Die Vase


    Einst stieß der Ellenbogen eines Einbrechers eine Keramikvase vom Tisch. Die Vase fiel zu Boden und zersprang klirrend in tausend Scherben. Da machte sich der Dieb schnell aus dem Staub. Vom Lärm geweckt, betrat die Hausherrin die Küche und als die Frau die Splitter der Vase auf dem Boden liegen sah, begann sie bitterlich zu weinen. Die Vase hatte sie selbst aus Ton geformt, bemalt und in einem Ofen gebrannt.
    Die Frau versuchte die Scherben wieder zusammen zu setzen, aber die Bruchstücke wollten einfach nicht aneinander haften bleiben, so oft sie es auch versuchte. Und mit jedem Tag an dem ihr das Zusammenfügen nicht gelang, weinte die sie ein paar Minuten länger. Kein Sonnenaufgang, kein Vogelgezwitscher konnte ihr ein Lächeln entlocken. Ihre Miene wurde starr und die Starre breitete sich über ihren ganzen Körper aus, auf dass bald nur noch eine Statue im Raum stand, die auf einen Scherbenhaufen blickte.
    Wochen, Monate, Jahre verstrichen, bis irgendwann ein Mann am Garten der Frau vorbei schlenderte, in die Küche linste und eine seltsam lebensechte Statue darin erblickte. Flink kletterte der Mann über den Zaun in den Garten. Er klopfte gegen das Glas der Schiebetür. Er wartete eine Weile, doch niemand öffnete ihm. „Hallo? Ist da wer?“, fragte der Mann, aber als ihm auch niemand antwortete, schob er die Tür auf und betrat die Küche. Beim Betrachten der Statue bemerkte der Mann die unzähligen Scherben auf dem Tisch, auf die die Statue ihren Blick zu richten schien. Der Mann entschwand nach draußen und kehrte nach einer Weile in die Küche zurück, Spezialkleber in seiner Hand. Geduldig setzte er die Einzelteile der Vase wieder zusammen. Scherben für Scherben.
    Der Mann war gerade fertig geworden, als sich die Statue bewegte. Die Starre löste sich und mit ihr kehrten die Lebensgeister der Frau zurück.
    „Danke. Tausend dank.“, sagte die Frau. „Du weißt gar nicht wie wertvoll deine Hände sind. Ohne dich wäre ich immer noch verloren. “
    Er verstand erst nicht. „Verloren? Ich habe doch gar nicht viel gemacht! Bloß diese Vase zusammen gesetzt!“
    „Ja, das hast du. Und diese Vase – ist meine Seele!“

    D[ie] T[oten] H[osen]

  • Mal was eigenes von mir, ich hoffe es gefällt!


    Ein Lichtlein


    Monate, es ist noch nicht lang her, seitdem wir uns kennen,
    mein Lebenslicht erlosch, doch du brachtest es zum brennen,
    es ist mir mehr als nur eine Ehre, das wir uns Freunde nennen,
    du bist ein sehr enger Vertrauter, nichts kann uns trennen,


    doch inzwischen ist es dunkel, es sieht nicht gut aus um dich,
    wir wissen es geht dem Ende zu, Dunkelheit umschließt mich,
    doch wir wollen es uns nicht eingestehen, ziehen keinen Strich,
    wir gehen diesen steinigen Weg bis zum Ende, das versteht sich,


    dieses Lichtlein brennt nur für dich, siehst du es flackert im Sturm,
    es wird dich Lenken bis auf das Ende zu, wie ein großer Leuchtturm,
    die Flamme wird dein Begleiter sein, hör das knacken hör das Surren,
    gib mir deine Hand ich halte sie, im nassen Sand bleiben unsere Spuren


    und ist dein Licht erstmal erloschen, bist du nach lange, lange nicht vergessen,
    du bist in mir – meinen Gedanken – meinem Herzen, das ist mehr als angemessen,
    niemand stirbt bevor die Erinnerung verlischt, dein Licht brennt in mir stattdessen,
    unendlichen Dank, das hier ist nicht in Gold aufzuwiegen, zu zählen oder zu messen!


