Von Top zu Flop: Bands

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    Gibt es auch Bands, die ihr mal geliebt habt - die dann aber über die Jahre Musik abgeliefert haben, die ihr nicht mehr nachvollziehen konntet? Eventuell durch eine Stiländerung oder sonst was? Da gibt es Bands, bei denen man heute jeweils bei neuen Releases den Kopf schüttlet, gleichzeitig aber ältere Werke verehrt und liebt, sie regelmässig auflegt...


    Jede Band hat sicher mal 1, 2 nicht so starke Alben veröffentlicht - das gehört dazu, das meine ich hier aber nicht! Sondern ein Absturz, der richtig weh tut, weil sich die Bands nicht mehr erholen konnten (natürlich alles rein subjektiv)!


    Ich habe das am schlimmsten bei der Band TIAMAT erlebt... Erst machten sie Death Metal, dann kamen etwas Pink Floydsche Elemente dazu und auf dem Peak veröffetlichten sie 1994 das wunderschöne Hammeralbum "Wildhoney", das für mich zu den besten Alben ever gehört! Danach ging es dann rapide bergab - zwar war der Nachfolge "A deeper kind of slumber" nocht ganz gut, aber was dann kam, dieses Abdriften in den peinlichen Gothic-Kitsch-Metal - furchtbar!


    Ähnlich und vor allem gleichzeitig ging es mir mit PARADISE LOST. Auch ihre Wurzeln lagen im Death Metal und sie hatten ihren Peak mit "Icon" (1993) und "Draconian times" (1995) - zwei wundervolle Alben, die mich in der Zeit enorm bewegten.. Danach kam der Absturz - auch PL biederten sich dem nichtssagenden Gothic-Mist an und wurden eine Lachnummer.


    MANDO DIAO: Ihre ersten 3 Alben waren so stark, dass ich damals um 2006 rätselte, ob sie die neuen Beatles werden könnten (natürlich nicht in Sachen Kreativität und Pionierarbeit etc) - doch es war ernüchternd, was dann von der Band kam. Ihre Hitsingle "Dance with somebody" und was danach noch alles kam, hatte 0,00 mit der Poweroffensive der Alben "Bring 'em in" und "Hurricane bar" zu tun. Mit "Aelita" folgte 2014 eine radikale Stiländerung - weg vom Retro-Rock, hin zu den 80ern, allerdings nicht sonderlich glücklich umgesetzt. Dann verliess einer der beiden Hauptsongwriter und Sänger die Band, seither sind Mando Diao für mich total durch... Dabei hatte ich zwischen 2003 und 2006 mit ihnen die mitunter geilsten Konzerte!


    MUSE: Ende der 90er sah ich die damals unbekannte Band live - ich belächelte sie etwas als Radiohead-Kopie! Dann wurde 2001 das Hammeralbum "Origin of symmetry" veröffentlicht und ich wurde richtig Fan der Gruppe - das hielt an bis und mit "Black holes and revelations" (2006) und auch "The Resistance" war noch ganz ok! Aber was danach kam; Absturz deluxe, kann die Band nicht mehr hören, grausam!


    MILLENCOLIN & THE OFFSPRING: Wie ich anfangs/Mitte der 90er ihre Scheiben geliebt habe - von Offspring "Smash" und auch noch "Ixnay on the ombre" - aber danach kam der tiefe Fall in die Bedeutungslosigkeit - dasselbe mit Millencolin, die mit "Tiny tunes" & "Life on a plate" zwei klasse Alben ablieferten.. Bereits "For monkeys" (1997) war zu 80% dicke Scheisse!


    Und da wären noch DIE ÄRZTE; für mich die Initialzündung für den Punkrock um 1987. Ich war 11 und da kann man ihre bösen und albernen Texte natürlich gut nachvollziehen. Dann die Trennung, für mich ein kleiner Weltuntergang - umso erfreuter war ich, als sie 1993 zurück kamen mit Supersongs wie "Für uns", "Kopfüber in die Hölle" und auch "Schrei nach Liebe" - allerdings ging es ab da ziemlich schnell und massiv bergab. Zwar war "Le Frisur" eine wunderbar erfrischende, lustige - jedoch nicht unbedingt im klassischen Sinne gute - Scheibe, aber ab da war's das eigentlich für mich mit DÄ!


