Beiträge von Conse

    Nur mal eine Randbemerkung:
    Den Medienaufschrei will ich mal erleben, wenn ein Kamerateam eine "Flucht" live zu unterhaltungszwecken aufnimmt und begleitet, zumal das Ergebnis dann ohnehin schon verfälschend wäre....
    ...mal unabhängig davon, wie dämlich dieses "Auf der Flucht" am Ende war

    (Mich würden - das nur am Rande - auch die heutigen Positionen der Band, z.B. zur Seenotrettung / Flüchtlingspolitik, wirklich wahnsinnig interessieren.)


    Ich glaube nicht, dass es da all zu viel an ausgesprochenen Positionen gibt. Die von mir oben verlinkte Hockenheimansage spricht aber auch klar von Menschen, die Schutz suchen und Hilfe brauchen. Auch die Teilnahme an diesem "Auf der Flucht" Fernsehexperiment kann man als Positionierung verstehen, auch wenn das resultat nicht dolle war.
    Unterm Strich würde ich das aber auch eher als W-Positionen einordnen, da man die Aussagen so nur von ihm kennt. Evtl. hat sich Pe auch ein wenig positioniert, das weiß ich nicht.


    Edit: Couchpotatoe war etwas schneller.

    Ich fürchte für den Song werden wir das auch so genau nicht belegen können.
    Ich hab das mit dem "Frankreichüberfall" zumindest immer als derben Humor verstanden und nichts, was man wirklich all zu Ernst nehmen sollte. Aber klar, gerade in Deutschland, wo im allgemeinen Verständnis Humor auch Grenzen hat, kann das auch nochmal eine ganz andere Wirkung erzielen...

    Das gibt es alles in ausführlicher, aber ich interpretiere das hier:

    Zitat

    Latente Untergangsstimmung, die in deutschen Großstädten zu jener Zeit modern ist, aber keine Spur von Rassismus. Das ändert sich mit „Deutschland den


    Deutschen“. Weidner hat nach wie vor eine diffuse Wut auf Türkengangs und Ausländer im Allgemeinen. Keine, die irgendwie parteipolitisch erklärbar ist, aber eine, die sich durch zahllose Street-Fights tief in seinem Hirn verwurzelt hatte.

    Als klares Eingeständnis, dass man damals nicht als Nazi unterwegs sein wollte und sich selbst auch so nicht gesehen hat, aber eben klar rassistisch und ausländerfeindlich - zumindest in irgendeiner Form- unterwegs war. Zu weiteren "Ausrutschern" gehören dann auch dieser Glatzengig im Bunker und Kevin's spontane Textänderung von "Schwarz, Rot, Gold" zu "Schwarz, weiß rot", um ein weiteres Beispiel zu nennen.
    Man muss nicht gezielt rechtsradikal sein wollen oder sich als das identifizieren, um die Schwelle dazu zu übertreten.


    Anders als viele "stramme" Nazikombos, wollte die Band aber gar nicht gezielt einer Naziszene beitreten - auch wenn sie fatalerweise den Absprung davon nicht rechtzeitig, also bevor man ein paar fatale Fehler begangen hat, geschafft hat...

    Waldbühne ist first come, first serve. Innenraum unter Unterrang werden irgendwann zugemacht. Wer von dort hochgeht, kriegt einen Stempel mit dem er wieder runter kommt. Bändchen gibts nicht.

    Naja.... Das Essener Stadion ist kleiner als die Waldbühne, ob man da jetzt von Stadiongröße sprechen sollte?
    Ansonsten gehe ich ob der frühen Zeiten davon aus, dass man sich wieder die eine oder andere hochkarätigere Vorband ins Boot holt...

    Da wäre es sicherlich mal ganz interessant zu wissen, in welcher "Auflage" dieses Demotape herumging.
    So mies wie die Quali der Bootleg Version von DNM + Demos war, könnte das schlicht ein Taperip gewesen sein...

    Bestellt und geliefert.
    Und warum willst du vor 14 Jahren auf einem teuren 2-tägigen Festival einer Band gewesen sein, die du nicht leiden kannst?

    Hier eine klare Ansage zu NPD und hinterwäldlerischen Nazis aus dem Jahr 2004 in Leipzig:


    Hier eine ebenfalls relativ deutliche Ansage aus Hockenheim 2015:

    Und hier ein Beispiel, wie ein "Fan" mit falscher Gesinnung schon nach der Einlasskontrolle wieder rausfliegt:

    Bei den Demos und dem Debütalbum muss man ein wenig unterscheiden.
    Zum einen gibt es da den Song "Türken Raus". Da zitiere ich mal die Band Timeline:

    Zitat

    „Türken raus“ ist kein politisches Lied, im Gegenteil. Es wird keine
    „Rassenreinheit“, kein völkischer Wahn oder sonst irgendein
    Nazi-Propaganda-Mist verbreitet. Es ist ein knapp zweieinhalb minütiger
    dummer, weidnerischer Wutausbruch. Dass die Böhsen Onkelz in den
    nächsten 5 Jahren eine ausländerfeindliche Haltung annehmen, ist dagegen
    unbestritten und soll hier nicht unerwähnt bleiben.


