Beiträge von Conse

    ...nun sind die drei genannten aber ihrerseits eher dem Linksextremismus zugewandt und auch artikuliert politisch, die knallen mit sehr viel mehr als nur Rechtsextremisten zusammen. Es wird auch niemand bestreiten, dass auch rechte Ultragruppierungen gibt (in vielen Vereinen gibt es mehr als eine). Trotzdem ist eine der positiven Sachen, die ich über viele deutsche Ultras sagen würde, dass sie offenen Rechtsradikalismus tendenziell aus den Kurven verdrängt haben und diesen in ihrem Umfeld auch nicht dulden - auch wenn man die Leute nicht immer aus dem Stadion kriegt. Viele setzen sich multikulturell zusammen und wenn man dem Hopp dauernd seine sozialen Engagements anrechnet, dann darf man auch die vielen tollen sozialen Aktionen erwähnen, die von Ultras ausgehen.

    Es würde mich mal interessieren, wie in Handball- und Eishockey-Kreisen die Rhein-Neckar-Löwen und die Mannheimer Adler (an)gesehen werden.
    Gut, bei diesen Sportarten ist das Publikum anders drauf (und ich habe auch keine Ahnung, obs dort auch sowas wie 50+1 o.ä. gibt), aber das Geld kommt aus der gleichen (SAP) Richtung und bleibt quasi "in der Familie".

    Im Eishockey hat man sich glaube ich eh nicht so sehr mit dem Thema Kapitalismus... Beim Handball spielt das jedenfalls keine Rolle. Die Rhein-Neckar Löwen sind zwar durchaus unbeliebt in der Region, aber nicht wegen Hopp.


    In anderen Sportarten hat der Profisport aber auch nicht diese "soziale" Komponente und diesen Öffentlichkeitsanspruch durch Mitgliedschaft von Fans. Die Sozialkomponente wird da eher von den Amateurvereinen aufgefangen. Ansonsten gehts sehr viel mehr einfach nur um Sport.

    Kennt sich hier jemand mit Arbeits- bzw. Urlaubsrecht aus? Mal angenommen, ich gehe jetzt 3 Wochen in Urlaub und mein Arbeitgeber wird wg. Corona 2 Wochen dichtgemacht und ich hätte gar nicht hier sein können. Kriege ich dann meinen Urlaubsanspruch wieder? Ich vermute mal nicht?

    So, nachdem die Platte nun eine ganze Weile bei mir rotiert, fällt mein Fazit auch nach einiger Eingewöhnung eher vernichtend aus.. Unterm Strich finde ich die Platte sterbenslangweilig und absolut seelenlos.... Pe scheint jeden Ansatz von Drumming wieder verlernet zu haben, der Totalausfall ist für mich aber unterm Strich Gonzo. Ich weiß nicht, ob man das oft eher wenig ansprechende Riffing ihm zusprechen muss, aber die Soli gehen wirklich auf seine Kappe und im Grunde spielt er da immer und immer wieder den selben Schuh runter. Einzelhalbtöne, etwas bending in die Länge gezogen, dann ist es wieder Zeit die Pentatonik rauf- oder runterzunudeln. Die Gitarrenarbeit bei den Onkelz war nie so virtuos, wie das Selbstmarketing das suggerieren soll, aber so einfallslos wie diesmal war sie auch noch nie - früher hat das wenigstens Emotionen transportiert. Musikalisch ist da viel biederer Midtempo Rock, der mich unterm Strich eher kalt lässt. Ich habe die "Memento" ja oft wegen einem Teil der Texte kritisiert, aber musikalisch gewinnt sie dieses Duell mit Leichtigkeit.


    Texte sind dann aber auch schon das Stichwort, da wirds jetzt nämlich richtig abenteuerlich im negativen Sinne. So viel triviales Gedöns wie auf dieser Platte gabs von den Onkelz m.E. nie, aber ich weiß nicht, ob es sich lohnt, auf die einzelnen Songs einzugehen....

    Beim Prolog schwante mir schon übles, unterm Strich aber mal eine gute Art, Ben Becker in unpeinlicher Art einzusetzen. Bei dem Gag mit dem Namen nicht geändert musste ich schmunzeln.... Auch Kuchen und Bier als Opener oder Jubiläumssong geht sicherlich in Ordnung, auch wenn er nicht übermäßig spannend ist. Dann nimmt die Plattitüdenorgie ihren Lauf.