    Bad Religion haben sich zB ja wieder gefangen, während sie zwischen 1996 und ca. 2002 auch nur noch Kackscheiben veröffentlichten, ähnlich Metallica (deren oft verrissenes "Load" ich fantastisch finde) - das sind dann positive Beispiele, die hier nicht gement sind - ebenso für mich Duran Duran, die in den späten 80ern und frühen 90ern nur Mist ablieferten! Heute wieder top.


    Gibt es Bands, bei denen es euch ähnlich erging?

    Einmal editiert, zuletzt von pillermaik ()

  • Paradise Lost klingen heutzutage wieder so wie zu Gothic (Album) Zeiten. Tiamat können es zumindest noch live. Bei Metallica kam nach dem schwarzen Album nichts zwingendes mehr. Bad Religion waren nie schlecht, vielleicht ein wenig langsamer. Bei den anderen Bands passt es in etwa.

  • Für mich auf jeden Fall The Cure.


    Ende der 80er, Anfang der 90er waren Cure für mich von der Wichtigkeit her so eine Art Parallel-Band zu den Hosen, wenn auch mit ganz anderer Musik. Hab die oft gehört.


    Eigentlich kam schon ab 1996 nix brauchbares mehr, die Alben wurden immer seltener und Robert Smith wollte wie immer jedes Mal die Band auflösen. :D


    Btw: Ich hatte mir immer fest vorgenommen, The Cure nochmal live zu sehen.


    Vor dem letzten Frankfurt-Konzert habe ich den "Fehler" gemacht, mir online ihre Tour-Konzerte anzusehen und war entsetzt, wie alt Robert Smith geworden war und was er inzwischen für eine leblose Performance abgibt.
    Das Geld fürs Ticket habe ich mir dann gespart...  8)

    Wir werden immer laut durchs Leben ziehn,
    jeden Tag in jedem Jahr.
    Und wenn wir wirklich einmal anders sind,
    ist das heute noch scheißegal.

  • Beatsteaks: So sehr ich diese Band live noch immer weit geiler fand als auf Platte - selbst im Frühsommer letztes Jahr fand ich das live trotz allem noch richtig gut (Arnim macht halt echt ne Menge wett) - aber spätestens mit Yours find ich das zeitweilig echt nur beschämend. Das Vorgänger-Album Beatsteaks, dass ich auf Platte auch schon nicht berauschend fand, hatte zumindest live noch seine Berechtigung (wie gesagt Arnim halt - in Charisma, Authentizität und Ausstrahlung auch Campino ne Menge Voraus), aber das aktuelle?! Ich hab es bis heute trotz aller Sympathien nicht geschafft, es mir einmal am Stück anzuhören... Dass dann auch live noch Deichkind etc. für solch sch... Stücke dazu kommt und es mit dem Höhepunkt des Gigs darstellen soll, einfach nur NEIN...

  • Für mich ganz klar Die Ärzte. Weder Platte noch live seit einigen Jahren begeisterungsfähig.


    Beatsteaks sehe ich auch so, ähnlich Green Day, die mich nach 21st Century Breakdown nicht mehr begeistern konnten - live sowieso nie.


    Ganz enttäuschend ist für mich seit Jahren Meat Loaf. Nach einigen schlechteren Sachen lieferten Jim Steinman und ML mit. Bat out of Hell III durchaus nochmal ein solides Album ab. Aber was der Typ inzwischen live zusammen jammert, ist wirklich wirklich gruselig. Bei Booh3 mussten die Tonmixer wirklich ganze Arbeit leisten, um diese nicht mehr vorhandene Stimme irgendwie noch aufzuwerten. Live die Hölle. Band super, aber lasst den Mann nicht mehr ans Mikro! Alle Folgealben waren für die Tonne. Klarer Fall von nicht gewusst, wann es besser gewesen wäre, aufzuhören.


    Momentan sehe ich Nightwish im Tal. Eine Band, der ich sehr lange etwas abgewinnen konnte und meiner Meinung nach auch mit dem FrontfrauWechsel noch mal Qualität zunahm - den neueren Stil mag ich noch mehr als den alten. Mit Imaginaerum lieferte die Band ihr Meisterstück ab. Das Folgealbum (wieder mit Frontfrauwechsel) war dürftig und das aktuelle BestOf sowieso. Ist jetzt noch kein Flop und Imaginaerum zu wiederholen ist mMn quasi unmöglich, aber ich bin sehr gespannt auf die Tour und die Zukunft.