    Als das Lied geschrieben wurde (wenn man hier überhaupt von einem Lied sprechen möchte), war die Band weder organisiert noch in irgendeiner Form politisch rechtsradikal unterwegs, sondern hatte wie große Teile der Frankfurter Asipunkszene genug davon, permanent von migrantisch geprägten Straßengangs auf die Brille zu bekommen. Von dem Inhalt hat sich die Band dennoch längst distanziert, veröffentlicht worden ist er offiziell eh nicht. Warum das einen Unterschied macht? Weil es ein sackdummer Song mit einem letzten Endes ausländerfeindlichen Inhalt ist, der aber nicht im politischen Sinne rechts gemeint war. Man könnte auch provokant sagen, dass die Band damals im Grunde selbst zum Nazi sein noch zu blöd war...
    Auch ein gewisser Patrick Orth, im Hosenkontext ja bekannt, äußerte sich dazu, dass in der Szene damals rechte Parolen und Symbolik gerne zur Abgrenzung und Provokation, weniger als politische Meinung, instrumentalisiert wurden.
    Das sollte sich dann aber ein paar Jahre später zumindest für kurze Zeit bei den Onkelz ändern:

    Da ist nix doppeldeutig und das behauptet die Band auch nicht. Da gibts auch nix zu relativieren. Live gespielt wurde dieser Song insgesamt wohl ein einziges Mal, das allerdings vor einem durchaus stramm rechten Publikum. In dieser Zeit ware die Band, vor allem aber Kevin, durchaus ausländerfeindlich unterwegs. Zu diesem Zeitpunkt muss sich die Band den Begriff Rechtsrock gefallen lassen. Dennoch sprechen wir hier von einer Phase, in der es noch keine komerziellen Tonträger zu kaufen gab und eben von einer Phase, die im Bandkontext sehr, sehr kurz ist. Innerhalb von kurzer Zeit danach kamen die ersten beiden richtigen Alben, die zwar sackdumme Texte enthielten, aber eigentlich nichts mehr, was man als rechtsradikal, ausländerfeindlich oder ähnliches interpretieren muss, auch wenn so einiges jenseits der guten Geschmacksgrenze lag. Eher im Gegenteil, da kamen bereits sehr früh die ersten Lossagungen von der "Vergangenheit".


    Von ihrem früheren Gedankengut distanziert sich die Band also schon, nicht aber von ihrem gesamten Frühwerk. Medial wird es ja gerne so dargestellt, als ob die Band eine jahrelange Rechtskombo gewesen wäre, und das entspricht nicht so ganz der Wahrheit...
    Hast du mal zufällig die Stelle des Wiki Artikels parat, auf die du dich beziehst?

    Hatte ich auch nicht so verstanden, die genannten sind ja auch radikal unterschiedliche Menschentypen :)
    Unsere Fischgräte spielt ja aber gerne mal die Karte, dass man da nicht hingehen dürfte, weil Kevin ja so stumpf sei und so schlimme Sachen gemacht hat.
    Ich kann aber eine Band wertschätzen, auch wenn da ein Verstrahlter auf der Bühne steht, mehr wollte ich gar nicht sagen.

    Ich auch nicht. Aber ich möchte auch nicht mit Herbert Grönemeyer oder Brian Johnson oder Kid Rock befreundet sein. Die Musik finde ich trotzdem jeweils gut.

    Muss ja sagenhaft gewesen sein....
    Ich schaffs ja eigentlich immer Tickets für alles zu bekommen, aber diesmal keine Chance.
    Die Setlist war jedenfalls bis auf den merkwürdigen Opener grandios, das kann ich von zuhause aus sagen...

    Eine Freundin hat extra Sitzplatzkarten in der ersten Reihe des Ruhrkongress gekauft.
    Nun teilt ihnen der Marktmonopolist beim Ticketdealen nicht mit, wo und in welcher Kategorie die Plätze in der Westfalenhalle sein sollen.


    In dem Falle müsste man auch rechtlich gesehen eigentlich die Tickets zurückgeben können. Man kriegt ja eindeutig nicht das Produkt, das man bestellt hatte. Ich hatte nicht auf dem Schirm, dass es da überhaupt Sitzplätze gab.
    Nur mal interessehalber: Welchen Ruf gab es denn früher bei Fortuna?

    Ich sehe da auch null Verantwortung oder Rechtfertigungszwang seitens der Band.
    Was man natürlich tun könnte, wäre zu fragen, inwiefern sich Künstler wie FSF, Materia, Dritte Wahl und so weiter eigentlich im Verein überhaupt dazu positionieren (ich vermute gar nicht) oder versuchen Einfluss zu nehmen. Die Möglichkeit gibts im Fußball.