    © Ron Papo 02.10.2008
    __________________

    [FONT="Century Gothic"]Tired of trying,
    sick of crying,
    Yeah I'm smiling,
    but inside I'm dying
    [/FONT]

  • Ist zwar nicht von mir, aber muss ich in Deutsch lernen


    Hiroschima


    Der den Tod auf Hiroshima warf
    Ging ins Kloster, läutet die Glocken.
    Der den Tod auf Hiroshima warf
    Sprang vom Stuhl in die Schlinge, erwürgte sich.
    Der den Tod auf Hiroshima warf
    Fiel in Wahnsinn, wehrt Gespenster ab
    Hunderttausend, die ihn angehen nächtlich
    Auferstandene aus Staub für ihn.


    Nichts von alledem ist wahr.
    Erst vor kurzem sah ich ihn
    Im Garten seines Hauses vor der Stadt.
    Die Hecken waren noch jung und die Rosenbüsche zierlich.
    Das wächst nicht so schnell, dass sich einer verbergen könnte
    Im Wald des Vergessens. Gut zu sehen war
    Das nackte Vorstadthaus, die junge Frau
    Die neben ihm stand im Blumenkleid
    Das kleine Mädchen an ihrer Hand
    Der Knabe, der auf seinem Rücken saß
    Und über seinem Kopf die Peitsche schwang.
    Sehr gut erkennbar war er selbst
    Vierbeinig auf dem Grasplatz, das Gesicht
    Verzerrt von Lachen, weil der Photograph
    Hinter der Hecke stand, das Auge der Welt


    von : Marie Luise Kaschnitz

  • So nun mal was von mir....würde mich über kritik freuen


    Die Zeit


    die uhr an der wand steht still
    weil sie nicht mehr ticken will
    die zeit will nicht weitergehen
    bleibt wie die welt lieber stehen


    menschen dagegen kommen und gehen
    bleiben niemals auf der stelle stehen
    und als du dann gegangen bist
    war es die sehnsucht die mich zerfrisst


    der innere schmerz-die traurigkeit
    ganiert und serviert von einsamkeit
    das gefühl der leere das in mir tobt
    lieblich präesentiert von dem tod


    ich schreie leise-doch es kommt nix an
    weil ich nicht lauter schreien kann
    wie versteinert und paralisiert
    stehe ich hier und habe es realisiert


    das ich und du und wir einmal war
    und mit der zeit erst wird mir klar
    auch die zeit bleibt nicht stehen
    wird irgendwann vorübergehen

  • Also der Anfang erinnert mich ein bischen an die Allgemeine Deutsche Arbeiterbewegung :D


    Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will...


    Suche:

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    Einmal editiert, zuletzt von Mungomunk ()

  • Zitat

    Original von Mungomunk
    Also der Anfang erinnert mich ein bischen an die Allgemeine Deutsche Arbeiterbewegung :D


    Alle Räder stehen still, Wenn dein starker Arm es will...


    garnicht gewusst dass es solche tollen gedichte auch gibt :D :D :D

  • Ich habe mal 10 Lieblingsgedichte von mir hereingestellt. ;)


    Vielleicht spricht ja das ein oder andere jemanden an.


    Viel Spaß beim Lesen! :D


    DIE TOTEN HOSEN


    Es ist dunkel,
    Lichter leuchten plötzlich auf,
    jetzt heißt es:
    "Zurück zum Glück".


    Die Menge tobt,
    als das Stück beginnt,
    hüpfende Massen,
    überall.


    Die Jungs von der "Opelgang",
    plötzlich erwachsen,
    predigen die Parole:
    "Alles wird gut"!