    Da wo wir lebööööööhn, da wo wir gehööööööön, da wo wir steeeeeehööööööön gibt es immer auch ein anderes Leböööööööhn, ein neues Lebööööööööhn, sei auch du dabei, kauf aber vorher noch ein T-Shirt. Das Thema Freundschaft mag im Onkelzkontext vielleicht noch mal wert sein, aufgerollt zu werden, aber mehr ist dem W dazu nicht eingefallen?


    Munter gehts auch genau so weiter. Ein Hoch auf die Toten. Der Tot ist nicht das Ende. Ich hör die Toten immer noch Reden. Wir müssen alle mal sterben. Echt jetzt? Mehr als dieses Plattitüdenfest ist dem Typen, der Sachen wie "Nur die besten sterben jung", "Der Platz neben mir", "Zwischen Traum und Paralyse", "Der Himmel kann warten" und diverse andere grandiose Songs zum Thema geschrieben hat, nicht eingefallen?


    Prawda finde ich ebenfalls wenig spannend, Wahrheit als Begriff kann schon schwierig sein. Immerhin textlich nicht ganz so hohl, auch wenn diese abstrakte Wahrheit da irgendwie am Ende wenig greifbares liefert, man könnte auch einfach mal wieder konkret ein wenig scheiße beim Namen nennen.


    Saufen ist wie weinen hat zumindest musikalisch einen netten Einstieg. Inhaltlich hat man das Thema eigentlich auch des öfteren schon abgehandelt, manchmal auch besser.... Ansonsten nerven mich wie so oft auf diesem Album die unsauberen Reime.... Schluckt auf Brust, genug auf zu, verwirrt auf Gehirn..... Das kann man mal machen, ist in Albumlänge aber eigentlich nicht der Stil des Weidners. Musikalisch gehts unterm Strich in Ordnung, mein Herz erreicht das Lied aber auch nicht, auch wenn ich auch den einen oder anderen Exzess kenne.


    Unterm Strich ließe sich das jetzt ewig so weiter führen.... Musikalisch gefällig bis besser, inhaltlich wenig zu sagen. Da wird dann zum zweiten oder dritten Mal aus der Niederlage gelernt, wiederauferstanden und weitergekämpft. Am Ende darf man darauf dann auch noch mal nostalgisch zurückblicken.


    Einzige Ausnahme vlt. "Rennt!", wo textlich mal ein wenig was anderes geboten wird (auch wenn es auch da in der Bandbio schon bessere Abarbeitungen des Themas gab) und mit Abstrichen noch "Der Hund den keiner will", weil die Durchhalteparole dort ebenfalls langweilt, aber das Seelenleben des einen oder anderen Einzelgängers mal ganz liebevoll umschrieben ist....

    Ansonsten kann ich mir nicht helfen, die Scheibe langweilt mich enorm. Entweder, die Band hat einfach wirklich nix mehr zu sagen, was ich mir beim Weidner schwer vorstellen kann, oder sie hat dem Kalkül den Vorzug gegeben (was ich mir bei Gonzo gut vorstellen kann) oder aber es handelt sich hier um einen ganz furchtbar gescheiterten Versuch eines Konzeptalbums, was ebenfalls möglich ist....

    Das liegt einzig und allein an Farin Urlaubs Sturheit. Bela hat selbst mal erklärt, dass er viele Freunde hätte, die die auch hören und dass er da nicht so verkrampft ist.


    Der unfehlbare Farin kann sich ja aber auf keinen Fall geirrt haben....

    Was Kevins Verhalten vor Gericht angeht: Das hat die Band dermaßen abgelehnt, dass sie sogar mit dem wahren Grund der Bandtrennung an die Öffentlichkeit gingen.... Das ist durchaus kritisch selbstreflektiert worden...

    Heute ging ja der VVK für die Stadion Shows los. Kurz reingeguckt, Stehplätze eh schon weg und 85-90€ zahle ich für ne Onkelzshow in diesem Rahmen ganz sicher nicht, zumal die Produktion bei denen in den letzten Jahren auch echt gelitten hat...

