• Bin gegenteiliger Meinung was die Roten Rosen angeht. Mersey Beat ist eine Wertschätzung der Originale, die Roten Rosen Sachen sind eher Verpunkungen, teilweise Verarschungen. Immer etwas drüber. Darum ist es auch in Ordnung, dass der Klang hier nicht zu sehr übersteuert wird und man sich am Klang der Vergangenheit orientiert. Etwas moderner, bei einigen Liedern sicher auch härter, aber keine offensichtliche Verpunkungen.

    Das Projekt wird mit Campinos Buch zusammenhängen und wer es gelesen hat wird merken, dass es ihm mit seiner Geschichte, England und der Musik sehr ernst ist.

    Klar hängt das Projekt mit Campinos Buch zusammen. Das wurde doch auch so kommuniziert. Von wegen das Campino sich viel mit der Musik beschäftigt hat, die untrennbar mit Liverpool zusammenhängt. Und dann wurde mal aus Spaß der eine oder andere Song im Proberaum gespielt und so wurden die anderen infiziert.


    Letztendlich wird Deine Argumentation der Grund sein, weshalb es unter den Namen Die Toten Hosen veröffentlicht wurde. Es geht eher um Wertschätzung der Songs. Auch wenn die wie bei "Respectable" mit einem gewissen Augenzwinkern vorgetragen werden dürften.


    Allerdings kann ich keinen direkten Einfluss auf die Musik der Hosen erkennen, wie bei den vorhergehenden Songs der Learning English Punk Alben. Und deshalb hätte man auch durchaus annehmen können, dass die Songs ein punk-rockigeres Gewand bekommen. Und dann hätte man es durchaus auch als Die Roten Rosen veröffentlichen können.


    Es ist aber so wie es ist. Ich habe damit überhaupt kein Problem. Ganz im Gegenteil.

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    Don't Eat The Yellow Snow!

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  • Also "You'll Never Walk Alone" ist in der Hauptsache die Hymne des LFC und kein typischer Mersey Beat Sound. Hier dürfte es hauptsächlich um den Fangesang und die Leidenschaft gehen, die man für etwas entwickelt. In diesem Fall zu einem Fußballverein. Und die Fußball Metapher spielt da eine größere Rolle als eine Hommage an den Mersey Beat Sound.


    "I Feel Fine" wurde als B-Seite in einer Punk Version gespielt. Das war keine Hommage wie jetzt. Da hat man einen bekannten Song der Beatles in Punk hingerotzt. Die Hosen haben auch "Guantanamera" live gecovert und trotzdem hat kubanische Musik keinen Einfluss auf die Hosen gehabt. Deshalb denke ich nicht, dass die Beat Musik der 60er Jahre direkten Einfluss auf den Hosen Sound hat.


    Die B-Seite "All You Need Is Love" von der "Auflösen" MCD / Vinyl ist schon eher eine Hommage an die Beatles. Oder auch der Text und das Video von "Feiern im Regen". Aber das ist jetzt eher etwas aus dem Spätwerk der Hosen.

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    2 Mal editiert, zuletzt von binda ()

  • Fakt ist, dass beide Songs von Mersey Bands kommen und wie du selber sagst, wurden gerade The Beatles mehrfach brücksichtigt. Dass die Hosen 1989 noch anders gecovert haben als 2020, 31 Jahre später, sollte die Verneigung vor der Band nicht mindern. Fakt ist, dass sie The Beatles immer verehrt haben.


    Vor der ersten Learning english CD haben die Hosen auch nur wenige 1970er Punkrock-Covers gebracht, so könnte man auch denken, dass es da deiner Argumentation zufolge keinen Einfluss gab. Was natürlich logischerweise nicht zutrifft. Das fing 1990 auf der Auf dem Kreuzzug ins Glück CD an mit First time und New guitar in town. Davor gab es eine deutsche Version von Disco in Moskow, Gary Glitter und The Equals. Dazu hauptsächlich Schlagereskes wie Shake hands, Bommerlunder, Altbierlied oder die erste Rosen CD. Oder mit ZK Freddie Quinns Heimweh.

    Ich glaube Letzteres ist eher spassig zu verstehen, nicht so ihre Covers von The Beatles. Allein dass die I feel fine als B-Seite bereits 1989 benutzt wurde, sagt vieles was die Wichtigkeit von The Beatles in der Hosen-Historie angeht.

