Beiträge von Conse

    Nach dieser Argumentationsweise darf es nie wieder eine G7 Demo, keinen 1.Mai und ähnliches geben.


    All das...


    "Die letzte Demo dieses "Klientel" hat gezeigt, dass sich die Teilnehmer größtenteils einen Dreck darum scheren, a) mit wem sie da zusammen demonstrieren und b) dass sie durch ihre Handlung andere gefährden. Diese ganzen selbsternannten Opfer sehen doch vor lauter Freiheit die Freiheit gar nicht mehr. Die können ja gerne mal in Belarus oder Venezuela auf die Straße gehen."


    lässt sich ohne Probleme auf Hamburg, auf viele linke Demos und so weiter übertragen (auf rechte Demos natürlich auch).


    In sofern würde ich das hier sofort unterschreiben:


    Zitat


    Für mich ist das ein Eigentor erster Klasse durch die Politik und bewirkt nur das Gegenteil.

    Es suggeriert nicht nur, dass eben bei Demos mit zweierlei Maß gemessen wird, es macht die Querdenker zu Märtyrern (Bild) und liefert ihnen leider das, was sie vorher eben nicht wirklich hatten: zumindest den Teil eines Arguments.

    Nun ist es schon fraglich, ob es legitim ist, auf Grund von Verfehlungen in der Vergangenheit präventiv auf Demos in der Zukunft zu reagieren. Wenn der verblödete Ex-SEDler Geisel dann aber auch noch so clever ist, in seiner Kommunikation hinzuzufügen, dass man bestimmten Ideen oder Ideologien keine Plattform geben möchte, muss er sich über allgemeine Entrüstung nicht wundern.


    Moralisch kann ich so ein Verbot zwar verstehen, strukturell gesehen ist es aber leider fahrlässig wenn nicht sogar höchst undemokratisch.

    Richtig. Aber in der gleichen Stadt, im gleichen Bundesland wäre es vernünftig, diese Regeln halbwegs konsistent aufzustellen.

    Als Einzelperson oder mit Freunden würde ich solche Events wahrnehmen. Habe ich genau genommen auch schon bei Coruvs Corax im Juli und August. So lange sich das auf Mitglieder meines Haushaltes limitiert, bin ich aber raus aus der Nummer, zumal das ohnehin wieder mal sehr oberflächlich gedacht ist. Ich verstehe schon, dass man da gewisse Grenzen ziehen will, aber diese sind mir zu eng und auch nicht zu Ende gedacht.


    In Berlin darf ich legal mit bis zu 5 anderen Personen, Haushalt egal, Familie egal, Abstand egal, in der Gastronomie an einem Tisch sitzen. Drinnen. Mit ihnen oder nur einem von ihnen in die Waldbühne nach draußen darf ich hingegen nicht.


    Wo sind wir denn mehr gefährdet oder anders gefragt: Wo ist da die klare Linie?

    Ich hab mich vor ein paar Tagen auf Facebook schon ein wenig über die ganzen euphorischen Beiträge unter dem Bild gewundert... Es mag an der Eventkultur liegen, die für die meisten Menschen einfach jedes Konzert zu einem unvergesslichen Highlight macht...


    Tempelhof war nach wie vor das einzige beschissene Hosenkonzert, auf dem ich jemals gewesen bin.

    Selbst meine nicht Rockkonzert erfahrene Mutter fands lahm. Die Location fand ich gut, die Broilers waren damals als Vorband immer nett, aber das wars dann leider auch.


    Da hat einfach gar nix gestimmt. Sound viel zu leise (und das lag nicht an der Location), mieses Set, durchchoreographiert bis zum Gehtnichtmehr, Meg n'Jez, Arnim von den Beatsteaks als "Highlight", jedes politisch kontroverse Thema umschifft, einfach nur lahm, lahm, lahm die ganze Sache....


    Zum Glück hat es sowas danach nicht wieder gegeben...

    Beim ersten Mal hören fragte ich bis zum ersten Refrain voll von Entsetzen was das denn für ein Mist ist. Dann ist der Groschen gefallen. Sehr lustige Nummer :thumbup:

    Was den Ticketpreis angeht: Okay, das sind 8-9 Euro mehr, als Dritte Wahl sonst so kosten, aber man muss da denke ich schon mildernde Umstände ob eben genau der Umstände walten lassen....


    Man muss da eine relativ große Fläche mit viel Aufwand für relativ wenig Leute beschallen, da finde ich das sogar noch halbwegs vertretbar.


    Langfristig wird der Trend aber wohl auch da hin gehen. Weniger Kapazität, höhere Preise. Die ganz großen werden sich noch dümmer und dämlicher verdienen, die kleineren werden nicht mitziehen können, weil die Menschen irgendwie merkwürdige Schmerzgrenzen haben...

    Na die Unerträglichkeit dieser Frisuren gehört doch zur Unerträglichkeit solcher Rockstars dazu ;)

    Ich habe mir gestern nach Jahren des Abwartens dann doch mal das 1980er Desaster "Heaven's Gate" angesehen und selbst als großer Westernfan habe ich auch eher gemische Gefühle...

    Auch mit diesen fairen Preisen wird immer noch eine ganze Menge Profit gemacht. Die stehen jetzt nicht vor dem Ruin, weil sie auf Grund so günstiger Ticketpreise jetzt blank geputzt wurden.... Es ist löblich, dass die Hosen nicht jeden Cent aus ihrer Karriere rauspressen wollen, aber für überzogene Schuldgefühle bei Rückforderungen würde es für mich da nicht reichen...

