Beiträge von binda

    wsv Du brauchst mich bestimmt nicht "aufwachen". Das ist ja unfassbar! Du wirst mich garantiert nicht dazu bringen mich in die Politik eines anderen Landes einzumischen. :down: Es gibt genügend Probleme in unserem Land. Ich finde es z. B. unerhört das deutsche Soldaten unsere Freiheit in Afghanistan "verteidigen".


    Und Du würdest also die Geschichte der RAF nicht als politische Bewegung betrachten? Damit würdest Du alles widerlegen woran Ulrike Meinhof geglaubt hat und wofür sie gestorben ist!


    Ein anderes Beispiel aus unserem Land ist die Band Slime. Da werden Songs und Alben indiziert, es erfolgen Hausdurchsuchungen und in den 80ern sind Bandmitglieder einfach mal so eingefahren. Terroristen?

    Da fängt es doch schon an: Du betrachtest die RAF als Terroristen... anders betrachtet könnte man die RAF aber auch als systemkritische Bewegung bezeichnen, die sich gegen das bestehende System auflehnten. Und da sind wir auch schon bei dem Punkt, dass es immer darauf ankommt von welcher Seite aus man etwas betrachtet. Mir geht es einfach auf die Nerven, dass wir uns immer hinstellen und mit dem Finger auf andere zeigen. Was gibt uns das Recht dazu? Leben wir denn im Paradies, oder was?

    Ich kann nicht verstehen, dass wir uns immer in andere Systeme und deren Mißstände einmischen müssen. Was gibt uns das Recht zu behaupten, dass unsere sog. Demokratie besser ist als alles andere? Als gebe es nicht genug Mißstände in unserem eigenen Land, z. B. die großen sozialen Unterschiede (Zweiklassengesellschaft) oder den Einfluss von Industrie und Banken auf die Politik (siehe Fall Mappus). Und wie schnell vergessen wir, dass es bis vor wenigen Jahren auch bei uns noch politische Gefangene aus RAF Zeiten gab (z.B. Birgit Hogefeld, Christian Klar oder Brigitte Mohnhaupt), die teilweise über 20 Jahre politische Gefangene waren.

    Man kann vieles kritisieren und als Vorzeichen des "Ausverkaufs" sehen; die Bommerlunderflasche in der Single, die Kooperation mit einem HipHopper zum "Bommi Bop",die Göthe-Institut-Sache, die Heino Story, die bis in die Abend-News kam, der Formel 1 Film, die Albrecht-Kacke, Clockwork Orange im Schauspielhaus...


    KANN sein, dass da ein bisschen Kalkül mitspielte, doch im Endeffekt ist es mehr Humor und Zufall.
    Ich persönlich halte diese Schritte eher für kreativ. Die wollten doch einfach Spass haben und nahmen alles mit, sicher nicht mit dem Gedanken mal so erfolgreich zu sein wie sie heute sind.


    Das sehe ich bis zu einem gewissen Punkt genau so wie pillermaik. Das war in den Anfangsjahren sicher kein "Kalkül".


    Allerdings erreicht jede Band den Punkt, an dem sie sich entscheiden muss. Will sie immer alles auf kleiner Flamme fahren und ewig eine Kultband bleiben? Oder will sie es doch mal mit mehr versuchen? Und ich denke, die Hosen wussten dann genau, wofür sie sich entscheiden. Allerspätestens haben sie das mit der "Kauf MICH!" auch zum Ausdruck gebracht.


    Ich verstehe nur nicht, warum das immer wieder ein Thema ist. Das ist eben so. Und jeder muss selbst entscheiden, was es für einen bedeutet.

    Rage Against The Machine - dto. (...der wuchtvolle Debut Kracher von RATM ...hat mich Anfang der 90er echt umgehauen)


    Die Toten Hosen - Kauf MICH! (...auch wenn die Entscheidung schwer fällt: m.E. das kompletteste und beste Hosen Album)


    Nirvana - Nevermind (..wenn "Never Mind the Bollocks" von den Sex Pistols die Explosion in den 70ern war, dann war dieses Album der Zünder für die Explosion meiner Generation...)


    The Clash - London Calling (..das ultimative Clash Album.. viele, viele gute Songs)


    Bad Religion - Stranger Than Fiction (..über die Jahre meine absolute Lieblingsband.. und Stranger Than Fiction war wohl das erfolgreichste Album... über 30 Jahre Punk Rock)


    Ramones - It's Alive (...das war mein erster Kontakt mit Punk-Rock. Das Konzert wurde mal komplett im DDR Radiosender DT64 gespielt und hat mich sofort abgeholt... 1, 2, 3, 4...)


    The Beatles - Revolver (...ähnlich schwer zu entscheiden wie bei den Hosen.. letztendlich aber aufgrund von Eleanor Rigby und Yellow Submarine besser als Rubber Soul)


    Bob Dylan - Blonde On Blonde (...das Meisterwerk vom Meister der Singer/Songwriter.. und das obwohl Like A Rolling Stone und Blowin' In The Wind auf anderen Alben sind..)


    The Rolling Stones - Beggars Banquet (..man kann nur erahnen was damals los war als das Album rauskam... Sympathy For The Devil ist mit einer der besten Alben Opener überhaupt)


    U2 - The Joshua Tree (...die ersten drei Songs des Albums sind das Beste was U2 je veröffentlicht haben)


    ...tja, und das waren auch schon zehn Alben. Da muss ich wohl auch noch mal nachlegen. :)

    Es gibt jetzt auf der Hosen Homepage zumindest einen Hinweis:


    "Liebe Leute, bitte kauft eure Tickets ausschließlich bei uns im „Kauf Mich“-Shop oder an den offiziellen Vorverkaufsstellen! Es ist in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass Fans von Schwarzhändlern im Netz betrogen wurden und für viel Geld auf irgendwelchen Ticketplattformen oder bei Auktionen wertlose Fälschungen gekauft haben! Nur bei den offiziellen Vorverkaufsstellen können wir für die Echtheit der Karten garantieren!"


    :thumbsup:

    also, um mal bei dem oft und gern herangezogenen vergleich zum fußball zu bleiben, sind die hosen wohl 'ne "uwe seeler gedächtnis mannschaft". immerhin werden die ersten bandmitglieder ein halbes jahrhundert alt. und deshalb habe ich jetzt auch keinen quantensprung erwartet. campino ist nicht die neue lady gaga und wird es wohl auch nicht mehr werden. :D also, waren m. E. auch keine größeren innovationen zu erwarten. da liegt der druck viel größer auf anderen bands.


    trotzdem ist das ganze nicht anspruchslos. kein song ist ohne grund oder als lückenfüller auf diesem album. das ist deutlich zu spüren. und wenn man die ganzen interviews liest, dann erfährt man, dass man es sich nicht leicht gemacht hat mit der zusammenstellung. und gerade diese abwechslung finde ich gut an diesem album. den anspruch darf man auch haben, wenn man so lange musik gemacht hat. es sind ein paar hosen typische kracher, aber auch musikalisch anspruchsvolle stücke auf dem album. und das ist gut so. :thumbup:


    letztendlich ist es auch die loyalität zur band, die mich ein bißchen befangen macht. und jeder weiß, wie amüsant die spiele der alten herren in der örtlichen kreisklasse sind. wobei der vergleich mit der kreisklasse nicht stimmt. aber ich hoffe jemand versteht was ich hier sagen will. :D


    bzg.