  • Dank einer Reaktion auf diesen Facebook Post der Hosen, weiß man jetzt auch mehr über den Ansager. Demnach ist das Rocko Schamoni, der eine Ansage von Wilhelm Wieben vor dem ersten Beat-Club vom 25.09.1965 nachspricht und abwandelt.

    Das hab ich zwar eben in Fb auch gelesen, aber nicht wirklich registriert.

    Wilhelm Wieben? Der Tagesschausprecher (Gott, bin ich alt =O)? Ach, guck an.


    Jepp, sagt wiki auch:

    "Im Fernsehen debütierte er als Ansager 1963. Unter anderem sagte er die erste Sendung des Beat-Clubs an."

    Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!


    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

  • Fakt ist, dass beide Songs von Mersey Bands kommen und wie du selber sagst, wurden gerade The Beatles mehrfach brücksichtigt. Dass die Hosen 1989 noch anders gecovert haben als 2020, 31 Jahre später, sollte die Verneigung vor der Band nicht mindern. Fakt ist, dass sie The Beatles immer verehrt haben.


    Vor der ersten Learning english CD haben die Hosen auch nur wenige 1970er Punkrock-Covers gebracht, so könnte man auch denken, dass es da deiner Argumentation zufolge keinen Einfluss gab. Was natürlich logischerweise nicht zutrifft. Das fing 1990 auf der Auf dem Kreuzzug ins Glück CD an mit First time und New guitar in town. Davor gab es eine deutsche Version von Disco in Moskow, Gary Glitter und The Equals. Dazu hauptsächlich Schlagereskes wie Shake hands, Bommerlunder, Altbierlied oder die erste Rosen CD. Oder mit ZK Freddie Quinns Heimweh.

    Ich glaube Letzteres ist eher spassig zu verstehen, nicht so ihre Covers von The Beatles. Allein dass die I feel fine als B-Seite bereits 1989 benutzt wurde, sagt vieles was die Wichtigkeit von The Beatles in der Hosen-Historie angeht.

    Das ich gut damit leben kann, dass es unter Die Toten Hosen veröffentlicht wurde, hatte ich schon geschrieben. Du hast den wesentlichen Punkt schon angesprochen. Und ja, die Beatles spielen bei den Hosen immer mal wieder eine Rolle. Einverstanden.


    Allerdings würde ich noch mal einen Unterschied zwischen den Beatles und den Bands und dem Sound der Mersey Beat Ära machen. Denn die Beatles haben zwar dort ihren Anfang, aber ihr Hauptwerk hat damit nur noch bedingt zu tun. Und die Hosen haben Songs und Anlehnungen an die Beatles aus ganz anderen Zeiten verwendet. "All You Need Is Love" stammt aus einer späteren Phase. Und auch die Anlehnungen bei "Feiern im Regen" zielen auf eine spätere Beatles Phase.


    Und bei "Learning English Lesson 3" geht es eben nicht um die Beatles, sondern um andere Bands. Und dieses Konzept mit den ausgewählten Songs hätten durchaus auch zu Die Roten Rosen gepasst. Nämlich dann wenn man es hätte in ein punk-rockigeren Sound gepackt hätte.


    Übrigens würde ich "You'll Never Walk Alone" da mal raus nehmen. Warum es zu der Hymne geworden ist, die es jetzt ist, hat wie gesagt eher mit Leidenschaft und Fußball und wenig mit dem Mersey Beat zu tun.


    Edit: Ich würde als möglichen Bandnamen auch noch "Campino & Die Toten Hosen" einwerfen. Das wäre zwar in gewisser Weise redundant, aber würde dieses Projekt besser beschreiben. Wie gesagt gibt es keinen direkten Zusammenhang zum Werk der Hosen. Der wird erst durch Campinos Buch schlüssig. Und dieser Name würde das ausdrücken und auch als Bandname in diese Zeit passen. (Anm.: nur halbernst gemeint)

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  • Das Hauptwerk von The Beatles ist die Musik der Beatlemania, die 1964 weltweit losgetreten wurde. Aus dieser Phase stammt auch I feel fine. Als sich um 1965 die Musik von The Beatles zu verändern begann und dann Sgt Pepper rauskam, beschwerten sich viele Fans darüber, dass das "keine Beatles-Musik" mehr sei und kehrten der Band der Rücken.