    Auch Trans-Siberian Orchestra ist eine Nummer, die ich verehre. Das letzte Album war nicht gut, und ist auch schon ne Weile her. Gut, dazu beigetragen hat sicherlich der Tod ihres Masterminds. Bin gespannt wie es hier weiter geht. Aber mit Beethoven's Last Night haben sie für mich ein Ever - Top10-Album geschaffen.


    Ansonsten gibts Bands, die für mich kaum noch gute Alben machen, aber live immernoch sehenswert sind: Metallica, Red Hot Chili Peppers, Mutabor


    Bei Ballast/Krach der Republik habe ich sogar ein wenig mit den Hosen gehadert, allerdings gabs selbst da noch großartige Aktionen und Clubauftritte, so dass es mir schwer fällt, sie hier einzuordnen. Und an der LdN und der Tour ist ja aktuell nur wenig auszusetzen.


    Vielleicht als nicht ganz ernst gemeinte Ergänzung: Die Prinzen. Ich ahbe sie als kleines Kind geliebt. Als ich dann in die Pubertät kam und mich ernsthaft mit Musik auseinander setzte, waren die neuen Sachen doof. Allerdings muss das so ein Nostalgie-Ding sein: Die alten Sachen höre ich immer noch sehr gern.


    Und Beethoven hat auch schon ne Weile nix brauchbares mehr gebracht...

    27
    Narf.

    Einmal editiert, zuletzt von S-Man ()

  • Gerade die Peppers haben mit ihrem letzten Album mehr als überzeugt. Ähnlich wie Slipknot nach nen beschissenen Album wieder ne gute Plate lieferten.



    Linkin Park
    Die ersten zwei Alben waren extrem stark, danach kam aber nur noch Müll.


    Black Eyed Peas
    Die ersten zwei Alben sehe ich als extrem gelungene Hip-Hop Alben an. Cooler Sound und sehr gute Raps. Dann kam Fergie und der Abstieg. Inzwischen ist Fergie weg und man macht wieder Old Scholl Rap. Trotzdem extrem harte Jahre

  • ac/dc: letztes starkes album war 1979 „highway to hell“! danach einzelne (sehr) gute songs, aber die alben insgesamt; furchtbar! besonders ab „the razors edge“ fast unhörbar!


    deep purple: gillan, geh in rente! was die DP-coverband seit jahrzehnten ablässt ist kaum zu ertragen! letztes wirklich gutes album, wenn auch mehr rainbow als DP: slaves& masters, 1990.

  • Da das Thema "Die Prinzen" jetzt schon zweimal aufkam... War da beruflich paar Jahre eingebunden: Nach "Alles nur geklaut", hätten maximal noch
    2-3 Lückenfüller auf "Alles mit'm Mund" sowie "Deutschland" und "Tiere sind zum Essen da" eine halbwegs positive Entwicklung verheißen können.... Aber die Band hat sich sehr frühzeitig in eine andere und falsche Richtung entwickelt: Mehr zum Unplugged und Orchester in Theatern hin, was jedoch nie den Ansprüchen (ehemalige Chor-Ausbildung hörte man objektiv nur noch selten) und den aufgerufenen Preisen entsprechen konnte...

  • agree:
    mando diao
    linkin park


    muse, metallica, rhcp: die haben sich m.e. aus ihren kreativen krisen wieder rausgezogen.


    weiteree epic fails: van halen nach 1984 mit sammy hagar, musikalisch der absolute absturz. david lee roth ging es letztlich kaum besser: nach zwei super alben mit steve vai an der gitarre der totale absturz, nie mehr erholt.
    u2 mit achtung baby abgerutscht in elektronische gefilde.
    manu chao: nach der mega krativen zeit mit mano negra zunächst mehr laid back aber dann drei alben immer nur derselbe song. fette enttäuschung.
    queens of the stoneage: ist aber nur aktuell, das letzte album völlig lahm und uninspiriert. aber die haben ja noch die chance wieder was zu liefern. die enttäuschung ist auf meiner seite trotzdem groß.
    Guns n Roses: use your illusions waren nur noch halb so gut wie die alben zuvor. nie mehr einen brauchbaren musikalischen output geliefert, oh, die enttäuschung hielt sich in grenzen, man hat das ja irgendwie erwartet.
    kleinerer absturz: wir sind helden: drei super alben, ein scheißalbum und auflösung

