Die Ärzte

  • Die Idee zu 'Ich, am Strand' kam ihm wegen den Berliner Obdachlosen.
    Quelle: eins der vielen Interviews zu "Hell". Welches genau weiß ich nicht mehr.
    https://www1.wdr.de/radio/1liv…/die-aertze-hell-100.html

    Ab ca 33:00 min


    Gutes Track-By-Track Interview

    Dank der Aussage in diesem Interview erschließt sich der Song noch etwas mehr. Das Fotoalbum dokumentiert den Lebenslauf eines Obdachlosen - von der Geburt über die Pubertät bis unter eine dunkle Brücke - der am Ende noch einmal alles betrachtet. Und die Idee des Songs ist, den anonymen Obdachlosen, die man in Großstädten auf der Straße sieht und an denen man achtlos vorbeigeht, ein Gesicht zu geben. Ich finde den Text stilistisch wirklich gelungen. Und musikalisch ist es wohl eine Weiterentwicklung von "Insel" vom Soloalbum "Die Wahrheit übers Lügen". Finde ich passend und vor allem ist es eine Abwechslung zum klassischen Gitarrensound bei bspw. "Plan B".

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    Don't Eat The Yellow Snow!

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  • Alles klar, dann mal ans Werk!


    Vorab sage ich schonmal, dass ich keine Punkte für die einzelnen Songs vergeben werde, weil mir das nicht möglich ist.


    E.V.J.M.F.

    Witziger Einstieg, ich hatte schon mit irgendeiner ähnlichen Alberei gerechnet, insofern war ich nicht großartig geschockt. Da die Ärzte an so was aber Spaß haben, sei es ihnen gegönnt. Und vom Hörgenuss geht das Ding tatsächlich ins Ohr, auch wenn Autotune natürlich bergehoch drüber ist, aber so grundsätzlich ist das ein Trap-Song der besseren Sorte.


    Plan B

    Den wollte Farin anfangs gar nicht auf dem Album, sondern als B-Seite haben. Ganz am Anfang hätte ich das sogar verstanden, weil ich ihn textlich zunächst belanglos fand. Aber zum Einen leuchtet Belas Begründung ein, dass der Song auf der Platte genau an der Stelle Sinn macht. Ginge es nach dem Intro mit Achtung: Bielefeld weiter, hätte dem Album was gefehlt. Zum Anderen ist der Text gar nicht mal so belanglos, wenn man sich zum einen anschaut, wie sehr Farin sich darin selbst auf die Schippe nimmt, indem er seine eigene Irelevanz besingt. Außerdem finde ich, dass man ihm darin seine ehrliche Dankbarkeit dafür abnimmt, welches Privileg er mit seiner Berufswahl genießt. Schöner Track!


    Achtung: Bielefeld

    Frei nach der Partei Die PARTEI: für die Einführung einer Faulenquote! Für mehr Drückeberger und Müßiggänger in Vorständen. Dem Text wohnt eine sehr viel wichtigere Botschaft inne, als die meisten vermutlich verstehen. Wer nach der Zeile mit der Mutter in Aleppo immer noch nicht begriffen hat, was für eine geile Sache das Nichtstun eigentlich ist, dem kann ich dann auch nicht mehr helfen. Musikalisch geht das auch absolut klar, keine Offenbarung, aber ein stabiler Song.


    Warum spricht niemand über Gitarristen?

    Fand ich anfangs von der Botschaft her auch eher mau, aber musikalisch sehr, sehr stark. Tolle Melodie und, da schließe ich mich Hubsi an, "N-N-N-N-Nerven gehen" ist ganz große Klasse. Die Aussprache von "Beyoncé" war für mich das erste textliche Highlight des Songs. Ansonsten ist der inhaltlich auch gewachsen bei mir. Als Sänger kann ich ganz gut über den Gitarristen-Diss lachen, wobei mir eine andere Interpretation noch wesentlich besser gefällt: Farin bezeichnet Gitarristen als absolute Langweiler, direkt im Anschluss an Achtung: Bielefeld, wo Bela mehr Langeweile/Langweiler fordert. Zufall oder Genialität?