    Hinein ins "Paradies",
    vorbei an "Bonnie & Clyde",
    hinüber zu "Alex",
    rufen die "Glückspiraten".


    "Ein Witz" lässt er los,
    der Sänger, der immernoch,
    ein "Kleiner Junge" geblieben ist,
    "Alles aus Liebe".


    Keine "Seelentherapie" ist nötig,
    "All die ganzen Jahre",
    "Achterbahn",
    mal rauf, mal runter.


    Wir brauchen "mehr davon",
    von den "Zehn Geboten",
    keine "Feinde" in Sicht,
    alle sind "Freunde".


    "Wünsch Dir was",
    ob den "goldenen Westen",
    oder einen "Bommerlunder",
    "Kopf oder Zahl" entscheidet.


    "Keine Ahnung",
    von all' den "1000 Gründen",
    denkt der "Mensch",
    ganz der Devise: "Friss oder stirb".


    "Mein größter Feind",
    sind die "Lügen",
    "im Meer",
    but: "Love is here".


    Ob "Depression Deluxe",
    oder "Daydreaming",
    der "Froschkönig",
    bleibt "Dankbar".


    "Wofür man lebt"?
    für "die Unendlichkeit",
    "unsterblich",
    predigt der "Abt von Andex".


    "Disco in Moskau",
    "Modestadt Düsseldorf",
    die Hosen sind überall Zuhaus',
    "bis zum bitteren Ende".


    "Er denkt, sie denkt",
    "es ist vorbei",
    es herrscht "Großalarm",
    beim "Standort Deutschland".


    "Spiel mir das Lied vom Tod",
    denken alle, wenn sie das "Testbild" sehen,
    der "Streichholzmann" schreit:
    "Viva la Revolution".


    "Und wir leben" immernoch,
    zwar "unter falscher Flagge",
    mitten im "Walkampf",
    dennoch gepackt vom "Reisefieber".


    Doch "morgen wird alles anders",
    wir sind ja "nur zu Besuch",
    es war ein "long way from Liverpool",
    ein "Leben im Bildausschnitt".


    "Wie man Kaninchen macht",
    weiß niemand so genau,
    doch alle kennen den "Rambo-Dance",
    und den "Kriminaltango".


    Ein "Gewissen" wenn sie "Kölner" singen,
    haben die "grauen Panther" nicht,
    egal ob "Junge Menschen, alte Menschen",
    jeder wünscht sich 'ne "gute Reise".


    "Willkommen in Deutschland",
    lese ich während des Konzertes,
    auf einem Transparent,
    der Mittelfinger geht an "Sascha".


    "Entenhausen bleibt stabil",
    während der "böse Wolf",
    sich "180 Grad",
    um die "1000 Nadeln" dreht.


    Doch "alles ist eins",
    keine "Behauptung",
    kein "Schandfleck",
    denn "ewig währt am längsten".


    Die "Halbstarken",
    waren mal "Helden und Diebe",
    jetzt spielen sie "Im Namen des Herrn",
    auf "Jürgen Engler's Party".


    "Kein Alkohol ist auch keine Lösung",
    drum ruft der Alk: "Kauf mich!"
    da ertönt das "Liebeslied",
    "You'll never walk alone!"


    Egal ob "verflucht, verdammt, gebrandmarkt",
    "was zählt" ist der "Zahltag"
    und das "Wunder", ein "Musterbeispiel",
    der "Schwarzwaldklinik".


    "No one is innocent",
    aber "wir sind der Weg",
    getreu dem Motto:
    "If the kids are united..."


    Ob nun "Fußball", "Traumfrau",
    oder "Dr. Sommer",
    es quält uns immer dasselbe:
    die "Prominentenpsychose".


    Während das letzte "Altbierlied" erklingt,
    sagt man sich "im Hafen ist Endstation" zu,
    das sieht auch "Das Mädchen aus Rottweil" so,
    wir sind keine "Armee der Verlierer!"


