Beiträge von binda

    Fakt ist, dass beide Songs von Mersey Bands kommen und wie du selber sagst, wurden gerade The Beatles mehrfach brücksichtigt. Dass die Hosen 1989 noch anders gecovert haben als 2020, 31 Jahre später, sollte die Verneigung vor der Band nicht mindern. Fakt ist, dass sie The Beatles immer verehrt haben.


    Vor der ersten Learning english CD haben die Hosen auch nur wenige 1970er Punkrock-Covers gebracht, so könnte man auch denken, dass es da deiner Argumentation zufolge keinen Einfluss gab. Was natürlich logischerweise nicht zutrifft. Das fing 1990 auf der Auf dem Kreuzzug ins Glück CD an mit First time und New guitar in town. Davor gab es eine deutsche Version von Disco in Moskow, Gary Glitter und The Equals. Dazu hauptsächlich Schlagereskes wie Shake hands, Bommerlunder, Altbierlied oder die erste Rosen CD. Oder mit ZK Freddie Quinns Heimweh.

    Ich glaube Letzteres ist eher spassig zu verstehen, nicht so ihre Covers von The Beatles. Allein dass die I feel fine als B-Seite bereits 1989 benutzt wurde, sagt vieles was die Wichtigkeit von The Beatles in der Hosen-Historie angeht.

    Das ich gut damit leben kann, dass es unter Die Toten Hosen veröffentlicht wurde, hatte ich schon geschrieben. Du hast den wesentlichen Punkt schon angesprochen. Und ja, die Beatles spielen bei den Hosen immer mal wieder eine Rolle. Einverstanden.


    Allerdings würde ich noch mal einen Unterschied zwischen den Beatles und den Bands und dem Sound der Mersey Beat Ära machen. Denn die Beatles haben zwar dort ihren Anfang, aber ihr Hauptwerk hat damit nur noch bedingt zu tun. Und die Hosen haben Songs und Anlehnungen an die Beatles aus ganz anderen Zeiten verwendet. "All You Need Is Love" stammt aus einer späteren Phase. Und auch die Anlehnungen bei "Feiern im Regen" zielen auf eine spätere Beatles Phase.


    Und bei "Learning English Lesson 3" geht es eben nicht um die Beatles, sondern um andere Bands. Und dieses Konzept mit den ausgewählten Songs hätten durchaus auch zu Die Roten Rosen gepasst. Nämlich dann wenn man es hätte in ein punk-rockigeren Sound gepackt hätte.


    Übrigens würde ich "You'll Never Walk Alone" da mal raus nehmen. Warum es zu der Hymne geworden ist, die es jetzt ist, hat wie gesagt eher mit Leidenschaft und Fußball und wenig mit dem Mersey Beat zu tun.


    Edit: Ich würde als möglichen Bandnamen auch noch "Campino & Die Toten Hosen" einwerfen. Das wäre zwar in gewisser Weise redundant, aber würde dieses Projekt besser beschreiben. Wie gesagt gibt es keinen direkten Zusammenhang zum Werk der Hosen. Der wird erst durch Campinos Buch schlüssig. Und dieser Name würde das ausdrücken und auch als Bandname in diese Zeit passen. (Anm.: nur halbernst gemeint)

    Also "You'll Never Walk Alone" ist in der Hauptsache die Hymne des LFC und kein typischer Mersey Beat Sound. Hier dürfte es hauptsächlich um den Fangesang und die Leidenschaft gehen, die man für etwas entwickelt. In diesem Fall zu einem Fußballverein. Und die Fußball Metapher spielt da eine größere Rolle als eine Hommage an den Mersey Beat Sound.


    "I Feel Fine" wurde als B-Seite in einer Punk Version gespielt. Das war keine Hommage wie jetzt. Da hat man einen bekannten Song der Beatles in Punk hingerotzt. Die Hosen haben auch "Guantanamera" live gecovert und trotzdem hat kubanische Musik keinen Einfluss auf die Hosen gehabt. Deshalb denke ich nicht, dass die Beat Musik der 60er Jahre direkten Einfluss auf den Hosen Sound hat.