    Morgens pauken

    Das erste dicke Highlight der Platte! Wunderbares Brett in die Fresse von allen, die mal Punk waren, es noch glauben zu sein, von Punk selbst und dessen Ausschlachtung durch die Marktmechanismen. Musikalisch voll auf die zwölf, sehr repetitiv zwar, aber ich mag die Gitarre und live kann der nur gut werden. Dazu voller großartiger Anspielungen. Punkamaria! :D


    Das letzte Lied des Sommers

    Wäre die HELL 2019 rausgekommen, hätte mich der Song wohl nicht vom Hocker gerissen. Jetzt, in der aktuellen Situation, ging er mir richtig unter die Haut. Das Meer hab ich zuletzt im Januar gesehen, beziehungsweise überhaupt irgendwas anderes als Würzburg und München... Das Fernweh hat mich schon seit April und dieser Song drückt es perfekt aus. Bezeichnend zudem, dass wir trotzdem im Berufsverkehr stecken. Der Kapitalismus schläft auch in Krisenzeiten nicht.


    Clown aus dem Hospiz

    Einer meiner Top 3-Songs auf der Platte! Ich weiß nicht, ob man dafür selbst Musik oder in irgendeiner Form kulturschaffend sein muss, um den Text komplett zu vestehen, aber er spricht mir aus der Seele! Ich war mal glücklich verliebt und habe monatelang nichtmal eine Strophe zu Papier gebracht. Zum Kotzen so was! ^^ Insofern transportiert der Song perfekt die Traurigkeit und Melancholie, aber ist, genau wie er selbst es beschreibt, trotzdem wunderschön. Ein gottverdammtes Meisterwerk!


    Ich, am Strand

    Direkt der nächste aus den Top 3 hinterher. Hier steckt so vieles drin. Der tragische Verlauf, den ein Leben nehmen kann, obwohl die Bedingungen doch gar nicht unbedingt so schlecht waren. Wenn ich da jetzt noch tiefer einsteige, verliere ich mich darin, so viel Tiefe besitzt dieser Song. Die ganze Tragweite vielleicht in einem Satz zusammengefasst: Aufgrund solcher Geschichten sollte man einem Harald Krull vielleicht einmal öfter zuhören, statt ihn auszulachen, wenn er behauptet, Käpt'n zur See gewesen zu sein!


    True Romance

    Musikalisch ein echt guter Popsong. Vampyrella sprach von "zu sehr Boomer-Humor", was ich nachvollziehen kann. Aber andererseits saß ich auch schon mal in einer Wohnung mit so einem Drecksding. Wenn die dann auf die versauten Fragen, die NATÜRLICH irgendwann kommen, immer ausweichend antwortet, schaukeln sich die Witze und Spekulationen schon hoch, so fern der Realität eines Mittzwanzigers ist das also gar nicht. Was ich aber noch wesentlich stärker finde: die Vorstellung, wie irgendwelche Schwachmaten, die sich so ein Ding tatsächlich ins Haus geholt haben, den Song hören und er es jedes Mal auslöst! Passenderweise gleich Siri UND Alexa! :D Achja und Daumen hoch für H.P. Baxxter! :thumbup:


    Einmal ein Bier

    Der Song, den ich anfangs noch am ehesten als Ausfall bezeichnet hätte. Musikalisch am ehesten an den Solosachen von Bela dran, die ich einfach nicht so feiere. Aber mittlerweile geht mir auch der ganz gut rein. Gerade wenn man das Gefühl kennt, sich morgens nach durchzechter Nacht auf die Straße zu ergießen und Traum und Realität irgendwann miteinader verschwimmen. Tut mit seinen zwei Minuten Länge auch niemandem weh.


    Wer verliert, hat schon verloren

    Schöne Hymne auf vergangene Kämpfe, die dann doch noch nicht vorbei sind, weil irgendetwas immer weiter geht. Musikalisch geht mir das gut rein, textlich entfacht es das Gefühl noch nicht so ganz, aber da sehe ich doch eindeutig Wachstumspotential. Zündet vielleicht etwas später als der Rest, was aber nicht heißen soll, dass ich ihn nicht mag. Auch jetzt schon ein guter Song.


