Gleichberechtigung

  • Da wir ja gerade beim Thema sind, ich war gestern auf Konzert, und danach.


    Frauen auf dem Männerklo, weil auf dem Frauenklo ja eine riesige Schlange ist. Wieso ist das für frauen völlig ok. Umgekehrt aber ist gleich groß Trouble (um das mal harmlos auszudrücken).


    Was wäre jetzt wenn ich mich davon gestört fühlen würde? Das interessiert dann keinen? Weil wenn man einen Pimmel hat braucht man sich ja nicht zu anstellen oder wie? Gerne Gleichberechtigung, aber dann bitte für alle und nicht für eine auserwählte Zielgruppe...

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Sollten dann irgendwann von Frauen genauso viele Übergriffe, Belästigungen, Vergewaltigungen und Gewalt gegenüber Männern ausgehen wie gegenwärtig von Männern auf Frauen, darfst du diese Frage wieder anbringen.

  • Sollten dann irgendwann von Frauen genauso viele Übergriffe, Belästigungen, Vergewaltigungen und Gewalt gegenüber Männern ausgehen wie gegenwärtig von Männern auf Frauen, darfst du diese Frage wieder anbringen.

    Ich hab vorhin versucht genau das so zu formulieren, es aber nicht hinbekommen - danke dafür!

    Korn, Bier, Schnaps und Wein


    und wir hören unsere Leber schrein'

  • aha, solange es also nicht 50:50 ausgeglichen sind dürfen Frauen machen was sie wollen und es ist egal ob sich jemand dadurch gestört fühlen könnte.


    Interessante Gleichberechtigung...

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  • Frauen dürfen machen was sie wollen? In welcher Bubble lebst du denn bitte?

    Frauen haben mittlerweile mehr Rechte als auch schon, gleichberechtigt oder gleichgestellt sind wir jedoch noch lange nicht.


    Dein Profilbild macht dir gerade alle Ehre.

  • Genau wegen diesem Schwachsinn der hier gerade geschrieben wird, habe ich gesagt, dass sich die Kerle gerne mal zurückhalten dürfen!

    Niemand weiß hier wirklich irgendwas, außer Monchi und die vermeintlichen Opfer.

    Wenn man sein Buch liest, dann steht da sehr oft, dass er ein Arsch war in verschiedenen Situationen und im Suff noch viel mehr. Und wer weiß wie besoffene Männer mit übersteigertem Selbstbewusstsein so drauf sein können, dann kann man nicht mehr sagen, dass da wohl nie was passiert wäre!


    Wir sollten abwarten und uns zurücknehmen.

  • (...)

    Gerne Gleichberechtigung, aber dann bitte für alle und nicht für eine auserwählte Zielgruppe...

    Vorsicht, das sage ich jetzt als Vertreterin des weiblichen Geschlechts:

    Da bin ich voll bei Gabumon.


    Man sollte keinen Menschen aufgrund seines Geschlechts vorverurteilen oder - im Falle der Frauen - bevorzugen. Und meiner Meinung nach dürfen auch die Männer hier natürlich weiter diskutieren.

    "Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!"

  • Ob das Missoir das Toilettenproblem lösen würde? Die Theorie geht diesbezüglich nämlich auch dahin, dass die Frauen immer ein komplettes WC benötigen, was mehr Platz wegnimmt. Deswegen gibt es weniger Möglichkeiten als auf den Herrentoiletten. Da gibt es halt die Pissoirs, die weniger Platz wegnehmen. Und man hat dementsprechend mehr Möglichkeiten.


    Ich kann mich übrigens noch an alte Kneipen erinnern an denen es eine Pinkelrinne gab und man gegen die Wand gepinkelt hat. :D


    "Das Kennzeichen des unreifen Menschen ist, dass er für eine Sache nobel sterben will, während der reife Mensch bescheiden für eine Sache leben möchte" Wilhelm Stekel

  • Vorsicht, das sage ich jetzt als Vertreterin des weiblichen Geschlechts:

    Da bin ich voll bei Gabumon.


    Man sollte keinen Menschen aufgrund seines Geschlechts vorverurteilen oder - im Falle der Frauen - bevorzugen. Und meiner Meinung nach dürfen auch die Männer hier natürlich weiter diskutieren.