    A fallen wall becomes a bridge to connect us rather than divide. (Zeb Love)

  • nachtrag zu muse
    die waren ja headliner im park und ich ging dorthin mit geringen erwartungen. die würfel sind zugunsten muse statt parkway driver gefallen, was aber nur eine gruppenentscheidung war. wir standen echt saugut zentral vorne in der zweiten welle und konnten die ganze bühne sehen. und was ich da sah hat mich echt umgeblasen. was für ein kreativer auftritt, vielfältig, licht sound, songauswahl, einfach ein hammergeiles konzert.

    A fallen wall becomes a bridge to connect us rather than divide. (Zeb Love)

  • nachtrag zu muse
    die waren ja headliner im park und ich ging dorthin mit geringen erwartungen. die würfel sind zugunsten muse statt parkway driver gefallen, was aber nur eine gruppenentscheidung war. wir standen echt saugut zentral vorne in der zweiten welle und konnten die ganze bühne sehen. und was ich da sah hat mich echt umgeblasen. was für ein kreativer auftritt, vielfältig, licht sound, songauswahl, einfach ein hammergeiles konzert.


    Das Muse eine großartige Liveband sind, ist klar. Selbst an schlechten Abenden sind sie immer noch stark. Die Konzerte werden aber eigentlich von den Songs bis einschließlich "Black holes & Revelations" getragen. Danach wird es von den Alben her aber schwierig. Die "Resistance" war eindeutig, die "2nd Law" hat zwar nette kreative Momente (wie beispielsweise der Einbau von Dubstep-Elementen in "Follow" me") und die "Drones" klingt ehrlich gesagt nur gewollt, als müsste man mal wieder ein Rockalbum machen. Da war null Kreativität bei. Die Singles, die jetzt in den letzten zwölf Monaten rauskamen, waren auch eher mau. "Thought contaigon" hatten wir beispielsweise schonmal, nur da hieß der Song "Madness" und war auf der "2nd law". Von einer Band wie Muse und einem Bandkopf wie Matt Bellamy, der wohl eigentlich einer der kreativsten musikalischen Köpfe des 2. Jahrhunderts ist, erwarte ich einfach mehr. Wie gesagt, live kann ich dich nachvollziehen, von Platte seh ich es aber total anders.


    Bei vielen Bands kann ich hier zustimmen: Ärzte, Linkin Park, AC/DC, Mando Diao, Red Hot Chili Peppers. Da ist schon viel geschrieben worden. Ich schmeiße nochmal folgende in den Raum:


    Incubus - Bis einschließlich "Light Grenades" fand ich die super, aber danach war es doch eher mau.


    Billy Talent - 2003 hat mich das erste Album echt weggeblasen. Die "II" war dann deutlich kommerzieller ausgerichtet, aber immernoch ein sau starkes Rockalbum. Die nächsten Alben hatten aber nie mehr als 2 gute Songs.


    Foo Fighters - Eigentlich war die "Echoes, silence and Patience" schon mau, aber dann kam mit "Wasting light" ein echtes Meisterwerk. Die "Sonic Highway" hat zwar ein nettes Konzept, aber die Platte ist eher langweilig. Die neue Scheibe ist nur noch solider Rock, okay, aber gemessen an den Foos eher mau. Außerdem finde ich, dass Dave Grohl langsam von einer der coolsten Rocksäue zu einer Nervensäge wird.


    Helloween - Kam da eigentlich nochmal was wirklich interessantes nach der zweiten Keeper-Scheibe? Da finde ich Kai Hansens "neue" Band Gammay Ray deutlich besser.


    Mad Caddies - Für mich war das vor ca. 15 Jahren die Gute-Laune-Maschine schlecht hin. Aber sowohl von Album als auch live doch eher mau und langweilig. Da fehlt der Pepp. Aber die Zeiten des Skapunks sind auch einfach langsam rum.