    Es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, ob es ihm wichtig ist, dieses Geld wiederhaben zu wollen oder nicht. So ein wenig wundert mich aber schon, warum man einem Multi-Millionen Euro Imperium so unbedingt seine Kohle schenken soll, nur weil es den Hosen gehört, bzw. warum hier manch einer so zynisch-sarkastisch reagiert, wenn jemand dies eben gerade nicht tun möchte.


    Wenn man den Vorverkauf unbedingt selbst anbieten möchte, um diese Kuh auch noch zu melken (wobei man zumindest sagen muss, dass die VVK Gebühren oft relativ fair berechnet wurden, anders als bei manch anderem Händler), muss man auch die negativen Folgen tragen, wenn man die Tour absagt...

    Wenn jemand das Geld nicht wieder haben möchte, ist das auch völlig in Ordnung und wenn jemand das Geld für leidende Künstler spenden will, ist das auch cool. Es ist aber auch legitim, das Geld wieder haben zu wollen, wenn die Rechtslage das zulässt....

    Ich weiß, die USA sind nicht Deutschland und die NFL ist kein Rockkonzert, aber reinen Mobile Entry in bestimmten Ticketkategorien gibts da schon lange. Gut möglich, dass das auch hier irgendwann so kommt. Die Teilnehmererfassung, die sich sonst ja oft eher physisch auf einem Blatt Papier abspielt, ginge darüber ggf. natürlich auch - wenn auch nicht lückenlos.


    Ob Senioren ohne Smartphone jetzt der vernünftigste Bemessungsrahmen für eine Diskussion über Massenveranstaltung im Corona Zeitalter sind, sei mal dahingestellt.


    Spannend finde ich da höchstens eine andere Thematik: Wer auf eine kommerzielle Veranstaltung gehen will, kann sich mit den Gegebenheiten abfinden oder eben nicht hingehen. Ganz anders sieht es für mich aus, wenn die Politik, politische Behörden oder öffentlich geförderte Institutionen der Allgemeinheit darüber nachdenken, eine staatlich entwickelte App zum Zwang bzw. zur Zugangsvorraussetzung zu machen. Dazu ist es (bislang) zwar nicht gekommen, aber alleine die Diskussion darüber bringt uns einem gefährlichen Präzedenzfall ein ganzes Stück näher. Für Aussagen wie diese darf man sich dann aber oft von Coronahysterikern als Hysteriker beschimpfen lassen....

    Wobei da z.B. der Stones Auftritt in Kuba 2016 kulturell immer noch relevanter sein mag, als es ein neues Album der Band jemals sein könnte.


    Das Problem mit solchen Kategorien ist, dass man die sehr selektiv ansetzen kann.

    Auch über die heutigen Hosen KÖNNTE man sich locker so äußern. Da wird mit Mühe und Not alle 5 Jahre mal ein Album rausgepresst, bei dem es schon massivste Mithilfe eines Kuschelrappers, Vincent Sorg und diverser anderer Einflussfaktoren irgendwie für 5 live spielbare Lieder reicht, mit denen man dann auf Tour gehen kann, um ansonsten auch da die immer gleichen Gassenhauer wieder und wieder zu spielen. Zur nächsten Tour fliegt der Großteil davon dann wieder raus, und die nächsten 5 kommen dazu. Eine Gelddruckmaschine ist das Unternehmen ebenfalls allemal.


    Ich persönlich würde das nicht über die Band sagen, aber manch einer, der sie schon in den 80ern lieben gelernt hat, mag genau dieses Argument schon seit Jahren benutzen - und von seiner Warte aus mag er damit nicht Unrecht haben, auch wenn die Dimension sicherlich eine andere ist als bei den Stones.


    Ich kann mir inzwischen durchaus die Hosen mit 66 Jahren auf der Bühne vorstellen, auch ohne verkrampft neues Album. 2005 hätte ich das sicherlich anders gesehen...

    Ich glaube Metallica tut sich da schon auch reichlich schwer mit neuen Alben. So penibel wie man an der dieser Art von Musik feilen muss, stelle ich mir das wahnsinnig anstrengend vor, auch wenn man sich inzwischen besser versteht, als zu Some Kind of Monster Zeiten. Dafür sitzt das Resultat ja am Ende dann meistens auch richtig.

    Für mich ist der moralisch entscheidende Punkt, dass der VVK letzten Endes halt von den Hosen selbst kommt - und die haben sich selbst (also als Firmenkonglomerat) entschieden, die Tour ausfallen zu lassen. Da hätte ich es schon fair gefunden, bis auf das Porto alles zu erstatten. Wäre es ein externer Tickethändler, würde ich das etwas anders sehen...

    Von der Sinnhaftigkeit der Apps mal abgesehen würde ich persönlich grundsätzlich lieber privaten Firmen mit abgeschotteten Servern meine Nutzerdaten geben, als dem Staat.


    Das ist allerdings nicht der Grund, dass ich in der App nicht viel Nutzen sehe.

    Sicherlich ganz nett, aber das jetzt als große Geste zu labeln ist vielleicht ein wenig viel des Guten. Damit wird ja noch immer Geld verdient.


    Metallica als eine der kommerziellsten Bands überhaupt zeigt jedenfalls seit Monaten, wie man in der Coronazeit echte Geschenke macht. Da sind die Hosengesten jetzt vielleicht nicht ganz die Selbstfeierei wert....