    Das ist ja auch das Problem was ich sehe, der großteil die "Gleichberechtigung" schreien fordern das nur für ihre Gruppe. Das war ja bei den meisten "Feministen" so, die wollten niemals Gleichberechtigung, die wollen Vorteile für sich.


    Das ist auch bei den Homosexuellen so, da herrscht teilweise eine ziemliche Transgender feindlichkeit. Gleichberechtigung will man nur für sich, Transgender können sehen wo sie bleiben. usw..

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  • Das ist ja auch das Problem was ich sehe, der großteil die "Gleichberechtigung" schreien fordern das nur für ihre Gruppe. Das war ja bei den meisten "Feministen" so, die wollten niemals Gleichberechtigung, die wollen Vorteile für sich.


    Das ist auch bei den Homosexuellen so, da herrscht teilweise eine ziemliche Transgender feindlichkeit. Gleichberechtigung will man nur für sich, Transgender können sehen wo sie bleiben. usw..

    Ich hoffe schwer, dass das jetzt einfach die alltägliche Gabumon-Provokation ist und nicht dein voller ernst.

    Wenn man selber nicht betroffen ist und für einem selbst alles ganz gut in geordneten Bahnen läuft, kann man die Anliegen von Ausgegrenzten, Benachteiligten, Ausgestossenen, Zurückgesetzten und Menschen, die einfach anders ticken und deswegen ausgeschlossen werden gar nicht nachvollziehen. Zumindest nicht, wenn es an Empathie mangelt.


    Frauen als Gruppe abzutun ist ein starkes Stück. Auch ich finde eine Frauenquote nicht sinnvoll, dennoch sollten Frauen mehr Chancen bekommen. Sie sind es, die wegen Kindern in der Regel zurückstecken. Zu Hause bleiben und das Kind versorgen, dadurch aus dem Job ausscheiden. Das Kind wächst und gedeiht und wird irgendwann Vertreter des Systems, während es der Mutter durch ihre Aufgabe, und das kann wörtlich genommen werden, schwer fällt, wieder Fuss fassen zu können in einer gut angesehenen und gut bezahlten Position. Die Jahre im Aus setzen ihr Ansehen und ihre Chancen bei der Jobsuche zurück.


    Warum ist der Trend wohl dahingehend, dass Frauen immer später Kinder kriegen? Hier schreit also keine Gruppe, hier schreien Menschen, die einfach aufgrund des vorherrschenden Patriarchat zweitrangig behandelt werden. Entweder Job/Karriere oder Kind. Der Mann hat stets beides. Natürlich tut sich auch hierbei was, aber das Grundproblem bliebt bestehen.


    Und was Homosexuelle angeht. Deren Diskriminierung und Ablehnung kann man, ähnlich wie beim Rassismus, als Nichtbetroffener womöglich nicht im Ansatz nachvollziehen. Die tägliche Ablehnung, die Blicke, die Sprüche, die Ausgrenzung und vor allem das anders angesehen und bewertet werden und somit nicht zugehörig sein, kann diese Menschen grundtief erschüttern. Verurteilungen nagen. Das Ziel dieser Menschen ist, dass man sie nicht mehr anders wahrnimmt. Nicht mehr anders sieht oder bewertet. Dass sie zugehörig sind, ohne dass sie alleine schon Fragen über sexuelle Orientierung beantworten müssen. Müssen Heterosexuelle Menschen ja auch nicht.


    Du hast noch so einiges zu lernen, Gabumon. Deine Einstellungen, Verurteilungen und sogar Stigmatisierungen sind irgendwo in den achziger Jahren angesiedelt.

  • Ich kann mich übrigens noch an alte Kneipen erinnern an denen es eine Pinkelrinne gab und man gegen die Wand gepinkelt hat. :D

    Die gibts immer noch :D

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  • Solarangel

    Klar, nur die Frauen bekommen die Kinder. Würden die Männer aber die Kinder bekommen, würden die genauso benachteiligt. Das hat aber eher etwas mit der westdeutschen Mentalität zu tun. In Ostdeutschland war das nicht so. Da gingen die Frauen nach einer kurzen Pause wieder arbeiten und/oder nahmen die Kinder mit (Krippen). Und das war nichts Besonderes, sondern normal.


    Ich kenne persönlich einige Frauen aus meinem früheren Berufsumfeld, die sich regelrecht ins Muttersein geflüchtet haben und somit dem unliebsamen Job aus dem Weg gegangen sind. Und somit auch dem/der Partner/in das Geldverdienen überlassen haben.


