Beiträge von meijel

    Micka: Vielen Dank, dass du hier mal wieder Hosen relevanten Inhalt produzierst. Vielleicht lohnt es sich ja doch noch, hier mal wieder reinzuschauen...

    Ich brauche den Standort aber z.b. für Pokemon Go


    Einer CoronaApp will ich den aber nicht geben.

    Ernsthaft? Du gibst deine Daten lieber einer solchen Spiele-App, deren Entwickler bereits von der Verbraucherzentrale abgemahnt worden ist, als einer App, die helfen kann, Infektionsketten nachzuverfolgen und deren Quellcode einsehbar ist? Das finde ich wirklich erschütternd.

    Ein (-zelne) User reichen aus, um hier im Forum nicht mehr lesen oder kommentieren zu wollen.


    Hier würde ich mir eine deutlich stärkere Moderationslinie wünschen.

    Danke! Genauso ist es.
    ich merke, dass ich immer seltener hier aufschlage - und dass mich die aktuelle Lektüre hier zunehmend von diesem Forum entfernt. Was sehr schade ist. Es gab hier tolle, leidenschaftliche Diskussionen über die Hosen. Davon ist nichts mehr übrig.

    Conse: Mir gefällt deine Beobachtung eines "Spätwerks", gerade bei "Geisterhaus". Das hat fast etwas väterliches, wenn Campino zum Schluss singt:


    "Wenn du sie finden kannst und den Weg zu Zweit / den Glauben an die Ewigkeit / Bewahr' sie dir und lass sie nicht mehr los"


    Bei der Stelle bekomme ich noch immer Gänsehaut, weil das lyrische Ich ganz genau weiß, wovon er da spricht und wie töricht es vielleicht war, die Liebe eben nicht immer festgehalten zu haben. Das ist tatsächlich so ein Rat, der von meinem Vater hätte sein können und den man eben erst geben kann, wenn man sich eine gewisse Weisheit "angelebt" hat. Ich find das Lied sensationell, weil ich es universell begreife und nicht als Campinos Blick auf sein Elternhaus.

    Nachdem die Hosen während des weitestgehenden "Shutdowns" musikalisch bei mir überhaupt keine Rolle gespielt haben, kämpfen sie sich langsam wieder zurück in meine Playlists und Vorlieben. Vor allem die "Laune der Natur" läuft bei mir seit vorletzter Woche wieder sehr regelmäßig rauf und runter - und ich bin immer noch überrascht, wie frisch sie noch immer klingt, wie wenig sie sich bei mir abgenutzt hat. Es gibt schon ein paar Stücke, die ich nach wie vor skippe, aber mir tut beim kompletten Durchlauf kein Stück so arg weh, dass ich hektisch (ab)brechen müsste; das kann man schon in Gänze machen. Ein großer Spaß!


    Noch-immer-Favoriten: Urknall, Alles mit nach Hause, Wannsee, Unter den Wolken, Geisterhaus, Lass los.

    Imer noch okay/wieder entdeckt und okay: Alles passiert, Laune der Natur, ICE nach Düsseldorf, Wie viele Jahre, Energie

    Brauche ich nicht: Pop & Politik (wobei ich mich hier nur auf die Musik beziehe, nicht auf den Text), Eine Hanvoll Erde (es fällt mir schwererer diesen Titel abzulehnen, aber es hat halt einfach nicht im Ansatz die Qualität eines "Nur zu Besuch"), Kein Grund zur Traurigkeit (was mir auch fast ein bisschen leid tut, da ich die Idee total schön finde, aber irgendwie berührt es mich auch nicht wirklich).

    Killer: Sorry, aber wenn ich so einen undifferenzierten Mist lese, könnte ich echt sauer werden. "Ich verstehe nicht, warum die Wirtschaft am Leben erhalten werden muss" - ernsthaft? Glaubst du wirklich, "die Wirtschaft", das sind bloß gewissenlose Konzerne, die auch in der Krise nur daran denken, wie sie die Arbeiter ausbeuten können? Woher soll denn das Geld kommen, das die Unternehmen aktuell nicht verdienen, um die Leute bei vollem Lohnausgleich nach Hause zu schicken? Und das betrifft nicht nur große Konzerne wie die Lufthansa, sondern auch Kleinstbetriebe wie die Eckkneipe, Kinos, kleine Fitness-Studios, Coaches, etc - all das IST die Wirtschaft. Die Agrarministerin überlegt gerade ernsthaft, ob Leute, die in der Gastronomie arbeiten, nicht als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft aushelfen sollen. Und woher nimmst du die "zwei Wochen"? Das öffentliche Leben wird bis in den April hinein eingeschränkt bleiben. Das ist echt eine Situation, in der die Solidarität aller gefragt ist, auch die der Arbeitnehmer! Und polemische Forderungen nutzen in der Debatte gar nichts! Bitte einfach mal informieren, ehe man solche Forderungen raushaut.

