Beiträge von Conse

    Mein erster Eindruck ist eher positiv. Erstaunlich ernste Klänge für ein NOFX Album, aber es geht gut in die Knochen und das Gehirn. Vielleicht ein bisschen viel Drogentalk auf den ersten Blick. Aber an und für sich macht's Spaß.

    Das Video gefällt mir, wie auch der Song, ganz gut. Allerdings nerven mich die Lyrics, die hätte man nicht extra einblenden müssen.


    Auf die Gefahr hin, mit mir selbst zu reden, haue ich hier dann mal noch sehr verspätet meine Gedanken zu 3D aus. Geblitzdingst war für mich trotz oder gerade wegen einiger Experimente eine Megascheibe. 10 hatte einige unfassbar gute Songs, gefällt mir als Gesamtwerk aber trotzdem nicht so ganz. Letzten Herbst dann 3D, die Band ist seit dem nochmal um einiges größer geworden, und die Scheibe war für mich DAS Herbstalbum überhaupt, weil irgendwie die ganze Stimmung sehr gut in den Spätsommer/Frühherbst passt. Mit Ikarus geht es etwas sehr gemütlich los und auch wenn die Nummer textlich durchaus in Ordnung geht, hat man ein bisschen zu sehr das Gefühl, die Nummer irgendwie schon mal in besser gehört zu haben. "Was zur Hölle" geht da schon um einiges steiler, und auch wenn das Lied sehr nach typischem Dritte Wahl klingt, ist das dann hier eher positiv gemeint. Punkrock, der gleichzeitig Tempo hat, hymnisch ist und trotzdem nicht auf Billigmelodien setzt, gibts im Moment selten. Und die ganze "What if god came back" Nummer ist zwar nicht ganz neu, aber hier gut duchgeführt.


    Mit "Abends halb zehn" kommt dann das erste wirkliche Highlight. Wenn es eins gibt, was ich an Dritte Wahl Texten liebe, dann solche Ansätze. Ich weiß nicht, wie man diese Mischung aus sehr pragmatisch-beschreibend und gefühlvoll nennen soll, aber sie ist eine der größten Stärken der Band. Dieses Abends halb Zehn in Deutschland Gefühl habe ich schon so oft gespürt.... Absolut großartig. Der darauf folgende Bruch mit "Brennt alles nieder" ist hart. Aber auch in diesem Lied merkt man die lyrische Qualität der Band. Denn die Beschreibung dieser auch heute noch widerlich anzusehenden Bilder ist eindringlich gelungen, gleichzeitig aber verfällt der Song eben nicht in Plattitüden, sondern hinterfragt sondern beleuchtet auch nochmal mit, was die Kernantriebe des Mobs gewesen sein dürften.


    Mit "Warm Anziehen" kommt Herbstsong Nummer 2. Oder 3, wenn man "Brennt alles Nieder" mitzählt. Was mir an "Warm anziehen" gefällt, ist die Art und Weise, wie man ihn offen interpretieren kann. Er passt unfreiwillig in ein Coronajahr, man kann ihn politisch deuten, er passt aber auch zum ewigmeckernden Deutschen, der aus Frust über die Hitze schon mal die Jacke rausholt, nur damit 6 Wochen später dann schon wieder Oktober ist und damit auch schon wieder was faul ist. Irgendwie abstrakt, irgendwie geil. Und gut ins Ohr geht's eh. "Fabelhafte Vorraussetzung" ist dagegen kein Übersong, aber lädt ein wenig zum Kopfnicken ein, zumindest im Refrain. "Zur See" erinnert mich wieder daran, dass ich schon immer von allem wegrennen wollte und bei mir war das am Anfang immer das Meer, bevor es dann Jahre später Berge und die Prärie wurden. Gerade im September war ich aber mal wieder in Dänemark und hab mich an diese alten Seeideen erinnert. Und auch da hat der Text eine schöne Mischung aus Desillusionierung und Romantik.


    "Alles nur Chemie" ist nicht nur textlich unterhaltsam, sondern die m.E. größte Melodie des Albums. Und irgendwie auch was, um sich im Herbst dran festzuhalten. "Kopf hoch, am Ende ist es alles nur Chemie." Der folgende Titelsong geht ganz gut ins Ohr und erinnert mich an die 2008er Hosen, aber mehr auch nicht. Ich weiß nicht, ob "Schöne Frau mit Geld" was daran ändert, dass ich die Nonsense Songs der Band meistens eher nicht so mag, aber ich kann auch nicht anders, als anzuerkennen, dass das ganze "Das wird wohl so, uh schalala" dermaßen bescheuert auf die Spitze getrieben wird, dass ich doch irgendwie lachen musste und muss. Mit "Ohne Mich" gibt's dann noch den straightesten Punksong der Platte. Fetzt. Und zeigt den Finger auf schwachsinnige Profilierungssucht, ohne zu sehr den Zeigefinger zu erheben....