    Meiner Meinung nach ist vieles besser geworden seit den ersten Sufragetten und Feministinnen, aber vieles liegt auch an den Frauen selber. Was hindert eine Frau daran, sich in der Elternzeit weiterzubilden oder in TZ weiterzuarbeiten im alten oder einem neuen Job? Wenn sie voll und ganz als Mutti aufgehen will, gerne, aber dann bitte nicht rummosern, wie schwer es ist, eine Frau zu sein. Männer habens auch nicht leicht...

    "Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!"

  • Wenn sie voll und ganz als Mutti aufgehen will, gerne, aber dann bitte nicht rummosern, wie schwer es ist, eine Frau zu sein. Männer habens auch nicht leicht...

    Kann das von meinen Eltern berichten.


    Nachdem der Chef von meiner Mutter mitbekommen hatte das die Schwanger war, wurde ihr im 7. gekündigt. "Wenn das Kind im Kindergarten ist stelle ich sie wieder ein" Sowas wie Elternzeit gabs ja damals schlichtweg nicht. Aber die bekam dadurch Arbeitslosengeld, 100% besser als unbezahlt freigestellt.


    Fortan musste mein Vater 2 Jobs arbeiten um Haus und Kind zu bezahlen. Das Arbeitslosengeld für meine Mutter half zwar etwas, aber ist halt auch nicht viel. Kinder sind teuer. Sprich von 8-17:30 in der einen Firma, dann im "Homeoffice", das Wort damals gabs noch nicht, für eine andere Firma quasi im selben Job. Der war technischer Zeichner, dank Zeichenbrett (CAD Programme gabs zu dem Zeitpunkt nicht, geschweige denn dazu fähige Computer für den Hausgebrauch) ging das eben auch zuhause. Trotzdem hat sich nie einer der beiden dadrüber beschwert. Freizeit hatte die Jahre von denen keiner mehr. Urlaub konnte man vergessen. Nur damals war weniger Mimimimi.


    Als ich dann in den Kindergarten kam (mit 5), wurde meine Mutter auch im gleichen Job wieder eingestellt. Wort halten vom Chef war damals auch noch "Ehrensache"


    Meine Oma hatte 6 Kinder, da musste Opa auch erst im Hauptberuf schuften, und dann noch nebenbei. Der war auch von 7 Uhr bis 21 Uhr auf Baustellen. Vom 14. Lebensjahr bis zur Rente mit 63. Oma war dann nebenbei Putzen.


    Man ist heutzutage schon extremst verwöhnt irgendwie.

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  • Man ist heutzutage schon extremst verwöhnt irgendwie.

    Nur, weil es in früheren Zeiten durchaus in mancher Hinsicht schlechter war, ist heute ja nicht alles gut.

    Dass sich Menschen ohne zu Murren ihrem Schicksal gebeugt haben, ist ja jetzt auch keine positive Sache.

    Wenn heute jemand unter Scheißbedingungen arbeiten muss, hilft dem die Erkenntnis auch nicht, dass er 1870 noch 70 Stunden die Woche hätte malochen müssen und es somit ja fast halb so schlimm ist.

    Es hat sich vieles getan, auf Dosenbier gibt es jetzt Pfand,
    aber die meisten von uns leben noch, das war nicht immer so geplant.
    (Koyaanisqatsi)

  • Würden die Männer aber die Kinder bekommen, würden die genauso benachteiligt.

    Ist leider von der Natur nicht so vorgesehen und wenn es so wäre, würde kein Patriarchat vorherrschen, dann wären die Männer die unterdrückten und würden sich wehren. Ganz bestimmt sogar.

    Das hat aber eher etwas mit der westdeutschen Mentalität zu tun. In Ostdeutschland war das nicht so. Da gingen die Frauen nach einer kurzen Pause wieder arbeiten und/oder nahmen die Kinder mit (Krippen). Und das war nichts Besonderes, sondern normal.

    Das hat eher was mit den Systemen zu tun. Und es gibt die DDR nicht mehr, willkommen in der Gegenwart. Auch sind die Welt und die Anforderungen an Mütter nicht mehr wie 1989. Der Kapitalismus funktioniert nun mal anders als der Sozialismus aber wir haben gesehen, wohin diese "Harmonie" im Osten geführt hat. Wäre die ganze Welt sozialistisch und es gäbe keinen Klassen- und somit Konkurrenzkampf, würde dein Argument ziehen. In diesem Fall nicht.