    Polyester

    Zum N-I-E-D-E-R-K-N-I-E-N! Der dritte aus den Top 3 und was für einer! Ich mochte schon Sohn der Leere, das hier übertrumpft ihn aber um Längen. Ja, der Reim fatal auf normal ist etwas holprig, aber in dieser Zeile ist dann auch schon die Gefahr von exponentiellem Wachstum bei der Plastikmüllproduktion ausgedrückt. Das Lied macht mich so glücklich und traurig zu gleich. Gänsehaut bei jedem Hördurchgang. Man möchte weinen, man möchte schreien, man möchte um drei Uhr nachts seinen besten Freund anrufen und ihn fragen: Wie kann aus etwas so hässlichem wie Plastikmüll nur so ein schönes Musikstück werden? Wie entstehen so großartige Zeilen wie "Ein Herz aus Ethylen kann allem widerstehen" oder "Was zehntausend Jahre währt, das ist nicht verkehrt"... Das ist genau die richtige Art, das Thema zu verarbeiten. So und nicht anders. Allerdings ist hier auch schon der größte Kritikpunkt des Album enthalten: warum ist diese Perle nicht mindestens acht Minuten lang? ;(


    Fexxo Cigol

    Ja! Genau so rechnet man mit Verschwörungsideologen ab. Es nützt nichts, jedes einzelne Hirngespinst argumentativ entkräften zu wollen. Auf den Punkt gebracht ist es mit: Dinge passieren. Die Entropie des Universums schlägt zu. Es steckt nicht hinter allem ein Plan. Großartig, Bela!


    Liebe gegen rechts

    Einerseits richtig, dass man mit Liebe durchaus Leute vom rechten Rand zurückholen kann. Das bestätigen auch Aussteiger aus der rechten Szene immer wieder. Andererseits ist das Ganze auch sicherlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen, die Light-Version von Schrei nach Liebe sozusagen. Kann man machen.


    Alle auf Brille

    Ich weiß nicht, wann ich zuletzt wegen einem Song keuchend vor Lachen flach lag und überhaupt gar nichts mehr ging. Vielleicht noch nie. Und dieser Song schafft das nicht nur beim ersten Hören, sondern ziemlich zuverlässig bei so gut wie jedem Durchgang. Belas Gesangsleistung ist einfach der Hammer. Bitte live spielen!


    Thor

    Musikalisch geht der gut ab, textlich auch recht witzig. Ansonsten habe ich dazu nicht viel zu sagen, außer, dass ich auch diesen Track mag.


    Leben vor dem Tod

    Es entspricht nicht meiner Auffassung von Lebensglück, dieses von einer anderen Person abhängig zu machen. Darum suche ich in dem Text noch eine Möglichkeit, ihn in eine andere Richtung zu interpretieren, so in etwa, als ginge es darin um die Liebe selbst. Dazu bin ich allerdings noch nicht ganz durchgedrungen. Musikalisch aber top!


    Woodburger

    Dazu habe ich hier, denke ich, schon genug gesagt. Ich gehöre zu denen, die ihn mögen.


    Was bleibt abschließend zur HELL zu sagen? Wer zufällig auch meine Rezension der "Winter" im New Model Army-Thread gelesen hat, der weiß vielleicht noch, dass es mir eine ganze Weile schwer fiel, wieder richtig euphorische Freude an Musik bzw. Kunst allgemein zu empfinden. Das Gefühl kam längst Stück für Stück wieder, aber eines hatte ich dann doch nicht mehr für möglich gehalten: dass mich, der ich mit strammen Schritten auf die 30 zugehe, eine Platte nochmal so abholt wie damals mit 16, 17, 18 Jahren. Das Album wächst wirklich mit jedem Durchgang und ich kann allen Songs etwas positives abgewinnen. Selbst die Länge stört mich nicht, eine Stunde kann man kaum besser totschlagen. Als ich letztes Jahr ein fast schon unerwartet gutes Hosenkonzert besuchte, lautete mein Fazit: "Ich hätte nicht gedacht, dass mich die alten Säcke noch einmal so abholen!" Das kann ich jetzt, diesmal an die Herren aus Berlin (auuuuus Berlin) gerichtet, nur wiederholen.


    Danke, die Ärzte, für dieses geile Album, für diese geile Erfahrung! 10/10, ehrlich! :s_thanks:

    Wir sind übrig.

  • : die Vorstellung, wie irgendwelche Schwachmaten, die sich so ein Ding tatsächlich ins Haus geholt haben, den Song hören und er es jedes Mal auslöst! Passenderweise gleich Siri UND Alexa!