    "Elektro Merten" ist dann ein etwas merkwürdiger Ausklang. Cooles Thema, irgendwie geile Umsetzung, aber kein wirklich guter Albenabschluss. Mit "Zusammen" gibts dann ja immerhin noch einen Bonussong, während "Wenn ich groß bin" dann doch mit Abstand der schwächste Track ist.


    Auch auf 3D bleibt Dritte Wahl schlichtweg sehr, sehr guter und intellektueller Punkrock, ohne verquastete Hamburger Schule Scheiße, aber auch ohne diesen Dicke Eier Wannabe Widerstandskämpfer Mist. Ich bin sehr gespannt, wie gerade die liebgewonnen Herbstlieder in der Columbiahalle wirken werden....

    Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass wieder eins da ist. Gleich mal reinhören.

    Ich bin eh gerade wieder ein bisschen auf NOFX angefixt und auch wenn ich es mir früher nie vorstellen konnte, ist der etwas nüchternere Fat Mike inzwischen eine Wohltat für die Band, glaube ich.

    Stimmt. Wer vergleicht schon ein Album mit dem Album davor, oder, Halleluja, den zwei Alben davor?


    Ich finde den Song ganz nett bisher, mehr noch nicht, weniger auch noch nicht. Hab aber auch nur mal so reingehört.

    Der Text ist in Ordnung. Musikalisch vielleicht umrahmt von einem Album noch okay, so einzeln aber eher ziemlich übel. Und es klingt ein wenig nach einer MCR Kopie...

    Ich hab dieses Kuttner Interview damals in der regulären Sendung gesehen und hab mich damals gewundert, warum Campino da so schlecht gelaunt und pöbelig aufgetreten ist. Damals mochte ich Sarah Kuttner total und die Hosen waren bei mir mal zwischenseitig nicht so ganz hoch im Kurs. Lustigerweise, weil mir das damals alles ein bisschen zuviel war. MTV, Unplugged, Klingeltöne, Kopierschutz auf dem Handy.


    Heute, mit etwas weniger Teenager Hormon in der Birne, frage ich mich zwar immer noch, warum Campino da gleich so losgepoltert hat, genieße das aber sehr, weil Sarah Kuttner eine derartig nervige Dumpfhupe mit einer sonderlichen Arroganz gepaart ist. Das hat sie wohl von ihrem Vater...


    Außerdem war mir entgangen, dass Campi ein Empfehlung für Berliner Fassbrause ausgesprochen hat. Extrapunkt.

    Von der 3. Wahl Facebook Seite. Da fällt mir ein, ich bin mir selbst noch immer ein Review für 3D schuldig...

    Da darfst du dich eher bei Angela Machiavelli, äh ich meine Merkel bedanken...
    Die hat offenbar irgendwann beschlossen, vor ihrem Abgang nochmal so richtig die Fäden in die Hand zu nehmen und richtet dabei, wie sie es schon immer konnte, beeindruckende Schäden an...

    Hat mit Corona inzwischen wenig zu tun.

    Ich denke bei Kreuzfahrten ist es ein wenig wie mit dem Fliegen. Hat seine Berechtigung, sollte aber mit Sinn und Verstand angewandt werden...


    Da sehe ich den Sinn eher gegeben und die Emissionen besser verwendet, wenn man z.B. bei einer Gletscherfjordfahrt in Norwegen echte Natur und Landschaft bereist, als wenn man einfach nur mit einer künstlichen Kleinstadt aufs Meer schippert, um die Birne neben Pools zu parken und abends einen trinken und tanzen zu gehen.

    Bevor man zu dem Urteil kommt, dass es Nachteile für Nicht-Geimpfte geben sollte, sollte man vielleicht erstmal abwarten, ob so ein Impfstoff die Übertragung des Virus verhindert. Tut er das nämlich nicht, ist das ganze Argument dafür weitgehend Banane.

    Diese Diskussion wird vermutlich wieder ganz furchtbar eskalieren.

