Campino: „Ich bin der Pandemie für nichts dankbar!“

  • Aus dem Artikel:

    Zitat

    Gebraucht hat dieses Virus niemand! Ich bin der Pandemie für nichts dankbar. Mich nerven auch langsam die Leute, die sich dauernd über schöne Erkenntnisse aus dieser Zeit freuen – die kann man sich wirklich anders holen!

    Da gehe ich mal sowas von konform!

    Wie egozentrisch sind eigentlich diese ganzen Flitzpiepen, die einem jetzt vorpredigen, was für tolle Nebeneffekte der Lockdown doch hätte... Existenzen vernichtet, Milliarden an Schäden, Menschen gestorben, Kinder und Jugendliche, denen ein unwiederbringlicher Teil ihres Heranwachsens genommen wird, aber man hat es mal geschafft ein Buch zu lesen oder fühlt sich befreit, weil man "nicht um die halbe Welt jetten muss". Unfassbar ignorant sind solche Menschen.


    Ansonsten durchaus interessant mal eine kleine Prognose über die Rückkehr der Livemusik zu lesen - meine eigene fällt allerdings negativer aus. Und ehrlich gesagt denke ich, dass wir den einen oder anderen Aspekt unseres Vor-Corona Lebens nie wieder zurückbekommen werden. Dafür werden Politik und Hysterie schon sorgen...

  • Und ehrlich gesagt denke ich, dass wir den einen oder anderen Aspekt unseres Vor-Corona Lebens nie wieder zurückbekommen werden. Dafür werden Politik und Hysterie schon sorgen...

    In diesem Punkt hoffe ich einfach mal, dass du dich irrst, ansonsten bin ich komplett bei dir.
    Wobei die Betonung auf "hoffen", nicht auf "glauben" liegt...

  • Wer behauptet, dass Corona etwas positives gebracht hat, der muss vorher ein extrem trauriges Leben geführt haben.


    Ich vermisse sehr viele Dinge, die vor einem Jahr noch möglich waren. Dazu zählen natürlich der Besuch von Konzerten, aber eben auch spontane Ausflüge mit der Familie, spontan Essen gehen, Freunde treffen wann, wo und wie oft man möchte, Sport machen, die Kinder lernen in der Schule und erleben eine Kindheit wie es sich gehört, Feste feiern wie sie fallen und und und....


    Ich hoffe das, dass alles irgendwann wieder möglich ist. Manche Dinge noch 2021 wäre schon eine positive Überraschung.

    Narren sind bunt und nicht braun!

  • Wer behauptet, dass Corona etwas positives gebracht hat, der muss vorher ein extrem trauriges Leben geführt haben.

    Nö. Ich hab im letzten Jahr ne Menge Geld gespart, angesichts der ausgefallenen oder verlegten Veranstaltungen oder geändertem Einkaufsverhalten. War auch mal schön.
    Um so teurer wirds, wenns wieder los geht und alle Konzerte auf einmal stattfinden.

    Ich denke, niemand hat die Pandemie gewollt oder wünscht sich den ganzen Scheiß ein zweites mal, aber sie ist nun mal da und man muss damit leben. Es wird nicht besser, wenn man immer wieder schimpft, wie unfähig doch die Regierung, der/die ein oder andere im besonderen ist (klar, könnte man dies oder jenes besser machen, auf der Couch hat man schließlich 1000 bessere Ideen), man muss das beste für sich draus machen. Weil großartig ändern wird es sich so schnell eh nicht.

    Und warum sollte man dabei nicht erkennen, wie gut es einem tut, wenn man nicht ständig auf Dienstreise muss, trotz dass einem der Job Spaß macht? Oder wie schön es ist, in Ruhe zu Hause zu arbeiten, trotz dass man seine Kollegen mag? Wie angenehm es ist, wenn einem der Hintermann an der Kasse nicht ins Genick atmet, weil er Abstand hält? Wenn man bei Behörden nicht anstehen muss, weil es plötzlich Termine (sogar online buchbar) gibt?
    Ein (Groß-)Teil dieser Erfahrungen hätte man ohne Zwangsausbremsung nun mal nicht machen können.

    Und da grad Ostern vor der Tür steht: ich hatte letztes Jahr in der Woche nach Ostern Urlaub. Das war der schönste Urlaub meines Lebens: einfach nur Zeit für mich und relaxen, weil man nicht irgendwohin oder Leute treffen musste, eine Woche nix und niemanden sehen - so erholt und entspannt war ich bisher noch nach keinem Urlaub!

    Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!