    Pearl Jam - Aus musikalischer Sicht muss man mal sehen, wie es weitergeht. Die "Lightning bolt" war nur mäßig, aber das kann passieren. Was für mi h der Grund der Auflistung ist, ist ihr Konzertverhalten. Seit vielen vielen Jahren kommen sie zwar auf tour, aber es werden in Europa immer nur dieselben Städte gespielt. Man hat mehr oder weniger keine Chance mehr, die Band zu sehen, wenn man nicht in Berlin, Norditalien oder Amsterdam wohnt. Dazu haben sie sich früher immer gegen hohe Eintrittspreise eingesetzt und nun haben sie sowohl als Band als auch Eddie Vedder als Solokünstler die ticketpreise massiv erhöhten, so dass sie eher zum oberen viertel gehören. Das passt für mich alles nicht mehr zusammen.


    Und nun höre ich auf. Es gäbe sicher noch so einige Bands, über die man diskutieren könnte: Avantasia, Sonata Arctica, Weezer, The Hives, The Strokes, Nine Inch Nails,.... ;)

  • Böhse Onkelz: Was hab ich die früher geliebt und ernst genommen. Kann ich aber nicht mehr. Dass man seit der Reunion wirklich nichts besseres zu tun hat als dieses infantile Gepose, mit dem man in den frühen 2000ern eigentlich durch war, verschreckt mich wirklich - und das obwohl Setlisten und Liveperformances selbst jetzt stellenweise erheblich besser sind als damals....

    Megawatt aus Marienfelde:
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  • Das bringst du auch für meine Meinung bzgl. Onkelz genau auf den Punkt. :s_thanks:


    Damals wirklich gern und viel gehört, bis zur Auflösung 2005 oder wann das war.


    Ich habe es versucht, kann aber heute zu den Onkelz absolut keinerlei Bezug mehr herstellen, wirklich gar keinen.
    Lediglich die älteren Sachen lege ich mal auf, eher selten, dann aber gern.
    Die Onkelz bleiben für mich in guter Erinnerung an die Jugend.

    Wir werden immer laut durchs Leben ziehn,
    jeden Tag in jedem Jahr.
    Und wenn wir wirklich einmal anders sind,
    ist das heute noch scheißegal.

  • Thema Onkelz:


    Wer aus der Band je eine Halbreligion gemacht hat - sein Problem. Ich nahm sie nie ernster als andere Bands, mochte ihre Musik einfach sehr und das ist bis heute so gelieben. Das Gepose gehört seit jeher zur Band, warum sollte das nach der Reunion anders sein? Das war immer da und wird immer da bleiben.


    "Memento" ist jedoch das stärkste Album der Onkelz seit 1998 "Viva los tioz"! Extrem interessant gemacht musikalisch, viel Liebe zum Detail - und da es keine vordergründige Hymnen enthält, die sofort zünden, wird die Scheibe auch nicht langweilig.
    Live sind sie - ich habe sie vor der Trennung auf 5 Touren gesehen - besser denn je! Auch gelöster, weniger verbissen und weniger ernst... Lockerer und besser drauf! Für mich unverständlich, was man an der Band auszusetzen hat! Gepose, Grössenwahn etc gab es bei den Onkelz schon immer... Früher gab es halt kein Internet, keine Social Networks - heute alles da und man nutzt es für sich. Werbung etc... Angebertexte haben ja mittlerweile sogar die Hosen - wenn ich an den Rundbrief zur Single "Laune der Natur" denke...! Das gehört zur Gegenwart - jeder Furz, wir hier inklusive, will irgendwie wichtig sein mit einer Meinung die gehört und beachtet werden will. Blogger, Influencer etc - so ein Scheiss gab es früher nicht. Es gab den Star auf der Bühne und sein Publikum. Heute haben die Würste im Publikum schon das Gefühl Stars zu sein, weil sie irgendwo mal mit Campino auf einem Selfie waren...


    Mein Kumpel arbeitet in einem guten Restaurant als Chef de Service - jeder 10. klassige Blogger will sich gratis ein Essen erschleichen, wenn er dann danach positiv über das Restaurant berichtet - Follower: 3 oder so. Lächerliches Gehabe.


    Sprich: Wie die Onkelz die Plattformen nutzen ist gegenwärtig äusserst normal. Grad für eine Band, die nie die leisen Töne angeschlagen hat.

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