    Die B-Seite "All You Need Is Love" von der "Auflösen" MCD / Vinyl ist schon eher eine Hommage an die Beatles. Oder auch der Text und das Video von "Feiern im Regen". Aber das ist jetzt eher etwas aus dem Spätwerk der Hosen.

    Bin gegenteiliger Meinung was die Roten Rosen angeht. Mersey Beat ist eine Wertschätzung der Originale, die Roten Rosen Sachen sind eher Verpunkungen, teilweise Verarschungen. Immer etwas drüber. Darum ist es auch in Ordnung, dass der Klang hier nicht zu sehr übersteuert wird und man sich am Klang der Vergangenheit orientiert. Etwas moderner, bei einigen Liedern sicher auch härter, aber keine offensichtliche Verpunkungen.

    Das Projekt wird mit Campinos Buch zusammenhängen und wer es gelesen hat wird merken, dass es ihm mit seiner Geschichte, England und der Musik sehr ernst ist.

    Klar hängt das Projekt mit Campinos Buch zusammen. Das wurde doch auch so kommuniziert. Von wegen das Campino sich viel mit der Musik beschäftigt hat, die untrennbar mit Liverpool zusammenhängt. Und dann wurde mal aus Spaß der eine oder andere Song im Proberaum gespielt und so wurden die anderen infiziert.


    Letztendlich wird Deine Argumentation der Grund sein, weshalb es unter den Namen Die Toten Hosen veröffentlicht wurde. Es geht eher um Wertschätzung der Songs. Auch wenn die wie bei "Respectable" mit einem gewissen Augenzwinkern vorgetragen werden dürften.


    Allerdings kann ich keinen direkten Einfluss auf die Musik der Hosen erkennen, wie bei den vorhergehenden Songs der Learning English Punk Alben. Und deshalb hätte man auch durchaus annehmen können, dass die Songs ein punk-rockigeres Gewand bekommen. Und dann hätte man es durchaus auch als Die Roten Rosen veröffentlichen können.


    Es ist aber so wie es ist. Ich habe damit überhaupt kein Problem. Ganz im Gegenteil.

    Quelle: DTH-Facebook

    Dank einer Reaktion auf diesen Facebook Post der Hosen, weiß man jetzt auch mehr über den Ansager. Demnach ist das Rocko Schamoni, der eine Ansage von Wilhelm Wieben vor dem ersten Beat-Club vom 25.09.1965 nachspricht und abwandelt.

    Also das einzige was mich noch etwas stört ist die Produktion. Es wurde schon erwähnt, dass es stark komprimiert wurde. Und ich weiß, dass der Sound Vintage klingen soll. Aber der Sound aus dieser Zeit klingt nur teilweise so, z. B. bei "Do You Love Me". Für "Respectable" hätte ich mir einen cleaneren Sound gewünscht. Eher im Stil von "Learning English Lesson Two".

    Also ich weiß nicht ob man ein Album, nach dem es den ersten Tag draußen ist, gleich mit seinen Lieblingsalben vergleichen sollte.

    Zitat

    Heute haben wir voller Freude das Video zu „Respectable“ veröffentlicht, der ersten Single unseres neuen Albums „Learning English Lesson 3: MERSEY BEAT! The Sound of Liverpool“. Wir haben uns dabei von einer Version der Band The Fourmost inspirieren lassen, der Song war auf der B-Seite einer ihrer Singles zu finden. The Fourmost wurden übrigens wie die Beatles von Brian Epstein gemanagt; ihr Sänger Brian O’Hara nahm sich 1999 das Leben.


