Beiträge von Conse

    Medusa ist mal für diese Diskussion ein nicht all zu gut gewähltes Beispiel.
    Neben der schizophrenen Störung, die da zu attestieren war, muss sich jemand, der dazu auch noch gerne mal bei einer NPD Busreise mitmacht und sich dann auch noch wohlwollend über deren Lösungsansätze äußert, nicht wundern, wenn das entsprechenden Gegenwind erzeugt. Und das sage ich als jemand, der für manchen hier im Forum vermutlich auch schon als erzkonservativer Knochen gilt 8)
    Was ich zuletzt hier ein wenig schade finde ist der Niveauverfall, der sich mehr und mehr einer Social Media Plattform angleicht. Persönliches Gekabbel, kurze Pöbelbeiträge, inflationäre dumme Witze.... Eigentlich war bzw. ist das schöne an Diskussionsforen, dass das normalerweise nicht unbedingt so sehr der Fall ist.
    Wir haben uns hier über die Jahre durchaus manchmal hart in der Sache beharkt, aber eben in der Sache. Mit Argumenten. Nicht ohne Emotion, aber meistens ohne Kindergarten, auch bei teils sehr kontroversen Themen mit Bezug auf die Band oder die Welt im Allgemeinen. Das scheint gerade zunehmend zu verschwinden - und das ist sowohl schade, als auch sehr ermüdend....

    Ich hab das genommen, was ich kriegen konnte. Nicht unbedingt die Plätze, die ich haben wollte, aber will mich nicht beschweren...
    Wobei mir gerade mal wieder schmerzhaft einfiel, dass ich 2004 mal nicht zu Rammstein gegangen bin, weil ich 44€ damals viel zu teuer fand ^^


    Conse: Ja, stimmt. War ja auch nur ein Beispiel von sehr sehr vielen. Und wenn es gute Gründs gibt, muss eben eine sinnvolle, zielorientierte Diskussion her. Bisher fehlt aber eindeutig jeder Hauch eines Interesses an einer solchen. Bisher kenne ich nur dumpfes Gepolter aus der Richtung (gemischt mit 1,2 Lippenbekenntnissen).


    Aber ja. Anderes Thema... Wenn auch Klima sicherlich auch eine Fluchtursache ist oder sein wird.

    In der Tat findet eine gehaltvolle oder gar zielorientierte Diskussion selten statt. Die Schuld dafür liegt durchaus bei beiden dominanten Haltungen dieser Thematik.

    Also Kulturelle Teilhabe ist möglich, aber die Nebenkosten machen es echt schwer. ich habe das Glück arbeiten gehen zu können und genug Geld zu verdienen, dass ich mir die Konzerte meist leisten kann, ohne mein Konto noch weiter zu überziehen. ich möchte nichte mehr auf ALG II Niveau leben müssen, aber wenn ich die Rente noch erleben sollte, wird es schwer, weil ich kein Geld für Altersvorsorge zurück legen kann. Wer erzählt, was man alles mit ALG II machen kann, sollt es ausprobiert haben, bevor er seine Meinung veröffentlicht.


    Das wollte ich in erster Linie damit aussagen. Glamourös ist es sicher nicht, vieles ist auch ggf. gar nicht möglich. Kulturelle Teilhabe allgemein ist aber nicht ausgeschlossen. Ich selbst war mal 6 Monate ALG-II Empfänger und kenne den einen oder anderen, der schon seit Jahren in dem System steckt, es aber irgendwie auch schafft, ne Fußball Dauerkarte und mal ein Kneipenbierchen davon zu bestreiten. Auch als Jugendtrainer, der ich ja vor der Auslandsflucht war, kriegt man da ein wenig was mit. Ich sehe das Problem beim ALG II auch weniger in der Höhe, als viel mehr darin, dass viel zu viele Menschen viel zu lange in diesem Apparat festsitzen (aus verschiedensten Gründen). Aber wenn wir das wirklich diskutieren wollen, sollten wir es eben lieber in einem anderen Thema tun.Die Eintrittspreise der Hosen sind eher weniger an den ALG-II Satz gebunden und müssen es auch bei aller Liebe nicht sein.
    Bei der Rente mache ich mir übrigens nichts vor. Das System wird implodieren, bevor ich da jemals was rausbekomme... Falls ich dann überhaupt Deutscher sein sollte....