    "Betrunken im Dienst",
    schreien wir den "Bayern" "Azzuro" zu,
    wünschen ihnen einen "beautiful day",
    als wären wir beim "Carnival in Rio".


    "Abitur" brauchen wir nicht,
    denn "es geht auch ohne",
    wir können auch so "fliegen",
    und sei es nach "Guantanamera".


    Nun bin ich hier "am Ende",
    man könnte "drüber reden",
    bei einer "Sauerkraut-Polka"
    "Do you remember?"...


    könnte ich Dich in ein Paar Jahren fragen.


    (29.10.2005)
    _______________________________


    Der Lüge größte Wahrheit


    Kehrt! Kehrt die Seelen heim!
    Draussen sieht man keinen,
    nichtmal einen,
    ich heb' ihn auf - den Stein.


    Seht! Seht die Straßen lebensleer!
    Fühlt den allerletzten Tag,
    Herzschlag,
    für euch - scheint's zu schwer.


    Lauft! Lauft den Asphalt tot!
    Bleibt nur einmal standhaft,
    doch ihr lacht,
    ich bin allein - in unser'm Boot.


    Lügt! Lügt die Balken krumm!
    Einmal seid ihr ehrlich,
    und seht mich,
    kurz gedacht - Urteil: dumm.


    Geh'! Geh' bloß weg von hier!
    Sieh's doch endlich ein,
    du bist allein,
    wir klopfen immerzu - an die Schweigetür.


    (24.11.2008)
    _______________________________________________


    Ideale Ideale - ideal


    In Feuer getauchte Lügen,
    ewig brennend heiß,
    in zerstörter Asche liegen,
    sind der Wahrheit Preis.


    Träume der Menschlichkeit,
    sind stets betrogen,
    beraubt von Raum & Zeit,
    einfach abgeschoben.


    Wesen voller Toleranz,
    Opitimismus setzt sich innen fort,
    lang der Ignorantentanz,
    Selbstbetrug hier - Lüge dort.


    Zuversicht in voller Hülle,
    doch längst von Zielen abgewandt,
    den Idealen leerer Fülle,
    gefolgter Feigheit in linker Hand.


    Rechte Hand winkt ihm zu,
    der lügende Pessimist,
    gibt gar längst keine Ruh',
    blickt fortan in Dein Gesicht.


    Nein!, so bist Du nicht,
    schreiend packst Du ihn,
    wirfst ihn in das Flammenlicht,
    siehst der alten Asche Lügen an Dir
    vorüberzieh'n.


    (21.11.2008)


    __________________________________________


    Balzkampf


    Ich male gewollt rot geschwungene Herzen,
    saugend voll von Poesie,
    fühle der Liebe gestohlene Schmerzen,
    mit Rosen fallend auf die Knie.


    "O sole mio" auf den Lippen singend,
    vergewaltigte Violine im Arm,
    der Liebesbotschaft bringend,
    kratzt der Angebtenen nur im Darm.


    Kitschig findest Du es und mehr nicht?
    Du solltest mich mal sehen,
    peinlich berührt affenarschrot mein Gesicht,
    und ich? ich solle gehen.


    Aller Zeit umsonst in sie gesteckt,
    Aktien der Liebsten sinken rapide,
    mein Selbstbewusstsein ist befleckt,
    Oh, Armor - ich war ja so stupide.


    (15.08.2008)


    _____________________________


    Gewollte Angst


    Höllenpforten brechen vor,
    Donnergrollen von Feuers Gluten,
    taubgröhlender Anti-Engel-Chor,
    Ängste lähmende Adern fluten.


    Bohrende Krallen ins Gehör,
    jammernd schreiende Biesterlaute,
    Wahrnehmung findet kein Gespür,
    resistent hartnäckig eine Magenflaute.


