Beiträge von Conse

    Ja, das amerikanische Veteranending ist in der Tat ein zweischneidiges Schwert, ich tue mich da auch bis heute noch schwer, weil die Grenzen zwischen einem Menschen helfen und einen Krieg zu unterstützen da sehr schwammig sein können. Dann, andererseits, gibt es auch genug US Soldaten, die das nicht so ganz hundertprozentig freiwillig machen. Ziemliche schwammige Angelegenheit...

    Kann man so sehen, ich sehe es anders.

    Ich war 2015 herum, als er seine eher moderaten Pro-Trump Tweets rausgehauen hat, im Land und kann schon verstehen, was den einen oder anderen motiviert hat, Trump zu unterstützen - auch wenn ich persönlich es im Leben nicht getan hätte.


    Viel spannender finde ich dann aber die Frage, ab wann man so einen Cut bei Musikern macht. Bei den Ramones für die Liebe zu Reagan? Bei Wizo für die Glorifizierung der RaF? Bei Ozzy Osbourne für seine Liebe zu W. Bush? Bei jeder US Punk Band, die Obama in den Allerwertesten gekrochen ist, obwohl der man in beispielloser Art und Weise den Dronenkrieg ausgeweitet und das harte Vorgehen gegen Undocumented Immigrants entgegen seinem Ruf aber mal sowas von verschärft und ausgebaut hat? Bei Campino, dessen Liebe zu den auch nicht unproblematischen Grünen ich auch nicht ganz ohne finde?

    Ich fände es da sehr schwer eine Grenze zu ziehen. So lange sich eine Musikermeinung nicht in bestimmte extremistische Abgründe verläuft, sehe ich das inzwischen eher entspannt...

    Am Montag war ich bei Five Finger Death Punch mit Megadeth und Bad Wolves. Falls jemand für die restlichen Deutschland Termine jeweils in der Nähe sein sollte, spreche ich ne klare Empfehlung aus, da kriegt man was für sein Geld.


    (Übrigens, ich erwähne das ja nur so 8x pro Jahr: Warum kriegen amerikanische Tontechniker einen knalligen Sound in deutschen Mehrzweckhallen hin und Deutsche anscheinend nicht????)

    Das wäre halt die Frage.

    Auf der Zitadelle Spandau gab es früher auch eine Lautstärkebeschränkung auf dem Gelände selber, die dazu geführt hat, dass da echt kaum was zu hören war.


    Rockkonzerte, bei denen schon der quatschende Nachbar die Musik übertönt, sind für mich dann irgendwo doch rausgeschmissenes Geld...

    Die Reunion kommt auch nach Deutschland. Wäre an und für sich vielleicht sogar ein Grund, der Stadt Bonn mal einen Besuch abzustatten....


    Da man aber überall was von 95dB Lautstärkebeschränkung und Ende um 22 Uhr hört, warte ich vielleicht doch lieber auf eine richtige Tour...

    Ich finde zwar dieses ganze "Die haben sich eine Pause redlich verdient" Genudel immer halbwegs absurd, ich kenne auch im Entertainment Bereich kaum einen Job, in dem man sich 1 1/2 Jahre von dem zweimonatigen Engagement erholen muss, würde das aber unterm Strich auch so interpretieren. Man will jetzt nochmal ordentlich Karten verkaufen, 2021 wird nicht viel passieren auch wenn es für ein paar spontante Nummern reichen wirid und 2022 gibts dann halt das ganz große Jubiläum. Hoffentlich nicht so verkopft wie beim letzten Mal, wo das gnadenlos in die Hose ging....

    Müssen wir dann mal bei einem anderen Konzert nachholen.
    Ich hatte auch nicht auf dem Schirm, dass irgendjemand aus dem Forum hier da sein würde.
    Wird sich aber sicher ergeben, notfalls halt in der Columbiahalle.
    Danke für die Setlists, ich vermute mal scharf, dass sich meine Quellen da auf dich berufen haben, sehe gerade dass du die bei KTA schon drinne hattest.

    Am Freitag gabs ja mal wieder Dritte Wahl im Astra und zum ersten Mal seit langem habe ich es mal wieder hingeschafft.
    Wenn man die bescheidene Bierauswahl zum furchtbaren Preis ignoriert, ist das ja immer wieder ein Topladen, wo man auch ohne viel Aufwand einen guten Platz bekommt, ohne sich dieses ganze Remmidemmi im Vorraus reinzuziehen...
    Statt 2 Vorbands gabs diesmal nur eine in Form von den Larrikins, die mich aber etwas ratlos hinterlassen haben... Handwerklich war das alles echt gut gemacht, als Vorband hab ich auch schon wesentlich unpassendere oder langweiligere Bands gesehen, trotzdem war es vielleicht einfach ein wenig zuviel Spielzeit. Irgendwie hatte ich da einfach nach einer Weile zu sehr das Gefühl, dass da eine Band auf der Bühne steht, die ganz unbedingt das nächste große Ding sein möchte (und dieses große Ding sind dann wohl FSF). Die Posen, die einstudierten Ansagen, der "Gesangsstil" - mir war das am Ende alles eine Nummer zu dick. Handwerklich gabs aber nichts auszusetzen, wie gesagt, und die eine oder andere Nummer ging auch echt gut ins Ohr.
    Zeit noch mal das Publikum zu beobachten, dass bei Dritte Wahl immer so erfrischend "normal" ist. Vielleicht eher der intellektuellere Teil der Szene, aber man muss sich weder mit schwitzenden Glatzen im Möchtegernpogorausch noch mit "Schaaaaz laass ma Picknick bei unserer neuen Lieblingsband machen, aber denk an Instagram" rumärgern.


