Krach der Republik: Wie gefallen euch die Toten Hosen 2012?

  • mein Problem ist, dass ich das "früher", das hier verglichen wird, gar nicht kenne, weil ich einfach zu spät damit begonnen habe, Hosen-Konzerte zu besuchen, auch wenn ich die Musik schon ewig höre


    Was war denn früher anders? Was wird hier so schmerzlich vermisst?


    Aufgefallen ist mir nur, dass die Konzertlänge diesmal m.E. ca. 20 Minuten weniger war, was ich sehr schade finde.


    Was mich persönlich stört sind so Ansagen, die immer gleich sind, wie z.B. "hier in der Stadt ist doch heut abend bestimmt nix los, habt Ihr was dagegen, wenn wir noch ganz lange spielen"...und ne halbe Stunde später ist das Konzert dann doch aus. Dann lieber weniger quasseln und einfach 5 Songs mehr spielen. Aber war das früher anders?


    Und natürlich könnte man ein paar Songs mehr variieren in der Setlist. Mein persönlicher "Musterschüler" in Sachen variabler Setlist und Konzertlänge ist Bruce Springsteen. Da sind 3 Stunden keine Seltenheit und ich schätze mal 1/3 der Songs variiert, wenn man das im Internet verfolgt.


    Aber war das früher anders?


    Und wie früher ist früher? Man kann vermutlich eine noch nicht so erfolgreiche oder mittelerfolgreiche Band mit jungen Musikern nicht so ganz mit jetzt vergleichen. Und Konzerte in den großen Hallen verlieren immer etwas an Charm im Vergleich zu kleinen Clubs. Dafür ist es sehr genial, so eine ganze Halle toben zu sehen.
    Und an der Stimmung gibts m.E. nichts auszusetzen, da hab ich schon wesentlich müdere Zuschauer erlebt.


    Und ist die Zeit nicht insgesamt einfach ganz anders geworden? "früher" hat man sich nicht im Internet informieren können, welche Songs gespielt wurden. Und wie groß war der Anteil von Fans, die sehr viele Konzerte besuchten? Wenn man zu 1-2 Konzerten geht, ohne vorher die Setlist schon auswendig zu können, ist das von der Sache her schon überraschender?
    Und so Sachen wie Leinwand und Konfettiregen, sind die nicht einfach der modernen Zeit geschuldet? Ich persönlich finde sie einen netten Zusatzeffekt.


    Vielleicht wurde früher auch weniger diskutiert und mehr einfach genommen wie es kam?

  • Also Berlin war am 30.12 besser, aber auch der 29.12 war gut. Setliste ist nicht für jeden gleichgut, aber es kamen ältere Songs und vor allem am 30.12 Drei Worte und Mehr davon.
    Ich fand die Abende schön......
    Und die Kartenpreise sind im Vergleich zu anderen auch noch ok.

  • Vielleicht wurde früher auch weniger diskutiert und mehr einfach genommen wie es kam?


    Zumindest wurde früher - also bevors I-net oder das Forum gab - nicht öffentlich diskutiert. Da hat man sich höchstens vor Ort aufgeregt, sich mit den Leuten um einen rum geärgert und vllt noch zu Hause davon erzählt und gut war. Und meistens hatte man ja auch nur die Infos, was auf den Konzerten in der Nähe, sprich in der Region der eigenen Tageszeitung, abging. Edit sagt: natürlich erfuhr man vllt im Laufe der Tage auch wie am anderen Ende der Republik ein Konzert war, wenn man dort jemd. kannte und anschl. telefonierte oder so, aber auch dann blieb die Meinung immer noch in einem überschaubaren Diskussionskreis.
    Heute ist es ja so, dass kaum wird i-wo in einer Halle dieser Welt der erste Ton gespielt, wird im I-net schon drüber diskutiert. Und da gibt eine Meinung schnell die andere, so dass auch schnell Miesepeterei dabei ist. Und auch Übersättigung, alleine schon wenn man täglich liest, was gespielt wird oder von allen möglichen Konzerten Mitschnitte zusammen kommen oder VT-Schnipsel.


    Und so Sachen wie Leinwand und Konfettiregen, sind die nicht einfach der modernen Zeit geschuldet? Ich persönlich finde sie einen netten Zusatzeffekt.


