Alles passiert

  • Da fühlt man sich ja wie in der Schule... woran das nur liegen könnte?


    Sehr vage wäre die Sanduhr noch ein Element in "Zeitmaß", aber die Symbolik ist eigentlich zu allgemeingültig, um als an Goethe angelehnt zu sein. Da du aber auch von einem "Stück" schreibst, wirst du wohl eher eine Stelle aus einem Theaterstück meinen und damit fällt mein Vorschlag komplett raus.

    Es hat sich vieles getan, auf Dosenbier gibt es jetzt Pfand,
    aber die meisten von uns leben noch, das war nicht immer so geplant.
    (Koyaanisqatsi)

  • Yo, Faust! :thumbsup: Super!


    Aber wie lautet die Textzeile?


    Kleiner Tipp: fragt mal Gretchen :D

    P.S. Ich wollte heute Morgen ein Faust-Emoticon einfügen, was aber aus technischen Gründen nicht funktionierte ;)!

    Einmal editiert, zuletzt von BAB ()

  • Die Redewendung „Schall und Rauch“

    2002: 16.2. B, 28.6. B
    2004: 30.12. B
    2005: 3.6. B, 8.7. H, 12.8. DD, 1.9. Wien, 10.9. D, 3.12. HH, 4.12. B, 5.12. DD
    2008: 28.5. B, 17.12. B
    2009: 3.7. B, 28.8. B, 29.8. Losheim
    2012: 29.12. B, 30.12. B
    2013: 7.8. B, 9.8. B
    2017: 29.5. MD, 5.11. C, 24.11. L, 25.11. L, 15.12. B, 16.12. B, 30.12. D
    2018: 7.6. B, 29.8. B, 12.10. D, 13.10. D, 7.11. B
    2019: 6.6. WA, 7.6. KR, 27.7. WI
    2020: 20.6. D, 26.6. F, 27.6. F, 15.7. DD, 16.7. DD, 18.8. B, 19.8. B

  • Um's kurz zu machen:
    Faust wird von Gretchen zu Religion und seinem Glauben befragt, weicht aber aus und zögert mit einer Antwort.
    Sagt dann:


    "Herz! Liebe! Gott!
    Ich habe keinen Namen dafür!
    Gefühl ist alles;
    Name ist Schall und Rauch,
    Umnebelnd Himmelsglut"


    Wer's nochmal nachlesen möchte: zu finden in Faust I.


    Wobei ich finde, "Schall und Rauch" ist inzwischen eine SO geläufige Redewendung, daß Campino beim Schreiben des Textes nicht zwangsläufig an Goethe gedacht haben muss - auch, wenn ich ihn für sehr belesen halte und er das Werk garantiert kennt...


    MIR bereitet das allerdings gerade Lust, den "Faust" mal wieder zur Hand zu nehmen. Danke dafür, BAB! :daumen:


    Wäre vielleicht auch 'ne Idee für 'nen eigenen (Off-Topic-)Thread - Zitate/Redewendungen der Weltliteratur... (Schon klar - wird den einen oder anderen NULL interessieren. Aber in den "Nonsens"-Threads treibt sich auch nicht JEDE/R rum... :D )

    "Morgen ist auch noch ein Tag", sagte der Optimist.
    (Werner Mitsch)

  • Wobei ich finde, "Schall und Rauch" ist inzwischen eine SO geläufige Redewendung, daß Campino beim Schreiben des Textes nicht zwangsläufig an Goethe gedacht haben muss


    Definitiv, das ist mir für ein "Zitat" auch deutlich zu dünn. Es ist eben von Goethe in den fast alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen, sodass auch Menschen die Redewendung nutzen, die vielleicht noch nie etwas von Goethe gehört haben.