    Sehr kurze Umbaupause, ein nettes Winnetou Intro und der inzwischen bekannte Konfettiregen und Dritte Wahl standen auf der Bühne. "Fliegen" als Opener m.E. keine gute Wahl, das ist eher ein Abschlusshighlight. Ich hatte vorher schon Wetten abgeschlossen, dass das für mich bessere Set bestimmt wieder am Samstag kommen würde, an dem ich nicht anwesend sein würde. Schon kam die Ansage, dass man heute eher das Old School Publikum bedienen würde. Das stimmt zwar vielleicht nicht so wirklich im direkten Vergleich der Setlists, aber tatsächlich hat mir gerade von der neueren Schaffensphase dann doch so einiges gefehlt. Ich hätte auf "Halt mich fest", "Militär", "Hash", "Dummheit kann man nicht verbieten", "Rausch" und "Schaum auf der Ostsee" verzichten können.
    Highlights: Zu wahr um schön zu sein, Der Himmel über uns, Und jetzt (den soll es ja am zweiten Tag nicht gegeben haben - eigentlich für mich DER Dritte Wahl Song), Der Schatten (!!!), Was weiß ich schon von der Liebe und natürlich Zeit bleib stehen.




    Mir persönlich schon gefehlt haben: 25 Cent, Sirenen, Scotty, Stillstehen, Was wirst du tun und definitiv Morgen schon weg.
    Unterm Strich aber auch dieses Mal sehr kurzweilig, unterhaltsam und lustig - die Jungs sind einfach sympathisch. Inhaltlich und musikalisch gehört es eh zum besten, was unter dem Label Punkrock in Deutschland so unterwegs ist. Auch bemerkenswert, wie lange die mich jetzt schon musikalisch begleiten.
    Bin aber mal gespannt, wie das nächstes Jahr in der Columbiahalle aussehen wird. Das kann durchaus auch sehr familiär dort zugehen, aber es ist schon eine andere Größenordnung, zwei Mal wird man die auch nicht vollbekommen. Ein logischer Schritt ist es aber wohl schon....

    Die Gegenthese dazu ist, dass die USA es gar nicht nötig hätten, sowas wie 9/11 auf eigenem Boden stattfinden zu lassen, gerade weil sie im Verlaufe der Geschichte durchaus schon bewiesen haben, dass es für die eigenen Aktionen gar nicht so unbedingt eine wirkliche Rechtfertigung bräuchte.
    Dass rechte Kreise solche Thesen lieben ist allerdings wenig überraschend, da sind Weltverschwörungen und Geheimbünde seit jeher ein Teil der Folklore. Von Rothischild bis Ranjid....

    Was hier an Halbwissen rumgeistert und alternativen Fakten rumgeistert...
    Wie auch immer: Wenn man bei der RAF, insbesondere bei deren frühen Generationen, eine Bildungslücke hat, sollte man sie dringend schließen. Dazu gibts nun wirklich genug Material in verschiedensten Formen vom Buch zur Doku bis hin zum Spielfilm (wobei ich den Baader-Meinhof Komplex erst mit ein wenig Vorwissen empfehlen würde).
    Was allerdings zutrifft ist, dass in vielen deutschen Lehrplänen die RAF zu wenig bis gar nicht vorkommt - übrigens auch so wie die DDR.

    Ich bin froh, dass die Hosen so Scheißhausparolen im Lebensweisheitengewand auf ein absolutes Minimum beschränken. Es gibt für mich kaum was peinlicheres, als Menschen, die sich den ganzen Tag mit Parolen bedudeln müssen, die sie dazu auffordern, frei zu sein - oder auch so Lemminge, die jede Textzeile über vermeintlichen Individualismus abfeiern, weil es dann leider doch am eigenen Charakter fehlt. Aber zum Glück ist ja immer jemand da, der dir beistöööööööööht. Tröt tröt oi! Und auf das EMP Cover wollten wir ja eh nie, olé olé.


