Beiträge von BzbE

    Was ich zu Plastic Bomb hinzufügen will:



    Ich versteh ja, wenn man eine mit einem Teil meistens auch auf die Masse schielenden Band wie die Hosen irgendwann für sich nicht mehr gut findet. Ist bei mir bei DTH nicht so, weil sie an den für mich wirklich wichtigen Punkten ihre Einstellung immer behalten haben - aber völlig in Ordnung.
    Wirklich immer tieftraurig anzusehen find ichs aber, wenn ach so alternative Leute in Reviews einer Band zunächst Phrasen wie "Fallhöhe nicht mehr vorhanden" und "jeder Song hört sich gleich an" vorwerfen, und das dann meinen, mit den immer gleichen pseudokreativen und seit Jahrzehnten nicht mehr witzigen Metaphern à la "und das Herz der BWL-Studentin schlägt vor Freude höher" unterlegen zu müssen. Oh mein Gott, diese Promi-Vergleiche "Absturz in die Welt lustiger Gottschalk-Kostümierungen", "strahlt die Selbstsicherheit der Carmen Nebels dieser Welt aus" sind so lahm wie alt und so von oben herab. :wall:
    Ich finde die Vorstellung wirklich bitter, dass irgendwo jemand sitzt und seine Zeit damit verbringt, diese Dinger zu schreiben, obwohl er die Band doch schon seit Jahren furchtbar findet.
    (edits: andy: irgendwie landen bei mir in letzter Zeit die Absätze nie da, wo ich sie gemacht habe)

    Gefällt mir nach dem ersten Durchlauf ziemlich gut. 8) Ist jetzt zwar vermutlich nicht die Scheibe, die ich über längere Zeit regelmäßig hören werde oder bei der viele Versionen in meinen Playlists das Original ersetzen (war bei z.B. Wünsch dir was aus Wien so, das fand ich bockstark). Aber es ist eben kein reguläres Album, sondern ein Abbild eines Live-Abends...und der scheint nach dem Höreindruck ziemlich gelungen gewesen zu sein.
    Vor allem gefällt mir sehr, dass - im Vergleich zu Wien - viel mehr Mut im Spiel ist und Stücke auch wirklich von Grund auf neu interpretiert werden. Da find ich nicht jede Version geil - aber es ist so viel interessanter als bloßes akustisches Nachspielen und dadurch lohnt sich auch ein Plattenkauf in meinen Augen.


    Frühe Eindrücke zu den neuen Stücken:
    - Schwer(los) berührt mich wirklich sehr, krasseste Gänsehaut und ein sehr bedrücktes Gefühl beim hören. Extrem guter erster Eindruck. Mal sehen wie er sich entwickelt. Klar ist: Auf jeden Fall ein sehr sehr wichtiger Song, gerade auf dem vermutlich die Breite erreichenden Album. Für mich auch Single-tauglich.


    - Sorgenbrecher gefiel mir auf den ersten Blick ziemlich gut. Hat was von alten Songwritern à la Hannes Wader. Für mich was ganz anderes als die Forster-Schiene.
    - Kamikaze muss ich noch öfter hören, nicht schlecht, aber auch noch nicht richtig gezündet - irgendwie wirkt mir das häufige "wie Kamikaze" bisher bissl zu einfach.
    - Feiern im Regen - mit der Pillermaik'schen Deutung durchaus inhaltlich gewachsen und in der Akustikversion auch besser als im Video. Aber für mich immer noch wirklich schmerzhaft, dieser schlagereske Refrain - da zieht sich echt was zusammen.
    Mit Gesamteindruck der Platte versteh ich die Auswahl als Single auch noch weniger. (Aber die versteh ich bei den Hosen ohnehin meistens nicht.)

    Sehe ich völlig anders. Solange es überragende Konzerte wie z.B. noch vor 2 Monaten auf dem Rocco gibt, können die Jungs von mir aus auch ruhig mal Musik rausbringen, die nichts für mich ist.


    Wenn die regulären Auftritte überwiegend stilistisch aus Songs wie "Feiern im Regen" bestehen...dann wirds irgendwann schwierig. Aber doch nicht nach dem ersten (!) recht breit kritisierten neuen Song nach so einer genialen Runde wie der LdN-Saison!



    Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. Es ist ein Unplugged-Projekt. Und die letzten Hosen-Jahre waren immer noch stärker, als viele (auch ich) es je nochmal für möglich gehalten hatten.

    Aber, ob er nur das ist?


