12.08.1995 Powerplay des Wahnsinns

  • Heute vor 25 Jahre: Das "Powerplay des Wahnsinns".

    Eine zeitgenössische Quelle beschrieb das Spektakel wie folgt:

    Düsseldorf - Sie spielten in Nonnenklöstern, Nervenheilanstalten und Wohnzimmern - und jetzt auch noch Eishockey. Für drei Wochen tauschten die Toten Hosen Baß, Schlagzeug und Gitarre gegen den Eishockeyschläger, um sich auf das "Länderspiel" gegen die finnischen Leningrad Cowboys vorzubereiten. "Wir haben jeden Tag trainiert und nur noch Nudeln gegessen", beschreibt Sänger Campino die fürchterlichen Qualen des Trainingslagers. Alles umsonst: Mit 10:11 mußten sich die Hosen vor 11 000 Fans demütigen lassen.

    Der einzige Trost nach der 10:11-Niederlage gegen die angeblich schlechteste Rockband der Welt im ausverkauften Düsseldorfer Eisstadion: Für die Hosen gab's den "Silbernen Schlittschuh" und für ein Jugendhilfeprojekt und den Eishockey-Nachwuchs der Düsseldorfer EG insgesamt 160 000 Mark. Der komplette Erlös aus dem Spektakel; nicht umsonst als "Powerplay des Wahnsinns" bezeichnet. Die Hosen hatten ihren Kampfnamen "Knochenbrecher Düsseldorf", der eigentlich den Gegner einschüchtern sollte, in der Vorbereitung wohl etwas zu wörtlich genommen. Während Breiti nach einer unfreiwilligen Einlage auf dem Eis mit sieben Stichen genäht und gerade noch rechtzeitig fit wurde, mußte Kuddel nach einem Trainingsunfall beim Spiel zusehen. Mit Gipsarm wurde er auf einem "Schlittstuhl" unter dem Jubel der Massen in die Arena geschoben.

    Die restlichen Hosen präsentierten sich in Topform. Unterstützt von Spielern der DEG, Campinos Brüdern und Altinternationalen wie Erich Kühnhackl, lieferten sie den Leningrad Cowboys einen Fight bis zum bitteren Ende. Nicht immer ging es dabei so gesittet zu, wie es sich der mit einer langen Lockenperücke kostümierte Schiedsrichter gewünscht hätte: Während die ebenfalls mit Profis verstärkten Cowboys ihre Schnabel-Schlittschuhe geschickt als "Waffen" einsetzten, versuchten es die Hosen mit List und Tücke. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg: Campinos Idee, den Puck an den Schläger zu binden, stiftete zwar Verwirrung, konnte die Partie aber nicht mehr wenden. Auf Helme hatte man übrigens trotz einiger schulmäßiger Stunt-Einlagen von vorneherein verzichtet - die Einhorn-Frisuren der Cowboys sollten geschont werden. Fast schon tragisch war es, daß selbst Campinos Traumtor zum 10:10 den "Knochenbrechern" nichts mehr half. Fünf Sekunden vor Schluß bereitete Sakke Jarvenpää mit seinem Solo zum 11:10 der Eishockey-Karriere der Toten Hosen ein jähes Ende. "Wir wollen jetzt wieder Musik machen", versprach ein zerknirschter Campino, "das können wir zwar auch nicht, aber es fällt weniger auf."

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    Quelle: DTH-Facebookseite

  • Es gibt Sachen, da ärgert man sich später, nicht dabei gewesen zu sein.

    "Was interessiert mich denn Eishockey?" habe ich damals gedacht.


    Weiß jemand, was der Spaß damit an Eintritt gekostet hat? Möchte mich gerne weiter ärgern. :-)

    NEIN :!:

  • Soviel hat mein erstes DEG Spiel 2001 auch gekostet. war also schon recht teuer um 1995

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

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