    Augen eingehöhlt von dunkler Aggression,
    bebend schwere Zitterhände,
    einzig geradlinig verharrt Verspottungston,
    Horrortrips vernehmen Körperwände.


    Zornesaugen starren blutrot,
    Fehler dürfen nicht nochmal gescheh'n...


    "Du warst wieder nicht beim Abendbrot!
    Stattdessen wieder Fußball seh'n!"


    (14.08.2008)
    ___________________________



    Irgendwer


    Jeden Tag seh'n sie ihn,
    auf Pflastersteinen sitzend,
    unruhig an seinem Barte zieh'n,
    Hände kälteschwitzend.


    Jeden Tag -
    zu
    jeder Zeit.


    Schweifender Blick,
    vorbei zum Uhrenwerk,
    Ego kehrt zurück,
    es ruft der Alltagsberg.


    Weit oben war er lang' nicht mehr,
    den Sinn darin sieht er nicht,
    der Aufstieg wäre viel zu schwer,
    niemand' würd' wollen sein Gesicht.


    Jeden Tag -
    zu
    jeder Zeit.


    Gefaltet das nächtliche Papier zum Bett,
    Mondeslicht ihm ein Gefühl von Freiheit schenkt,
    Tageslohn - mit den paar Groschen - auch ganz nett,
    gedankengleitend sich das Haupt zum Schlafe senkt.


    Gipfelstürmend bewegt er sich im Traum,
    der Arm spaziert zeitloses Uhrenwerk,
    gibt sich und den Armen etwas Raum,
    "bald steht ihr auf dem Berg!"


    (14.08.2008)


    ______________________________


    Der Toten tanzende Schuh'


    Eine Reise will ich buchen,
    sonnig und gepflegt,
    in Mutters Erde Kuchen,
    weich hereingelegt.


    Arme kreuzend,
    ein Lächeln im Gesicht,
    oben Geräusche seufzend,
    um mich herum kein Licht.


    Plötzlich prasselt's Erd' von oben,
    immer mehr bis es verschallt,
    kann mich nicht austoben,
    finde keinen festen Halt.


    So lieg' ich da,
    und höre wohl in der Nacht die Eul',
    es scheint mir jemand ganz ganz nah,
    ja, es klingt nach jungem Geheul'.


    "Oh, bitte sag' was ist gescheh'n?
    Meine Eltern sind nicht hier,
    hab' sie Wochen nicht geseh'n,
    ich bin allein, nur mit mir!


    Abends ist es karg und mir ist kalt,
    nicht einmal das Rauschen des Windes ist zu hör'n,
    ich hoffe jeden Tag es hat ein Ende - BALD!
    doch niemand' scheint's zu stör'n."


    "So weine nicht, hübsches Kind.
    Die Nacht mag kalt und einsam sein,
    doch fröhlich ist Dein Platz unterhalb der Lind',
    ich sah ihn schon bei Sonnenschein.


    Die Reise bereits begann bevor ich kam,
    Stück für Stück zu Eins gemacht,
    ich wurd' der Todesängste langsam lahm,
    am Ende hab' ich über sie gelacht.


    Und das - Das kannst auch Du,
    an diesem tristen Ort,
    drum zieh' ihn an - den nackten Schuh,
    geh' mit mir zum Tanze fort.


    (11.08.2008)


    ______________________________


    Kaiser, Teufel & Feind!


    KAISER, TEUFEL und FEIND!


    Ich bin beherrscht von Menschenhass und Korruption,
    "Scheiß auf's Leben,
    gelobt sei der Hungertod!",
    das gilt für jede Nation.


    Meine Peitschen werden euch quälen,
    Pressefreiheit ist untersagt,
    ihr werdet mich wiederwählen,
    auch wenn ihr euch beklagt.