    Ansonsten gibts ja auch noch das neue Album.... Ich finde es nach den ersten zwei, drei Durchläufen ziemlich durchwachsen und vom ersten Endruck her erheblich schwächer als Memento....

    Herrlich, wie hier die Couchfraktion mal wieder das Problem der ganzen Fanszenen zusammen in Deutschland lösen kann. Und zwar am besten noch mit Kollektivstrafen, Polizeigewalt und Nacktscanner. Ich werde nach dem nächsten Hosenkonzert, angestachelt von irgendeinem Lied, dann auch mal einen antikapitalistischen Scheißhaufen setzen, ihr seid dann sicherlich damit einverstanden, wenn ihr beim nächsten Mal auch alle nicht mehr in die Waldbühne dürft, ich meine wie soll man denn der Sache sonst Herr werden??? Das Demonstrationsverbot beim nächsten G-7 Gipfel ist dann ja sicherlich auch völlig in Ordnung, nicht wahr?

    Ansonsten ist es zunächst mal genau so, wie RackerJ es beschreibt. Im Fußball entgleist nichts, es wird auch nichts immer schlimmer - das ganze Phänomen ist in den letzten Jahren immer harmloser, friedlicher und sanfter geworden. Was vor 10-20 Jahren noch völlig normal war, ist heute sofort einen Medienskandal wert. Ich muss die Asischlägereien und die Zugrandale auch nicht wieder haben, aber das sollte man fairerweise zunächst mal eingestehen. Auch offener Rechtsradikalismus war früher im Fußball erheblich mehr verbeitet, als das heute der Fall ist.


    Dass das Vokabular im Stadion dennoch nicht dem einer Klosterschwester entspricht, mag stimmen, aber wenn Söhne von Frauen im ältesten Gewerbe der Welt, Feuerkontakt mit dem Schiedsrichterparkplatz, der Plan den Schiri ans Brandenburger Tor zu hängen oder das Infragestellen der klischeehaften Männlichkeit von Offiziellen oder Spielern jetzt in Zukunft immer mit Spielabbruch belohnt werden soll, kann ja nun auch nur ein schlechter Witz sein. Eine Kollektivstrafe für ganze Fangruppierungen auf Jahre hinweg ist ja wohl auch mit "überzogen" noch wohlwollend umschrieben. Von der wunderbaren Möglichkeit, dass ich in Zukunft nur noch ein Hopp Plakat brauche, wenn wir mas Ergebnis meiner Mannschaft nicht passt, mal ganz zu schweigen.


    Herrn Hopp kann all dieses Gewese eigentlich recht egal sein, dort wo seine persönlichen Rechte verletzt worden sind, steht es ihm natürlich zunächst mal frei, strafrechtliche Konsequenzen einzufordern. Gefallen lassen muss er sich nix, aber ein psychologisches Trauma dürfte er auch nicht davontragen.


    Ist dieser Protest, abgesehen von der Wortwahl vielleicht, nun aber legitim? Ist er - auch wenn ich inhaltlich durchaus teilweise anderer Meinung bin. Hopp ist kein Scheich, der sich mal eben wie in anderen europäischen Ländern so einen Verein als Spielzeug gekauft hat. Es ist wahr, dass er viel in die Region investiert und auch sehr breit in verschiedene Sportarten dringend benötigtes Geld reinbuttert. Dieses Mutter Theresa Geblöke geht aber dennoch am Thema vorbei, weil hier sein Fußball Engagement auf dem Prüfstand steht. Und dass dieses die in Deutschland gültige 50+1 Regel mehr oder wengier aushebelt, ist durchaus ein Grund für Protest. Wer den Fußball eine Weile verfolgt, weiß auch, dass Leverkusen und Wolfsburg dafür schon in der Kritik stehen und dass Leipzig da noch einen Schritt weitergegangen ist -das Thema ist mitnichten neu. Hopp aber hat schon früh seine Person genutzt, um Meinungsäußerungen, auch ohne Beleidigungen, im Stadion einzudämmen. Gerade auch bei Dortmund sei auch an diesen liebreizenden Vorfall erinnert:

    https://www.tagesspiegel.de/sp…-gaestekurve/4499558.html


    Dass für diese Thematik jetzt Rechtsextremismus und terroristische Akte zum Vergleich herangezogen werden ist nicht nur überzogen, sondern absolut geschmacklos und nebenbei auch noch sehr zynisch, wenn doch echte rassistische Vorfälle (oder auch Entgleisungen wie der "Bombenvorfall" von Pauli gegen Dresden - wo war da denn die Aufregung hier im Forum) eher folgenlos geblieben sind. Da war wohl kein Milliardär im Spiel.