    Tja gibt halt Schwachmaten die die Vorteile von Sprachassistenten und Smarthome nicht sehen.


    Und keine meiner 10 Alexa Geräte reagiert auf diesen Song...

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Dazu wüsste ich allerdings gerne, wie viele Homosexuelle du kennst, die das Lied so verstanden haben? Ich hänge viel mit LGBTQ-Leuten rum, die feiern das durch die Bank.

    Und was fängst Du dann mit der Information an? Selbst wenn es in meinem Umfeld nur zwei Leute wären, bei Dir hingegen vielleicht zehn mal so viele, die das Lied anders aufnehmen und durch die Bank feiern, dann lässt sich die jeweilige Reaktion auf das Lied (und die ist bei „Deinen“ wie bei „meinen“ Leuten subjektiv) ja nicht einfach vom Tisch fegen oder überstimmen.

  • Und was fängst Du dann mit der Information an? Selbst wenn es in meinem Umfeld nur zwei Leute wären, bei Dir hingegen vielleicht zehn mal so viele, die das Lied anders aufnehmen und durch die Bank feiern, dann lässt sich die jeweilige Reaktion auf das Lied (und die ist bei „Deinen“ wie bei „meinen“ Leuten subjektiv) ja nicht einfach vom Tisch fegen oder überstimmen.

    Damit war gemeint, ob du überhaupt welche kennst. Da ging es mir nicht um Quantität. Bisher habe ich solche Reaktionen nämlich nur aus dem anderen Lager vernommen. Aber wenn du jemanden kennst, der den Song so versteht, lässt sich das natürlich nicht wegdiskutieren. Da frage ich mich dann allerdings auch, ob eine Stellungnahme, wie Farin sie getätigt hat, dann einfach überhört wird, weil der Ersteindruck zwangsläufig richtig sein muss oder wie wird mit so etwas umgegangen?


    ***Mir fällt gerade auf, dass sich das viel aggressiver liest, als es gemeint ist. Es interessiert mich wirklich. Ein Freund von mir hat bei "Achtung: Bielefeld" die Stelle mit der Mutter in Aleppo zunächst missverstanden und fand das billig und platt. Dann hab ich ihm gesagt, was meiner Meinung nach hinter der Aussage steckt und seitdem mag er den Song auch. Insofern zielt meine Frage darauf ab, ob der Song dann bei denen Freunden aufgrund eines Missverständnisses ein für alle Mal "verbrannt" ist? Ein ja oder nein macht hier nämlich tatsächlich einen großen Unterschied.


    rollmopspunk:

    Ja, ich denke, das ist den meisten hier klar.

  • Wie ist denn die Aleppo Zeile gemeint? Die finde ich zwar jetzt nicht entscheidend für die Qualität des Songs, aber tendenziell auch eher billig und platt? Oder besser gefragt: Wie kann man die anders verstehen?

    Megawatt aus Marienfelde:
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  • Vermutlich verstehst du sie schon richtig. Wenn einer wie mein Freund und ich (und vermutlich auch du, Conse) diesen Song hören, ist die Zeile auch tatsächlich nicht so super innovativ. Aber der Song richtet sich meines Empfindens nach eben nicht an die Menschen, die bereits wissen, was sie an ihrer Faulheit haben, sondern an diejenigen, die ständig am Optimieren sind, kein Potential unausgeschöpft lassen können und den Menschen, die das anders handhaben, kritisch und mit Unverständnis begegnen. Mein Freund fühlte sich dann im Anschluss an meine Ausführung an seinen Vater erinnert, der sich an einem freien Tag immer irgendwas aufbürden muss, weil er das ganz normale Faulenzen einfach nicht kann. Das wurde ihm als falsch oder schändlich vermittelt. Da wirkt so eine Zeile noch einmal ganz anders. Mir muss niemand erzählen, dass Langeweile ein Privileg ist. Aber einige Menschen müssen daran hin und wieder erinnert werden.

    Wir sind übrig.

