KdR LIVE - Besprechung

  • Ich muss darauf nicht ausführlich reagieren - lieber sage ich dann SORRY, dass ich da lehrerhaft rüber kam und dich missverstanden habe. :-)


    Bierchen gerne - nur wohne ich in Zürich.. Könnte deswegen nicht ganz einfach werden... Oder bist du auch Schweizer?


    Leider nein. Aber sollte es mich nach Zürich verschlagen: Ich komm drauf zurück!

  • Gegen den Strom zu schwimmen, ist zwar anstrengend, aber ich höre die Scheibe tatsächlich noch recht oft. Allerdings nicht komplett. Mir fiel auf, dass es mir in den Konzerten in letzter Zeit auch oft so geht. Die erste Stunde (ungefähr) geht es mir richtig gut und mir macht das Konzert Spaß und dann verliere ich das Interesse und könnte genauso gut ein Gespräch mit der Klofrau führen. Ich glaube fast, es liegt an dieser ewig gleichen Setliste und dass diese Band es immer wieder schafft, genau die Songs zu spielen, die ich echt nicht mehr hören möchte. Mit dem weiteren Verlauf des Konzertes (und damit natürlich auch diese CD) verliert das Ganze immer mehr an Substanz.


    Vielleicht schreib ich gerade Blödsinn, aber ich glaube echt, es ist diese irrsinnig unkreative Setliste. Die bräuchte mal eine echte Verjüngerungskur. Irgendjemand benutze das Wort "inflationär" und ich glaube, das ist tatsächlich das Problem. Beim ersten Mal in Bremen im Pier fand ich "Far far away" echt gut, genauso geht es mir mit dem Lied "Freunde". Das ist eigentlich ein wirklich schönes Lied, aber so dermaßen totgedudelt, dass es nur noch langweilt.


    Gut hören kann ich immer noch "Heute hier, morgen dort". Und ich mag das Intro auf der CD wahnsinnig gerne, ebenso den Publikumsgesang bei "Altes Fieber". Raus kann auf jeden Fall "Bonnie & Clyde", da bin ich nämlich gerade bei der CD angekommen und es fängt schon wieder an zu nerven... gut dass danach "Ein guter Tag zum Fliegen" kommt. Das ist live wirklich eine unglaublich gute Nummer. Ab hier fange ich dann immer an zu skippen und Lieder direkt anzuwählen.

    "When everyone’s so sensitive it’s easy to be tougher than the rest" - NMA

  • Agent1873
    So denke, und höre ich schon seit Jahren...schlimm, wenn man noch nicht einmal ein Album oder Mitschnitt komplett durchhören kann. Irgend ein Lied nervt immer. Ein hoch auf die Skipptaste! :P



    Was mich aber echt am meisten nervt, ist dass es sich nichts mehr ändern wird. Das was mir noch gefällt, kommt nicht auf CD oder DVD oder wird gekürzt.


    Ich weiß, ist natürlich Geschmacksache.

  • Ja, meinetwegen auch Verälterungskur.. ist mir alles recht, so lange es endlich mal nicht die gleiche Standard-Setliste ist.


    Ich hab mich vorhin daran erinnert, wie ich in Bielefeld draußen sass und 2 oder 3 Zigaretten rauchte und mein Bier trank.. und dann fiel mir auf, dass ich bei so ziemlich jedem Konzert in den letzten Jahren irgendwann irgendwo sitze und 2 oder 3 Zigaretten rauche und ein Bier trinke und mir die Menschen anschaue und wenn ich mir jetzt dieses Live Album genauer anschaue, kann ich sogar genau sagen wann das war. Da sind immer echte Blöcke drin, die an Langeweile nicht mehr zu überbieten sind: Alles aus Liebe, Eisgekühlter Bommerlunder, Alles wird vorübergehen, Far Far Away, Zehn kleine Jägermeister, Schönen Gruß... Absolut kein musikalischer Höhepunkt dazwischen.