    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

  • "Wir sind verabredet, uns in diesem Jahr immer mal wieder zu Intensiv-Sessions zu treffen – also wochenweise, im Studio oder Proberaum – und einfach Musik zusammenzutragen. Die Zeit so gut wie möglich zu nutzen. So sind wir nicht von den Launen der Politik oder irgendwelchen Zahlen abhängig, denn als Gruppe sind wir klein genug und können uns vorher testen lassen, wie eine Sportmannschaft in einer eigenen Bubble."


    Selig sind die geistig Armen...

    Also wenn das keine schönen Momente in der Pandemie sind, dann weiß ich auch nicht. Anflug eines beginnenden Realitätsverlustes? Und mit Verlaub, hinter jeder Zahl steckt ein Schicksal, Infizierte oder Tote und diese Verunglimpfung spottet jeder Beschreibung.:down:

    "Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!"

  • "Wir sind verabredet, uns in diesem Jahr immer mal wieder zu Intensiv-Sessions zu treffen – also wochenweise, im Studio oder Proberaum – und einfach Musik zusammenzutragen. Die Zeit so gut wie möglich zu nutzen. So sind wir nicht von den Launen der Politik oder irgendwelchen Zahlen abhängig, denn als Gruppe sind wir klein genug und können uns vorher testen lassen, wie eine Sportmannschaft in einer eigenen Bubble."


    Selig sind die geistig Armen...

    Also wenn das keine schönen Momente in der Pandemie sind, dann weiß ich auch nicht. Anflug eines beginnenden Realitätsverlustes? Und mit Verlaub, hinter jeder Zahl steckt ein Schicksal, Infizierte oder Tote und diese Verunglimpfung spottet jeder Beschreibung.:down:

    Nein, an der Pandemie ist nichts schön...

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Also wenn das keine schönen Momente in der Pandemie sind, dann weiß ich auch nicht. Anflug eines beginnenden Realitätsverlustes? Und mit Verlaub, hinter jeder Zahl steckt ein Schicksal, Infizierte oder Tote und diese Verunglimpfung spottet jeder Beschreibung. :down:

    Wenn deine Definition von schönen Momenten ist, in einem konzentrierten Umfeld deiner Arbeit nachzugehen, dann ist für viele Menschen ja eigentlich trotz Pandemie alles gut.

    Schon klar, die Band hat einen sehr privilegierten Job und ihr Hobby zum Beruf gemacht, aber das, was er da beschreibt, ist per definitionem erst einmal Arbeit.

    Der Vorwurf des Realitätsverlusts aufgrund der Formulierung ist mir einfach ein bisschen hart. Natürlich stecken da Schicksale hinter den Zahlen, insbesondere natürlich hinter den Todesfällen. Die Zahlen mit denen die Politik arbeitet, sind trotzdem abstrahiert davon und auf dieser Abstraktion setzt er dann halt auf.

    Ich habe im Verlauf des Interviews jedenfalls nicht das Gefühl, dass er die ganze Geschichte verharmlosen würde oder dergleichen.

    Das teilweise planlose hin und her mäandrieren an teilweise ja tatsächlich willkürlich festgelegten Zahlen (die dann auch noch kurzfristig geändert werden, siehe die 35er Inzidenz) ohne wirkliche Lösungskonzepte ist eben frustrierend, vor allem für alle Berufszweige, die seit einem Jahr einem quasi-Beschäftigungsverbot unterliegen. Da finde ich die leicht (!) undifferenzierte Formulierung durchaus vertretbar.

  • Was für mich überhaupt nicht nachvollziehbar ist, dass die internationalen Fußballspiele stattfinden dürfen.


    Für mich ist es in Ordnung, dass die Ligen, egal ob Fußball, Eishockey Handball usw. stattfinden, aber warum muss dann auch noch International gespielt werden. Dadurch entsteht doch ein viel höheres Infektionsrisiko als wenn die Ligen nur die reguläre Saison spielen würden. Man sieht doch in Deutschland schon wie oft spiele wegen Corona abgesagt werden müssen, warum muss dann auch noch ein Spiel Leipzig gegen Liverpool in Budapest ausgetragen werden. Nur damit die Teams danach in der Liga weiterspielen können.


    Wenn ich mir dann noch überlege, dass im Sommer EM und Olympia sein soll könnte ich echt kotzen. Die Sportler dürfen reisen und wir können froh sein, wenn wir dieses Jahr überhaupt das Land verlassen dürfen.

    Narren sind bunt und nicht braun!

  • Extrem absurd waren in dem Zusammenhang ja auch die Verlegungen einiger Champions League Spiele nach Ungarn, weil die gegnerische Mannschaft nicht hätte einreisen dürfen.
    Eine sehr schräge Vorstellung von Problemlösung, dann einfach dieselbe (!!!) Zusammenkunft in ein Land zu verlegen, in dem die Lage potenziell schlechter ist.

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