    Die Szenen von Rummenigge & Co. rund um das Spiel Hoffenheim gegen Bayern ist an Theatralik nicht zu überbieten, wenn man letztes Wochenende im ZDF-Sportstudio den DFB-Präsidenten hört, der Paragrafen zitiert, wonach ein Spielabbruch durch einen Rassismus-Fall (Mannschaft des/der betroffenen Spieler verlässt den Platz) dazu führt, dass das Spiel am Grünen Tisch zu Gunsten der anderen Mannschaft gewertet wird.


    Davon abgesehen ist richtig, dass Hetze und Hass weder in "sozialen" Netzwerken noch in einer Fan-Kurve (beiden "Räumen" ist gemein, dass sie gerne mal als eine Art rechtsfreier Raum interpretiert werden) in irgendeiner Form akzeptiert werden. Aber die gute Nachricht ist, dass mittlerweile die Fähigkeit zur Selbstheilung in den Kurven deutlich gewachsen ist.

    Die Plattenfirma ist das eine, der Vertrieb das andere. Und da mischt bei den Hosen auch Warner Music mit (s. aktuelles Album).


    Darüber hinaus wird Patrick Orth in der FAS folgendermaßen zitiert: Er setze sich vielmehr „für junge, aufstrebende Bands“ ein. Es geht, laut Orth, also nicht primär um die Hosen.


    Dass bei den Künstlern selbst am Ende der Streaming-Verwertungskette nur ein Bruchteil hängen bleibt, ist ja bekannt. Gleichzeitig erleben die vier großen Labels wieder eine kleine Renaissance dank Streaming. Klar, dass die Künstler da nicht mehr länger zusehen wollen. Viele Verträge beruhen eben noch auf den Gegebenheiten des physischen Tonträgers, als die Plattenfirmen Geld für Pressung und Auslieferung geltend machten. Wenn sich so viele erfolgreiche Künstler zusammenschließen ist sicher nicht auszuschließen, dass sich Warner & Co. trotz bestehender Verträge bewegen werden. Ob gerechtfertigt oder nicht, kann jeder für sich entscheiden.

    Gestern mal wieder im Auto gehört, bei Nebel - mal wieder voll reingefahren.

    Und wie das manchmal so ist mit Songs, die man schon ewig hört, ist plötzlich eine Textzeile hängengeblieben, die sich vorher nicht verfangen hat:


    Unsre Unschuld war nicht das Einzige,
    was unterwegs verloren ging.


    Hat jemand von euch mal gehört/gelesen, was die Hosen mit "nicht das Einzige" konkret meinen?

    Mal ganz abgesehen davon, dass es unsinnig wäre, zu leugnen, dass man sich nicht verändert hätte durch den stetig wachsenden Erfolg, fände ich es schon sehr spannend welche konkrete Veränderungen sie in dem Song "eingestehen".

    Mich stört vor allem diese Schunkelstimmung durch das Mitklatschen des Publikums. Das macht aus einem Soundtrack für den Straßenkampf ein Stück Volksmusik für irgendeine Florian Silbereisen Show. Der Song ist für unplugged einfach ungeeignet. Auch nicht als Reprise oder Abgesang. Das klingt ja wie eine Kapitulation vor dem was man bekämpft.

    Ich sehe es eher als angemessene Rückschau. "Liebeslied" ist lange her. Es hat für mich eine melancholische Sicht zurück, die alten Säcke erzählen, wie das damals so war, als es auch bei ihnen noch wild zuging. Ab und zu blitzt dabei noch die Angriffslust von damals auf, aber natürlich ist alles einige Oktaven "lahmer" geworden. Damit finde ich die Übersetzung des Originals verdammt gut gelungen.