    Alles bleibt konstant,
    stumpf und blind,
    ohne Sinn und Verstand,
    es weht kein Freiheitswind.
    Die Fesseln werden enger geschnallt,
    das Geld fließt unaufhörlich,
    das Volk hält mich für durchgeknallt,
    Jedoch seid ihr selbstzerstörerisch!
    Ich setze mir die Krone auf,
    daher nehme ich euch Brot,
    ich bin der einzig wahre Lauf,
    euch bleibt nur der Tod!


    Legt die Waffen nieder,
    und geht nach Haus',
    nichts ist mehr wie früher,
    ich bestimme hier den Lebenslauf!
    Seid endlich dankbar,
    für den roten Faden,
    eine widerliche Schar,
    ihr nehmt Schaden.
    Jeder der sich widersetzt,
    und Widerworte gibt,
    wird gleich niedergemetzt,
    und aus ist das Licht!


    Demokratie ist verboten,
    sinnlos die Anarchie,
    nieder mit den Roten,
    ich wüsste auch schon wie...
    Ich bin König und Kaiser,
    wenn ihr das erst kapiert,
    werden eure Schreie leiser,
    und ihr verliert!
    Ich bin legendär und stark,
    weil ich die Armen verblende,
    und das Tag für Tag,
    es gibt keine Wende.


    Mein Konto ist prall gefüllt,
    es gibt keinen Feind,
    und auch wenn ihr brüllt,
    davon die Sonne niemals scheint!
    Ich bin eure Religion,
    und auch euer Glaube,
    Gott beherrscht den Thron,
    ich euch die Würde raube.
    Gott hat Einfluss,
    ihr habt ihn mir gereicht,
    ich erteile euch den Gnadenschuss,
    der fällt mir ziemlich leicht.


    Ihr schuftet nur für mich,
    Lobesreden könnt' ihr vergessen,
    ohne eure Gelder geht es nich',
    und ihr zahlt wie besessen.
    Weil ich es euch befehle,
    ich hab' die Krone auf,
    auch wenn ich euch quäle,
    Menschen wie euch gibt es zu Hauf'.
    Ich bin Gott und Führer,
    bin Klinge der tödlichen Degen,
    Gewinner und kein Verlierer,
    ihr bleibt mir ewig unterlegen.


    (05.04.2006)
    ________________________________


    Die Seiten


    Sarkasmus zu meiner Linken,
    Ironie zur Rechten,
    ich bin ich,
    dazwischen,
    mal lächelnd,
    mal traurig,
    mal hoffnungslos,
    mal an Hoffnung geklammert.


    Hinter mir lauert der unvermeidbare,
    wenn auch noch,
    Kilometer weit entfernt,
    der Tod.


    Vor mir ist die Zukunft,
    mal goldig,
    mal verlogen,
    und ungewiss.


    Über mir der Glaube,
    ob aus Gott,
    bestehend oder nicht,
    etwas existiert.


    Unter mir der Boden,
    wegweisend,
    oder unter den Füßen,
    zerbrechend.


    Im Kopf,
    das Gewissen,
    gandenloser Richter,
    über Richtigkeit, sowie Falschheit.


    Um mich herum,
    die Luft,
    zum leben und atmen,
    doch oft nebelig,
    und kaum klar.


    (08.07.2006)
    ________________________


    Blinde Freiheit


    Zwei Schritte vor gen Berg,
    Schleudergang zurück,
    brachial ins Mauerwerk,
    stumpfer leerer Blick.


    Krallend splittert Beton,
    weißer Staub zerfällt,
    der Vogel fliegt davon,
    Gleichgültigkeit den Boden hält.


    Feuer zieht am Firmament,
    dunkle schwarzen Wolken auch,
    das Gefühl man kennt,
    vefliegt es kühl im Rauch.


    Gedanken sich im Kreise dreh'n,
    enges Band um den Kopf geschlungen,
    scheint sich weiter festzuzieh'n,
    der Vogel hat gesungen.


    Der Gipfel des Berges,
    im Feuer ertrunken,
    niemanden stört es,
    noch so sehr gewunken.


