Beiträge von Karl Arsch

    habe lange nichts geschrieben...

    habe mir kürzlich beim Digitalisieren meiner LPs die Rote Rosen-LP angehört und hierzu eine Frage;
    Auf der Innenhülle befindet sich das große Foto von den Hosen/ Rosen auf dem Friedhof mit dem Grabstein und der Schlaufe "Im stillen Gedenken an den Deutschen Schlager". Wer ist denn die sechste Person auf dem Foto?

    Warum steht ihr niemandem zu, dass es durchaus Gründe gegen einen Streik geben kann?


    Es spricht auch niemand ab, dass Gewerkschaften auch Gutes tun, aber wie alles auf der Welt haben auch diese mehrere Seiten. Absoluter Gehorsam ist überall Mist. Auch bei Gewerkschaften. Da können noch so sehr alle Kollegen mitziehen. Wenn meine Überzeugung eine andere ist, hat man die genauso zu respektieren.


    Wirklich ein völlig blödsinniges "Argument", denn kein Mensch hat hier behauptet, dass jeder Streik immer und prinzipiell sinnvoll ist. Genauso hat niemand hier "absoluten Gehorsam" gegenüber den Gewerkschaftsführungen verordnet (by the way haben die letzten Leute in Deutschland, die absoluten Gehorsam in Politik und Armee verordnet haben, die Gewerkschaften verboten und ihre Führer ins KZ gesperrt - das mal nur nebenbei, um Dir ein bisschen Deine Rhetorik vor Augen zu führen). All das hast Du gerade behauptet und in die Diskussion geführt.
    Das Gegenteil Deiner Behauptungen ist übrigens der Fall. Mit dem Eröffnungs-Post (von mir aus ohne böse Absicht) wurde eine Diskussion vom Zaun gebrochen, wie man es sonst nur von FDP- bis AfD-lern kennt.


    EDIT: @ djrj: endlich mal ein paar kluge Worte in der Debatte;

    Als ob die Gewerkschaften ständig und überall zum Streik aufrufen würden.
    Als ob jemand behauptet hätte, alles und jedes was ein Gewerkschafter behaupte immer sinnvoll sei.
    Fakt ist, dass hier eine Diskussion losgetreten wurde, was man denn von "den Gewerkschaften" halte, um gleich mal mit der Behauptung oder angeblichen Beobachtung von hochnäsigen Gewerkschaftern einzusteigen.
    Ich stelle dem entgegen, dass hohe Organisierungsgrade gut sind, aus Arbeitersicht anzustreben und jeder Arbeiter und Angestellte, der nicht organisiert ist (zumal in gut organisierten Betrieben) unsolidarisch ist.
    Die Idee und Tatsache der Gewerkschaft ist gut, richtig und notwendig, auch wenn in dem Bereich natürlich auch immer viel falsch läuft.

    Streikbrecher sind Feiglinge und fallen ihren Kollegen in den Rücken. Genauso wie die Leute, die gegen Gewerkschaften wettern, aber die Lohnerhöhungen, die die Gewerkschaften erkämpfen, gerne mitnehmen.
    Das war überall so, wo ich gearbeitet habe, besonders da, wo der Organisierungsgrad hoch war, ganz besonders offensichtlich.

    Ohne die Hosen würde FSF doch keiner kennen


    Quatsch - wer die Band in den letztem Jahren verfolgt hat, weiß, dass sie in diesen kontinuierlich größer wurden, auch schon bevor sie die Hosen supportet haben.
    Wer in den letzten Jahren mal auf einem Konzert von ihnen war, weiß auch, dass sie v.a. ein eigenes Publikum haben und es nicht in erster Linie Hosen-Fans sind, die zu ihnen gehen. Das Feine Sahne-Publikum ist ja auch viel jünger als das der Hosen.
    Wer auf der letzten Hosen-Tour war (ich war auf vier Konzerten), wird festgestellt haben, dass das Publikum vor der Bühne wesentlich jünger war, wenn Feine Sahne mit dabei waren.


    Was das Pascow-Stück angeht - finde es auch ein bisschen langweilig (habe von denen schon viel besseres gehört) aber ein geiler Ascona ist das in dem Video.