    Den Gedanken der "Kapitulation" kann ich also von daher nicht nachvollziehen, als dass die Hosen ja längst nicht mehr die sind, die damals auf der Straße standen. Es wäre vielleicht eine gewesen, hätte man das Stück relativ früh nach Ersterscheinung genau so interpretiert. Da finde ich im Vergleich die "Stadion-Version" mit dem Mitgröhl-Intro viel eher als einen "Verrat" an dem Lied.

    Bzgl. deiner Flops: Interessant, dass du "Liebeslied" gewählt hast - ich finde das großartig. Natürlich hat es nicht mehr im Ansatz die Kraft des Originals, dafür aber einen wunderbar nostalgischen Blick zurück. Aber so ist das mit den Geschmäckern... "Politische Lieder" und "Alex" hingegen finde ich auch maximal nervig.


    Bei den Tops rangiert "Schwere (-los)" noch immer auf Platz 1. Was ein Lied!

    Wobei es aber auch schon Texte gibt, die keine Lösung anbieten und eher Hoffnungslosigkeit beschreiben. Spontan fällt mir eines meiner Lieblingslieder ein: "Warten auf Dich". Hier wird eine dauerhafte Opferrolle dargestellt, ohne jede Möglichkeit auf Besserung der Situation.
    Tatsächlich sind die "hoffnungslosen" Texte aber wohl deutlich in der Unterzahl.

    So einen Text würde Campino heute vermutlich nicht mehr schreiben (wie z.B. auch "Verflucht, verdammt, gebrandmarkt") - und beschreibt ja auch eher eine (wenn auch schlimme) Situation als eine existenzielle Sinnfrage. Die Texte sind natürlich erwachsener geworden und das gefällt mir, auch wenn beides seine absolute Berechtigung hat.

    Während ich gestern Abend über eine aktuell schwierige berufliche Situation sinnierte - warum auch immer - sprengten sich die Hosen in meine Gedanken. Unbewusst habe ich schon das ganze Jahr über sehr viele Hosen-Stücke gehört, die eher existenzielle Themen anpacken ("Nichts bleibt für die Ewigkeit", "Leben ist tödlich", "Ertrinken" - oder auch "Lebt wohl und danke sehr"). Beim Grübeln fasste sich dann für mich zusammen, was mir an den Hosen-Texten extrem gut gefällt: Dass sie den Hörer nicht als einen hilflosen Lemming degradieren, sondern dass sie ihn als mündigen Sparringspartner provozieren ("Du merkst, während du an deinen Plänen sitzt / Wie das Leben an dir vorüber zieht") und in die Selbstverantwortung drängen: "Es wird keiner kommen, um dich einmal zu holen / Geh alleine los". Für mich DIE Zeilen überhaupt. Oder auch: "Und wenn Ihr an etwas glauben wollt / glaubt an Euch selbst und nicht an uns". Ich mag es sehr, dass Campino/die Hosen sich hier nicht als die Lösung der Probleme (nach dem Motto "Wir gegen den Rest der Welt") anbiedern, sondern dem Hörer in den Arsch treten!

    Habs im Radio gehört, die letzte Stunde. War echt ziemlich nice und interessant. Das erste Mal, dass ich was aus dieser Radioreihe höre.

    Ging mir genauso.
    Sehr kurzweiliger Abend, an dem die Lieder fast in den Hintergrund gerückt sind durch die vergleichsweise interessanten Fragen und Ausführungen.

    Bis jetzt habe ich den Text eigentlich immer so verstanden, wie er leicht zu verstehen ist: Dass sich die Protagonistin irgendwo hinabstürzt, weil der Preis des Überlebens der Hölle von Auschwitz einfach zu hoch war. Das wäre eine sehr bittere Pointe ihres Lebens, schließlich hätten es die Nazis am Ende doch noch geschafft, sie zu ermorden.


    Gestern Abend aber habe ich den Text nochmal ganz anders gehört. Dass sie sich in Gedanken den Vögeln hinterherwirft - und das Trauma endgültig besiegt. (Schließlich spielt sich der Song ja fast nur auf dieser Bank ab.) Dass sie ihren Frieden damit macht, die Hölle im Gegensatz zu vielen anderen überlebt zu haben. Ein später Sieg, aber ein Sieg über die Peiniger.