politisches Thema: TISA

  • Mir wurd gerade richtig schlecht, als ich mich mit dem Thema TISA auseinandergestzt habe. Erschrocken bin ich auch darüber, dass dieses Thema anscheinend die Presse so gar nicht interessiert -weder linke noch rechte Presse. Es wird nur über das Freihandelsabkommen debatiert, aber nicht über das internationale Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen. Ich hätte Euch gerne auch andere Presseberichte zukommen lassen, aber weder Zeit noch Spiegel noch Welt noch FAZ berichten darüber.


    Hier zur Info:


    http://de.wikipedia.org/wiki/TISA


    http://www.ska-keller.de/de/th…lismus,-keine-transparenz


    http://www.world-psi.org/sites…e_tisapaper_final_web.pdf


    http://www.taz.de/!137455/


    http://www.techdirt.com/articl…alongside-tpp-ttip.shtml/


    http://fassadenkratzer.wordpre…ultur-durch-die-okonomie/


    Und wer nicht lesen will, hier ein Video:



    Und wenn Ihr auch protestieren wollt,
    hier ein Link zu einer Petition:
    http://www.change.org/de/Petit…tag-tisa-abkommen-stoppen

  • Da kann man wirklich nur im Strahl kotzen.


    Da soll mir noch mal jemand erzählen, man hätte es in dieser Welt (zumindest in der westlichen Hemisphäre) mit Demokratie zu tun. Der Zustand der Postdemokratie durch die Hegemonisierung der Ökonomie ist schon viel weiter fortgeschritten!


    Aber danke für die Info, wusste ich bislang auch nix davon.

    Campi: "Jetzt muss ich mal von Amateur zu Amateur fragen: Wollen wir hier stimmen an dieser Stelle? Breiti muss die Gitarre wechseln! Das hätten wir uns früher nicht erlaubt so ne Scheiße!"
    Andi: "Früher hatte Breiti nur eine Gitarre!"


    S036, 2. September 2009

  • d :!:

    Einmal editiert, zuletzt von winter89 ()

  • Wo man sich allerdings die Frage stellen muss, inwieweit die westlichen Demokratien eben solche wirklich sind.
    Ich verweise da auf die Unterhöhlung der parlamentarischen Demokratie durch ppps, keine demokratische Legitimierung des ESM, etc.pp.
    Ich möchte hier nicht alles nochmal aufführen. Irgendwo kam dieses Thema doch schon mal auf.


    Ich verweise stattdessen hier lieber auf Chomsky, Adorno, Habermas und all die anderen Intellektuellen.



    Und liest man einen Teil der Kommentare auf Zeit und spiegel online, welche bezogen auf die Ukraine-Krise sind, dann gewinnt man den Eindruck, dass Putin der einzig wahre Demokrat und Menschenfreund ist. Das sieht ja unser Gas-Gerd ja ganz genauso ;-)
    Eine Einschätzung, welche ich nicht so wirklich teile....

  • wo gibts denn deiner meinung nach die "besseren" demokratien?


    Leider nirgendwo. Insofern sorry für die irreführende Formulierung.

    Campi: "Jetzt muss ich mal von Amateur zu Amateur fragen: Wollen wir hier stimmen an dieser Stelle? Breiti muss die Gitarre wechseln! Das hätten wir uns früher nicht erlaubt so ne Scheiße!"
    Andi: "Früher hatte Breiti nur eine Gitarre!"


    S036, 2. September 2009

  • postdemokratie hieße ja auch, dass es früher eine bessere oder eine wirkliche demokratie gab.


    die realität hält hohen normativen ansprüchen an die demokratie nicht stand, hat sie auch nie und wird sie auch nie können (es sei denn man heißt schumpeter und die wahl von parteien reicht einem schon aus...).
    war es in den 60ern besser? ist es in anderen systemen für die menschen insgesamt besser gelaufen?


    politiker sind keine besseren menschen und handeln nicht grundsätzlich für das allgemeinwohl. nein, sie vertreten ihre interessen. das ist ja erstmal nichts verwerfliches, es sei denn wir haben ein idealistisches menschenbild (diesen optimismus könnte ich aber nicht teilen). wir entscheiden quasi darüber welche politiker und parteien ihre persönlichen interessen umsetzen dürfen. alternativ wären volksbefragungen zu jeder politischen entscheidung die getroffen wird. wir schimpfen aber auch auf die dumme, manipulierbare masse, von daher für mich kein wünschenswertes system. vor allem vor dem hintergrund des minderheitenschutzes.


    wir müssen entscheidungen und prozesse bewerten und sollten nicht so pauschal urteilen. allgemein geht es den menschen in den so genannten westlichen demokratien besser (trotz eurokrise) als in den meisten anderen zeiten der vergangenheit. wir genießen rechte, vorteile, privilegien, informationen und möglichkeiten von denen andere nur träumen. und ja, deutschlands system ist eine demokratie. nichtsdestotrotz sind viele entscheidungen und prozesse die große auswirkungen auf unser aller leben haben undemokratisch und zu kritisieren. und gerade das: autoritäten zu hinterfragen, entscheidungen kritisch zu beleuchten ist für mich ein demokratischer prozess. nur leider passiert in dieser hinsicht viel zu wenig.


    ich finde das wort postdemokratie aber nicht absolut falsch. vorallem auf supranationaler ebene werden die grundsätze der demokratie immer weiter ausgehölt. konzerne können mithilfe von klagen regulierende politiken verhindern oder ausbezahlt werden. lobbyisten haben immer mehr macht und sorgen für unsoziale gesetze und abkommen, durch die vordergründig die reichsten der reichen profitieren, zum leidwesen der gesundheit und des wohlstands der allgemeinheit. (sehr empfehlenswert, sollte jeder den sowas interessiert gelesen haben:
    http://www.suhrkamp.de/buecher…e-colin_crouch_12540.html ) es sind aber ganz neue ebenen der politik auf denen diese entscheidungen fallen, die es früher gar nicht in diesem ausmaß gab. sie waren seit ihrem auftreten schon undemokratisch. dort lässt sich postdemokratie in dem sinne erkennen, dass diesen ebenen die wirklich wichtigen werden, selbst ein demokratisches system nichts mehr entgegensetzen kann. auch im bewusstsein der masse lässt sich bei der mehrheit von postdemokratie sprechen. das politische wissen läuft bei vielen gegen 0.


    was tun? für mich gilt: 1.) demokratisches bewusstsein schaffen. veränderungen lassen sich eben nur durch masse, aufmerksamkeit und druck erzeugen. wenn es die meisten leute einen scheiß interessiert was sowas wie TISA bedeutet, dann wird sich das auch nicht ändern. 2.) daraus folgend so wählen, dass politiker an die macht kommen, deren interesse es ist undemokratische ebenen zu demokratisieren. das heißt auch bei der europawahl unbedingt wählen gehen! das "geringere übel" gibts ja schließlich immer noch ;)


    ja, es ist leicht bei der ganzen scheiße in der welt zum fatalisten zu werden. aber man muss sich immer wieder vor augen halten, was alternativen sind, waren und sein könnten. es braucht veränderung, unbestritten. auch ich sehe die zukünftigen entwicklungen der welt sehr pessimistisch. das liegt aber nicht daran "dass die da oben eh machen was sie wollen", sondern an der dummheit der masse und der massenmedien (die natürlich auch von den nutznießern dieses systems so gewollt ist...)

    3 Mal editiert, zuletzt von wsv ()

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