    Ich komme momentan zu einer ähnlichen Einschätzung. Keine Risikogruppe, keine "Systemrelevanz", dafür aber viele Fragen. Ich erwarte zwar weder, dass die Impfung eine Armee von Contagan Kindern produzieren wird oder Mikrochips enthält, die uns zwingen, Windows 10 auf Wahlcomputern zu installieren, die dann am Ende 4 weitere Jahre Merkel produzieren, dennoch finde ich für mich persönlich, dass mir zum jetzigen Zeitpunkt zuviele Fragen ob der Wirkungsweise, der Langzeitwirkung und Folgen noch offen sind.


    Außerdem weiß ich z.B., dass ich die Grippeimpfung überhaupt nicht vertrage, was gut erforscht ist. Bei Corona kann mir das bislang keiner so genau beantworten.

    Da es aber eh noch ewig dauern wird, bis ich überhaupt "dran bin", muss ich mir die Frage jetzt ja auch eigentlich nicht weiter stellen...

    Tja....

    Wenn es jetzt um eine Coronagebeutelte kleine Theaterkasse ginge, wäre meine persönliche Position vermutlich auch etwas anders, aber dieser romantische Ansatz von vor ein paar Seiten ("Die tun soviel für uns, die Ticketpreise sind ja so billig") zieht bei mir nicht.


    Seit dem es Rammstein mal monopolistisch vorgemacht haben, versuchen deutsche Künstler zunehmend Ihre Tickets selbst zu verscheuern und das ordentliche Stück vom VVK Kuchen auch noch selbst abzukriegen. Klar, das erhöht ja auch locker flockig den Umsatz mal um ein Milliönchen oder noch erheblich mehr. Gerade unter der Premisse, dass man da mit VVK Gebühr und dem radikalen Portoaufschlag gut was verdient (entweder, weil der Brief halt sehr teuer für den Kunden ist oder der gleich noch deswegen was anderes bestellt), muss man m.E. bei so einer Absage jetzt mal mit dem Betriebsrisiko leben, zumal die Tourabsage nicht unbedingt alternativlos war.

    Spannend wird das halt juristisch mit der Frage, ob die Dienstleistung des VVK vollbracht wurde, oder eben nicht. Der kleinen VVK Stelle würde ich das immer zu gute halten, Kauf Mich eher nicht so. Aber das ist eben schon wieder moralisch und nicht juristisch...

    Da werden wir uns ganz sicher nicht einig, ne.

    Der Ökoteil kann aber definitiv woanders diskutiert werden.


    Der richtige Burner an dem, was da morgen beschlossen werden soll ist noch mal was ganz anderes.


    Seit Wochen wird gepredigt, wie alternativlos die Maßnahmen seien. Dass Menschen, die andere Menschen treffen, verantwortungslos wären. Dass es keine Alternative gäbe, als Menschen möglichst wegzusperren, Milliarden zu verbrennen und so weiter. All das ist absolut notwendig, ohne Alternative, alles andere wäre verantwortungslos.


    Dass gut ventilierte Außengastronomie schon mal gar nicht geht und Zusammenkünfte zuhause aber bitte auch nicht. Außer natürlich es ist Weihnachten. Da ist das auf einmal was ganz anderes, das wäre ja unvermittelbar und gemein den Menschen gegenüber, da schmeißen die liebe Mutti und Papa Söder doch mal einen Bonbon hin. Danach dürfte es dann nach aktuellem Szenario in den Lockdown bis Mai gehen.


    Oder geht dann vielleicht Ostern auch noch mal was?

    Auch ein Konzert macht nix, außer temporär Freude spenden...

    Sachen die Sinnhaftigkeit absprechen, weil Sie einem selber nicht gefallen, ist ein uralter Hut.


    Und zwischen den bekloppten Böllerorgien in einigen Innenstädten und dem Rest gibt es wohl auch noch ein paar Zwischenstufen...


    Übrigens: Wie viele von euch machen dann eigentlich "Brot statt der nächsten Toten Hosen Tour"? ;)

    Ach ja, alle Jahre wieder wird das Silvesterfeuerwerk zum Prügelknaben der regulierungswütigen Bevölkerung. Und wie jedes Jahr kriege ich Lust, in gleichem Tonfall ein Hundeverbot zu fordern, weil Ökobilanz und Unfallsbilanz einfach dafür sprechen, dass es sinnlos, verschwenderisch und gefährlich ist, Hunde zu halten. Ein zentraler Hund pro Bezirk sollte doch ausreichen. Höhö. Natürlich würde ich so einen Unsinn niemals fordern, es verdeutlicht aber wunderbar, wie solche Argumente aufgebaut sind.