    Das ist auch das, was einigen missfällt, dass die Hosen sich "der modernen" Zeit hingeben und so´n Party-Schnickschnack wie Konfetti und/oder Papierstreifen mitmachen. Das hät´s früher nicht gegeben. ;) Mich störts auch nicht, ich bin immer überrascht, wenn die Papier-/Konfettikanone losgeht, ich denk da vorher nie dran.

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  • Das ist auch das, was einigen missfällt, dass die Hosen sich "der modernen" Zeit hingeben und so´n Party-Schnickschnack wie Konfetti und/oder Papierstreifen mitmachen. Das hät´s früher nicht gegeben. ;) Mich störts auch nicht, ich bin immer überrascht, wenn die Papier-/Konfettikanone losgeht, ich denk da vorher nie dran.

    Da das mit dem Konfetti-Firlefanz jetzt mehrfach kam, muss ich dazu jetzt mal was sagen: Konfetti (silber Gltzer) gab es 1994 schon auf der R&S-Tour. Ich weiss aber leider nicht mehr, bei welchem Lied das war.

    Lauf nicht weg und keinem nach.

  • Die Hosen waren für mich auch 2012 mit das Beste, was Ich an Konzerten gesehen habe. Es gibt vieles, was Ich vor 5 Jahren nicht so gefeiert hätte (oder mich gar aufgeregt hätte), aber die gesamte Konzertszene (Preise, Aufmachung, Publikum) entwickelt sich eben in diese Richtung. So gab es 2012 nur relativ wenige Bands, bei denen Ich das Gefühl hatte "Die machen Ihr eigenes Ding!" und geben der Entwicklung Contra (was auch daran liegen mag, dass viele kleine Bands erst nächstes Jahr wieder kommen). Stattdessen ist die Entwicklung vieler Bands eben zum "Mainstream" ausgerichtet. Da die Leute damit ihr Geld verdienen und so Sachen relativ schnell enden können, habe Ich auch dafür Verständnis - zu Mal die meisten der Kritikpunkte auch schon auf der MML-Tour auftraten...


    Die Toten Hosen sind eben eine eingespielte Truppe, eine gut geölte Unterhaltungsmaschinerie und Bespaßer der breiten Masse. Wenn man zig Konzerte in einem sehr kurzen Zeitraum spielt, dann bilden sich dann eben Routinen aus. Sei es beim Spielen, bei bestimmten Verhaltensmustern oder den Ansagen. Viel schlimmer fände Ich persönlich es ehrlich gesagt, wenn man versuchen würde, auf jedem Konzert krampfhaft individuell und anders zu wirken. Über die Jahrzehnte entwickeln sich eben Sachen, die funktionieren und dass man diese dann nicht mehr über Bord wirft, ist für mich vollkommen verständlich. Wieso sollte man auch gerade die Sachen aufgeben, die einen erfolgreich gemacht haben?


    Als Vergleich nehme ich mal Peter Jackson. Der hat mit dem Herrn der Ringe sein Meisterstück abgeliefert und macht nun den Hobbit. Der ist (auch wenn ich ihn geil finde) auch nur mehr vom Gleichen und ist in Sachen wie Effekten, Kameraführung und Schnitt schon verdammt ähnlich zum Herrn der Ringe. Das ist einfach mehr nach dem alten Erfolgsrezept - und es funktioniert. Um den Vergleich weiterzuführen: Ich bezahle 20 Euro für den Kinoabend und möchte am Ende unterhalten aus dem Kino rauskommen. Ich wusste vorher, was mich erwartet und summe beim Rauskommen noch den wunderschönen Soundtrack. Würde Ich mich jetzt nochmal in den Film reinsetzen, dann wäre es wahrscheinlich nahezu die Gleiche Erfahrung. Und nichts Anderes ist die Hosentour für mich.
    Ich zahle meinen Eintritt und gehe zum Konzert. Ich weiß von Anfang an, was mich erwartet (ungefähre Setlist, immergleiche Ansagen, immergleiche Interaktion) und gehe trotzdem hin. Würde Ich das nicht haben wollen, dann wäre Ich an dem Abend zu ner anderen Band gegangen. Stattdessen lasse Ich mich eben auf "mehr vom gleichen" ein und bekomme auch das, weswegen Ich da bin. Um einfach mal Conse ausm Forum treffend vom Konzert zu zitieren: "Ich hasse den Song, aber sie schaffen es jedes Mal wieder, dass man mitsingt...". Die Band unterhält mich, ich habe einen schönen Abend und gehe danach unterhalten wieder raus. Und summe dann eben das eine oder andere Hosenlied aufm Nachhauseweg. Gehe Ich nun zu mehreren der Konzerten ist für mich von vornherein klar, dass sie sich ähneln werden. Ehrlich gesagt fande Ich die Unterschiede zwischen den beiden Berlin-Abenden ehrlich gesagt schon deutlich einschneidender als erwartet...