    Ich kenne persönlich einige Frauen aus meinem früheren Berufsumfeld, die sich regelrecht ins Muttersein geflüchtet haben und somit dem unliebsamen Job aus dem Weg gegangen sind. Und somit auch dem/der Partner/in das Geldverdienen überlassen haben.

    Und ich kenne ganz viele Frauen, die einfach das innere Bedürfnis zur Glückseligkeit haben und deswegen Kinder bekommen. Oder von ihren Männern, die selber gerne Kinder haben, dazu angehalten werden. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass eine Partnerschaft zu einer Familie wird. Dennoch übernimmt die Frau da den Monsterpart, nicht der Mann. Vermutlich hast du keine Kinder. Womöglich auch nicht den Wunsch danach. Aber richte nicht aus deiner Perspektive alle Frauen und Mütter dieser Welt. Ohne uns gäbe es den Nachwus nicht. Ja, auch nicht ohne die Männer, allerdings ist es die Regel, dass die Frau beim Kind bleibt. Das Wesen wächst in ihr, da entsteht bereits eine Bindung. Die wiederum haben Männer nicht und Männer sind häufig genug froh, dass sie in ihrem Job die tägliche Anerkennung bekommen und sich so vor Kotzattacken und zugeschissenen Windeln flüchten können (merkst du was?). Um 18 Uhr daheim gibt man sich dann vielleicht noch eine Stunde als Held mit dem Kind ab, während die Mutter den ganzen Tag das Baby/Kleinkind vorsorgt und den Haushalt hat schmeissen müssen. Da sind 8 Stunden Arbeit wesentlich easier. Und wie gesagt, Anerkennung gibt es für die Mutter nicht. Im Gegenteil, läuft mal was schief, wird sie an den Pranger gestellt.

    Was hindert eine Frau daran, sich in der Elternzeit weiterzubilden oder in TZ weiterzuarbeiten im alten oder einem neuen Job?

    Ihre Aufgabe, wörtlich zu nehmen, sich gut um das Kind zu kümmern. Es gibt sicher Frauen, die beides schaffen. Aber das zu verallgemeinern und zu erwarten, wäre wenig weitsichtig. Wenig Schlaf, immer auf Nadeln, immer bereit sein müssen einzuspringen. Das führt zu wenig Erholung und der Tag fängt früh an. Viele Frauen schaffen das mit ihrer Energie nicht. Zumal der Körper noch den Hormonkampf hat. Es gibt auch Kinder, die nicht gesund zur Welt kommen, die umso mehr Zeit, Unterstützung und Aufmerksamkeit benötigen. Das alles geht auf die Energie der Mutter. Und dann gibt es noch so ganz schöne Dinge wie Post-Natale Depressionen. Mit der Geburt ist das Kapitel lange nicht beendet.

  • Nur, weil es in früheren Zeiten durchaus in mancher Hinsicht schlechter war, ist heute ja nicht alles gut.

    Alles gut ist sicher nicht, aber die beschwererei findet einfach viel an den falschen Stellen statt.


    Ich bin sehr dafür das Leute nicht nach Geschlecht, Alter oder Orientierung, sondern nach Leistung bezahlt werden sollten. Es sollte völlig egal sein ob der Abteilungsleiter einen Penis oder nicht hat. Stattdessen darf man lesen mit "Erzwungener Frauenquote" etc. Was ist wenn man keine Frau findet die den Job ausführen kann. Ingeneurinnen z.b. sind doch recht knapp. Soll man dann da eine nehmen die von dem Job keine Ahnung hat und dann bricht das Haus halt zusammen oder wie soll das aussehen?


    Ich durfte mir auch schon auf arbeit anhören "Du lässt das nur einen Kerl machen weil ich eine Frau bin". Das diejenige einfach viel zu viel Mist baut weil die das einfach nicht kann. Ich habs dann ihr gegeben und als das Schief ging, ratet mal wer laut ihr Schuld war... :D


    Wenn man dann so einen Blödsinn wie "Patriarchat" liest, da kann man sich gleich ausklinken da ist ein normales Reden oder Diskutieren eh nicht möglich und man lässt so Leute am besten Links liegen


    Und wenn die Mutter zuhause bleibt muss natürlich der Partner das Geld verdienen, dass wächst nicht an Bäumen. Der darf dann eventuell auch noch überstunden machen, oder gar einen zweiten Job annehmen (Kenn ich so einige von) von dem dann noch zu erwarten sich nach 14 Stunden Arbeit auch noch mal 14 Stunden um Kind und Haushalt kümmern... irgendwann wirds nunmal unrealistisch...