    Volker Pispers hat das mal seinem eigenen, nicht steueraffinen Publikum unter die Nase gerieben, dass durch die Spielstätten auch sein Programm ordentlich subventioniert sei...
    Im aktuellen ALG-II Regelsatz sind knapp über 40€ pro Monat für kulturelle Teilhabe vorgesehen. In Berlin kann man ohne Probleme für 13-23 Euro ein Bühnenstück, Kabarett oder auch eine Oper sehen. Und da reden wir von den großen Bühnen und Veranstaltungsorten. Gerade im alternativen Umfeld oder im eigenen Kiez gibt es ggf. noch völlig andere und günstige Angebote. Letzten September war ich in der tiefsten fränkischen Provinz und es gab feinsten international berühmten Jazz für 20€ zu sehen. Ich finde nicht, dass man mit ALG II von kultureller Teilhabe ausgeschlossen sein muss. Was genau das bedeutet und wie oft, muss man sich allerdings schon fragen. Rammstein, AC/DC oder die Hosen im Theater gehören aber wohl eher nicht dazu. Die aufgerufenen Preise sind für den entsprechenden Event in diesem Falle alles andere als weltfremd, auch wenn es nicht wenig Geld ist.
    Hartz 4 Debatten sollten wir aber woanders führen, hier geht es um 2 1/2 Konzerte...

    Ich habe mich damals nur gewundert, warum er da so ausweichend darauf geantwortet hat und es darauf reduziert hat, dass die Nazis ihn natürlich nicht mögen würden. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Nicht zum Fußball zu gehen, weil es auch Rechte dort hinzieht, wäre so ziemlich das blödeste, was man tun könnte. Ihm das vorzuwerfen, finde ich eher albern.
    Allerdings könnte er das dann auch selbst in seinem Urteil über andere berücksichtigen, wenn er mal wieder alles und jeden als Nazis beschimpft...

    Mal ausgeklammert, dass ich persönlich die Band nicht mag und den Sänger ebenfalls für einen unerträglichen Vollproleten halte.....


    Ich glaube da geht es erheblich um Ideologie und den bösen Revoluzzer Status. Da ist eine Band, die doch glatt einen auf "linksextrem" macht und dann sogar noch vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Da möchte so manch einer dabei sein.
    Im Grunde erinnert mich das ein wenig an KIZ. Da mussten damals auf einmal auch alle hin und das (anfangs dort noch nicht vorhandene) politische Profil gepaart mit ein wenig Unterstützung einer großen deutschen Band machten die auf einmal zu einer Riesennummer, wo die Musik nicht selten zweitrangig war.
    Die musikalische Entwicklung von Feine Sahne sehe ich persönlich als von grottenschlecht (2014) zu routiniert langweilig (im Sinne von unspektakulär, heute). Zugegeben, ich mag diesen "Komplett im Arsch" Song nicht, aber Hitqualitäten hatte der schon.


    Gut, irgendwas müssen sie für ihre Zielgruppe ja richtig machen, ich finds ein wenig schade, weil es auch im ausgesprochen linken Punklager erheblich spannendere Bands gibt - musikalisch und inhaltlich.

    Die unbekannten Nicht-Stimmungs Cover erweisen dann aber eher nen Bärendienst....
    Ich denke immer noch, dass da eine etwas feinere Mischung schon möglich wäre, auch wenn die Haupttendenz bei Festivals natürlich in Richtung Hits gegehen muss. Aber wir hatten ja Beispiele von Festival Sets, wo die gleiche Tendenz mit 2-3 Perlen angereichert wurde, und schon waren eigentlich alle zufrieden.
    Metallica spielen auf Festivals auch keine Nummer Sicher Sets und trotzdem waren eigentlich immer alle zufrieden, auch die, die nur die Hits kennen und sonst selten Metallica hören.
    Ich glaube allerdings unterm Strich, dass die Aufregung hier in erster Linie noch ein Nachbeben von der bescheidenen Warm Up Setlist ist...

    Was Campis Englisch angeht:
    Das ist schlicht ein deutscher Akzent. Du kannst dich gerne an nen Anglisten wenden, der wird dir das gerne bestätigen. Bis auf ein paar gewollte British English Anleihen unterscheidet es sich auch kaum von dem Deutsch-Englisch, mit dem ich mich in den USA oft rumschlagen darf.
    Was das Setlisten Thema angeht: Ich halte das Argument, dass man keine Raritäten auf Festivals spielen kann, nach wie vor für schlichtweg falsch. Selbst diese ganzen verdammten Cover sind ja gar nicht immer Hits (welches Rock am Ring Kid kannte denn damals "Raise your voice"?), man kann aber auch einfach die eigene Historie begucken.
    War "Kauf mich" 2008 ein brandneuer Überhit? Oder "Mehr davon"? Oder das bis dahin noch nie gespielte und nicht veröffentlichte "Teil von Mir"? Warum ging das denn? Oder das "Containerlied", "Goodbye Garageland", "Opelgang" in 2004?
    Quervergleiche zu anderen Bands lasse ich jetzt mal weg.
    Und dann bleibt halt noch die Tatsache, dass das eben ein Hosenkonzert war, kein Festivalgig. Da darf man mehr erwarten und dass es mit den Raritäten geht, hat doch gerade die letzte Hallentour erst beweisen? Wo war denn da der Shitstorm, weil auch mal Freitag der 13. im Set war?
    (Und glaubt wirklich jemand, dass die für ein Festival noch "Hier kommt Alex" üben müssen)?
    Klar, wer vor Ort war mag trotzdem einen guten Abend gehabt haben, das ist immer möglich. Die Kritik ist trotzdem berechtigt.