    Die Mauer fast zerstört,
    Hände blutig gegriffen,
    den Vogelsang man noch hört,
    untermalt von meinen Pfiffen.


    Ohnmacht gewinnt die Oberhand,
    lange sehe ich dem Vogel nach,
    Freiheit schien so unbekannt,
    bis es mir im Herzen stach.


    (04.11.2007)

    Paul Gascoigne: "Ich mache nie Voraussagen und werde das auch niemals tun."


    ~ Fortuna Düsseldorf 1895 ~

  • Nicht schlecht Nicht schlecht.
    Hasse die alle selbstgeschrieben? Wenn ja :daumen:

    Computer sagt Nein *HUST*


    "Ich habe nichts gegen die Staatsmacht, wenn man sie als das betrachtet was sie eigentlich ist: Non existent"

    Noppa bei der ersten FoS Folge


    "Ich bin Klaustrophobisch!" "Das heißt du hast Angst vor Leuten die Klaus heißen?"

  • Ja, sind alle zu 100% von mir!


    Ich schreibe nebenbei, in unregelmäßigen Abständen, in einem Gedichte-Forum. :)

    Paul Gascoigne: "Ich mache nie Voraussagen und werde das auch niemals tun."


    ~ Fortuna Düsseldorf 1895 ~

  • Der Sonne warmen Worte


    Auf blumendem Wege unterwegs,
    den Blick stets nach vorn gerichtet,
    hinterrücks geht mir alles auf den Keks,
    freu' mich dass sich der Wald bald lichtet.


    Stillstehend auf beiden Beinen,
    frage ich: "Sonne, wie geht es mir?"
    Doch Wolken verweigern das Erscheinen.
    Regentropfen ich sogleich anvisier'.


    Wieder frage ich bestimmt,
    "Regen, geht es mir nicht gut?"
    Nebel folgt dem Regen so geschwind.
    Bin so blind in der Schleierflut.


    Tastend und gar ängstlich,
    setze ich den nächsten Schritt,
    den Weg kenn' ich längst nich',
    doch Mut versetzt mir einen Tritt.


    Unwillkürlich tänzelnd über Holz,
    alsbald ich im Gesichte staube,
    es war der Wind der's so wollt',
    pflückte rasch die Nebeltraube.


    Langsam legt sich feinstes Wüstenbett,
    müde, schlapp, matt, kraftlos auf die Erd',
    der Wind legt ab sein Namensetikett,
    mein Geiste sich nun nach und nach entleert.


    Der Sonne Abendstrahlen fügen sich der Dämmerung,
    nach stundenlangem Wege sie sich endlich zeigt,
    sagt: "Nun hör' ganz genau zu, mein Jung'!"
    und dabei leicht ihr Strahlenköpfchen neigt.


    "Den Regen Du mal schnell vergisst,
    er tränkt Leben aus dem Erdenreich,
    doch für ihn bist Du der Pessimist,
    Hör' nicht drauf! Es ist Dir gleich!"


    "Was ist mit den Nebelschwaden?
    Sie machen hilflos und auch blind!"
    "Glaubst Du sie ziehen Deinen Faden?
    Marionettenspieler? Nein, mein Kind.


    Sieh' in Deiner Augen Regen,
    fühl' der Lungen ihre Winde,
    Deine Nebel sich bewegen,
    im Köpfchen Deiner Hirnesrinde."


    "Sonne, was ist mit Dir?
    Du hast mich mit Wolkenhilfe ignoriert!"
    "Ich bin nicht kalt, dass glaube mir,
    es ist das Herz in Dir - dass so friert!"


    Edit: heute geschrieben ;) (27.11.2008)

    Paul Gascoigne: "Ich mache nie Voraussagen und werde das auch niemals tun."


    ~ Fortuna Düsseldorf 1895 ~

    Einmal editiert, zuletzt von Campino1985 ()

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