    Was bleibt also mit den Hosen 2012? Ja, sie haben eine Entwicklung genommen, die mir nicht unbedingt in allen Punkten gefällt. Es gibt durchaus Sachen, die in meinen Augen nicht notwendig waren oder sind. Aber die Abende an sich? Ich bin am Ende jedes Abends zufrieden aus der Halle gegangen und hatte das Gefühl, dass ich trotz steigender Preise gut unterhalten wurde. Mehr erwarte Ich von den Hosen live auch nicht. Zu Hause beim Hören der Platten, beim Kritisieren der neuen Popsongs oder auch beim Würgen über unnötige Lieder, finde Ich durchaus mehr als genug Kritikpunkte zur aktuellen Entwicklung (genau wie auch viele positive Sachen). Aber "live" zählt für mich nur, dass ich zufrieden aus der Halle gehe. Und eben weil Ich nach jedem Abend mit den Jungs ein Lächeln auf dem Gesicht hatte, bin ich weiterhin ein zufriedener Kunde...


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  • und hatte das Gefühl, dass ich trotz steigender Preise gut unterhalten wurde


    Da muss ich mal einhaken: Gegen die Ticketpreise gibt es wirklich nix zu sagen. Ich möchte hier nicht auf Bierpreise usw. eingehen, da die Hosen da (wahrscheinlich) nix für können.
    Aber der Eintritt ist im Vergleich zu anderen Events wirklich moderat. Schaut auch mal an, was ein durchschnittlicher Spassmacher wie Mario Barth mittlerweile nimmt. Und der ist allein auf der Bühne...
    Von "internationelen Top-Acts" will ich mal gar nicht anfangen :D

  • Die Preise sind gestiegen. Ob sie das mussten, ob anderen mehr oder weniger kostet, ob man mich ausnehmen will oder ob es Ami-Bands gibt, die selbst mit Flug/Import weniger nehmen, ist mir dabei ehrlich gesagt egal. Völlig wertungsfrei zahle Ich für das, was mir vor 3,5 Jahren geboten wurde, nun deutlich mehr. Das ist Fakt. Für mich als unbeteiligter Kunde macht das die Sache an sich nicht schlechter, aber Ich erwarte dann eben auch mehr, damit mein Preis/Leistungs-Verhältnis noch stimmt...


    Mehr wollte Ich damit gar nicht ausdrücken. Das Aufregen über Konzertpreise (oder generell Preise) hab Ich mittlerweile aufgegeben, weil Ich dann nur noch zwischen Schreien und Weinen abwechseln würde... ^^


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  • Völlig wertungsfrei zahle Ich für das, was mir vor 3,5 Jahren geboten wurde, nun deutlich mehr. Das ist Fakt. Für mich als unbeteiligter Kunde macht das die Sache an sich nicht schlechter, aber Ich erwarte dann eben auch mehr, damit mein Preis/Leistungs-Verhältnis noch stimmt...


    Das ist nicht wertungsfrei, sondern blauäugig. In den letzten 4 Jahren sind (ein völlig normaler Vorgang) die Lebenshaltungskosten deutlich gestiegen, was sich nicht nur bei Konzerttickets zeigt. Schau Dir mal an, wie sich in diesem Zeitraum Produkte wie Strom, Sprit oder ganz profan Brötchen verteuert haben. Da gibt es jetzt auch nicht "mehr" oder "besser" für das Geld, obwohl es viel teurer ist.


    Mal davon abgesehen, dass die Hosen wohl nur die eigenen gestiegenen Aufwendungen für die Tour (Sprit, Strom, Hallenmiete, Personalkosten usw.) auf die Tickets umgelegt haben. Ich denke nicht, dass bei dieser Tour an den Tickets mehr verdient wird als bei der MML.