    Dass die erste Beatles-Coverversion nun also I feel fine von 1964 war und nicht I am the walrus aus der Drogenzeit von 1967 zeigt deutlich auf, welche Phase von The Beatles den jungen Hosen als Einfluss diente.

  • Das Hauptwerk von The Beatles ist die Musik der Beatlemania, die 1964 weltweit losgetreten wurde. Aus dieser Phase stammt auch I feel fine. Als sich um 1965 die Musik von The Beatles zu verändern begann und dann Sgt Pepper rauskam, beschwerten sich viele Fans darüber, dass das "keine Beatles-Musik" mehr sei und kehrten der Band der Rücken.


    Dass die erste Beatles-Coverversion nun also I feel fine von 1964 war und nicht I am the walrus aus der Drogenzeit von 1967 zeigt deutlich auf, welche Phase von The Beatles den jungen Hosen als Einfluss diente.

    Wie gesagt... "I Feel Fine" wurde in einer Punk-Rock-Version dargeboten. Und ich würde da auch nicht drauf schließen, dass das die Phase ist, die den Hosen als Einfluss diente. Die jungen Hosen haben sich hauptsächlich am englischen Punk-Rock der 70er Jahre orientiert. Das kann man überall nachlesen. Und die späteren Anspielungen auf eine der wichtigsten Bands der Musikgeschichte stammen aus andern Phasen.

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  • Wenn man die Hamburg-Zeit von The Beatles nimmt oder auch Bands wie The Kinks und The Who, die sich an The Beatles orientierten und Teil der British Invasion wurden, die viele Merkmale und Züge des Punkrock vorwegnahmen, ist die Mersey- und early 1960s-Zeit vom Punk der 1970er in England nicht zu trennen. Dass die jungen Hosen jetzt genau wussten, ob eine Band aus Liverpool, London oder sogar New York kommt, glaube ich indes nicht. Aber die Musik aus dieser Zeit war prägend.


    Ich meine mich zu erinnern, dass die ersten Langspielplatten von Andi und Breiti Alben von The Beatles waren. Ich glaube das rote und das blaue Doppelalbum, die erschienen 1973. Vor dem Punk in England. Insofern geht die Prägung weiter zurück. Man denke auch an Hang on sloopy aus dieser Zeit, 1965. Ich denke diese Musik hat die jungen Hosen sehr geprägt.


    Und wie ich schon sagte, covert eine Band im Alter von 25 voll mit Punk anders als fast 60 Jährige. Das tut der Wertschätzung keinen Abbruch.

  • Dann sind wir aber wieder an dem Punkt, dass es kein direkter Einfluss ist. Du schweifst auch ein bisschen ab in dem Du versuchst zu erklären, dass Punk von den Beatles beeinflusst wurde. Und dass deshalb die Hosen eigentlich nicht vom Punk, sondern von den Beatles beeinflusst wurden. Man müsste viel weiter ausholen um diesen Zusammenhang herzuleiten. Er ist wahrscheinlich nicht ganz falsch. Aber dann müsste man bis zu Elvis Presley und noch weiter zurückgehen.

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  • Ich finde sowohl Lied als auch Video sehr gelungen, das ist ja ein echter Ohrwurm.


    Und die Hosen hatten offensichtlich viel Spaß bei der Sache, was ja eigentlich das Wichtigste ist. Selbst bei Breiti war ein kurzes Grinsen zu sehen, das sagt alles. Nur Kuddels Tattoos am Hals hätten sie überschminken können, die passen nicht wirklich zu dieser 60er-Jahre-Schwarz-Weiß-Optik. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.


    Ich freu mich jedenfalls schon auf das komplette Album :)!

  • Dann sind wir aber wieder an dem Punkt, dass es kein direkter Einfluss ist. Du schweifst auch ein bisschen ab in dem Du versuchst zu erklären, dass Punk von den Beatles beeinflusst wurde. Und dass deshalb die Hosen eigentlich nicht vom Punk, sondern von den Beatles beeinflusst wurden. Man müsste viel weiter ausholen um diesen Zusammenhang herzuleiten. Er ist wahrscheinlich nicht ganz falsch. Aber dann müsste man bis zu Elvis Presley und noch weiter zurückgehen.

