Beiträge von Wehende Bayernfahnen

    Wie entzweit man die Gesellschaft? Indem die Einen Hass schüren und damit einige andere auf ihre Seite ziehen. Im blödesten Fall bleiben sie dort. Rollmopspunk hat hier einmal unfassbaren Dünnschiss verbreitet und anschließend gesagt, dass das ein Fehler war und sich entschuldigt. Sofern er das auch verinnerlicht hat, sollte es damit gut sein. Allein mit den Menschen, die noch nie etwas falsch gemacht haben, kriegt man die populistischen Parolendrescher nicht klein. Im Gegenteil, nimmt man alle Menschen, die noch nie etwas falsches gesagt oder gedacht haben zusammen, steht Gabugott am Ende ziemlich alleine da.


    Ist deswegen alles, was der Rollmopspunk sagt gut und richtig? Nö. Aber Kommunikation hat schon immer mehr bewirkt, als Konfrontation. Also mal den Ball flach halten Gabu, denn falls es dir noch nicht aufgefallen ist, auf dich wird hier auch ständig eingegangen. ;)

    Das würde mich tatsächlich auch mal interessieren, da ich ebenfalls zu spät geboren wurde und meine Eltern zu der Zeit noch nicht in Deutschland lebten. Mit der RAF war ja linker Terror zu der Zeit wirklich präsent und nicht nur eine herbeigeredete Relativierung rechter Gedanken wie heutzutage.
    Andererseits kann ich mir auch gut vorstellen, dass zur damaligen Zeit, als der 2. Weltkrieg noch nicht so lange her war, Ausländerfeindlichkeit nicht so offen gezeigt wurde. Zumal die meisten Gastarbeiter damals aus Europa kamen, das war vielleicht auch ein Faktor für weniger Skepsis in der Bevölkerung.


    Wäre cool, wenn das jemand genauer beleuchten könnte :)

    Das ist aber schon arg vereinfacht. Wohnungsnot in den Städten, Ärzte- und Lehrermangel auf dem Land, marode Schulen wo immer man hinkommt sind Probleme, bei denen die Politik gefordert ist. Aber dort küsst man lieber der Automobil- und Braunkohleindustrie den Arsch. Dass die AfD keines dieser Probleme ernsthaft angehen will und wird, ist natürlich ebenso Fakt, da nutzen ein paar Gutsituierte Opportunisten die Uninformiertheit der Masse, um Hass zu schüren und daraus Profit zu schlagen. Das AfD-Parteiprogramm ist nicht das einer Partei für die Abgehängten, die zufällig tiefbraun ist. Es ist das Programm einer Partei für die oberen Zehntausend, die aus reinem Kalkül in braunem Fahrwasser schwimmt.


    Wie auf politischer Ebene damit umgegangen wird ist ein Armutszeugnis. Die Gefahr ist da, sie ist präsent, aber Maßnahmen bleiben aus, weil CDU/CSU sich noch nie einen Meter bewegt haben, höchstens, wenn es wirklich nicht mehr anders ging. Die SPD hätte da sein können. Sie hat versagt. Die Grünen sind da, treffen aber in Regierungsverantwortung höchst fragwürdige Entscheidungen. Bleibt noch Die Linke. Innerlich schon uneins und zusätzlich geschwächt durch das Überangebot an Splitterparteien, die nicht selten im Kern linke Interessen vertreten, aber durch ihre bloße Existenz eine starke Linke verhindern, da man um Wähler und Mitglieder konkurriert. Mit der einstigen Satire-Partei Die PARTEI verhält es sich ähnlich. Inhaltlich quasi auf Linie mit der Linken, in der Außendarstellung aber ein Sonderfall. Mittlerweile weht dort zwar auch ein anderer Wind und tatsächlich machen die seriöse Politik, was vielleicht der extremen Schräglage im politischen Deutschland geschuldet ist, aber schlussendlich holen die ihre Stimmen auch nicht bei CDU und FDP (damit dieses Furunkel am Arsch der Menschheit auch mal kurz erwähnt wurde), sondern im linken Spektrum.