    Untersm Strich haben wir hier wieder einen der häufiger auftauchenden "Also ich weiß ja nicht, aber da war doch was im Fernsehen und das ist doch furchtbar und wie seht ihr das" Threads....

    Berechtigte Frage, die sich gerade in den Länderparlamenten wohl in Zukunft vielleicht häufiger stellen wird - wie auch die Frage wie fahrlässig solch eine Tolerierung im Endeffekt ist, anscheinend war auch die Linke durchaus bereit dazu, in der Sache durchaus mal die Stimmen mitzunehmen. Im Grunde genommen gibts dabei also nur Verlierer.


    Dass es aber zum Normalzustand wird, dass sich Dreier- oder Viererbüdnisse von eigentlich nicht zusammengehörenden Parteien zusammenschmeißen müssen, um eine Beteiligung einer anderen, zahlenmäßigen sehr starken Partei zu verhindern, wird dem Vertrauen in die Demokratie nicht helfen und die Politikverdrossenheit weiter befeuern.

    Ob es jetzt einen Rechtsruck der CDU braucht, das sehe ich auch nicht so plastisch. Die Faschisten bleiben Faschisten, da hilft kein "Rechtsruck" es sei denn man will ebenfalls Faschistische Partei werden. Dieses Klientel wird sich entweder selbst eines Besseren besinnen oder für unsere Gesellschaft verloren sein. Bleiben die Protestwähler. Da sind wir wieder oben. Es braucht für eine konservative Kraft eine klare Kante nach Rechts und es braucht eine Idee davon was "Konservativ" heute eigentlich ist und was nicht.

    Wer AFD-Wählern um die Ohren hauen will was er da wählt, dem sei dieser Artikel empfohlen, zeigt er ganz genau was der Faschist Höcke, Zentrum und Vorsitzender der AFD, will. https://gegneranalyse.de/das-weltbild-des-bjoern-hoecke/


    Genau da komme ich, und auch diverse andere Politikwissenschaftler zu einem anderen Schluss. Außer bei Björn Höcke. Über die geistige Umnachtung dieses Möchtegern-Göbbels kann es dann ausnahmsweise wirklich nur dann mal zwei Meinungen geben, wenn einer im Raum ein Nazisympathisant ist und der andere nicht.


    Dennoch sind viele Positionen, die die AfD vertritt, heute ausnahmslos vom restlichen Spektrum geächtet, obwohl sie noch vor relativ kurzer Zeit absolut ein Teil davon waren. Das wird dem Wähler permanent als alternativlos präsentiert, es ist aber nicht alternativlos, auch wenn man die Alternative nicht mag. Nur noch vorsichtshalber mal die Erinnerung: Das sind nicht meine Positionen, ich bin auch sehr selten in meinem Leben ein CDU Wähler gewesen. Ich glaube auch nicht, dass in meinem Umfeld AfD Wähler sind, dennoch ist vieles in der Form oft zu hören - und mit Umfragen wäre ich vorsichtig, wir sehen zunehmend, dass diese zur Vorhersage nicht mehr ganz so verlässlich sind, wie sie es mal waren. Ferner gehe ich hier mal eher auf die bundespolitische Stimmungslage, als Thüringen im Konkreten.