    Quelle: Newsletter, 23.10.2020, 12:22 Uhr

    Spontanes Werk?...wers glaubt:-)

    Ich bin mir sicher, dass es das Album unter den "normalen" Bedingungen nicht gegeben hätte. Dann hätte es nämlich eine "Ohne Strom"-Tour gegeben, die viel Energie und Zeit gekostet hätte. Ich bezweifle, dass man danach Zeit und Muße für ein Album gehabt hätte. Klar hätte es Campinos Buch und die Lesungen und auch die Songs mit Kuddel gegeben. Aber ein ganzes Album mit der Band eher nicht.

    Gewöhnungsbedürftig.

    Gestern, nach dem ersten Hören, fand ich die Version gewöhnungsbedürftig. Dies dürfte vor allem an Campinos Gesang gelegen haben. Seine Stimme klingt hier doch etwas anders als gewohnt. Vermutlich hätte ich ihn gar nicht erkannt, wenn ich es nicht besser gewusst hätte. Nach ein paarmal Hören gewöhnt man sich aber daran.


    Der Song ist meinen Recherchen zu Folge im Original von der amerikanischen Band The Isley Brothers. Man kann aber deutlich erkennen, dass sich die Hosen Version an das Cover von The Fourmost hält. Und das ist in Bezug auf das Konzept des Albums schlüssig. Die Bands der Mersey Sound Ära spielten vornehmlich Songs, die im Original aus den USA stammten und dann im Beat Rhythmus der Cover-Versionen wieder ihren Weg zurück in die Staaten fanden. Deshalb ist es m. E. auch korrekt The Fourmost als Quelle anzugeben und nicht The Isley Brothers, von dem der Song ursprünglich stammt. Wir hatten die Diskussion bereits in einem anderem Thread.


    Was ich gelungen finde, sind die kleinen Anpassungen der Hosen. Da ist das Einzählen one, two, three, four… am Anfang. Das passt auf den ersten Blick natürlich zum Punk der Hosen und es wurde auch von bspw. The Ramones häufig verwendet. Aber auch das erste Beatles Album beginnt mit diesem Einzähler, was wieder den Zusammenhang zu dieser Art der Musik bringt. Eine weitere Anpassung der Hosen sind die Uuuhhh's und Aaaahhh's zwischendurch, die es in der Version von The Fourmost nicht gibt. Die sind eher typisch für Hosen-Songs und geben damit dem Song eine kleine eigene Note.


    Das Video halte ich ebenfalls für gelungen. Der Ansager, der am Anfang über den Namen der Band schmunzelt, könnte original aus dieser Zeit stammen. Hier hätte auch John Peel mit seiner Aussage "bunch of guys with funny names" wunderbar gepasst. Die Optik in schwarz-weiß, die Anzüge, die Frisuren und die Collage mit dem tanzenden Publikum passt hervorragend. Ich bin übrigens auch der Ansicht, dass das schlechte Playback gewollt ist und im Kontext der 60er-Jahre Ästhetik Sinn macht.


    Alles in allem macht der Song Spaß und man freut sich darauf, was da als Album kommen wird.. Ein unkompliziertes, spontanes Werk, das mal eben so rausgehauen wurde. Ganz im Stil vom ersten Die Roten Rosen- und Learning English Lesson One-Album.

    Wenn jemand Lust hat, das ganze ausführlich außerhalb der üblichen Linksgut(Demokraten)-Rechtsböse(Republikaner) zu diskutieren, dann gerne.

    Du meinst also auf so einer journalistisch objektiven, unabhängigen und politisch korrekten Fox News Ebene? ^^


    By the way.. Band sagt mir nichts. Und deshalb interessiert mich die Diskussion null. Allerdings hatte ich das Bedürfnis auf diese eine Aussage zu reagieren.

    ...und dem zweiten, bei dem das Ganze dann "normal" zu Ende gebracht wurde.