    Ich kenn auch 2 wo der Vater zuhause bleibt. Bei der Konstellation hab ich da noch nie gehört das die Frau nach ihrer Arbeit auch noch Kind und Haushalt mitbetreuen soll. DA sind wir dann wieder beim Rosinen picken...

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    Einmal editiert, zuletzt von Gabumon ()

  • Puuh, üble Diskussion. Egal, was man sagt, es könnte einem negativ ausgelegt werden. In dieser Diskussion KANN man es nicht allen Menschen gerecht machen, Meinungen sind hier seit quasi "immer" sehr fest gefahren, wie mir scheint und eigentlich wollte ich mich hier raushalten, auch wenn ich es super spannend finde. Aber mich juckts zu sehr in den Fingern:


    1. Originalthema: Ich weiß, dass derartige Vergehen, sofern sie wahr sein sollten, immer beschissen sind, weil sie nur seltenst nachzuweisen sind. Das muss für das potentielle Opfer eine extreme Belastung sein. Dennoch wendet man sich meiner Meinung nach nicht als erstes an eine öffentliche Social Media Platform, sondern an einen Fachanwalt oder andere professionelle Hilfestellen. Ich selbst habe mehrere Jahre in der Kinder- und Jugendbetreuung gearbeitet. Das Erste, was man dir beibringt, ist: Lass immer eine Tür bei einem Einzelgespräch auf, oder sieh zu, dass du einen zweiten Erwachsenen dazu holen kannst. Dabei geht es weniger um den Schutz des Kindes, als viel mehr um deinen eigenen Schutz. Man lernt: Du stehst bei dem Job immer mit einem Bein im Knast und du kannst nichts dagegen tun. Es gibt gerade beim Thema "Misshandlungen" immer zwei Richtungen. Und auch die Richtung, dass ein Kind/Jugendlicher bzw. dessen Eltern dir irgendwann einen Strick aus wasauchimmer dreht, die kommt sehr viel häufiger vor als man glaubt. Auch dass "Sexuelle Übergriffe" von abgelehnten Liebhabern als Waffe verwendet wird, kommt häufig vor. Prominent ist der Fall Kachelmann. Egal, ob sich hinterher herausstellt, dass es unwahr ist, die Karriere ist im Zweifel ruiniert. Es ist also in beide Richtungen eine denkbar beschissene Lage, und wie man diese löst, nun, dazu sind wir wohl alle nicht fähig, vermute ich. Meiner persönlichen Meinung greift aber erst einmal das Recht der Unschuldsvermutung, auch wenn Medien das gern anders hätten (und ja, leider auch, wenn es wahr, und ggf. nicht beweisbar ist; was, wie gesagt, sehr sehr beschissen ist). Dass Monchi sich jetzt erst einmal aus der Öffentlichkeit zurück zieht, ist weder Schuldeingeständnis noch das Gegenteil. Ich würde vermutlich auch nicht anders reagieren. Es dient dazu, sich aus der Schusslinie zu nehmen, unangenehmen Fragen zu entgehen, sich zu beruhigen und eventuell einfach abzuwarten. Das ist in beiden möglichen Situationen - Beschuldigungen Wahr oder Falsch - aus meiner Sicht sinnvoll und nachvollziehbar. Ich wünsche den Opfern (wer auch immer das hier tatsächlich ist) das Beste!