    Vereinzelt kommt das schon mal vor. John Prine ist innerhalb von Berlin verlegt worden und man kann die Karten trotzdem zurückgeben.
    Bei einer Punkband und allgemeinen Stehplätzen würde ich das aber eher nicht erwarten...

    Gestern hab ich mir "Yesterday" angesehen. Hab lange überlegt, ob ich mir den ob der merkwürdigen Prämisse geben soll oder nicht, am Ende hab ich es darauf ankommen lassen: entweder das funktioniert oder nicht.
    Mir hat der Film letzten Endes sehr gut gefallen, wer hier allerdings einen Musikfilm erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Auch die Beatlesbezüge selber sind dünner gesät als gedacht und eher in Form von Humor und kleinen Anspielungen eingestreut.
    Unterm Strich würde ich "Yesterday" eher als warmherzige Liebeskomödie und Feelgood Movie bezeichnen. Dass mir Filme dieser Art gefallen, passiert mir nicht so oft. In sofern muss der Film durchaus was richtig gemacht haben.

    Ich nehme mal an, dass Teile dieses Textes in die Ideenfindung vom Song Ballast mit reingeflossen sind. Das Resultat finde ich jedenfalls erheblich spannender. Ist allerdings eh immer so eine Sache fertige Titel mit B-Seiten zu vergleichen, man weiß ja nicht, was aus Berlin vielleicht noch geworden wäre. Musikalisch ist der Titel sicher ganz okay, Ballast ist aber spannender.


    Was den kleinen Zwinkerer mit den Grünen angeht: Natürlich passt das nicht für alle Textzeilen. Steigende Benzinpreise sollte man als Grüner wohl nicht anprangern, überhaupt wie steigende Kosten, Steuern ohne Ende und so weiter. Auch was die Grünen jetzt so vorschlagen wird in erster Linie eins: teuer. Und das in erster Linie für untere und mittlere Einkommen, auch wenn sie gerne was anderes behaupten.
    Hartz 4, Zeitarbeit, Leiharbeit, und so weiter wurden ebenfalls von Grün fleißig mitgetragen.
    Aaaaber, das können wir natürlich viel besser woanders diskutieren (und nicht falsch verstehen, da gibt es auch eine Menge anderer Parteien, denen man auch die eine oder andere verbale Ohrfeige verpassen sollte).
    Ob es nun am unfertigen Status oder nicht liegt, weiß ich nicht, trotzdem ist mir der Text am Ende einfach zu simpel. Das könnte auch einfach an der Prämisse selbst liegen. Einfach immer nach Berlin bzw. der Regierung zu fragen, finde ich immer ein wenig dünn. Vor allem wenn es um Identität und dergleichen geht.

    Das kann ich nur schwer nachvollziehen, dass dieses Lied jemand langweilig findet.
    Für mich ist es eines meiner Lieblingslieder. Wenn ich es höre, dann mindestens drei mal hintereinander und bekomme Herzflatter und Fernweh. Das Gefühl diesen tristen Alltag hinter sich zu lassen. Der Aufbruch. Sich von Strukturen komplett lösen. Mit jemanden, mit dem man sich eins fühlt. Sich aufmachen in Abenteuer in fremde Kulturen und mit allen Sinnen leben. Von einem Tag zum anderen. Mmmmhhh! Frei sein! Irgendwann hoffen ich, das zu erleben….

    Ich persönlich konnte dieses Lied noch nie wirklich leiden. Erstens hab ich den Eindruck, dass das eines der Lieder ist, die man schön am Reißbrett konstruiert hat, um das Album mehr groovy und poppiger zu gestalten. Zweitens nervt mich dieses langgezogene "ohoohoohooho" wirklich unglaublich. Drittens kann zwar das von dir beschriebene Gefühl nachvollziehen, finde aber nicht, dass das Lied es besonders gut transportiert. Auch in dem Lied hier sind das in erster Linie eine Menge eher flacher Metaphern. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich meistens alleine reise :]

    Was hier alle an "Was macht Berlin" so toll finden verstehe ich nicht. Ich finde den Text mehr als platt und wenn Campino die beschriebenen Zustände als negativ empfindet, sollte er sich seine Sympathie für die Grünen vielleicht doch nochmal überlegen :D


    Mit "Halt mich" ist aber ein absolut grandioser Song nicht auf dem Album vertreten und auch "Dieser Brief" ist m.E. viel zu stark um als B-Seite zu versauern.
    Du und Ich (sind Rock n' Roll Geschichte) ist vielleicht ein wenig klischeebeladen, hätte mir als gute Laune Nummer besser gefallen, als manches, was auf dem Album geblieben ist. Zu guter letzt noch "Du fehlst dazu".


    Runterschmeißen würde ich dafür "Schade, Scheiße" (kotz), "Reiß dich los " (lohoohoohoohos, langweilig), "Das ist der Moment" (ich mag keine perfekten Cornflakes) und entweder "2/3 Liebe" oder "Drei Worte"....
    Edit: Unter den Steinen gerade noch mal reingehört. Beide eben genannten runter und das dafür rauf...