    Warum der Abbruch am zweiten Abend hätte sein können, habe ich versucht zu erklären, aber diese Aussage in deinem Zitat ist in der ganzen Diskussion jetzt zum ersten mal aufgetaucht. Das würde meiner Theorie natürlich widersprechen.

    Gestern in Hamburg war schon ein besonderer Abend. Zum einen war natürlich die Location besonders. Und der Abend fand nicht irgendwo statt, sondern im Großen Saal der Elbphilharmonie. Und zum anderen waren natürlich über 600 Zuschauer in dieser Zeit schon was besonderes. Wenn man sich umgeguckt hat, konnte man viele bekannte Gesichter aus dem Hosen Umfeld im Publikum sehen. Campino hat auch eine recht große Entourage erwähnt.


    Der Ablauf war ähnlich zu den anderen Vorlesungen: Talk-Runde mit dem Moderator, Vorlesung, Musik mit Kuddel. Beim Vorlesen der Kapitel wurde wieder variiert. In einem spielte Hamburg eine Rolle. Die Setlist wurde schon erwähnt. Diesmal natürlich mit dem besonderen Klang der Elbphilharmonie, der schon sehr satt war. Allein deshalb hat es sich schon gelohnt diese Lesung mitzunehmen. Und auch mit der Zeit hat man es diesmal nicht so genau genommen wie in Berlin. Ich meine, dass mindestens 15 Minuten überzogen wurde.


    Im ganzen wirkte Campino etwas gelöster als in Berlin. Und das lag nicht unbedingt an der Weißweinschorle, denn die hat er sich in Berlin auch gegönnt. Vielleicht hat er jetzt eine gewisse Routine entwickelt oder es lag daran, dass es vorläufig (bis November) der letzte Abend war. Übrigens trug er an dem Abend zu seinem Hemd auch eine Weste und einen Schlips.


    Autogramme hat Campino nicht gegeben. Er hat wohl am Tag 250 Exemplare signiert, die man im Foyer vorab und danach kaufen konnte. Es gab auch signierte CDs zu erwerben.

    Rackers Erinnerung, dass Mike auf beiden Konzerten zugegen war, trügt zwar, jedoch sind diverse Punkte untrüglicher Nachweis dafür, dass es nicht der zweite Abend war, dem Mike beiwohnte, sondern der erste.

    […]

    Warum das zweite Konzert dann auf einmal möglicherweise das abgebrochene sein sollte, was nicht mal im Ansatz zur Story der Hosen passen würde, verstehe ich nun wirklich nicht.

    Ich habe das Thema jetzt zwar schon abgeschlossen, aber dann doch noch mal ein Versuch.


    Der erste Punkt... Ich habe nicht bezweifelt, dass Pillermaik am ersten Abend dort war. Mein Ansatz war, dass es dann der andere Abend war, also der zweite, an dem die Hosen abgebrochen haben.


    Und das andere... "es passt nicht zur Story der Hosen". Also, wenn sie nur ansatzweise so dicht waren wie gesagt, dann kann die Erinnerung nur lückenhaft sein. Es macht bspw. Sinn, dass sie sich auf der Hinfahrt die Kante gegeben haben (wie erwähnt), den ersten Abend noch halbwegs durchgezogen haben, dann weitergefeiert haben und den zweiten Abend dann völlig erschöpft abbrechen mussten.


    Das macht alles schon Sinn und zu wörtlich sollte man die Erinnerungen aufgrund des Zustands nicht nehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hosen so eine Story komplett erfinden um einen Mythos oder eine Legende zu kreieren. Passt irgendwie nicht zu den Hosen.


    So könnte es gewesen sein. Oder auch nicht.

    So wichtig ist mir das nicht. Ehrlich gesagt ist mir das sogar ziemlich egal. Hatte nur versucht eine logische Erklärung herbeizuführen, in der beide Recht haben. Ansonsten würde ich jetzt einfach mal behaupten Zürich gibt es gar nicht. :D