    Es gibt sicherlich verwerflichere Geldeinnahmequellen als Klingeltonproduktion.
    Da sind die meisten Vermieter, die ich bisher gehabt habe, größere Verbrecher als ein Klingeltonproduzent.
    Und was heißt hier "hausieren gehen"- er wurde in einem Interview gefragt, wie er gerade seine Brötchen verdient.

    @ Pillermaik: Nicht krumm nehmen, an manchen deiner Punkte, die Du aufführst ist bestimmt was dran. Klar, dass die Hosen unter Jochen Hülder von Beginn an ein engagiertes Management hatten, das die Öffentlichkeit gesucht hat (für deutsche Punkbands völlig unytypisch außer Die Ärzte - wenn man die als Punkband durchgehen lassen will). Aber sehr viel interpretierst Du und legst Dir Deine Erzählung zurecht. Und ich weiß auch gar nicht, auf was Du hinaus willst.


    1. Clockwork Orange: Der Film hatte großen Einfluss auf die Punkbewegung, beileibe nicht nur auf The Adicts. Zahlreiche britische (und auch darüber hinaus) Punkbands haben mit dem FIlm kokettiert, Lieder über ihn geschrieben, sich von Alex und seinen Droogs im Bühnen-Outfit beeinflussen lassen oder zumindest auf Platten-Covern. Um nur wenige Namen zu nennen: The Adicts, Major Accident, Cock Sparrer...
    Dass diese auf die Hosen einen rießen EInfluss hatten, die Hosen von diesen Bands auch geklaut haben, haben die Hosen nie verleugnet. Im Gegenteil: Ständig haben sie das in Interviews so kommuniziert. Sie seien Rockstars geworden mit Musik, die Andere erfunden haben, von denen sie teilweise ganze Songs und Melodien geklaut hätten. Dass gerade die Adicts da eine große Rolle spielten, haben die Hosen auch nie geleugnet. Es gibt aus den Achtzigern viele Fotos von Campino mit Adicts-Shirt. Dass die Hosen als Punks davor keinen Bezug zu Clockwork Orange hatten, würde ich auch mal in Frage stellen.


    2. Theater: Bestimmt haben die Hosen nicht, wie Du schreibst, "das Theater" "angefragt". So einseitig funktioniert das Business nun auch einfach nicht. Manche Leute im Künstler-Milieu stehen sich halt aus verschiedenen Gründen nahe. Ich sehe hier als Mediator in diesem Bereich viel weniger Jochen Hülder, als vielmehr Trini Trimpop - den man nicht unter den Tisch fallen lassen darf, wenn es um die Erfindung des Konzepts "Die Toten Hosen" geht. Das Stück "Clockwork Orange" in Bonn hat übrigens Bernd Schadewald inszeniert. Der war schon lange ein Bekannter im Hosen-Kosmos. Z.B. führte er bereits 1986 Regie für den Film "Verlierer", bei dem Campino eine größere Nebenrolle inne hatte. Hier spielte übrigens auch Ralf Richter die Hauptrolle, wie später bei der Clockwork Orange-Aufführung mit den Hosen in Bonn.

    Im Großen und Ganzen war das Konzert eine runde Sache. Letzten Monat in Stuttgart war es zwar noch besser. Aber ich denke doch, das wäre jammern auf hohem Niveau: ein Konzert, das wirklich Spaß gemacht hat - kein Vergleich zu Freiburg vor fünf Jahren. Und hey, dank der Hosen durfte ich eine Fußballegende wie Jens "Jerry" Jeremies kennen lernen. Und der Typ ist wirklich nochmal doppelt so cool als man ihn sich sowieso schon vorstellt.

    Ich bin immer noch sprachlos, wie geil das war. Vielleicht das beste Hosen-Konzert, das ich (zumindest in dieser Größenordnung) gesehen habe.
    Super-Band!
    Ich würde sicher auch ein paar Haare in der Suppe finden, wenn ich das wollte. Aber danach ist mir nicht.
    Ich fand es sogar noch geiler als im Dezember in der Schleyerhalle (auch wenn leider keine Einladung auf die Aftershowparty dieses Mal).