  • euch ist schon klar dass es gerade beim Intro um die neuen Möchtegern Popstars geht die ohne Autotune mal so gar nicht singen können??..ich finde das Intro grandios

    soweit kann ich denken, aber es ist mir eigentlich egal wie es gemeint ist


    Es müsste immer Musik da sein.
    Bei allem was du machst. Und wenn's so richtig scheiße ist, dann ist wenigstens noch die Musik da.
    Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

  • Ich höre gerade die 1live Track by Track Analyse und somit auch das Album ein weiteres Mal. Mit jedem Mal hören gefällt es mir immer und immer besser. Hätte echt nicht für möglich gehalten, dass ich solch eine Begeisterung für ein Ärzte Album jemals hätte aufbringen können. Vielleicht ist das Album ja jetzt für mich der richtige Einstieg zu den Ärzten.

    Korn, Bier, Schnaps und Wein


    und wir hören unsere Leber schrein'

  • Morgens pauken

    Das erste dicke Highlight der Platte! Wunderbares Brett in die Fresse von allen, die mal Punk waren, es noch glauben zu sein, von Punk selbst und dessen Ausschlachtung durch die Marktmechanismen. Musikalisch voll auf die zwölf, sehr repetitiv zwar, aber ich mag die Gitarre und live kann der nur gut werden. Dazu voller großartiger Anspielungen. Punkamaria! :D

    [Irgendwer] hat wegen der Retour-Kutsche mit Punker Maria [offensichtlich] gleich seine Anwälte losgeschickt. So dass Die Ärzte wohl jetzt in einer außergerichtlichen Einigung dafür zahlen durften, dass sie die drei Zeilen verwendet haben. Ansonsten wäre es [vermutlich] zu einer Klage gekommen.

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    Don't Eat The Yellow Snow!

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    2 Mal editiert, zuletzt von binda ()

  • Der Herr Hallervorden hat wegen der Retour-Kutsche mit Punker Maria übrigens gleich seine Anwälte losgeschickt. So dass Die Ärzte wohl jetzt in einer außergerichtlichen Einigung dafür zahlen durften, dass sie die drei Zeilen verwendet haben. Ansonsten wäre es zu einer Klage gekommen.

    Quelle?

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Ich finde übrigens die Analyse der Zeit recht interessant. Die Tendenz ist zwar recht negativ und mir zu negativ, aber dennoch lesenswert. Zwei Zitate sind mit dabei hänhengeblieben:


    Zitat

    Der neue, zeitgleich mit Hell veröffentlichte
    Scooter-Song Fck 2020 betreibt nicht halb so viel Aufwand wie die Ärzte auf
    ihrem 14. Album, aber der verkorksten Weltlage wird der Brüller mindestens ebenso
    gerecht.

    Diese Aussage find ich schon etwas übertrieben.


    Hier noch ein Zitat zur "Woodburger"-Diskussion. Dieser Meinung kann ich mich dagegen sehr gut nachvollziehen:



    https://www.zeit.de/kultur/mus…um-hell-songs-themen-stil

  • Interview im aktuellen musikexpress. Ausgabe 11/20

    Hallo,


    wenn man etwas zitiert, dann sollte man das auch korrekt wiedergeben!


    Zitat Bela:

    „Das Problem war allerdings, wir könnten mit dem Urheberrecht Stress kriegen. Frank Drostal, der den Text geschrieben hat, war vor seinem Tod sogar Vorstandsmitglied bei der GEMA. Da wurde dann auch ziemlich geschachert, und wir mussten das Zitat tatsächlich bezahlen.“


    Hier steht nichts davon, dass Dieter Hallervorden den Spaß nicht verstehen würde. Er hat den Text schließlich auch nicht geschrieben. Die Erben des Texters / Rechteinhaber werden hier wohl gemeint sein.


    Auf die Frage, ab wie vielen Wörtern denn das Urheberrecht greife, entgegnete Rod:

    „Da streiten sich noch die Anwälte drüber. Aber wir wollten es eben nicht drauf ankommen lassen.“


    Der Punkt, dass sich darüber die Anwälte streiten, ist wohl eher als allgemeine Antwort auf die Frage zum Greifen des Urheberrechts zu sehen. Wenn es hier einen Streit gäbe, hätten die Ärzte schließlich nicht für die Verwendung gezahlt, sonder würden es aussitzen.


    Hier wird also gesagt, dass die Band das Urheberrecht anerkannt und die Kosten für die Verwendung des Zitats auch bezahlt hat. Ein Schreiben der Inhaber des Urheberrechts hat es hier vermutlich mindestens gegeben, da ja „ziemlich geschachert“ wurde.

    viele grüsse aus südbaden


    mike

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