    Michel Friedman, heute großer AfD Kritiker und nicht gerade im Verdacht ein Nazi zu sein, stand früher noch locker flockig für eine CDU, die mit "Geld für Kinder, statt für Inder" (was heute ein absolut "unerträglicher" Slogan wäre). Die CDU war eine Partei, die gegen fast jede Form der Einwanderung war, jetzt ist sie dafür bekannt, diese massenhaft, mit fragwürdiger rechtlicher Legitimation, stellenweise illegal, kulturell sehr einseitig und ohne jegliche Berücksichtigung ohnehin schon vorhandener Missstände zu befürworten. Die CDU war eine industriefreundliche Autofahrerpartei, heute hat sie (das in diesem Satz folgende ist dann doch mal meine Meinung) ein völlig unausgegorenes Klimapaket und einen völlig übereilten Atomausstieg zu verantworten und nahezu jede Ökoreform vor ihrer Zeit mitgetragen oder sogar erweitert. Sie war wirtschaftsliberal und rühmt sich heute damit, den Mindestlohn eingeführt zu haben. Sie war pro-europäisch, aber aus nationaler Perspektive und mit klaren Grenzen - die sind allesamt gefallen. Sie schimpfte sich christliche Partei und hat sich in den letzten Jahren extrem für den Islam stark gemacht. In den GroKos hat die CDU dermaßen viele SPD Positionen übernommen, dass man der SPD dafür schon fast Beifall klatschen müsste. Das Problem ist halt nur, dass da nicht jeder Bürger mitgeht. Wer das nicht tut, hat eigentlich nur noch die Nazischranke, die ihn vom Wählen der AfD abhält. Es ist demokratisch legitim, bei diesen Themen zu einem anderen Urteil zu kommen und das einem das von Vornherein ausgerdet werden soll, macht es der AfD sehr einfach von "Systemparteien" und so weiter zu sprechen. Klar ändert sich der Begriff "konservativ" und selbstverständlich wandeln sich auch Werte über Zeit. Vieles davon ist aber sehr schnell, sehr drastisch und sehr vermeintlich unumkehrbar passiert.


    Dass es nun als falsch gilt, dass in Thüringen bürgerlich-liberale Abgeordnete für einen bürgerlich-liberalen Kandidaten gestimmt haben, nur weil die AfD so clever war, da mitzustimmen, ist nicht unproblematisch. Die hatten das Mandat bürgerlich-liberaler Politik, das haben sie ausgeübt und letzten Endes hätte man das auch annehmen können, ohne der AfD Zugeständnisse machen zu müssen - gewählt war ja schon und zwischen jemanden von denen wählen und von denen gewählt werden besteht ein Unterschied. Was macht denn die Linke eigentlich, wenn die AfD beim nächsten mal schockierend im ersten Wahlgang für Ramelow stimmt und es sonst nicht gereicht hätte? Sind die Stimmen dann legitim? Bereits Tage vor der Wahl war schon zu hören, dass man auch als Linke natürlich Gesetze mit Stimmen der AfD beschließen könnte, falls man wechselnde Mehrheiten bräuchte. Wo genau war da nun der moralische Unterschied?


    Wie auch immer, eine der letzten Bastionen für den konservativen Wähler war, dass man nicht mit der AfD und nicht den Linken zusammenarbeiten würde - die ist jetzt ebenfalls gefallen. Ich will jetzt gar nicht diese künstliche Stasi Vergangenheitsdebatte bemühen, aber es gibt dort noch diverse andere Faktoren. Die CDU war klar dem transatlantischen Bündnis verpflichtet, die Linke will aus der Nato austreten. Die CDU war für Bürgertum, Eigentum, etc., die Linke fordert teils sehr öffentlich Verstaatlichung, Enteignung und ähnliches. Vor allem aber: Die CDU schloss eine Zusammenarbeit mit der AfD wegen der dort vorhandenen Demokratiefeindlichen und Verfassungsfeindlichen Ansätze aus, nimmt diese aber in der Linken jetzt ohne Probleme in Kauf (in der Linken dürfen sich ebenfalls ganz öffentlich Kommunisten, DDR Sympathisanten und nicht zuletzt offene Antisemiten - da sind sich dann rechts- und linksaußen auf einmal wieder einig - herumtreiben. Mit anderen Worten: Wirklich jedes Grundsatzprinzip ist absolut verhandelbar, so lange man damit eine gewählte Partei von der Beteiligung ausschließen kann. Wer Schwarz wählt kriegt eben nicht mehr die Garantie, dass das Ergebnis am Ende nicht rot ist. Jede Abkehr vom angestrebten Weg wird extrem gebrandmarkt (es ist z.B. was anderes, ausländerfeindlich zu sein und gegen unkontrollierte Migration zu sein, diese Unterscheidung gibts kaum noch). Clever ist das nicht und ich rate jedem, da auch mal ein paar ausländische Zeitschriften oder Tagszeitungen zu lesen. Die kommen da auch zu ganz anderen Urteilen als die Deutschen selbst.