    Wenns DidM nicht gäbe, fiels mir leichter das zu glauben :P
    Naja, was solls - ich freu mich auf die Platte und die anderen neuen Songs. 8)

    Mmh - Stand nach einigen Tagen und (nicht allzu häufigem) hören:
    Die schweizerischen Interpretationsansätze find ich vor allem bezüglich der Strophen gelungen. Ich hatte das schon auch beim Hören (abseits der FB-Meldung) als Beatles-geprägt wahrgenommen, aber längst nicht alle hier aufgeführten Deutungsmöglichkeiten gesehen - Chapeau! 8) Das wertet den Song definitiv auf. Für mich klingen die Strophen zwar immer noch zu viel nach Materia und zu wenig nach Campino - aber ich mag ja Marteria (in seinen Songs) sogar.



    Hinsichtlich des Refrains ist mir deine Bedeutung ein bisschen zu weit weg vom Text, Maik, und ich glaube das ist auch, was mich an dem Song besonders stört. Wenn die Strophen wie hier gemeint waren, kann man das "nicht zu deutlich werden" im Refrain zwar natürlich auch als besonders krasses Durchziehn der den Leuten untergejubelten versteckten Drogen-Ebene sehen. Mein Ding ist das dann aber am Ende - trotz Ohrwurm - trotzdem nicht.


    Was ich seit dem lesen nicht mehr aus dem Kopf krieg, ist folgender Kommentar aus dem RIngrocker-Forum:

    Zitat

    Warum klingt der Refrain der neuen Single "Feiern im Regen" wie ein Radio-Jingle zur Bewerbung eines regional gebrauten Bieres?

    Ich hättes nicht so auf den Punkt gebracht, aber das ist genau das Gefühl, das im Refrain bei mir aufkommt und mich da immer noch etwas abstößt: So ne heimelige Biergarten-Werbung mit Lederhose, fescher weiblicher Bedienung und exakt im Moment des Klirrens durch die Gläser blitzenden Sonnenstrahlen.



    Das klingt da einfach nicht mehr, wies mich anspricht - weder Gesangsstil, noch Gesangsmelodie, noch Instrumentierung (übrigens alles im Gegensatz zu TwD, auch der DidM-Refrain ist mir da viel näher).Campi sagt ja gerade im Express:

    Zitat

    Tatsächlich ist uns Volksmusik nicht fern - aber ich meine damit nicht die verwässerte, verschmuste, schlagerartige Form, die in Deutschland
    üblich ist, sondern eher das, was man zum Beispiel in Irland darunter versteht.

    Für mich klingt dieser Refrain, aber leider genau nach der "verwässerten, verschmusten, schlagerartigen Form, die in deutlich üblich ist." :D Kann ja trotzdem Leuten Freue machen, kann auch bestimmt in nem guten Moment gut passen - aber gefühlt als Single so weit weg von "meinen" Hosen wie bisher vielleicht gar keine.

    Zitat

    Wenn da jetzt jemand kritisiert, dass da keine politische Haltung oder
    anderes ernstes Thema ausgearbeitet wurde, muss ich sagen, dass es im
    Leben auch mal um Sinnloses gehen muss. Wasting time, finde ich wichtig.



    Vorallem wenn man dabei herumgedodelt wird.


    Ich glaube das ist weniger der Punkt. Kaum jemand dürfte generell was gegen partytaugliches oder Liebeslieder haben.
    Was man den Hosen aber schon vorwerfen kann, ist dass sie als Single mittlerweile im Zweifel lieber die "seichteren" und auch poppigeren Songs auskoppeln (DidM statt Europa, Wannsee/LdN (ich weiß, es gab auch UdW), jetzt "Feiern im Regen" statt z.B. "Schwerelos").

    Mmh ich habs erst zweimal gehört und diese frühen EIndrücke ändern sich oft noch, bisher aber:
    Im Grund gar nicht mein Ding. Den Refrain find ich noch ganz gut, da kommt auch etwas der TwD-Euphorie/Melancholie-Spagat raus. Allerdings klingen für mich schon hier die Lyrics wenig nach Campino und der Gesang auch nicht. Ein Ohrwurm sondersgleichen ist er aber.


    DIe Strophen find ich bisher grausam. Könnte textlich wirklich auch ein Marteria-Song sein. (Dessen eigene Songs ich oft richtig gut finde - aber eben in von ihm gerappt.) Ich finde diese Marteria-mäßigen "einfachen Reime" passen einfach nicht zu den Hosen. Dazu hier auch ziemlich inhaltleer.