    "When everyone’s so sensitive it’s easy to be tougher than the rest" - NMA

  • Ich bin ja einer der grössten Kritiker der Setlist... Ich kann also sehr gut verstehen, was du meinst. Und auch mir geht es so, dass sich die Euphorie - die vor JEDEM Hosen-Konzert noch da ist, auch wenn ich VIEL kritisiere - irgendwann abflacht. Es muss daran liegen, dass einfach alles enorm berechenbar geworden ist. Keine Action, keine Überraschung... Immer wieder dasselbe, inklusive Ansagen!


    Ich rauche nicht, aber Bierchen wird kontinuierlich gekippt beim Konzert, deswegen fällt bei mir die Auszeit als solche weg.. Aber ich kann 100% nachvollziehen, was du da schreibst!! :daumen:

  • Mehr davon ist für mich auch der beste Abschluss eines Hosenkonzertes.
    Das Wort zum Sonntag ist auch ok. Am besten wäre erst WzS und danach Mehr davon ohne großartige Aufwiedersehen, es war schön Reden zu halten.
    Aber dann bitteschön über den gesammten Song mit Stroboskopscheinwerfern die ganze Halle aufblitzen lassen und am Ende des Songs die Bühne einfach überbelichten, das passt zu diesem Song richtig super!
    Und am Ende nach dem letzten Akkord die Gitarren kreischen lassen "ausklinglärm", oder wie man das beschreiben soll.
    Naja jedenfalls wie sie es 93,94,96 beim letzten Song immer gemacht haben.


    Das ist für mich das richtige Hosenende. :rolleyes:


    Endlich mal jemand der das schreibt was ich nicht besser hätte ausdrücken können und was ich die ganze Zeit im Kopf hab , genau so muß ein Hosen-Konzert enden :daumen:


    Edit: @Agent 1873 Ganz deiner Meinung, allerdings Bommerlunder geht immer (noch) ;)

    Allright everybody in the irgendwie, jetzt muß mal langsam die Message rüberkommen..

  • Ich bin ja einer der grössten Kritiker der Setlist... Ich kann also sehr gut verstehen, was du meinst. Und auch mir geht es so, dass sich die Euphorie - die vor JEDEM Hosen-Konzert noch da ist, auch wenn ich VIEL kritisiere - irgendwann abflacht. Es muss daran liegen, dass einfach alles enorm berechenbar geworden ist. Keine Action, keine Überraschung... Immer wieder dasselbe, inklusive Ansagen!

    Einspruch :D Konzerte wie in Dresden, die DEG Nacht in DüDo oder Huxleys sind ja wohl nicht vorhersehbar ;)

    The easiest thing to do.


    Just say fuck you.

  • Den Einspruch kann ich nachvollziehen, es gibt diese besonderen Konzerte. Und auch die Wohnzimmer-Tour war extrem geil und ich hab die Hosen zu diesem Zeitpunkt dafür einfach nur vergöttert.
    Aber Campino's Zitat aus einem Interview (ich glaube vor dem Konzert in Selfoss) erklärt im Nachhinein einiges. Er meinte sinngemäß so etwas wie:


    "Es macht Spaß, weil man weiß, dass man die andere Option hat. Man kann wieder in großen Hallen spielen, wenn man möchte. Ich esse zwischendurch auch gerne mal ne Currywurst, wenn ich weiß, dass ich das nicht jeden Tag essen muss."


    Damit zeigt sich schon eine Tendenz bei den Hosen. Es ist ja ganz schön zur Abwechslung mal für Abwechslung zu Sorgen, aber in den großen Stadien fühlen wir uns mittlerweile eher zu Hause. Kann man ihnen auch nicht verdenken, wer einmal in der ausverkauften Westfalenhalle gespielt hat, will vielleicht nicht wieder ins miefige Kellerloch im Nachbardorf.
    Was ich an der ganzen Sache nicht verstehen kann, ist wieso die Hosen dann auch bei der Setlist einen so radikalen Schnitt zwischen großem Publikum und kleinem machen. Dass es Unterschiede gibt, klar, das verstehe ich. Vor 10.000 Leuten spielt man dann nicht "Allein vor deinem Haus" sondern "Niemals einer Meinung." Aber mittlerweile kommt "Niemals einer Meinung" vor 1.000 Leuten und vor 10.000 stattdessen "Hang on Sloopy."