  • Blauäugig ist das mit Sicherheit nicht. Die ganzen Preissteigerungen und dergleichen werden mir deutlich zu hoch sterilisiert. Die Hosen nehmen für einen Abend mit 9.000 Leuten über 45.000 Euro mehr an Geld ein. Das lässt sich weder mit Sprit, noch mit Strom, noch mit "die Butter ist teurer geworden!" begründen. Wäre es so, dann wären 95% der Bands, die weniger verlangen, mittlerweile irgendwelche Gossenpenner, die davon nicht leben könnten. Gleiches gilt dann auch für 80% der mittelgroßen Ami-Bands, die du hier für ~35 Euro siehst und die noch ganz andere Kosten vor sich sehen. Nicht umsonst schaffen es andere Bands auch, konstante Preise zu halten und sich nicht pro Tour zu verteuern.


    In Berlin wurden die Ordnerdienste auch weiterhin von BEST übernommen. Die kosten genau so viel wie 2008 und sowohl Hallenmiete als auch Anzahl der Ordner ist gegenüber der O2 World deutlich geringer. Ist der Strom also so teuer geworden? Kostet die Schrippe statt 30ct nun 1 Euro? Sorry, dieses "Die armen Hosen müssen höhere Kosten auf die Ticketpreise verteilen!" ist ein Gerücht, dass so einfach nicht stimmt. Man könnte diese Tour locker auch mit den billigeren Tickets der letzten Tour fahren. Natürlich wäre dann die Gewinnspanne vllt kleiner und dementsprechend muss jetzt unbedingt nachgeregelt werden, damit die Einnahmen am Ende auch stimmen. Das können sie gerne machen, aber dann stiegen wie gesagt auch die Anforderungen an sie...


    Aber dieses "Der Lebensunterhalt mimimi" ist der größte Schwachsinn in Bezug auf Konzerttickets, den es gibt. Vorallem bei einer Band, die nur innerhalb Deutschlands rumkarrt... hat mit dem aktuellen Thema aber nichts mehr zu tun, weswegen Ich auf meinen langen Text verweise und die Diskussion um die Preise hier so stehen lasse.


    Unterwegs auf der Strasse, die dich nach morgen führt,
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  • Ich hatte bei meinen 3 Konzertbesuchen letztes Jahr immer Spaß und die Hosen sind eben einfach eine live Band.


    Die Kritikpunkte wurden ja alle schon ufgezählt.


    Ich freue michh auf meine 3 Konzerte dieses Jahr, aber groß was verändern wird sich wohl leider nicht :(

  • das war doch ein sehr geiles "hosenjahr"! auf viele weitere!!! *anstoß mit nem leckeren urige"

    Ich habe nur probiert, um mal zu sehen.
    Es war nur sehr wenig, doch es war schön.
    Ich wollte mehr davon,
    nur ein bisschen mehr.

    Gib mir mehr!
    Gib mir mehr!


  • Inwiefern besser organisiert?
    Die Hosen waren doch damals schon Profis, das Kartenchaos war diesesmal mMn noch schlimmer wie damals und die Hallen (samt deren Orga) sind doch auch die gleichen.


    Ich zieh das von Seite 2 nochmal hoch, vllt krieg ich ja jetzt ne Erklärung.

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  • Ich pack das mal hier rein, weiß nicht, wohin sonst.
    Grad bei Fb am Rand gesehen (der ausgelöschte Namen ist nicht meiner ;) ):

    Bilder

    • PromiFlash.JPG

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  • Ich zieh das von Seite 2 nochmal hoch, vllt krieg ich ja jetzt ne Erklärung.


    Mag mal jemd. ManuDTH fragen, wie er das gemeint hat (und warum ich weder im Forum noch per PN ne Antwort bekomme)? Mich würde das mit der besseren Organisation nämlich wirklich interessieren, ganz wertfrei.

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  • Und diesmal war alles viel besser organisiert als noch zur MML Tour.


    @ ManuDTH:
    Inwiefern besser organisiert?
    Die Hosen waren doch damals schon Profis, das Kartenchaos war diesesmal mMn noch schlimmer wie damals und die Hallen (samt deren Orga) sind doch auch die gleichen.


    ;):D:)


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