    Den Hosen gelingt es meist, auf solche Plattitüden zu verzichten, oder eben doch wenigstens erheblich intelligenter an sowas ranzugehen


    Findest du die Person nervig oder ihren Gesangsbeitrag?
    Persönlich kenne ich sie nicht, hege deswegen keine negativen Gedanken gegen sie - aber ihre Stimme macht den Song erst aus, finde ich. Sie transportiert da so eine verruchte Portion Erotik, diese gebrochene, kaputte Stimme - die pure Sünde. Sie singt das nicht perfekt, jedoch schenkt sie dadurch dem Song einen Dreck, der eigentlich gar nicht zu der Latte Macchiato-Musik passt. Finde ich Hammer! Da knistert es gewaltig, wirkt fast etwas versaut.

    Kommt bei mir anders rüber. Gerade dieses gewollt dreckige ist für mich der Griff ins Klo, weil sie das eben nicht besonders gut transportiert, wie ich finde. Teile ihres Gesangs gehen in Ordnung, aber gerade wenn sie rau klingen möchte, klingt sie für mich eher so, als ob sie ausgiebig von meinem selbstgemachten amerikanischen Bohnenchili gekostet, aber den Verdauungsprozess noch nicht abgeschlossen hat. Dazu dieses "blllleibööööööööööööööhn". Das müsste gerade sie als durchaus ausgebildete Sängerin, die hier ja auch eher dem Musiktheaterstil folgt, eigentlich besser können. Schade eigentlich, der Song hat sonst echt was. Allerdings ist er auch so definitiv nicht die peinlichste Nummer auf der Scheibe...

    Hab mir mal die Stunde, die es in der ARD zu sehen gab, angesehen.
    Fand ich eigentlich ganz sympathisch, auch wenn ein bisschen viele Lieder so ein bisschen auf osteuropäische Folklore getrimmt wurden. War aber bestimmt ein netter Abend, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass das in ner großen Halle oder der Waldbühne zündet.
    Einziges Manko an der Verfilmung für mich: Ein neuer Trend in deutschen Liveproduktionen ist es, völlig von Glück beseelte Figuren in Großaufnahme reinzuschneiden (Tiefpunkt war das Grönemeyer Clubkonzert *kotz*). Das sieht oft dermaßen unnatürlich und selbstdarstellerisch aus, da wird mir ganz anders....

    Mir fehlt zwar die 80er Historie, aber ich mach sowas auch gerne mal...
    Einfach ein paar Bierchen und ein wenig Schrammelpunk, was soll da schief gehen.
    Also hab ich mir dann letztes Jahr auch mal in Berlin die Tauben spontan gegeben.
    Das war allerdings unfassbar langweilig. Träges Publikum, lahmer Auftritt, ich hab selten so sehr nach einem Konzert gedacht, dass ne Stunde plus Zugabe gereicht hätte....
    Allerdings muss man fairerweise sagen, dass der Sound eine derartige Vollkatastrophe war, dass da auch wenig überspringen konnte.
    Wie man eine derartig schmale Besetzung derartig akkustisch verhunzen kann, ist mir ein Rätsel

    Conse:
    Interessant, deine Songbewertungen decken sich mit meinen ziemlich. Auch ich halte "Bettmagnet" für den "okaysten" Bela-Song der Platte. Da würde mich aber persönlich interessieren: welcher Song ist deiner Meinung nach Rods Totalausfall? Da du von den fünf Rod-Songs zwei bereits genannt hast, rate ich jetzt mal bei den übrigen ins Blaue hinein und sage: "Die Hard" ? ;)

    Genau so siehts aus. Great Minds think alike ;)

    Deckt sich ein wenig mit meinen Gedanken.
    Am Anfang fand ich die "Auch" einfach nur katastrophal. Gewollt lustig, ein Album, das einfach nur da ist, damit ein Album da ist. Das merkt man der Scheibe extremst an. Entsprechend mies war auch ein nicht zu verachtender Teil der Tour für mich. Das eigentlich lustig gemeinte Zeitverschwändung wurde dann auch für mich zum Wutsong, weil ich mich wirklich gefragt hab, ob die Band, die da so einen lieblosen Rotz rausgehauen hat, mich eigentlich nach all den Jahren nur noch verarschen will. Dabei ist die Summe der Einzelteile gar nicht immer so schlecht. Urlaubs Songs sind durch die Bank weg solide bis besser, Rod hat seinen üblichen Griff ins Klo zwar wieder mal nicht lassen können, dafür aber mit Sohn der Leere einmal musikalisch und mit Tamagotchi einmal inhaltlich ganz gut geliefert. Bela hingegen oft jenseits der Schrottgrenze. Bettmagnet war noch okay, Freundschaft ist Kunst textlich sogar relativ geil, aber sonst ist da nicht viel. Musikalisch ist das teilweise sogar reichlich mies.
    Wäre unterm Strich also noch nicht vernichtend, aber man kann schon an dem Resultat das hören, was man später dann auch erfahren hat. Das war keine Band, die da musiziert hat - es riecht nach Auftragsarbeit, weil halt ein Album hermusste...