    Nur weil nicht jeder die alten Sachen kennt, heißt das ja nicht, dass man die Lieder von "BdR" nicht mal durchwechseln kann. Heute "Vogelfrei", dafür morgen wieder "Das ist der Moment." Stattdessen wurde selbst da schon eine klare Abgrenzung geschaffen: "Ballast der Republik" und die 4 Singles bekommt jeder zu hören. "Europa" bzw. "Ein guter Tag zum Fliegen" nur, wer entweder in der ersten oder zweiten Hälfte der Tour auf einem Konzert war und alles andere hört nur, wer Glück hat.


    Selbst wer "Neufan" ist, will doch auf einem Hosenkonzert die Lieder von dem Album hören, dass er sich gekauft hat und nicht irgendwas, dass er mal im Radio gehört hat, nur eben von einer anderen Band. Und die Leute, die wirklich nur wegen "Tage wie diese" aufs Konzert kommen, sorry falls ich damit jemandem zu Nahe trete, wieso muss man auf DIE besondere Rücksicht nehmen? Wer wegen einem Lied kommt und 20 weitere hört, die er geil findet, dann kommt der wieder. Und wenn ihm bis auf dieses eine Lied sonst nichts zusagt, dann bleibt er beim nächsten Mal zu Hause, selbst Schuld. Aber die Hosen wollen scheinbar, dass diese Leute immer wieder kommen und bedienen scheinbar nur noch die. Einzig auf den Konzerten, wo klar ist, dass nur Altgediente und Veteranen kommen, kann man sich wieder auf die eigenen Songs berufen.


    Sorry, wenn dieser Beitrag polemisch und überspitzt wirkt, aber er beschreibt doch ganz gut, welche Richtung diese Band einzuschlagen scheint und das macht mich einfach traurig.

    Wir sind übrig.

  • Genauso siehts aus!
    Bezeichnenderweise hatten die Hosen früher den Leitsatz:"Betreten auf eigene Gefahr!" Die Eier haben sie leider nicht mehr in den Hosen (sorry, aber der musste sein...), das Risiko in Kauf zu nehmen, dass man nicht allen gefällt.

  • Genauso siehts aus!
    Bezeichnenderweise hatten die Hosen früher den Leitsatz:"Betreten auf eigene Gefahr!" Die Eier haben sie leider nicht mehr in den Hosen (sorry, aber der musste sein...), das Risiko in Kauf zu nehmen, dass man nicht allen gefällt.


    Den Leitsatz "Betreten auf eigene Gefahr!", besser gesagt der ganze Text von "Achterbahn", ist seit 1997 nicht mehr Leitsatz der Konzerte.
    Was ja auch einen guten Grund hat.

    BAD RELIGION - 40th +1 Anniversary Tour 2021

    01.+02.06. Wiesbaden | 14.06. Köln | 01.08. Coesfeld | 09.-13.08. Punk Rock Holiday | 16.08. Ljubljana


    "Haste 'nen Link zur Quelle für mich?" :)

  • Schon klar, 1000.Konzert usw.
    Aber der Satz bezieht sich ja nicht nur auf die wörtliche Gefahr, sondern auch darauf, dass man die Band entweder so nimmt wie sie ist, oder Pech hat, weil sich die Hosen keinem an den Hals werfen. Zumindest hab ich den Satz für mich auch immer so interpretiert.

  • @ Mr. BammBamm:
    Der Text ist aber perfekt auf ein Konzert bis ca 1993 übertragbar.

    BAD RELIGION - 40th +1 Anniversary Tour 2021

    01.+02.06. Wiesbaden | 14.06. Köln | 01.08. Coesfeld | 09.-13.08. Punk Rock Holiday | 16.08. Ljubljana


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