    Es ist durchaus auch komplexer, zumal die Luftverkehrsteuer, die es nur für den Luftverkehr gibt, da nicht so wirklich Erwähnung findet, genau so wenig wie die Milliarden an Subvebtionen, die die Bahn kassiert. Trotzdem ist da natürlich was dran, insbesondere bei der fehlenden Konkurrenz.
    Ich persönlich mache die Abwägung inzwischen sehr nach Sinnhaftigkeit. Nach London und Dublin ist fliegen sinnvoll. Nach Paris, Warschau, Prag, Wien oder Amsterdam muss es nicht sein. Bei Interkontinentalflügen zahle ich inzwischen lieber mehr für effizientere Verbindungen, als Geld damit zu sparen, zusätzlich Strecke zu fliegen. Dafür hab ich wiederum in meinem Leben noch nie ein Auto besessen, verbrauche relativ wenig Strom und Gas und werfe so wenig wie möglich weg. Diese Art der Selbstbetrachtung fehlt mir übrigens bei so einigen der so hochgelobten Friday Aktivisten...

    Dann ist der Zug in Deutschland auch keine gute Wahl.
    Deutschland erkauft sich seine bisherige Bilanz ebenfalls durch ausländischen Strom, der teilweise auch aus Kohlekraft kommt ;)
    An und für sich ist das durchaus ein spannendes Thema. Sich auf die Eigenverantwortung der Menschen zu verlassen, erweist sich selten als funktionsfähig. Moderne Formen des Ablasshandels sind aber auch irgendwie schwierig. Einerseits ändern sie wenig, weil insbesondere die, die durch Wohlstand ohnehin einen großen Klimaabdruck hinterlassen, das ohne Probleme weiter so machen können, während Normal- und Geringverdiener wieder am härtesten getroffen werden. Auch vermeintlich grüne Lösungen wie Elektromobilität sind leider oft die reinsten Scheinlösungen. Wenn man dannnoch guckt, wer weltweit am meisten verpestet und dazu noch selbst vom Paris Abkommen den Freibrief bekommen hat, das auch noch zu erhöhen, kann man schnell zum Kritiker vermeintlich ökologischer Lösungen werden.


    Gar nix tun ist aber auch keine wirkliche Option, in sofern kann man dann eben doch wenigstens mal gucken, was man selber so macht. Wenigstens die unsinnigen Flüge vermeiden ist schon mal ein Anfang. Und Aufforstung und Kompensation sind dann manchmal vielleicht doch besser als nix...

    Das ist mir auch aufgefallen. Mag sein, dass das Publikum einfach im Stream nicht so rüberkommt, aber es ist auch schwer mit der Stimmung, wenn selbst die schnelleren Songs im Balladentempo gespielt werden...

    bei Rock im Park gestern blieb trotz 135 Minuten sogar noch Zeit für 31 Songs :D
    und das obwohl sie fast 5 Minuten vor 23 Uhr fertig waren. Das Bühne-verlassen-für-Zugaben wurde gestrichen


    Zumindest an dem Punkt muss man dann fairerweise auch die Hosen kritisieren....
    Wenn das Hauptset nach rund 70 Minuten rum ist, und dann nochmal halb so viele Lieder kommen, das ganze aber nochmal fast genau so lange dauert, dann schindet da auch jemand Zeit. Da nehmen sich Ärzte und Hosen jetzt nicht soooo viel...

    Jetzt hatte ich gerade ne lange Antwort verfasst, wurde dann ausgeloggt und weg ist alles. Muss ich später noch mal drauf eingehen.
    Daher erstmal nur ganz kurz: Es sollte keine Reaktion auf den Beitrag davor sein, beide Dinge haben absolut nichts miteinaner zu tun und es gibt da auch nix zu relativieren. Selbstverständlich finde ich das, was im Vorpost verlinkt wurde, auch selbst widerlich. Wenn der Eindruck eines Zusammenhangs dadurch entstanden ist, dass ich den Deutschland 2019 Aufhänger übernommen habe, war das mein Fehler, sorry.