    2. Gleichberechtigung:

    a) Frauenquote halte ich im Prinzip für das falsche Instrument. Ich gönne jeder Person, gleich welchem Geschlecht, welcher Hautfarbe, welcher Sprache, welcher Herkunft oder Religion oder wasauchimmer die gleichen Chancen in der Karriere. Ich persönlich würde diese Karriere ausschließlich von Qualifikation und Erfahrung abhängig machen. Es ist ganz klar erwiesen, dass Frauen oder Andersdenkende in Bewerbungsverfahren den Kürzeren ziehen. Dazu gibt es ausreichend Studien und Experimente. Das ist ganz klar beschissen. Aber das ist ein Systemfehler. Es muss das System geändert werden, bspw. hin zur Verpflichtung von anonymen Bewerbungen. Aber selbst dann gibt es die Probezeit, wo meines Wissens nach auch mehr Frauen durchfallen als Männer. Wie man hier eine bessere Lösung schafft, weiß ich nicht. Irgendeine Art Eignungstest vielleicht? Aber stumpf zu sagen, oh wir haben hier zu viele Männer, wir müssen jetzt Cindy aus Marzahn einstellen, erschließt sich mir nicht. Auch Männer arbeiten hart an ihren Ausbildungen und Karrieren. Zu sehen, dass dann jemand befördert wird, der es klar nicht verdient hat, nur des Geschlechts wegen, ist ebenfalls ungerecht und extrem demotivierend.


    b) Feminismus: Ich bin nicht tief genug drin in den ganzen Gendersachen, weil ich persönlich davon nicht betroffen bin; ich halte mich für einen toleranten Menschen, der zumindest BEWUSST keine Unterscheidung irgendwo vornimmt (was unbewusst passiert, ist sicherlich eine ganz andere Sache!). Ich halte mich also nicht für einen Adressaten.

    Wann immer ich aber auf Hardcore-Feministinnen stieß, hieß das in jedem Fall: Stress. Da wurden kleinste Sachen so im Mund herumgedreht, dass man plötzlich da stand wie der größte Chauvinist aller Zeiten. Man musste derart aufpassen, wie man alltägliche Sachen sagte, dass es einfach nur unangenehm wurde. Ich persönlich hatte auch stets das Gefühl, dass diese Menschen häufig - und so wurde es hier ja schon gesagt - nicht nur Gleichberechtigung wollten, sondern "es den Männern mal so richtig heimzahlen". Es ging nicht darum, dass alle Menschen alles dürfen, es ging darum, Männer als Arschlöcher zu denunzieren. Und das stört mich an diesen Feminismus-Gruppierungen so sehr.


    c) Kinder aufziehen: Ja, Frauen gebähren die Kinder und sind sicherlich durch säugen noch die erste Zeit des Kindes nicht anders zu ersetzen. Dennoch besteht heutzutage die Möglichkeit für den Mann, die Frau in der Elternzeit abzulösen, falls gewünscht. Die Frage ist also, warum passiert das so selten? Die erste Möglichkeit ist: Der Mann sagt: Nein, ich gehe weiter Arbeiten. Das kann schlicht Gründe der Finanzierung sein, weil er vielleicht den besser bezahlten Job hat, oder - im schlimmsten Fall - einfach tatsächlich Chauvinismus. Die andere Möglichkeit ist: Die Frau will tatsächlich nicht mehr arbeiten, sondern Hausfrau und Mutter sein. Ich bin sicher, dass folgendes nicht statistisch relevant ist, doch ich persönlich kennen im Bekanntenkreis mindestens zwei Fälle, wo sich die Frau absichtlich immer wieder schwängern lassen hat, nur um nicht arbeiten zu müssen - in beiden Fällen nur wenige Wochen nach einer Festanstellung, um den Mutterschutz noch mitzunehmen. Ich kenne aber auch Fälle, wo die Mutter so bald wie möglich wieder arbeiten ging. Es gibt also beides. Heutzutage ist es möglich, das Kind mit wenigen Monaten Alter in Krippen oder Kitas zu geben. Es wäre also absolut kein Problem, mit wenigen Monaten Ausnahme, dass beide wieder voll arbeiten, wenn es denn wirklich gewollt ist (naja, zugegeben, und falls entsprechende Kita-Plätze vorhanden sind, was in der Tat in manchen Regionen ein Problem darstellt.). Im ehemaligen Osten, wie hier angesprochen, war das nie ein Thema. Meine Mutter nahm mich damals in einem Körbchen in den Uni-Hörsaal mit, um direkt weiter studieren zu können. Die Frage der Auszeit ist also aus meiner Sicht heutzutage primär eine Frage des Wollens, denke ich; des Wollens der Aufteilung der häuslichen Pflichten bzw. des Wollens, wieder voll arbeiten zu gehen (immer mit der Einschränkung, der Staat sorgt für genügend Betreuungsplätze!).