    Insgesamt für mich daher nicht annähernd mit TwD vergleichbar, das ich - mit richtigem Blickwinkel gehört - immer noch für einen extrem guten Song halte.


    Das war jetzt die Brille mit Erwartung "neue Hosen-Single".



    Generell: Radiosong. Zufällig musste ich letzte Woche aufm Weg zur Arbeit immer Radio hören, da der CD-Player (so modern bin ich unterwegs) nicht wollte. Da fügt sich der Song gut ein und dort würde ich mich sicher freuen, wenn er gespielt wird weil er dort immer noch zum besseren gehören wird.


    Aber für DTH geht das schon heftig in Mark-Forster-etc-Richtung. Bedenklich. Schnell wieder Urknall und AmnH anmachen. :D

    Top, dass es ne Single gibt und man dadurch noch zwei B-Seiten hören kann.
    Cover finde ich auch wirklich schön gestaltet. :)
    Aber: Diese ständige versteckte Hosen-Hell-Werbung - jetzt schon auf Covers - geht mir aufn Sack. :thumbdown:

    Ich hätte es auch lieber als Theatertour durch zahlreiche Städte gehabt, aber das ist wohl utopisch.


    Mag zwar sein, dass das in großen Hallen nicht das ideal mögliche ist. Bei mir überwiegt aber auf jeden Fall ganz deutlich die Freude darüber, die Jungs wohl endlich mal selbst unplugged sehen zu können. Das hat - wie wohl bei vielen - auch bei mir bisher leider tickettechnisch noch nie hingehauen.

    Lustigster Moment ist übrigens 3:14:


    Der Wechsel von Campinos selbst im Video un-fass-barer Bühnenpräsenz, Zerissenheit und Hingabe zu - nunja, Breiti. :D

    Gefällt mir nach mehreren Durchgängen richtig gut.


    Den Gesang seh ich bissl ambivalent:
    In den Strophen wirkt das anfangs etwas verhaspelt auf mich, insbesondere beim kurzen "...mehr" in der ersten und der Betonung von "deeeen Gräben" in der zweiten. Im Refrain find ich Campi dann extrem stark, auch das Zusammenspiel mit Kuddel ist hier genial, Gänsehaut.



    Campinos Einsatz vorm letzten Refrain ("und die Vögel singen nicht mehr") ist dann sensationell - das live so hinzukriegen ist verdammt großes Kino.


    Insgesamt gefallen mir bei Rammstein die Strophen besser, da kommt Lindemans Gesangsstil einfach perfekt raus. Den Refrain find ich bei den Hosen sogar stärker. Der verkörpert da irgendwie ein anderes Gefühl: zwar immer verzweifelt, aber bei Rammstein eher in der trocken/traurigen, bei den Hosen in der rausgelassen/auch wütenden Ausprägung.

    dieses "karneval"-mässige - und insofern auch traditionsbewusste, bürgerliche - interpretiere ich, ob nun von der band bewusst oder unbewusst so initiiert, als zynischen seitenhieb, was die version noch geiler macht.

    DIe Ebene seh ich schon - aber trotzdem protestiert der Kopf beim Hören. Vielleicht ist die Abneigung gegen die Art Musik aber auch einfach bei mir selbst für ne Parodie zu groß :D

    Hab irgendwo gelesen, dass GD jetzt das politische aus ihren Songs weglassen wollen.
    Dafür machen die jetzt das typische Ami-Full-Service-Konzept bei Konzerten mit kostenintensiven Meet&Greets, früherer Einlass als die anderen und den ganzen Dreck.


    Für mich ist die Band damit ad acta gelegt. Sollen die mit ihren hipsterigen Indie-Freunden von Weezer ihre scheisslangweilige Tour machen.


    Achso, JA ICH BIN SAUER GRAD.


    :s_thanks: geht mir auch so. Tour sponsored by Harley Davidson. Widerlicher FoS-Dreck. Das ist in meinen Augen doch noch ne ganz andere Stufe von Ausverkauf, bei der ich auch raus bin. Sehr schade, für mich waren bisher auf jedem Album immer noch - teilweise einzelne - Hits dabei. Die neue Single wird auf jeden Fall keiner mehr. Ich finde übrigens auch die hier mehrmals genannten Foxboro-Hottubs Sachen ganz cool und um WELTEN besser als diese neue Single.


    Weißt du noch, wo die Quelle war? Dass sie nix mehr Politisches machen, würde mich allerdings sehr verwundern - das war gerade das, was man ihnen bis einschließlich dem letzten Album zugute immer noch sehr halten konnte und was live auch immer noch eine recht große Rolle gespielt hat.