    Nein, was ich mit Ausschweifungen sagen und darstellen wollte ist, dass Mersey Beat für die Roten Rosen ungeeignet wäre. Roten Rosen = Fun. Learning english = Wertschätzung. ;)

  • Es ist sehr lustig. Natürlich auch ne Verbindung zum Buch. Campino übertreibt ein wenig beim Gesangsausdruck-Playback, aber das ist schon okay, evtl ist das

    sogar der Witz, sonst wäre das wahrscheinlich „zu echt“ und authentisch..😊..übrigens hat Breiti ne Föhnfrisur!!

  • Ihr seid doch alle Nerds, oder? ;)



    Sorry, konnte ich jetzt nich runterschlucken. :]

    Auf da Alm gibt´s ka Sünd!

    "… Nimm nichts mit, wir brauchen nichts. Lass alles hier und schmeiß es weg. All die Souvenirs, unsere Biographien.

    Alles lästiges Übergewicht… "

  • Du schweifst auch ein bisschen ab in dem Du versuchst zu erklären, dass Punk von den Beatles beeinflusst wurde. Und dass deshalb die Hosen eigentlich nicht vom Punk, sondern von den Beatles beeinflusst wurden.

    Ich habe kürzlich "Grosse Freiheit" von Rocko Schamoni gelesen.

    U. a. wird darin von der Zeit erzählt, als die Beatles nach Hamburg kamen und wer sonst noch zu der Zeit oder davor auftraten und wie es im Saal abging.

    Ich kannte s/w Auftritte der Beatles bisher nur mit kreischenden Damen im an sich gesitteten Publikum (Nein, da war ich noch nicht dabei :D) und Erzählungen von reihenweise Ohnmachtsanfällen, im Buch wird aber von fast pogo-ähnlichen Szenen und Schlägereien erzählt, die sich zur Anfangszeit abspielten.

    Gut, es ist ein Roman, inwiefern er sich genau an die Realität gehalten oder künstlerisch übertrieben hat, sei mal dahin gestellt, aber wenn es so war, war es doch etwas wilder, als hysterisch schreiende Teenies. Insofern kamen mir da beim Lesen eher Punks/Punkkonzerte in den Sinn, als in Pepita-Twinsets gekleidete junge Fräuleins.

    Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott!


    Nr. 5 lebt - wir sehen uns wo die eisernen Kreuze stehen...

  • Pogo? zu den Beatles? Gut das war damals schon so das härteste an Musik

    Es kommt die Zeit
    in der das Wasser wieder steigt...
    Es kommt die Zeit
    in der der Airport wieder brennt...

  • Also, man könnte ebenso Gründe anführen, warum die jetzigen Aufnahmen nicht in die "Learning English" Reihe passen, wie man Gründe findet, warum diese nicht zu Die Roten Rosen passen. Wenn man sich das Video zu "Respectable" ansieht, dann erkennt man sehr gut, dass es ein kleiner netter Spaß mit einem Augenzwinkern ist. Und das hätte eben auch zu Die Roten Rosen gepasst.


    Edit: Offensichtlich gab es dann aber mehr Gründe, weshalb es eben in die "Learning English" Reihe gehört. Oder besser gesagt weniger Gründe, die dagegen sprechen. Ich habe aber auch schon geschrieben, dass ich damit kein Problem habe. Ganz im Gegenteil.

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    2 Mal editiert, zuletzt von binda ()

  • Ich habe kürzlich "Grosse Freiheit" von Rocko Schamoni gelesen.

    U. a. wird darin von der Zeit erzählt, als die Beatles nach Hamburg kamen und wer sonst noch zu der Zeit oder davor auftraten und wie es im Saal abging.

    […]

    im Buch wird aber von fast pogo-ähnlichen Szenen und Schlägereien erzählt, die sich zur Anfangszeit abspielten.

    Naja... Schlägereien in den Nachtclubs auf dem Kiez waren damals nicht ungewöhnlich. Die Bands sind da teilweise vor Zuhältern, Prostituierten und deren Freiern aufgetreten.

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