    Insofern finde ich das ganze zwar auch traurig und zum Kotzen, aber den AfD-Trotteln würde nur ein Bruchteil der Lemminge folgen, wenn das Versagen der aktuellen Regierungsparteien nicht so omnipräsent wäre. Und nein, das ist kein Plädoyer für's Nicht-Wählen! Auch keine Entschuldigung dafür, die Braunen zu wählen, ABER nicht jede/r hat die Möglichkeit, in einem System, das Ungleichheit produziert, weil es auf Ungleichheit basiert, einfach "etwas zu ändern" und somit alle Probleme zu lösen. Klar ist der/die Einzelne auch selbst gefordert, aber es allein dabei zu belassen und die Politik komplett aus der Verantwortung zu ziehen. Greift leider viel, viel zu kurz.


    Und DAS ist nur ein Aspekt des Problems. Menschen, die aus Überzeugung AfD wählen, gibt es zusätzlich auch noch viel zu viele.

    Mir hat ein Freund vor kurzem gesagt, was für einen genialen Einstieg die Ballast-Scheibe eigentlich hätte, wenn "Tage wie diese" nicht direkt nach dem Opener das Tempo rausnehmen würde. Also habe ich kurzerhand Twd und auch "Das ist der Moment" aus der Wiedergabe entfernt und mir das Album ohne diese Songs angehört. Was soll ich sagen, es sind immer noch ein paar Luftnummern drauf, aber irgendwie hat das Album dann schon vom Start weg einen ganz anderen Punch. Das atmosphärische "Drei Kreuze" als Intro, anschließend "Ballast der Republik" und dann wird mit "Traurig einen Sommer lang" eben kein Radiopop-Hit angeschlossen, sondern eine rockige Nummer.


    Insgesamt muss ich aber auch sagen, dass auf dem Album nach einigem Abstand doch viele Nummern sind, die mir besser gefallen, als das in meiner Erinnerung der Fall war. Zum Beispiel "Oberhausen", "Drei Worte" und auch das viel gescholtene "Schade, wie kann das passieren?", welches dosiert eingesetzt schon irgendwie Spaß machen kann. Selbst "Alles hat seinen Grund" wirkt mit seiner etwas sperrigeren, melancholischen Art wie die bessere Version von "Alles passiert". Und was ist "Vogelfrei" bitte für ein geiler Closer?!

    Ich finde es immer noch unverständlich wieso "Kanzler sein" hier scheinbar so schlecht wegkommt... Das Ding strotzt so dermaßen vor Ironie. Ein Stück weit das politische Pendant zu "Living Hell" von den Ärzten, nur fünf Jahre früher. Hier im Forum hat mal jemand den Song kritisiert, weil er angeblich eine Lanze für Gerhard Schröder und dessen Politik brechen würde. Wird der Text einfach nur von so vielen missverstanden? Dann wäre er vom Schlag "Feiern im Regen", bloß in gut.
    Mit "Weltmeister" verhält es sich übrigens ähnlich. Hält den jemand ernsthaft für einen Fußballsong? Heieiei...


    "Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)" ist lyrisch sicherlich kein Meisterwerk, aber so ziemlich der beste reine Saufsong der Bandgeschichte. "Bis zum bitteren Ende" hält da vielleicht noch mit, aber der hat auch nur ca. ein Drittel so viel Text.


    Zuletzt noch "Champions League": ich gebe zu, meine Interpretation dieses Songs ist nicht mehr als eine Interpretation von wahrscheinlich mehreren Möglichkeiten. Aber für mich war das schon immer die Beschreibung eines Heroin-Trips und dessen Folgen. Ist natürlich schwer zu beweisen, insbesondere da Campino bereits behauptet hat, von Heroin immer die Finger gelassen zu haben, aber auf der anderen Seite hatte er sicherlich genug Face-to-Face-Time mit Menschen, die das nicht von sich behaupten können. Aufgrund dieser Möglichkeit schon immer ein sehr, sehr starkes Stück in meinen Augen.