    Dieses Jahr kann man also nun auch noch Corona vorschieben, um es in die ohnehin alljährliche Debatte mit hineinzupressen, Corona war dem Deutschen ja bislang ein noch besserer Steigbügelhalter zum Verbieten als es jede andere Bedrohung bislang war...


    Dabei ist es alleine schon ermüdend, dass permanent nur von "Böllern" und "böllern" die Rede ist - als ob jeder, der Feuerwerk zündet, stundenlang stumpf reine Knallkörper durch die Gegend schmeißen würde...


    Mal abgesehen davon, dass der Großteil dessen, was an Silvester schief geht eine Folge von Alkohol (bitte verbieten) und den sozialen Dynamiken in entsprechenden Innenstadtsbezirken (bitte verbieten) ist,


    Mit einem in Deutschland verkauften "Böller" kannst du dir so ohne weiteres nicht mal eben die Gliedmaßen wegsprengen... Klar, Verletzungen sind möglich und passieren - der Großteil dessen, was da an Silvester besonders schief geht, passiert aber in erster Linie durch ohnehin verbotene Gegenstände. Die sind schon verboten (und übrigens auch schon im Land, eine regulierte Grenze während Coronazeiten bringt da nix). Auch insbesondere der Einsatz von technischer Munition für Schreckschusswaffen, die in der Öffentlichkeit auch nicht zum rumballern freigegeben sind, stellt ein viel größeres Problem dar, als legal verkauftes Feuerwerk.


    Gegen solche Strukturen vorzugehen, wäre, wie auch ohne Corona, das Gebot der Stunde. Stattdessen sollen wieder Mal durch ein Verbot die bestraft werden, die friedlich mit ihren Kindern ein paar Raketen abschießen, oder zwei, drei Batterien anzünden - um ein Jahr zu verabschieden, das für sehr viele Menschen sehr, sehr beschissen gelaufen ist...


    Und wenn die Menschen sich nicht in großen Partys drinnen aufhalten sollen, ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn sie vereinzelt auf der Straße an der Luft stehen, und ein bisschen Freude haben...


    Ich selbst hoffe, wie jedes Jahr ein geplantes, koordiniertes und sicheres Feuerwerk mit Sicherheitsabstand abbrennen zu dürfen, in das ich bereits eine Menge Zeit investiert habe. Das wird übrigens weniger CO2 emittieren, als manch einer von euch auf einer einzigen Konzertreise nur für die Anreise verpulvert.

    Aber in einem Jahr wie diesem, in einem Land, dass Kindern allen ernstes eine "Ein-Freund Politik" per Verordnung vorschreiben möchte und unsere Kanzlerette von Gottes Gnaden zum wiederholten Male sauer ist, wenn Länderchefs noch zumindest die Reste der temporären demokratsichen Grundordnung bewahren, wundert es mich mit Sicherheit nicht, wenn es doch anders kommt...

    Dann aber bitte auch private Hunde verbieten, Rockkonzerte sowieso. Oder: Wie wäre es denn einfach mal mit der Durchsetzung geltenden Rechtes? Das wäre auch im Zug von Corona eine feine Sache. Jedes Mal, wenn es mich nach Kreuzberg, Neukölln oder ein paar dieser anderen Spaßbezirke (die lustigerweise oft Grün regiert sind) verschlägt, kann ich mir selbst als weitgehender Gegner einiger Coronamaßnahmen nur an den Kopf packen, was dort los ist - dank "Lockdown Light" jetzt halt vor den Bars anstatt darin. Jeden einzelnen Tag - nicht an Silvester. Hätte man seit Monaten was machen können. Will man aber nicht. Man will dort ja nicht mal gegen penetrante Drogendealer, die Kinder belästigen vorgehen...


    Vom Schlafen der gesamten Politik über die Sommermonate, obwohl bekannt war, dass irgendeine Form von 2. Welle zu erwarten ist, braucht man gar nicht erst anzufangen.


    Und so werden am Ende unter dem Credo "Das ist doch das einzig Vernünftige" halt weiterhin die bestraft, die sich vorbereitet haben (Gastronomie, Kultur) und die sich verantwortungsvoll verhalten, während marodierende Arschlöcher weiterhin unbehelligt ihr Dasein fristen dürfen. Und dafür gibts dann noch reihenweise Beifall.