    Ich finde schon, dass es durch dieses Bläser-Lead-Riff im vergleich zum Gitarrenäquivalent deutlich mehr nach lustigem Jahrmarkt klingt als das Original und vermute, dass auch das mit "fehlender Härte" gemeint ist.
    Insgesamt finde ich die Version in Ordnung, aber durch das genannte auch irgendwie deutlich zu ulkig wirkend - das krieg ich noch nicht so ganz synchron mit dem Text. Bin sehr gespannt auf den Rest!

    Sascha89: Danke für die Antwort, die ich deutlich besser verstehe und mit der ich deutlich besser leben kann.
    .

    Zur Erklärung: Mein Problem eben war, dass auf mich deine Antwort wirkte wie eine (plötzliche und überraschende) Generalablehnung aller kritische Kommentare hier, abgewatscht mit "eure Meinungen stehen eh fest" und abgeschlossen mit "daher bin ich jetzt raus".
    Daran hätt ich so ziemlich jedes Wort falsch gefunden:



    Ich kann nur für mich sprechen, aber meine zumindest meine Meinung zu den Onkelz steht keineswegs fest. Ich mag deutliche Gründe sehen, warum mich persönlich die Band in vieler Hinsicht (abseits der Vergangenheit!) eher abstößt. Dennoch fand auch ich zum einen immer mal wieder nen Song gut. Insbesondere finde ich aber die Geschichte der Band ultraspannend - und bin in dem Thread auch eher um vielleicht was dazuzulernen statt um irgendwie "zu gewinnen".
    Daher verwunderts mich, wenn gerade jemand wie du - der sicher deutlich mehr Details kennt als ich - die Geschichte für - in diesem Rahmen - auserzählt hält. Gerade die interessantesten Fragen (z.B. wie waren die Jungs zu Zeiten der rechten Songs persönlich drauf? Inwiefern lagen die Positionen auseinander? Falls weit - wieso blieb man trotzdem zusammen?) scheinen für mich immer noch ziemlich offen zu sein. Auch weil - und da ist natürlich ein Dilemma - die Aussagen der Leute, dies wissen, nicht den riesen Beweiswert haben weil die natürlich persönlich betroffen sind und auch die Band weiterführen wollten.
    HIer liegt in meinen Augen auch ein sehr interessanter Punkt, von dem ich zumindest verstehe, wenn er ihnen vorgehalten wird. Mag schon öfter gesagt worden sein - aber man hätte das Projekt "Onkelz" eben auch nach dem großen Umdenken als durch die rassistischen Songs als verseucht ansehen und unter neuem Namen neu anfangen können. Damit hätte man mit Sicherheit heute kein oder ein deutlich kleineres Fanproblem - aber auch einiges an bisher aufgebautem aufgeben müssen. Auch hätte es sicher Momente gegeben, über eine Trennung von Kevin nachzudenken - ich meine gerade gar nicht den Unfall, sondern z.B. nach dem "Schwarz-weiß-rot" live auf einer Onkelzbühne bringen. Ob das jeweils die besseren Entscheidungen gewesen wären, oder sie nicht sogar so ein besseres Beispiels ("Man kann sich ändern!") sind, ist eine komplexe Frage und da will ich gar nichts behaupten.


    Die Fragen stellen aber Weichen für die Diskussionsthemen, die hier heute noch heute relevant sind. Sie eröffnen nämlich erst die Möglichkeit, dass auch ein Nazi der Band "treu" bleiben kann, wenn er sich eben auf das fokussiert, was er für seine Positionen fruchtbar machen kann, und den Rest für sich ausblenden oder als "von den Medien / der Gesellschaft erzwungen, aber nicht das wahre Ich der Jungs" umettikettieren kann. Das wäre mit nem klaren Cut so nicht gegangen, was für mich zeigt, dass schon auch die Band selbst einen Anteil daran trägt, dass manche Vorwürfe nicht verstummen. Dass sie teilweise immer noch von Nazis verehrt werden, ist ihnen dadurch jedenfalls auf einem anderen Level zurechenbar, als wenn sich einer von denen mal zu den Hosen verirrt. Nicht falsch verstehen: Dieses Level der Zurechenbarkeit muss - gerade mit seit langem klaren Songs und Ansagen - keinen überzeugen. Aber dass es ein anderes ist, als bei DTH/DÄ, das in meinen Augen schon.
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    Heißt alles nicht, dass ihr Bock haben müsst, weiterzudiskutieren, aber ich finds spannend. 8)



    (Mich würden - das nur am Rande - auch die heutigen Positionen der Band, z.B. zur Seenotrettung / Flüchtlingspolitik, wirklich wahnsinnig interessieren.)
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    Edits: viiiiele Tippfehler.