    Die Grünen waren übrigens auch mal eine radikale Partei, die sich um demokratische Gepflogenheiten nicht geschert hat, in ihren eigenen Reihen Leute, die so Späße wie die Legalisierung von Pädophilie offen befürwortet haben und dabei untestützt wurden. So ein bisschen Einmündung in das politische System hat da Wunder gewirkt. Wer nicht will, dass die AfD dass durchlaufen darf, muss eben eine echte Alternative für ein paar der oben genannten Positionen bieten. Es wird nicht ohne gehen, zumal der im Moment noch sehr dominante Impact des Klimathemas in der Bevölkerung auch wieder abnehmen wird...

    Vielleicht sollten wir das Thema aber hier etwas ausgliedern, das ist jetzt mehr ne allgemeine Politikbetrachtung als das eigentliche Thread Thema. Einmal kurz möchte ich aber dann doch selber noch den moralischen rausholen. Wer die Höcke AfD wählt, wählt eine Version derselben, die zu den schlimmsten gehört, die diese Partei zu bieten hat und in der so Typen wie der, anders als in manch anderen AfD Territorien nicht Randerscheinung sondern tonangebend sind. Das ist unverzeihlich, dennoch denke ich, dass da so manch ein Wähler gerne ein nicht so ekelhaftes konservativ-liberales Angebot gehabt hätte. Ich denke es macht mehr Sinn, diese Leute wiederzuholen als unerfolgreich zu versuchen, sie mundtot zu machen...


    Wer sich dieses Phänomen mal jenseits deutscher Politik etwas genauer ergründen möchte, dem rate ich zu dem Buch Political Tribes von Amy Chua. Die hat dieses Konzept für verschiedene Länder dieser Welt analyisert.

    Wer wirklich auf die Politik schimpfen möchte, muss dann aber auch ein paar Schlussfolgerungen in Kauf nehmen, die unbequemer Natur sind.


    Dazu gehört dann z.B. auch, dass die AFD überhaupt nur dann wieder eingedämmt werden kann, wenn es wieder eine vernünftige bürgerlich-konservative Partei gibt. Es mag sein, dass die hier im Forum keiner braucht, aber das demokratische Spektrum braucht sie. Dazu müsste die CDU erheblich dahin zurückrücken, wo sie mal herkam (okay, vernünfig waren sie vermutlich nie)- das würden viele hier dann als "Rechtsruck" bezeichnen, auch wenn damit im Endeffekt "nur" ein Gleichgewicht wieder hergestellt würde....

    Auch bei den fragwürdigen Vorgängen in Thüringen muss man sehen, wohin die Reaktionen darauf führen. Eine bürgerlich-christliche Partei agiert jetzt mit der Linken zusammen. Absolut Alles kann ab sofort mit Allem, (CDU, Linke, FDP, SPD, Grüne), damit die zweitstärkste Fraktion keine Chance bekommt. Das kann ich zwar moralisch vielleicht noch etwas nachvollziehen, es ist aber nicht nur brandgefährlich, es wird auch noch weiter die AfD stärken. Mundtot machen hat bislang nur zur Verbesserung der Wahlergebnisse geführt (Hamburg und Berlin würde ich da nicht hinzuzählen) und wer dort jetzt echte Oposition wählen will, KANN eigentlich nur noch AfD wählen - auch wenn er es hoffentlich nicht tut. Wem das nützen wird, ist schon seit einer Weile zu sehen...

    Endlich mal wieder eine angenehme Diskussion hier, bei der sachlich argumentiert wird und nicht gleich persönlich beleidigt.

    Das wollte ich auch gerade schreiben, macht gerade echt Spaß.

    Ich denke übrigens, dass gerade Orientierungslosigkeit viel effektier von der Schule vorgebeugt werden könnte.