    Wo kommt also der Bezahlungsunterschied her? Ich bin nach wie vor null Experte, aber wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umschaue, oder in den von mir besuchten Universitäten, sehe ich, dass in den gut bezahlten Ingenieursberufen nahezu ausschließlich, oder zumindest zu einem großen Teil, Männer zu finden sind. Die Frauen sind leider - Klischee hin oder her - in den Gesellschaftswissenschaften zu finden. Die aktuelle Marktsituation zeigt: Ingenieure werden viel und oft gesucht und damit - Angebot und Nachfrage - gut bezahlt. Wohingegen leider Kunsthistoriker oder Musiktherapeuten (überspitzt) sicherlich eher nicht so häufig in den Stellenanzeigen auftauchen. Kann gut sein, dass ich hier einfach ein verzerrtes Bild habe, aber zumindest da KÖNNTE eine Erklärung liegen. Hier wäre es sicherlich auch am Bildungssystem, allen Kindern, egal welchen Geschlechts, alle Fächer, auch insbesondere Mathematik und Physik, nahezubringen. Aber solange es gesellschaftlich akzeptiert ist, zu sagen: "Ich verstehe nichts von Rechnen." oder sogar, Leute wie mich, jahrelang als "Streber" zu bezeichnen, nur weil man weiß, wie man mit "Buchstaben" rechnet, nun so wird das halt nichts. Ich habe an eigenen Leib erfahren, dass man da mit Mädchen noch viel sanfter umgeht, als mit Jungen. In Familien ist es ok, dass Mädchen "Mathe" nicht können. Hauptsache, sie können am Ende stricken und kochen, wozu sollten sie Mathe können? Hier ist einfach ein Umdenken in der gesamten Gesellschaft notwendig, um allen Menschen alle Türen möglichst lange offen zu halten. Und vielleicht interessiert sich dann wieder ein junger Mann mehr für Musiktherapie, wo eine junge Frau sich für den Weg eines Atomphysikers entscheidet. Der Ausgleich kommt dann von selbst.


    Fazit: Wow, ganz schön viel Klischee, das gestehe ich, aber zum großen Teil eben auch meine realen Erfahrungen und (völlig subjektiven) Beobachtungen. Ich bin wirklich auf eure Reaktionen gespannt.

    32
    Narf.

    2 Mal editiert, zuletzt von S-Man ()

  • b) Feminismus: Ich bin nicht tief genug drin in den ganzen Gendersachen, weil ich persönlich davon nicht betroffen bin; ich halte mich für einen toleranten Menschen, der zumindest BEWUSST keine Unterscheidung irgendwo vornimmt (was unbewusst passiert, ist sicherlich eine ganz andere Sache!). Ich halte mich als nicht für einen Adressaten.

    Wann immer ich aber Hardcore-Feministinnen stieß, hieß das in jedem Fall: Stress. Da wurden kleinste Sachen so im Mund herumgedreht, dass man plötzlich da stand wie der größte Chauvinist aller Zeiten. Man musste derart aufpassen, wie man alltägliche Sachen sagte, dass es einfach nur unangenehm wurde. Ich persönlich hatte auch stets das Gefühl, dass diese Menschen häufig - und so wurde es hier ja schon gesagt - nicht nur Gleichberechtigung wollten, sondern "es den Männern mal so richtig heimzahlen". Es ging nicht darum, dass alle Menschen alles dürfen, es ging darum, Männer als Arschlöcher zu denunzieren. Und das stört mich an diesen Feminismus-Gruppierungen so sehr.

    Das kriegen aber nicht nur Männer ab. Selbst unter Frauen wird einem das Wort verdreht und es werden einem die dollsten Dinge vorgeworfen, wie man "so was" unter Frauen/zu Frauen sagen kann.
    Es schweift jetzt aus, aber ich hab mal in einem Forum die Diskussion ums "BH tragen" miterlebt. Die banale Aussage "Mir macht es nichts aus, einen zu tragen, ich fühle mich wohl(er) mit" wurde dann von solchen zu "Das ist nicht dein freier Wille, das hat dir das Patriachart anerzogen". :rolleyes:


    Heutzutage ist es möglich, das Kind mit wenigen Monaten Alter in Krippen oder Kitas zu geben.

    Wenn man denn einen Platz bekommt.

    Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!


    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

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