    Genau deswegen kann ich die Onkelz verstehen, dass sie einen Scheiss drauf geben was über sie geredet und geschrieben wird. Die Diskussion im die Band dreht sich ewig im Kreis.
    Hat man dargelegt was Anfang der 80er war, das die Band sich davon distanziert, wird der Klischee-Onkelz-Fan ausgepackt, wäre das vom Tisch, kommt Kevins Drogensucht und der Unfall, und so weiter und sofort...


    Mit Personen die eine vorgefertigte Meinung haben und nichtmal versuchen wollen sich dem Thema von einer anderen Seite zu nähern und vielleicht einen Milimeter von ihrer Meinung abzuweichen ist die Diskussion (und dann auch noch im Netz) völlig sinnlos.


    Damit bin ich raus aus der Diskussion hier.


    Das halt ich jetzt aber für ziemlich schwach. Ich persönlich fand die Diskussion sehr interessant, hab einiges neues erfahren und fands auch spannend, wie u.a. Conse, Maik, und du das sehen. Hat insbesondere die ganze Bandbreite - von "Verteidigern des Heute", über "nehme den Wandel ab, aber mag sie nicht" zu deutlicher Opposition abgebildet.


    Dass du das Fan-Argument hier so entwerten willst, überrascht mich sehr, da du selbst genauso mit Fans argumentiert hast - nur eben andersrum, dass die, die du kennst, alle nichts mir rechts am Hut haben. Sorry, aber ich stell mir bei dem Beitrag die Frage, wer hier "eine vorgefertigte Meinung hat" und sich einem Thema nicht (mehr) "von einer anderen Seite nähern" will.

    S-Man:


    Vielleicht war "definieren" das falsche Wort. Besser ausgedrückt: Die Frage, die du die stellst, versteh ich als Frage des Bezugspunktes von "rechts":
    Dass die Texte rechts waren, steht für mich - und wenn die Bedeutung von "rechts" wie für dich eindeutig ist sowieso - fest. Die nich so klare Sache is ja, ob die Band selbst wirklich (überzeugt) so getickt hat, oder ob damals doch eher die immer wieder angeführte Wut über Gangs, ggf. in Verbindung mit Provokationslust, zu den Texten geführt hat, als politische Überzeugungen. Ich glaube das ist dann der Punkt, an dem die Meinungen - vielleicht auch damals die Bandmitglieder - auseinander gehen, und das wollte ich ausdrücken.


    Ich glaub bei dem "Distanzieren" bist du bissl zu formal. Ne heutige Ansage gegen Nazis ist erstmal ne heutige Ansage gegen Nazis. So hab ich den Begriff auch verwendet, als ich von "1000 Distanzierungen" sprach: Heutige Aussage gegen rechts. Ob man da früher selbst überzeugt rechts war oder eher im jungen Leichtsinn idiotische Texte geschrieben hat, spielt dafür in meinen Augen keine große Rolle. Wichtig ist, dass man umgedacht hat und das auch vor einen Publikum, dass die Ansage sicher nicht geschlossen gut findet, deutlich macht.


    Ich glaube alles andere wird außer den Mitgliedern selbst und vielleicht engsten Freunden damals niemand wirklich wissen können - und niemand beweisen können.

    Also waren sie doch rechts? (Genau das wird ja eigentlich immer verneint, wenn ich die Wikipedia richtig verstehe)

    Hä!? ?(


    Zum einen ist das wirklich ne Definitionsfrage des Begriffs "rechts". ("Wer solche Texte veröffentlich, ist zu diesem Zeitpunkt rechts" vs. "Man kann solche (rechten) Texte auch aus Wut über spezifische Gegebenheiten veröffentlichen ohne selbst rechts zu sein"). Wobei mich letzteres nicht überzeugt - wer eben "Türken" benutzt statt den Text spezifisch auf problematische Gangs ins Frankfurt zu beschränken, ist eben in dem Moment rassistisch unterwegs.
    .
    Zum anderen spielt das doch für deinen Distanzierungs-Aufhänger überhaupt keine Rolle? Selbst, wenn sie selbst sich als zu keinem Zeitpunkt rechts gewesen ansähen, könnten sie sich doch von dem Gedankengut distanzieren, allein weil es von Teilen ihrer Fans geteilt wird.