    Ich war damals auf einer additiven Gesamtschule, da waren Haupt- (gibts in Berlin ja schon gar nicht mehr), Realschule und Gymnasium unter einem Dach. Die Zweige selbst waren zwar inhaltlich getrennt, aber eben auch durchlässig. Es war grundsätzlich möglich, auf dem Hauptschulzweig anzufangen und im Gymnasium zu Enden - und zwar ohne sein ganzes Umfeld austauschen zu müssen. Andersrum konnte man natürlich auch vom Gymnasium auf die Realschule wechseln. Real- und Hauptschule waren dabei durchaus praktischer und berufsbezogener als das Gymnasium. Wurde dann abgeschafft, weil diese vermeintliche Selektion von Menschen falsch sei. Finde ich allerdings nicht, im Gegenteil. Denn wenn ich heute jemandem, der nicht ganz genau weiß, warum er sofort unbedingt studieren möchte, etwas raten könnte, wäre es eine Ausbildung zu machen und das gerne mit nem guten mittleren Schulabschluss. Diese Abiturinflation führt oft auch nur dazu, dass man am Ende dann Akademiker hat, die immer noch nicht wissen, was sie wollen und auch nicht all zu viel können.


    Dann sollte man aber auch den zweiten Bildungsweg erheblich stärken. Es mag ein wenig ein Klischee sein, aber die amerikanische Variante, in der jemand neben dem Beruf seinen Abschluss machen kann oder per Community College eben sogar ein Studium durchziehen kann, hat durchaus auch was für sich. Gibts hier natürlich auch so ein wenig, kommt aber zu selten vor.

    Hab mir das Album vorhin mal gegeben. Das wäre mir nicht mal nen illegalen Download wert. Dass sich die Band nicht zu fein ist, so einen Rotz zu veröffentlichen, spricht Bände....


    Genau 2 Songs von dem Album würde ich vielleicht überhaupt nochmal anhören und wirklich gut waren die auch nicht.


    Entweder die wollten ihrem Label wirklich kein vernünftiges Material hinterlassen (was ich auch unter aller Schublade fände) oder ich will gar nicht wissen welche abscheuliche Midlife Crisis da zugeschlagen hat.


    Mit Kunst hat das jedenfalls wenig zu tun. Schade, denn am besten waren Green Day, als sie was zu sagen hatten. Und Berufsjugendliche verkörpern die Jungs von Blink erheblich besser und unterhaltsamer...

    Auch wenn ich ja sonst eher etwas libertärer unterwegs bin, finde ich übrigens auch, dass Krankenhäuser nicht in private Hände gehören. Zugang zu Health Care, und zwar den bestmöglichen, gehört absolut in den meiner Meinung nach eher bechränkten Aufgabenbereich des Staats, weil das eine Angelegenheit ist, dass der Markt per Definition gar nicht lösen KANN.

    Aus meiner Sicht ist der Staat nur dazu da, Rahmenbedingungen zu schaffen, in dem sich ein Individuum fair und frei entfalten kann. Je mehr der Staat bevormundet, desto weniger ist das möglich. Ganz sicher ist es nicht seine Aufgabe, die Bürger zu erziehen oder ihnen, abseits von Grundrechten und Pflichten eine Moral, die über bestimmte Faktoren (Menschenrechte oder z.B das StGb) hinausgehen. Wie fatal solche Ansätze scheitern, haben über die Jahrhunderte nun vom ganz rechten bis zum ganz linken Rand durchexerziert. "Volkserziehung" funktioniert nur nicht, sie ist auch völlig konträr zum Recht des Individuums, wenn ich hier mal etwas ins philosophische abschweifen darf.


    Das bei sozialer Mobilität (da sind wir bei der Frage des "fair und frei") durchaus Spielraum nach oben ist, ist übrigens korrekt, aber ein anderes Thema. Selbst wenn du den zukünftigen BWLer vor seiner Tätigkeit bei Goldmann Sachs zwingst, 10 Monate im Behindertenfahrdienst unterwegs zu sein, wird sich am Resultat wenig ändern, dass er seine Karten anders ausspielen kann als jemand aus der sogenannten bildungsfernen Schicht. Aber auch dem zukünftigen Schuster, Tischler, Kassierer oder sonstewas nutzt dieses verpflichtende soziale Jahr an und für sich wenig, auch an seiner Situation und seiner sozialen Mobilität ändert sich nix.