    Zu den beiden von Sascha angesprochenen Nummern oute ich mich ebenfalls als Fan. Alles weitere ist tatsächlich eher B-Ware.



    Ich glaube, du hast mich missverstanden bzw. ich habe mich schlecht ausgedrückt: Natürlich ist die Belästigung einer weiblichen Person X nicht Teil der von Basler vorab geplanten Show. Wie soll das denn überhaupt möglich sein? Einer wie Basler erkennt den Sexismus in seinem Verhalten höchstwahrscheinlich gar nicht. Der im Artikel beschriebene Umgang mit einer bestimmten Gruppe von Menschen in spontan auftretenden Situationen, zeigt dann eben, wie einer wie Basler mit Zugehörigen der Gruppe umgeht. Passiert nicht jedes Mal, vielleicht sogar eben nur dieses eine einzige Mal, wo der Autor des Textes zufällig anwesend war. Aber es bedarf eben nur eines einzigen Vorfalls, um sehr, sehr wahrscheinlich vorhersagen zu können, wie Basler die entsprechende Situation wahrscheinlich replizierbar, weil für ihn selbstverständlich, regelt. Für die Show von so jemandem würde ich halt kein Geld bezahlen, wenn ich das vorher wüsste. Vergleichbar mit der fiktiven Situation: Eine Zeitung veröffentlicht einen Konzertbericht von einer bekannten Band, deren Sänger in einer Ansage behauptet hat, dass Europa seine Grenzen dicht machen müsse. Mein Standpunkt wäre in diesem Beispiel, meine Karte für ein bevorstehendes Konzert ab zu geben. Dein Standpunkt wäre, trotzdem hin zu gehen und dann zu erzählen, er habe es diesmal nicht gesagt. So ist er halt, er polarisiert.


    Bzgl. Meichelbeck: Wenn ich (wahlweise Campino oder Tante Detlef) jemandem erzähle, ich hätte 10 Bier getrunken, obwohl es nur 4 waren, ist das eine Sache. Sich über jemanden lustig zu machen, den man mal (im sportlichen Sinne) fertig gemacht hat, eine andere. Letzteres ist zwar nicht gerade guter Stil, aber auch noch irgendwo jedem selbst überlassen. Sich jedoch irgendeine Tat anzudichten und als deren Leidtragenden jemanden heranzuziehen, der darin nachweislich nicht involviert sein kann, ist... Fragwürdig? Es geht ja nun um keine Kneipeneskapade, sondern um ein Vorkommnis, das bereits in seiner Entstehung medial durchleuchtet wird. Wenn Meichelbeck es böse meint, zeigt er Basler an. Wird er nicht machen, weil es ihm wohl scheißegal ist und das ist auch gut so. Aber an Baslers Stelle wäre mir das im Nachhinein hochgradig peinlich, wenn mich jemand damit konfrontieren würde.


    Und ich habe nie gesagt, dass ich Mario Basler nicht mag. Vieles, was er in Bezug auf die Rolle der Medien im Fußball sagt, gerade in Bezug auf junge Spieler, kann ich so unterschreiben. Auch spricht er in vielerlei Hinsicht Dinge an, die sich andere vielleicht nicht (zu)trauen. Aber wenn einer Frauen auf offener Bühne begrapscht, will ich mir das nicht antun und ich dachte, ich teile dir das mit, bevor du da hin gehst. Mehr steckte da ursprünglich nicht dahinter. Ist natürlich deine Entscheidung und auch nichts persönliches. Würde ich hier zufällig lesen, dass jemand zu einem F*eiW*ld-Konzert geht, würde ich ähnliche Fragen stellen.


    Nun aber back to topic.