    Dass Campino vermutlich belesen genug sein dürfte, um einen der unumgänglichen Klassiker der deutschen Literatur zu kennen, sehe ich allerdings auch so. Hätte der Song mit "Habe nun, ach,..." begonnen, dann hätte ich hier auch eindeutig eine Reminiszenz gesehen ;)

    Es hat sich vieles getan, auf Dosenbier gibt es jetzt Pfand,
    aber die meisten von uns leben noch, das war nicht immer so geplant.
    (Koyaanisqatsi)

  • Sofern ich diese Diskussion noch richtig im Kopf habe, ging es damals nicht darum, dass Hitler das Wort verwendet hat, sondern, dass der deutsche Umgang mit der Geschichte als solcher bezeichnet wird, was damals einigen hier im Forum (mich eingeschlossen) sauer aufstieß. Oder missverstehe ich dich gerade?

    Wir sind übrig.

  • Die Diskussion gabs auch. Dass sich daran manche gestoßen haben, kann ich auch zumindest nachvollziehen, auch wenn ich es etwas anders sehe. Das Lied hat ja für Hosenverhältnisse durchaus einen etwas nationalen (nicht nationalistischen!) Unterton gehabt.
    Es gab aber auch einige, die sich explizit an dem Wort "Parasit" gestört haben, weil das Nazisprech wäre. Und das finde ich dann doch ein wenig weit hergeholt.

  • Okay, dann habe ich die Diskussion bezüglich des Begriffs nicht mehr auf dem Schirm gehabt oder gar nicht mitbekommen. Was den nationalen Unterton angeht, war das genau mein Problem mit dem Lied. Ich glaube ja, dass der Song neutral gemeint war und einfach nur eine Situation wertungsfrei beschreiben sollte. Ist dann in meinen Augen nicht so wirklich gelungen. In "Venceremos" haben das die Hosen damals wesentlich besser hingekriegt. Der nationale Unterton war vermutlich keine Absicht, weshalb ich mit dem Lied mittlerweile wesentlich mehr anfangen kann.

    Wir sind übrig.

  • ich hab mich damals auch sehr kritisch geäußert. es gibt für mich weiterhin einige fragwürdige textzeilen wie "ein ganzes land kniet nieder und sagt es tut uns leid", "wir geben zu wir ham den krieg verloren..:"; "uns ist klar wir müssen büßen, damit ihr uns verzeiht...". das soll wahrscheinlich sarkastisch gemeint sein? ein ganzes land hat sicherlich nichts leid getan. nazis waren in der BRD und DDR in den obersten ämtern unterwegs, ein großer teil der bevölkerung hat fröhlich bei nazi verbrechen mitgemacht.
    gehen wir mal von sarkasmus aus, macht dass das lied nicht unbedingt besser. es zieht sich nämlich nicht durch den gesamten text durch. durch willkürlich wechselnde perspektiven und angeschnittene themen mit unterschiedlicher verwendung von sarkasmus, der nicht immer klar zu identifizieren ist, wird das lied erst zu einem missverständlichen gesamtgebilde.


    schon klar, dass das "wir" hier nicht die hosen perpektive oder position ist. aber dieser versuch ein nationengefühl auszudrücken ist halt meiner meinung nach reichlich daneben gegangen, bzw ist ziemlich belanglos bis zu missverständlich. man könnte natürlich versuchen, das lied den hosen so gut wie möglich auszulegen. dass z.b. die verwendung des wortes "parasit" als beschreibung der NS zeit eine absichtliche umkehrung des nazi sprechs ist, und somit quasi diesen jargon zu entwaffnen versucht.


    aber letztendlich versteht man den text auf der offensichtlichen ebene nur so: "es ist wie pech dass an uns klebt, der ballast der republik" - ach wann ist denn endlich mal schluss mit der aufarbeitung und dem reden über die nazi zeit. welch ein schwerer ballast, der uns in der gegenwart hemmt.


    ich denke, und da werden die hosen mir wahrscheinlich zustimmen, dass die deutsche vergangenheit ein mahnmal für die zukunft sein sollte, etwas, dass uns wach und vorsichtig hinsichtlich nationalistischer und faschistischer tendenzen in der gesellschaft machen sollte. das wort "ballast" drückt das nicht aus und umso unverständlicher finde ich daher auch den text des liedes.

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