    Es gäbe eine Menge Dinge, die zur sozialen Mobilität positiv beitragen könnten. Das, was bislang gemacht wird, tut es eher weniger. Zivieldienst und Bundeswehr würden es auch nicht tun.

    Wo Eltern und Schulen versagen, wird der Staat es am wenigsten richten können...

    Das Konzept Zivieldienst mag nett gedacht sein und in einzelnen Fällen sicherlich auch Erfolg gehabt haben, dem gegenüber stehen aber eben auch Überlegungen wie dass dann manch einer nur fürs Internet surfen subventioniert wird (sind mir Fälle bekannt) oder eben auch total ausgenutzt werden, während sich der Träger über den schönen ökonischen Schnitt freut.


    Vielleicht könnte man freiwillige (!!!) soziale Lehrjahre wie das FSJ finanziell attraktiver machen, aber welche Art von Teilnehmern das dann anzieht, kann man dann auch kritisch hinterfragen....


    Unterm Strich bleibt für mich aber eine andere Feststellung. Der deutsche Staat in seinem Regulierungs- und Gängelungswahn schreibt ohnehin schon jeden Mist des Lebens bis ins kleinste Detail vor, ich finde nicht, dass er das Recht hat, den Menschen jetzt auch noch ein Lebensjahr zu klauen und sie zur Zwangsarbeit zu verdonnern...


    Bei der Bundeswehr verhält es sich nicht anders. Das Konzept einer solchen Armee ist ohnehin gnadenlos überholt und auch wenn es sicherlich manch einem "gut tun könnte" bzw. sogar eine sehr positive Erfahrung sein KÖNNTE, hat der Staat für mich nicht das Recht, jemanden zum Militär zu zwingen - schon gar nicht unter dem Vorwand der Charakterbildung. Es ist nicht Aufgabe des Staates, einen Charakter zu bilden und schon gar nicht so....

    Ja, das amerikanische Veteranending ist in der Tat ein zweischneidiges Schwert, ich tue mich da auch bis heute noch schwer, weil die Grenzen zwischen einem Menschen helfen und einen Krieg zu unterstützen da sehr schwammig sein können. Dann, andererseits, gibt es auch genug US Soldaten, die das nicht so ganz hundertprozentig freiwillig machen. Ziemliche schwammige Angelegenheit...

    Kann man so sehen, ich sehe es anders.

    Ich war 2015 herum, als er seine eher moderaten Pro-Trump Tweets rausgehauen hat, im Land und kann schon verstehen, was den einen oder anderen motiviert hat, Trump zu unterstützen - auch wenn ich persönlich es im Leben nicht getan hätte.


    Viel spannender finde ich dann aber die Frage, ab wann man so einen Cut bei Musikern macht. Bei den Ramones für die Liebe zu Reagan? Bei Wizo für die Glorifizierung der RaF? Bei Ozzy Osbourne für seine Liebe zu W. Bush? Bei jeder US Punk Band, die Obama in den Allerwertesten gekrochen ist, obwohl der man in beispielloser Art und Weise den Dronenkrieg ausgeweitet und das harte Vorgehen gegen Undocumented Immigrants entgegen seinem Ruf aber mal sowas von verschärft und ausgebaut hat? Bei Campino, dessen Liebe zu den auch nicht unproblematischen Grünen ich auch nicht ganz ohne finde?

    Ich fände es da sehr schwer eine Grenze zu ziehen. So lange sich eine Musikermeinung nicht in bestimmte extremistische Abgründe verläuft, sehe ich das inzwischen eher entspannt...

    Am Montag war ich bei Five Finger Death Punch mit Megadeth und Bad Wolves. Falls jemand für die restlichen Deutschland Termine jeweils in der Nähe sein sollte, spreche ich ne klare Empfehlung aus, da kriegt man was für sein Geld.


    (Übrigens, ich erwähne das ja nur so 8x pro Jahr: Warum kriegen amerikanische Tontechniker einen knalligen Sound in deutschen Mehrzweckhallen hin und Deutsche anscheinend nicht????)